Museum of “Now”

Museen aller Art, auch wenn sie Museen moderner Gegenwartskunst sind, verwalten und
zeigen in den meisten Fällen nicht die Gegenwart oder Jetzt-Zeit, sondern Vergangenes,
sind also klassische Bewahrer und keine Avantgardisten, wie sie manchmal selbst behaupten.
Wie also müßte ein Museum des “Jetzt”, der Gegenwart, beschaffen sein?

Aktuelle und auch unbekannte Künstler müßten zu Ausstellungen geladen werden. Künstler,
die Werke erst kürzlich fertiggestellt haben oder sie sogar vor den Augen der Besucher
fertigstellen, das Konzept Artist_in_Residence konsequent zu Ende gedacht. Regionale
Künstler müßten das Museum als Plattform für ihre Positionen in jedem Fall nutzen können,
das Museum wäre ein Art Kanal für aktuelle Kunstströmungen.

Ein Museum des “Jetzt” sollte ein Anfassmuseum sein, nicht nur visuell, sondern auch
taktil. Kunst sollte sich durch die Handhabe der Besucher verändern dürfen. Kunst sollte
auch durch Besucher geschaffen werden und ausgestellt sein. Kunst sollte ebenso Besucher
mit nach Hause begleiten, sie sollten mitnehmen, was sie erleben oder tun.

Ein “Museum of Now” ist gleichzeitig eine Institution, die hinaus zwischen die Menschen
geht und aus den eigenen vier Wänden kommend, alles mit Kunst zu “infizieren” sucht, seien
es nun künstlerische Arbeiten, die in Straßenbahnen ausgehängt werden oder sich im
innerstädtischen Raum befinden. Performances sollten regelmässig die Stadt und ihre
Bewohner “kunstifizieren”.

Ein Museum der Jetzt-Zeit befaßt sich notwendigerweise mit den aktuellsten und neusten
Technologien und Arbeitsmethoden seiner Zeit, ist zwingenderweise dann ebenso
hochtechnisiert und ausgestattet. Gleichzeitig schaut es auf die Zukunft, vermischt
sich so zu einem “Museum of the Future”.

Ein Museum der gegenwärtigen Zeit muß mit anderen Museen in lebendigem Austausch stehen
und alle Informationskanäle nutzen. Es soll für andere Museen zur Plattform werden,
Kooperationen bilden und ein Netzwerk der Jetzt-Zeit gründen, das von Besuchern ebenso
miterlebt werden kann.

Ein “Museum of Now” ist genauso virtuell wie real am Puls der Zeit, beide Welten müssen
gleichzeitig gepflegt und vermischt werden. Kommunikation virtueller Natur muss schnell
und vielfältig Informationen vermitteln und kompletten Überblick bieten, reale Infoknoten
nutzen das Internet im Museum nicht nur zu neuer Kunstform, sondern zu sofortiger
Rezension und Kommentierung.

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About sovalkon

I am the Grey Knight.

Posted on March 12, 2012, in Art and tagged , , . Bookmark the permalink. 1 Comment.

  1. Dazu faellt Mir spontan der begriff biennale ein, also eine sale zwei jahre stattfindende ausstellung der neuesten kuenstlerischen positionen aus aller welt. Die bekannteste und aelteste ist die in venedig. Fuer die dauer ihres bestehens wird fuer wenige wochen die gesamte stadt zu einem “museum of now”, das deiner vorstellung mehr oder weniger nahe kommt. Es gibt immer mehr biennalen, aktuell Sind es weltweit mehr als 50. Oder nehmen wir die documenta in Kassel, die es dieses jahr wieder gibt. 100 tage museum of now verteilt auf mehrere ausstellungsorte in Kassel. Oder ich denke auch an “Ruhr 2010″ als das ruhrgebiet kulturhaupt”stadt” war, da gab es einige witzige projekte. Aber auch in Karlsruhe im letzten jahr gab es was witziges, eine kunstausstellung junger kuenstler aus der region mit schwerpunkt auf performance, die auf ung. 15-20 bewohnte wohnungen quer durch die karlsruher oststadt verteilt war.

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