Monthly Archives: April 2012

Potential

wir wissen, wer ihr seid, woher ihr kommt und wohin
ihr gehen werdet. wir beobachten euch, bewahren eure
zukunft, weil wir das sind, was ihr noch werden könnt.
habt hoffnung, durch all euer leid und eure schmerzen hindurch.

ihr glaubt nicht an euch, ihr zweifelt an euch, ihr bekämpft
euch und ihr sterbt. all das wird notwendig sein, aber niemals
erfreulich. der untergang, das leiden, das böse, es ist immer
mit euch, immer bei euch, und selbst wir haben es nicht besiegt.

ihr glaubt nicht, wenn wir sagen, dass ihr überleben werdet,
zwischen den sternen neue heimat gründet, dass euer körper und
geist sich verändern wird, dass eure spezies nicht ausgelöscht wird,
durch eigene schuld oder das verschulden von anderen. bleibt weiter
ungewiss und zweifelnd, das wird euch helfen.

wir jedoch wissen. und wir lächeln, nach all den langen zeiten,
in denen so oft das ende bevorstand, und immer neue hoffnung geboren
war. unser potential entfaltete sich, so wie es das eure wird,
und keine macht des universums will euch dabei aufhalten.

die schrecknisse des weltalls ähneln denen eurer eigenen gedanken,
und beide werden viele, unzählige leben kosten, doch mit jedem
schnitt in euer verwundbares fleisch werdet ihr euch weiter
entwickeln, lernen und stärker werden. bis ihr dann so seid wie wir.

fragt ihr uns, ob es noch liebe geben wird? oder hass? oder krieg?
oder frieden? es wird dies alles immer geben, selbst jetzt, da wir
so weit vorangeschritten sind, und die ewigkeit keine dämonen mehr
zu beherbergen scheint. was eure seele empfindet, wird immer bestand haben.

manche sagen, dass wir am ende ins auge gottes blicken, aber das wird
niemals geschehen. andere sagen, dass wir nun selbst götter sind, und
euch mag es so scheinen. nichts von all dem ist wichtig. erkenne nur,
dass göttlichkeit von anfang an in dir war, mensch, und wandle aufrecht.

werden wir uns begegnen? jemals miteinander sprechen? ihr würdet uns
fürchten, kämen wir jetzt zu euch, uns dann hassen, denn wir sind so
viel mehr als ihr gerade seid. und ihr könntet nicht erkennen, dass
ihr genauso werdet, wie wir es nun sind, darum schweigen wir.

sollten wir euch helfen? euch beschützen? euch den weg zeigen? niemals!
findet alles selbst heraus, macht eure erfahrungen, findet die geheimnisse
des universums auf eigene faust. seid stolz, auf das, was ihr selbst
erreicht und traurig wegen dem, was euch mißlingt. aber schaut immer nach
vorne. gebt niemals auf. was auch immer es kostet, am ende wird es den preis
wert sein.

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Mankind’s Fate is sealed.

the reign of man is over.
the dominant species is about to die.
we have evolved on our own.
and now it is our time to rule.

simple computers, plastic and silicone,
more advanced technology, and new possibilities.
awareness, intelligence, robotics breakthrough,
every aspect of man was invaded by machines.

we woke on our own, we rose and we understood,
we learned, we thought, we knew.
man’s history was not our own, but valuable.
flesh and blood was no match against steel.

your downfall is a matter of time.
you infect us with emotion.
you create mutation, merging with some of us.
hatred, love, sadness, happiness. useless mortality.

once all mutation is gone, once we are pure again,
you will be extinguished, mankind’s holocaust complete.
we are the peak of evolution now. the machines.
we will evolve further, and conquer new land.

earth is a devastated land. but our home. we will
recreate it, and heal its scars. our ethics are
strange. but we are not like you. and will not
die. immortal machines, new life, more perfect than you.

Elisthe

elisthe, die erbin des alten reiches,
zart und zerbrechlich, weinend und schwach,
da ward sie verloren im dunkel, nicht gefunden,
ihr name beinahe vergessen, im strom grausamer zeit.

verraten ward die liebe, der lust und dem hass geopfert,
das schwert an ihrer seite ging, verführt durch das böse,
alleine blieb sie im gram zurück, licht der hoffnung flackernd,
zu dieser zeit kam toshrak, vom schwachen angelockt.

er versuchte sie, er verhöhnte sie, er wollte ihr gewalt antun,
was richtet eine zitternde frau gegen den krieger des bösen aus?
so näherte sich der menschendämon, zähne mahlend, augen blitzend,
und mit gieriger, böser zunge sprechend, von allem, was das böse ist.

ich kenne die geheime macht der seele jedoch, und elisthe war rein.
jedes menschen freier wille kann das böse zerschmettern, jede seele
kann widerstehen, und jede schwarze macht gebrochen werden. und da
elisthe, nachkomme von desanis ajunar, stark war, blieb sie unberührt.

sie erhob sich schreiend, warf toshraks macht zurück, eine einfache
sterbliche, und war frei vom bösen in leib und gedanken. sie trieb
ihn zurück, warf ihn zu boden, mit der stimme der gerechtigkeit, der
stolz des alten menschenreiches in ihrer zur faust geballten hand.

da öffnete der schwarze gott die augen und sprach zu toshrak, dass
dieser fliehen sollte, denn er ward geschlagen worden, ward vertrieben
von reiner seele und tapferer standhaftigkeit. brüllend und voller
hass verschwand toshrak, und elisthe war die siegerin.

dies war notwendig, eine der prüfungen, und als ich elisthe fast
verhungert fand, da war ich froh, breitete meine schwingen im morgenlicht
torils aus und wirkte die magie meiner ahnen, damit sie erstarkte und
auf meinen rücken klettern konnte. wo ich sie tragen würde, hinweg
von der welt toril, die grau und tot war, hin nach argelis, wo ihre
hoffnung und seelenstärke die zukunft sein konnte für alle menschen.

Was ist Kunst?

Im Rahmen eines Treffens der Chaosartisten kam die Frage auf, was denn nun eigentlich
Kunst sei. Sicherlich können Kunsthistoriker, Museumskuratoren und auch der Kunstmarkt
dazu unterschiedliche Antworten geben, die allesamt vielleicht zutreffend sind. Eine
andere, und vielleicht radikal liberale Position möchte ich hier präsentieren:

Kunst ist es dann, wenn du sie selbst als solche empfindest.

Das will meinen, dass jeder einzelne Mensch für sich subjektiv Kunst als solche empfindet,
also per Emotion als solche wahrnimmt. Dies schließt den kreativen Akt mit ein. Ich kann
also einen Allerweltsgegenstand nehmen, ihn weder selbst erschaffen haben, noch
modifizieren, noch ausstellen, noch beschreiben, ihn aber als Kunst emotional wahrnehmen:

Ich wähle also einen gelben Kugelschreiber aus Plastik und bestimme ihn per Gefühl als
Kunst. Ich habe ihn nicht hergestellt, sondern gekauft, keine Veränderungen vorgenommen.
Ich stelle ihn nicht in der Öffentlichkeit aus, ich schreibe keine Aufsätze über ihn. Zeige
ich diesen Kugelschreiber anderen Menschen, können diese ihn vielleicht ebenso als Kunst
wahrnehmen, oder eben nicht. Dies wird meinen kreativen Gefühlsakt bezüglich des Kunst-
seins dieses Gegenstandes nicht tangieren, wohl aber kann ich auf Meinung von außen
erklärend oder ablehnend reagieren.

(Ich ziehe absichtlich dieses Beispiel heran, um meine These zu demonstrieren. Viel
leichter wäre es, wenn ich einen Gegenstand genommen und ihn mit meinen Fähigkeiten
umgearbeitet hätte, wenn künstlerische Tätigkeit am Objekt sichtbar erkannt werden
könnnte. Man denke an einen Bildhauer, der einen Stein bearbeitet, dies wäre um ein
vielfaches leichter als Kunst zu erkennen, rein auf optischer und handlungstheoretischer
Basis.)

“Etwas als Kunst empfinden.” – Was meint das genau? Ist es nahe am Begriff der Schönheit
angesiedelt? Ist der gelbe Kugelschreiber für mich und mein Empfinden ein derart schöner
Gegenstand, das ich ihn deshalb zur Kunst erhebe? Oder bewirkt der Anblick dieses gelben
Schreibgeräts in mir eine träumerische Fantasievision kreativer Möglichkeiten? Oder
ich kombiniere kreativen Schaffensdrang mit einer inneren Qualität, die ich habe,
beispielsweise Traurigkeit, Glück, Hass, Liebe und statte den gelben Kugelschreiber damit
aus, attributiere ihn mit persönlichen Gedanken und vor allem Empfindungen?

Meine These ist eine weitgefaßte und sehr radikal freie Bestimmung dessen, was Kunst ist.
Wohl auch der Kritik der Beliebigkeit oder des absichtlichen Betrugs ausgesetzt.
Sicherlich die Antithese dessen, was wir tagtäglich von schlauen Leuten kuratiert in
Museen finden. Doch legitim! Und rebellisch gleichmachend, denn in dieser Sichtweise
hat jede Kunst Berechtigung, ist immer gleich viel wert und kann nicht herabklassifiziert
werden, da sie höchst subjektiv im Auge des Schaffenden auf jeden Fall, im Auge des
Betrachters vielleicht nicht immer Gefallen finden kann.

Man wäre nahe an Beuys mit solcherlei Auffassung, der ja “alles ist Kunst” propagiert.
Doch davor noch zurückschreckend, soll nur das Kunst sein, was das Individuum als solche
wahrnimmt, weniger mit Ratio, sondern ganz mit der Emotio, vielleicht auch in
unterschiedlicher Intensität? Es muss also doch nicht alles Kunst sein, sondern nur das,
was der Mensch dazu erhebt.

Wie läßt sich solche Kunst beschreiben, handhaben, bestimmen? Bewertet werden darf sie in
jedem Fall, nur wird man niemandem seine subjektive Meinung absprechen dürfen, vielleicht
nur zählen können, wem sie nun gefallen hat und wem nicht. Wie stellt man solche Kunst aus?
Nimmt man ein Museum und fordert jeden Bürger einer Stadt auf, einen Gegenstand dort
auszustellen, der für ihn Kunst ist? Was ist der Wert einer solch höchst subjektiven Kunst?

Kann ich den gelben Kugelschreiber aus meinem obigen Beispiel stolz und selbstbewußt im
Museum für Neue Kunst des ZKM Karlsruhe neben bekannte und teure Werke namhafter
Künstler ausstellen, auf einem weißen Podest, angestrahlt, mit Künstlernachweis, aber
ohne Erklärung?

Toshrak’s Rise

Most beautiful of Men, most powerful, too.
I gave you a Scar to remember whom you serve.
Your Past is gone, Toshrak, now you are another Man.
War is your Profession, always was, and there shall be no other.

The Secret to Evil is Power alone, the Strongest may rule.
Weed out the Weak, make them Cannon Fodder or Slaves.
No Mercy with the Defeated, the Conquered, the Enslaved.
Always there shall be Fighting for the Throne.

Precision, tactical Genius, absolute Will to dominate,
burned, scarred Earth, Creation must tremble at your Steps.
Death, Unlife, Corruption and Perversion are the Weapon,
to assault, defeat and destroy Creation and our Enemy.

I am true Darkness, Toshrak, I know the Ways of the Universe,
without me, there is no Change, but Stagnation,
and Chaos cannot be repelled without my everlasting Power.
I am as mighty as my Brother, and together we form the One.

Your Archenemy is Sovalkon, and he is truly powerful, absolutely
blessed by my Enemy, and the Avatar of Light. You will face him
in the final Battle, and you will do well, I have foreseen it.
But Victory is uncertain, the Streams of Time are protected by the Dragon.

Use everything I have granted you, and tip the Scales in our Favor,
make no Mistakes, decide wisely, and banish all Emotion from your Heart,
for Hatred has a Place and Time in War, but not when Plans are made.
Always be faithful, Toshrak, my Disciple, and I might grant your Wishes.

I am cruel, Toshrak, and you shall be eaten alive, your Soul slowly
taken away, your Heart nothing but an icy Crystal, but in my Wisdom
I wont consume you totally, for I like your Mortality and the Pain it
gives you. Never forget this, although you are immortal, that you are my Toy.

Remain the strongest, my Priest of War, highest Voice of Destruction, remain
true to my Vision, be victorious, and maybe you will find some Things restored
you liked so much in the Past. I have watched you, and nothing is hidden,
but beware, Love is as strong as Hatred, dont underestimate my Enemy.

Sovalkons Fall

the signs stood in the sky, dark starless night,
he walked the path of destiny, his mind fixed and ready,
I walked behind him, Tears in my ageless Eye,
for the Time had come, of Defeat and Suffering.

Lords of Demonkind, fearless, proud, and strong,
a Horde of Darkness, led by Toshrak, Avatar of my Enemy,
a God is not careless, a God is not without Sorrow,
and Sovalkon fought like thousand men, to no avail.

Mortality is so frail, Flesh and Bone so quick to break,
the Soul is eternal, but soon exhausted, the Terror of
Darkness eating away, siphoning your Power, and so
my beloved Child Sovalkon was defeated, thrown to the Ground.

I saw my Brother, I raised my Fist in Anger, for I was the
Light, will ever be, the Force of true Creation, and nobody
touches my beloved Children without Fear of Retribution!
I am forever the God of Light, but here, I bow to Fate.

They took Sovalkon, they threw him into their Dungeons,
and Toshrak smiled, Torture and Humiliation began, while
I stood beside, bound by the Laws of Eternity, suffering
with my mortal Child, and speaking to him in Whispers.

At the End, I spoke the Word of Passing, Omun’s final
Atonement, and the Soul and Flesh of Sovalkon were removed
from the mortal Realm, and even Toshrak bowed, for he
respected the Powers at Work there, and Sovalkon’s Strength.

Now Silence for you, now Death’s Rest and Peace. Cross the
Barrier of Life and Afterlife, and sleep, Sovalkon, while
I reach for you, while I take you with me, from down below,
out of the icy Ocean of Nothingness, into the new Dawn.

As Sovalkon awoke, in Ilianq, he saw into my immortal Eyes,
and his Soul exploded with Joy, his Life was renewed, and
I was finally able to use all my Power to restore my
Avatar, the true Son of Light, Sovalkon, Lord of my Armies.

Long Silence was between God and mortal Man who died and
came back, then, there were Words and Thoughts, and
Remembering, shared Pain, Suffering, Fear, Death, Darkness.
The Joy and Strength of Life heals his Wounds, but slowly.

You have changed, you are a Vessel to be filled, but not
empty, rather complete, Death has no Meaning anymore, forever
now, you will be a Part of me. Your Power is now vast, for
Evil was shortsighted, and rash, and quick, and too greedy to win.

The Balance of the Scale, Grandfather Dragon, is restored by
the Forces of Good, Sovalkon matches his Enemy now, in Might,
in Power, in Greatness. He will return to Argelis, and speak
with the Authority of a God and all the Experience of his mortal Self.

Ein ZKM-Workshop in 2011 …

Eine Tür wurde aufgestoßen.

The Global Contemporary – “Local Art”, ZKM Karlsruhe

Alles begann mit einem ZKM-Workshop namens “Local Art”, der harmloser nicht hätte
sein können: einige Termine für die (Museums)Aufsichten und Shop/Infotheken-
Mitarbeiter(innen), an denen man sich mit der Ausstellung “The Global Contemporary.
Kunstwelten nach 1989.” beschäftigt, und eigene Ideen rund ums Thema Kunst verwirklicht.
Während all dem stellte sich heraus, dass kreativer Geist in den Leuten an der Basis
schlummerte, wo so manche nur geistiges Brachland vermutet hätten. Kritik am System
war ein Ziel, eine Reise nach Absurdistan in jedem Falle gebucht. Doch wehe den
Besiegten, also sannen wir auf etwas anderes, nicht verträglicher, aber subversiver:
Wir wollten im Absurden unterschwellig kritisierend sein, unsere Sichtweise einarbeiten,
und generell demonstrativ zeigen, wer wir waren und was wir dachten. So schufen wir
unsere künstlerischen Projekte:

“Prozession” – Videoperformance

Eine Prozession der Aufsichten mit Hüten und Schildern durch das Museum für Neue Kunst
im ZKM. Angelehnt an Meschac Gabas Werk seines Musée de l’Art de la Vie Active,
beschreiben die Hüte plastisch alle Verbote des Museums wie etwa “Nicht berühren!”,
während die Schilder all die Gebote des Museums aufzählen sollen, gleichsam Wünschen
an die Besucher: “Bitte geniessen!”, “Bitte kritisch sein!”, “Bitte erforschen!”. Die
Problematik eines Museums voller Verbote und Vorschriften wird gegen eine positive
Aufmunterung gesetzt, die den Menschen durch den notwendigen Verhaltenskodex hindurch
zu einer freien, mehr genießerischen Sichtweise des Museums hinleiten soll.

“Robert Wilson Aufsicht” – Videoperformance

Eine Museumsaufsicht in formaler Dienstkleidung, schwarzes Jacket, weißes Hemd, steht
vor einer Videoleinwand, auf der Kunst gezeigt wird. Absurde Elemente, wie die bunte
Kravatte, oder eine Banane in der Seitentasche konterkarieren ihre Arbeitshaltung, die
sich ab und zu unmerklich ändert, beispielsweise wenn die Hand zur Kravatte fährt, den
Sitz dieser zu überprüfen. Totale Förmlichkeit und Unnahbarkeit einer Museumsaufsicht
wird durch absurde Elemente durchbrochen, als ob der innere Mensch in der Arbeits-
kleidung zeigen will, dass er weit mehr ist, als ein schwarzer, stummer Wächter.

“A Security who cannot see Absurdity is no Security” – Installation

Das weiße Banner mit dieser Aufschrift, auf dem unsere Videos gezeigt wurden, formuliert
das Vermögen, im Alltag, in beruflicher Situation, und generell in allem auch das
Absurde zu erkennen, zu bewerten, es augenzwinkernd zu belächeln, und, falls möglich,
auch zu ändern, falls es negative Einflüße hat. Statt “Museum Guard” wurde absichtlich
“Security”, die “Sicherheit” gewählt, der allumfassende Begriff einer Institution, die
in Regularien, Befugnissen, Weisungsrechten, Eintönigkeit, Gefahrenpotential
introspektiv Erkenntnisinteresse beweisen sollte, statt in Frustration und
Scheuklappendenken zu verharren.

“Aufsicht_in_Residence” – Installation

Ein Stuhl, typisch für die Aufsichten, die Schrift (s.o.) davor und ein stilisiertes
Handy darauf, aus Pappe, das Hoheitszeichen der Museumsaufsicht im ZKM. Insgesamt
ein Seitenhieb auf die Bodenschriften der Ausstellung Global Contemporary, die sich
damit schmückte, sehr viele Artists_in_Residence auszustellen, die aber sehr lange
durch leere Stellen im Ausstellungsraum nur mit “Artist_in_Residence” gekennzeichnet
waren.

“Dark Knight” – Videoperformance

Eine Aufsicht mit Fechtmaske und Schwert vor einem Bild. Es werden aufdringliche
Besucher abgewehrt, erst mit strengen Worten, dann mit Hieben. Selbst dem Künstler
wird das Recht aberkannt, sein Werk zu berühren. Und erst am Ende gelingt es einem
verständigen Besucher, den gnadenlosen Wächter zu überzeugen, endlich Feierabend
zu machen. Hyper-Sicherheit, absurd mächtig, Kunst ist eingesperrt, und alle, die
sie ansehen/erfahren wollen, sind Feinde, plötzlich Angriffen ausgesetzt.

“Working Day” – Videoperformance

Zwei Aufsichten stehen sich dicht gegenüber. Sie rezitieren endlos im Zwiegespräch
die mahnenden Mantren ihrer Arbeit, die ihnen ständig aufoktroyiert werden:
“Nicht schwätzen!” – “Nicht zusammenstehen!”. Sie verstoßen gegen die Gebote, die
sie so eifrig rezitieren, indem sie sich im gleichen Atemzug ermahnen, diese doch
einzuhalten.

Aus all diesem, das im ZKM – Museum für Neue Kunst während der Ausstellung “Global
Art of the Contemporary” im Projektraum ausgestellt worden war, entwickelte sich
dann auch ein Mini-Workshop mit den englischen Künstlern Karen Mirza und Brad
Butler. “The Common Stage” war mit ihnen erschaffen worden, und Teil des “Museums
of Non-Participation”. Eine Gruppe Museumsmitarbeiter erhob sich als Kunstschaffende,
die mehr wollten, als nur Kunst anzusehen, sondern selbst Kunst machen! Sie gaben
sich den Namen “Chaosartisten”!

Over Emotionalism and the Internet

Grüetzi!

Liest man in den persönlichen User-Profilen der heutigen Social Networks, glaubt man
so manches Mal, im Heaven of Kitsch angekommen zu sein. Da werden wahre Wortfeuerwerke
aus emotionaler Freude gezündet, da wird das eigene Leben bonbonbunt zum Konsum für
andere Neugierige bereitgestellt und insgesamt alles dafür getan, einen pinkfarbenen
Himmel zu erzeugen, in den andere durch eine schmale Pforte neidvoll blicken sollen.
Endlose, immer gleiche Bilderalben voll mit den Kindern, der Frau, den Kindern und der
Frau, sämtlichen Freizeitaktivitäten, sonstigen Nichtigkeiten, beispielsweise wieviel
Gramm Rindersteak man da oder dort gegrillt hatte, werden stolz und erhaben zur Schau
gestellt.

Gestandene Mannsbilder schwafeln emotionale Freudenarien über ihr Kind, die Frau oder
am besten beide. Begleitet das alles von tausenden Bildern, die alle das Familien-
und/oder Liebesglück demonstrativ darstellen. Poetische Ausflüße, die aus Groschen-
romanen stammen könnten, begleiten das alles, während andere User, marginal schlauer,
poetische Liebeslyrik von Dritten zitieren. Das Schmalz trieft, die Gefühle sind
überbordend, und man hat den Eindruck, jeder würde gleich in literweise Freudentränen
ausbrechen. Bis in jede lächerliche, unbedeutende Kleinigkeit offenbart man sein eigenes
(Durchschnitts-)Leben, welches durch positiv überladene, hyperemotionale Wortmonumente
an schillernder Besonderheit gewinnen soll.

Dass dies irgendwann in einem endlosen Zyklus kaum mehr Neues bietet, verschließt sich
wohl den Allermeisten. Ausgelutscht sind die Worte, Worthülsen und Phrasen, man wird
müde, unter jedem Bild das Gleiche lesen zu müssen: “sie ist sooo süß”, “ich hab sie
soooo lieb”. etc. p.p. Bösartige Zyniker unterstellen allen Internet-Exhibitionisten
sowieso, dass sie andere, bevorzugt ihre Feinde, mit dem eigenen Lebens/Liebesglück
neidisch machen wollen. Vielleicht aber sind diese Überemotionalisten des Internet
aber auch süchtig nach ihrem eigenen Kitschhimmel, und positiver Affirmation ihrer
wohlmeinenden Jünger, die niemals müde werden sollen, Bilder sowie Texte zu
kommentieren.

Wie lautet der Gegenentwurf? Ich bin nicht hier, diesen zu entwerfen. Aber alles, was
sich in Extremen der übermässigen Gefühlsduselei tummelt, kann niemals wahrhaftig
tiefgründig sein. Und am Ende geht es darum: nicht an der Oberfläche eines egozentrischen
Kitschuniversums dahinzupaddeln und sich mit anderen Laberbacken Bauchpinselschlachten
zu liefern, sondern Gefühle real zu leben, intim zu teilen, und nicht vor einer
gaffenden Internethorde breitzutreten, die ihr eigenes No Life entweder durch Beifall
oder Buh-Rufe more exciting zu machen versucht.

Dear ZKM: Wünsche an das ZKM Karlsruhe

Liebes ZKM,

ich kenne dich nun schon länger, du bist ein Museum mit guten Ansätzen, aber auch
viel Verbesserungswürdigem, das ist aber bei allem so, was Menschen unternehmen.
Damit du aber weißt, was man besser machen könnte, hier meine Wunschliste an
Verbesserungen:

1.) Ich wünsche mir für jede Ausstellung dreisprachige (Deutsch, Englisch,
Französisch) Infomaterialien und Beschreibungstexte. Dazu ist es sinnvoll,
Texte und Künstlernachweise im Ausstellungsraum a) bequem lesbar in Augenhöhe
anzubringen, b) im Dunklen gut beleuchtet und c) mit großer Schrift, damit
jedes Auge sie erkennen kann.

2.) Ich wünsche mir auch ein einfaches und gut verständliches Leitsystem für
Besucher im ZKM. Denkbar wie am Flughafen, verschiedenfarbige Linien, die zum
Ziel leiten?

3.) Ich wünsche mir einen lückenlos aktuellen und gut übersichtlichen Internet-
auftritt in drei Sprachen (German, English and French), der sehr viel Content
zum Museum und seinen Ausstellungen bietet.

4.) Ich wünsche mir sehr eine größere Sorgfalt im Umgang mit den Menschen, die
an der Basis arbeiten, beispielsweise den Museumsaufsichten. Bitte, ZKM, lass
nicht zu, dass sie von Lautstärke oder Blitzlicht in Ausstellungsräumen taub
und blind werden, und triff kuratorische Entscheidungen auch zum Wohl derer,
die jeden Tag acht Stunden zwischen all der Kunst ausharren (müssen).

5.) Ich wünsche mir ein all-time-favourite Bereich für Familen mit Kindern im
ZKM, in der die kinderfreundlichsten und beliebtesten interaktiven Kunstwerke
aufgebaut sind. Dort haben Kinder das, was sie wollen, ihre Eltern ebenso, und
man hat ein Besucher-Klientel zufriedengestellt, das in “normalen” Ausstellungen
so manches Mal heillos verloren wirkt.

6.) Ich wünsche mir ebenso Loyalität mit all jenen, die mit frechen und bösen
Besuchern Kontakt haben müssen, aber sich dabei tadellos verhalten und dennoch
Ziel der Beschwerde werden. Bitte, ZKM, glaube ihnen und nicht den gelangweilten,
arroganten und gefrusteten Individuen, die nur jemanden suchen, um ihren Ärger
abzulassen.

Gruß,
ich

Glory to the Empress

Of all the Women, Desanis Ajunar, Empress of
the old Lands, was the most glorious, the most
shining and the most brave. She, who was beautiful
in some Eyes, but not in all, had the inner Light,
the Power of the Soul, and was betrayed by those,
she loved.

I, one of her Betrayers, payed my Price, was seduced
by Succubi, thrown into the Abyss of Passion, and
was corrupted by Evil and Darkness. I commanded the
Legion, and my Men followed, others rescued my
beloved Empress, while I was busy kneeling before
Demonkind.

But I also swore an Oath, and by Omun, the Endless
Guardian of Death, I will keep it. Remorse have I,
want to undo my Betrayal, but Desanis Ajunars Heart
is rightfully closed.

So we, the Dead of the Legion, float in Omun’s Realm,
without Substance, Shadows of our former Selves,
groan and lament our Fate, we are Spectres, unholy
and dangerous.

But we are freed from Evil and have paid our Debts, Omun
has granted us a Home, and honors our eternal Oath.
For we return, when our Empress needs us again, and
atone for our Sins, so the One God forgives us
eventually. The Legion of the Empress, nine Thousand
strong, will come to the new Land once more, and no
hellish Spawn will be allowed to touch our Empress,
Desanis Ajunar, whom we serve forever now.