How to be a Historical Fencing Pro!

Spaß gehört verboten! Nein, ernsthaft. Wer historisch fechtet, der muss grimmig (bewährt
hat sich auch ein sehr stierender Blick, bei dem die Augen fast unter die Brauen kriechen)
oder konzentriert (falls man mit anderen Fechtübungen vorführt, lohnt es sich, mit genau
jenem Blick andere anzustarren), oder am besten beides, dreingucken. Die Aura des
professionellen Experten wird unterstrichen durch mal schweigsames, mal dozierendes
Agieren, aber immer, und Gott beware uns, OHNE SPASS; LACHEN oder WITZE. Kardinalstod-
sünden, die jeden in die Hölle bringen, oder Schlimmeres.

Generell schart man immer einen Kreis von Menschen um sich, die nur ein Thema kennen:
historische Fechtbücher. Da man selbst als hyper-ernsthafter Fechter all diese
auswendig kennt, hat man gute Karten, mächtig zu beeindrucken, ein wenig Social
Networking zu betreiben, alles allein zu dem Zweck, den eigenen Ruf als monströs
studierter Fechtgott zu erhöhen/verbreiten. Dabei ist temporär angestrengtes Vor-sich-
Hinschweigen in bedeutungsschwangerer Stille genauso elitär wie maschinengewehrdauer-
befeuerte Aufzählung aller Joachim Meyer-Techniken.

Soziale Interaktion zu minderwertigen Fechtern wird minimalisiert oder ganz vermieden!
Man zeigt deutlichst eine körperliche als auch intelektuelle Überlegenheit, wenn man
an sich gerichtete Grüße ignoriert, durch unfechterisches Grobzeugs hindurchschaut
und mit totaler Ignoranz nahe an dem Abschaum vorbeiläuft, den man notgedrungen im
Training dulden muß.

In etwaigen Trainingssituationen ist es unerlässlich, eine gute Figur zu machen,
Selbstbeobachtung ist ausnehmend wichtig. Andere mögen einem arrogante Eitelkeit
vorwerfen, man selbst checkt nur alle Nanosekunden, ob die Beine sowie alles andere
in korrekter Stellung verharren. Ist dem nicht so, darf man sich gerne selbst abstrafen,
indem man den aus der Reihe tanzenden Körperpart mit einem flachen Handschlag
diszipliniert, doch sollte dies niemand mitbekommen, es wäre von weitaus weniger
Begabten zum Spott nutzbar!
Eminent elegant ist ein wenig Schwertwirbelei ums eigene Handgelenk, oder grazile
Ballerina-Schritte in die richtige Ausgangsposition. Jede Faser des eigenen göttlichen
Fechterleibs muss dabei Stolz und Upper-Class Lordism ausstrahlen! Andere mögen böse
und gemein über die eigenen affektierten Bewegungen lästern, sollen sie doch, werden
sie doch nie in den Fecht-Olymp aufsteigen!

Atmen ist für die Schwachen, ein Fechtmeister eigener Gnaden schnauft! In einem Ausbruch
kehlkopfartiger Brunfturlust preßt man die Luft durch die Stimmritzen, fokussiert sein
Chi und läßt die Klinge fliegen. Hört sich profihaft an, sieht genauso aus. Ob
historische Fechter damals ebenso geschnauft haben? Oder gezischt, wie zum Bersten
gefüllte Druckluftventile? Oder “Hepp” sowie “Heya” gebrüllt haben? Böse Zungen mögen
auch hier lästerlich behaupten, dass man nur die Aufmerksamkeit anwesender Weibchen
und die verstohlene Bewunderung der Männchen erreichen möchte! Sollen sie! Ihre
Lungen werden niemals soviel Sauerstoff tanken, wie die eigenen, schnauf-gestählten!

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About sovalkon

I am the Grey Knight.

Posted on January 28, 2012, in Historical Fencing and tagged , . Bookmark the permalink. Leave a comment.

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