Monthly Archives: July 2012

Viva La Kunstvilla!

Nach einigem Nachdenken und dem Wälzen verschiedener, auch emotionaler
Positionen beziehe ich eindeutig und unwiderruflich Stellung:

JA, ICH BIN EIN KUNST-VILLA BEWOHNER!

Und das verdammt nochmal gerne. In der freien, antikapitalistischen
und sozialen Kunstvilla ist Platz für verschiedene Ansichten, herrscht
kein Schaffensdruck oder dämlicher Leistungsindex, sondern eine
Mischung aus Spaß an der Kunst, zwanglose Freude am Schaffen und vor allem
auch intellektuellem Austausch über Kunst an sich. Alle Zeit der Welt
haben wir, zu reden, zu genießen, zu essen, zu trinken, und uns den
schönen Dingen des Lebens hinzugeben, mit dem chaotisch schöpferischen
Kunstgedanken, der jederzeit ausgelebt werden kann, aber niemals muß.
Wahre Basisdemokratie braucht keine Abstimmrituale, sondern lebt von
der Rücksichtnahme und dem Respekt jedes Einzelnen zu den Anderen.
Automatisch ist es unmöglich, übergangen zu werden, und wirklich jeder
ist in seiner emotionalen Befindlichkeit berücksichtigt. Die Kunstvilla
ist ein sicherer Hafen für alle Freigeister, ein Alchimielabor (Danke
an Tom für diesen passenden Ausdruck!) und ein Quell des Lebensgenußes,
der neue Kraft abseits der hektischen Alltagswelt schenkt.

Ich lasse es nicht mehr zu, dass mir engstirnige, kapitalistische
Kunstfabrikanten Dinge aufbürden, die weder ausgegoren sind, noch
meinen Wünschen entsprechen. Ich brauche keine Anerkennung großer Museen,
die doch nur ihre eigene Bauchpinselung als vorrangiges Ziel haben. Und
ich muss in keine Künstlerkreise eindringen, oder mich andienern, die
von mir nur überdimensionales finanzielles Engagement fordern, und
deren gönnerhafter Rat meiner freien Entfaltung im Weg steht. Ich muss
kein Prestige anhäufen, nicht auf Ausstellungen Popanz betreiben, damit
ich ein anerkennendes Kopfnicken ernte, oder vom Chef eines Museums
meine Werke auf drölfzigtausend Euro geschätzt bekomme. All das ist
die kapitalistische Kunstmarktmühle, deren ungerechte Regeln für andere
gelten können, die hoffen, darin die Ränge emporklettern zu können. Ich
will keine festen Pläne machen, keine illusionären Erfolgsträume hegen,
und absolut garnicht unter einem Kunstfabrikantenchef dessen Visionen
nachfolgen.

Ich kann nur einen Aufruf an alle werdenden oder wachsenden Künstler
starten, ihre eigenen Kunstvillen zu bauen, luftig und frei, niemals
voller Zwang und Leistungsdenken, Orte der Entspannung, aber auch der
hitzigen Diskussion. Kunst entsteht dann von ganz allein, aus Chaos
und tiefen Gedanken, oder Jux und Dollerei, Blödsinn, gesundem
Wahnsinn, und allem, was die Emotion des Menschen hervorbringen kann.
Das sind private Dinge, intime Dinge, die nicht für die Öffentlichkeit
bestimmt sind…. oder doch? Kommt dann jemand und sagt: Mensch, das
ist toll, das müssen andere sehen! Und jedes Mal hat man die Wahl,
dem zu entsprechen, wirklich eine Ausstellung zu machen, aus Überzeugung,
mit Anspruch, Tiefgang oder voller Kritik an allen Systemen, die uns
das Leben schwer machen. Endlose Möglichkeiten eröffnen sich, alle
sind zugelassen, nichts muß getan werden. Freier, entspannter, gesunder
und glücklicher kann Kunstschaffen nicht sein! DAS ist die Vision
aller, die dem Kunstvilla-Gedanken anhängen.

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Tablets: Apple vs Samsung vs Asus vs Microsoft?!

Ich brauche, will ein Tablet!

Der Weg dahin könnte so einfach sein, wenn man flugs dem Charme eines
Ipad 3 erliegt. Und es gibt gute Gründe, dies zu tun: ein klasse High-DPI
Display, eine leistungsfähige Vierkern GPU, gereiftes iOS-Betriebssystem,
das hervorragende App-Ökosystem, die Verarbeitungsqualität. Auf triviale
Dinge wie Coolness Faktor oder Brand Prestige will ich hier verzichten.
Der Nachteil der Apple-schen Lösung wird aber ebenso offenbar: geschlossenes
System, keine voll nutzbare Anschlußvielfalt, keine Speichererweiterung,
kein Filesystem, sondern nur die eingeschränkt funktionale Itunes-Lösung.
Hier setzt momentan auch meine Kritik an, warum ich mir momentan kein
Ipad holen werde: die Übertragung der Fotos/Daten aufs Ipad, vom Ipad, etc.
Der Synchronisationsprozeß “optimiert” meine JPEGs per Itunes, verkleinert,
also komprimiert sie; im Netz gibt es zumindest einen Bericht, der schildert,
dass die Farbgebung seines Testbildes dann knalliger war, vielleicht nicht
zum Nachteil des Fotos, aber dennoch will ich meine Jpegs keiner weiteren
Kompressionsroutine aussetzen. Alternativ hätten wir da das Camera
Connection Kit, welches erlaubt, Fotos ohne Kompression aufs Ipad zu laden,
doch scheint es danach daran zu hapern, dass man keine selbstbenennbaren
Alben aus jenen erstellen kann, bzw. wieder eine Drittanbieter-App dazu
bräuchte und nur innerhalb dieser funktioniert. Es gibt verschiedene
Workarounds, die ich recherchiere, doch will ich vorerst auf Dropbox
oder WIFI-Transfer mittels Drittanbieterapps keinen Wert legen. Momentan
erscheint mir das Itunes Filesharing mittels der App Goodreader o.ä. doch
am Vielversprechendsten, um Fotos unkomprimiert in Originalgrösse auf das
Ipad zu bringen.

Enter the Asus TF 700. Im Grunde ein Androide mit FullHD Display. Manche
Berichte sprechen von mangelnder Verarbeitungsqualität, andere sind vollauf
zufrieden. In Foren wird über die Datentransfer-Raten des Tablets gemeckert,
die sogenannten “I/O-Issues”, die das Tablet bei großen Datenmengen-Transfers,
Upload, Download, SD-Karten-Transfers, stottrig und unbedienbar machen.
Ebenso soll die Flüssigkeit der UI von Android Ice Cream Sandwich an einigen
Stellen noch nicht so weich sein, wie es das Betriebssystem-Update Android
Jelly Bean verspricht oder iOS heute schon bietet. Vorteile des Tablets: die
Konnektivität (USB, SD, HDMI), Zugriff aufs Dateisystem, Tastaturdock. Nachteil
wäre das etwas schlechtere Display, die schlechtere Performance des Tegra 3
zu Apples Vierkern GPU Lösung, aber dies sind Punkte, die spezifisch analysiert
für den einen oder anderen Marginalien sein werden: DPI Vergleiche zwischen
Apple’s Display und dem Asus sind vielleicht akademischer Natur, ansonsten fällt
höchstens der Farbraum günsiger fürs Ipad aus, Tegra 3 wird für dafür optimierte
Spiele bessere Grafik bieten als die iOS-Einheit. Man kann sich zudem streiten,
ob Android Apps nun erheblich schlechter sind als ihre iOS-Gegenparte, bzw.
wieviele denn wirklich für Tablets geschrieben oder optimiert wurden.

Obschon ich die Android Tablets als für mich sehr geeignet erachte, bin ich noch
abgeschreckt von gewisser Unreife in Software und Hardware. Apple liefert mit dem
Ipad 3 ein sehr begehrenswertes Tablet, das wirklich vieles richtig macht und eine
sehr gute User Experience bietet. Doch muss jeder einzelne entscheiden,
inwiefern ihm die Einschränkungen von iOS/Itunes tolerierbar erscheinen. Am
Horizont tauchen bereits Windows 8 Tablets auf, wenn Microsoft hier gute
Arbeit leistet, primär in der Integration von Soft- mit Hardware, könnte das
der Rivale um den Ipad-Thron sein: das Windows 8 Surface Pro.

Update 29.8.2013: Es bleibt spannend. Windows RT wird von vielen als Flop bezeichnet,
Surface Pro hat aktive Lüfter und ist mit nur 4 Stunden Akku nicht wirklich
mobil, das Ipad 5 steht in den Startlöchern und Samsung drängt wohl bald mit
neuen Android Tablets auf den Markt. Ich warte nun auf ein Full HD Android
Tablet, das was taugt (Samsung SM-P600?), und schiele interessiert auf die
zukünftigen Haswell-Windows8-Brettchen.

Update 7.10.2013: Es bleibt … interessant! Gegenwärtig darf man sich auf das
Windows Surface Pro 2 und das Samsung Galaxy Note 10.1 2014 Edition (wohl das
Tablet aus dem Hause Samsung mit der Bezeichnung SM-P600) freuen. Ein
vollwertiges Windows Tablet mit Windows 8.1 ist ein sehr reizvolles Gerätchen,
doch wer es günstiger braucht, und wem der Funktionsumfang von Android 4.3
genügt, der sollte sich, genau wie meinereiner, das Samsung Tablet mit der
Monsterauflösung 2.500 x 1.600 anschauen.

Update März 2014: Die Zielgerade! Ich denke, ich werde mir das Samsung Galaxy
Note 10.1, 2014 Edition, LTE (SM-P605), ganz nah beglubbschen und dann zugreifen,
da mich dort die Snapdragon Hardware besonders reizt, von der es heißt, dass
diese die Mikroruckler auch besser under control hat. Windows 8 Tablets sind
nach wie vor ne Supersache, aber vielleicht für meine tabletoiden Zwecke ein
wenig überdimensioniert und mit zuviel Laptop/Tablet-Hybridcharakter.

Der Pakt des Bösen

Wie unterzeichnet man den Pakt des Bösen, um in der Welt, wie wir sie
kennen, erfolgreich zu sein? Geht man fix zu Beelzebub und setzt seine
Unterschrift in Blut auf ein Dokument aus Menschenhaut, verkauft seine
Seele in sinistrer Art? Oder ist das ganze wesentlich anti-diabolischer
und weitaus kapitalistisch lifestyliger?

Der Pakt des Bösen besteht wohl zu einem Großteil aus Anpassung an
gesellschaftliche Normen, nachzulesen in diversen Männer- oder Frauen-
zeitschriften, jeden Tag vorgelebt in den Medien durch mehr oder weniger
mit Intelligenz gesegnete A-, B- oder C-Promis. Beinflußend wirkt auch
das eigene Umfeld, sei es Upper Class, Middle Class oder Low Ghetto
Class. Je nachdem, in welcher sozialen Kaste man sich befindet,
verschieben sich die Normen in Richtung einfacher Primitivität. Zählt
in der Low Ghetto Class das Recht des Stärkeren mittels brutaler Gewalt,
ist die Upper Class von einem anderen, feiner raffinierten Sozial-
darwinismus geprägt, der mittels politischer, sozialer und vor allem
finanzieller Macht Gewalt ausübt.

Was sind also die gesellschaftlichen Normen, der Pakt des Bösen, den man
unterschreiben muss, um sein (vermeintliches) Lebensglück zu erhalten?
Zuerst schauen wir auf den eigenen Körper, der in einer Welt, die nur aus
Visuellem besteht, als erstes ins Auge fällt. Schönheitsideale müssen
beachtet werden, Sport ist Instrument zum Erreichen dieser. Das Schöne
und Attraktive wird durch die Medien und deren Macher, sowie die
gesellschaftliche Spitze bestimmt. Danach schauen wir auf das Credo der
kapitalistischen Welt: mehr Geld ist immer gut. Geld wird durch einen
entsprechenden prestigeträchtigen Job erworben, in der Upper Class ist
sowohl die Art des Jobs als auch dessen Entlohnung wichtig, in der Low
Ghetto Class ist der Job nachrangig, gerne auch kriminell gefärbt,
wichtiger das Geld, das erworben/ausgegeben werden kann. Geld führt zu
Statussymbolen, Macht und allem anderen. Unter Sozialprestige will ich
schurkischerweise alles subsummiert haben, was in der modernen Gesellschaft
unter menschlicher Interaktion fällt. Beziehungen sind wertvoll, wenn
sie den eigenen Status erhöhen und die eigenen Bedürfnisse adäquat
befriedigen, dies gilt ebenso für Partnerschaften. Spezifisch die
potentielle Lebensabschnittspartner(in) ist Sozialprestige, wenn sie mit
ihren äußeren, weniger wohl inneren Eigenschaften andere beeindrucken
kann.

Jeder muss sich selbst fragen, ob er den Pakt des Bösen unterschreibt
oder anderen Idealen treu bleibt. Sicherlich wird die Mehrzahl der
Menschen diesen Pakt schafstreu unterschreiben, da er nach festen Regeln
sowohl soziale Akzeptanz als auch Lebensglück verheißt. Wer sich gegen
solche Pakte stellt, sich wehrt, idealistisch handelt, wird es schwerer
haben. Doch dies ist eine Herausforderung, die man als ethischer Mensch
sehr gerne annehmen kann! Und man muss sich gewahr werden, dass es
ähnlich denkende Menschen gibt, Freidenker und Idealisten, die ebenso
ablehnen, dass moderne Gesellschaften zum Großteil den Pakt des
Bösen propagieren.

Szenisches Fechten vs. Historisches Fechten

Was ist “Szenisches Fechten”?

Choreografierte Fechtbewegungen und Abläufe sind damit gemeint, die
durchaus mit schauspielerischer Leistung verbunden, eine komplexe
und sportlich mitunter hochanspruchsvolle Gesamtleistung darstellen.
Szenisches Fechten sieht man öffentlich wirksam auf Mittelaltermärkten,
in Filmen und überall dort, wo eine “gute Show” geboten werden soll.
Das schmälert in KEINEM Fall die fechterische Leistung der Ausübenden!

Was ist “Historisches Fechten”?

Historisches Fechten meint authentisch belegten Kampfsport nach
Quellen aus dem Spätmittelalter. Es ist eine Kampfkunst, die dem
Ausübenden ein Repertoire an die Hand gibt, im Ernstkampf
(heutzutage wenig wahrscheinlich) oder im sportlichen Wettbewerb
(sehr wahrscheinlich!) gegen einen Gegner zu bestehen bzw. nach
Regeln zu gewinnen.

Insgesamt favorisiere ich eindeutig Historisches Fechten als Sport und
Kampfkunst. Sicherlich ist es erstrebenswert, auch etwas “vorführen”
zu können und sozusagen eine Kür bzw. einen Ablauf zu beherrschen,
aber die Essenz der Fechtbücher lehrt Ernstkampftaktiken und “lethale
Techniken”, wie sie gerne genannt werden. Im sportlichen Wettstreit,
dem Kräftemessen im Historischen Fechten, geht es sicherlich nicht
darum, tödlich zu treffen, sondern mittels erlernter, effektiver
Fechtweise einen Punkt und den Sieg zu erzielen. Dieser Fokus ist
genau wie bei allen anderen Kampfsportarten, seien sie asiatisch
oder europäisch, im Kern aller Anstrengungen zu finden. So lege ich
meinen Augenmerk sehr spezifisch auf jede Technik, die mir in einer
sportlichen Auseinandersetzung mittels Anderthalbänder weiterhilft,
und ergänze mein Repertoire dementsprechend. Ich habe nicht wirklich
das Ansinnen, szenisches Fechten zu erlernen, weiter auszubauen und
dann choreografierte Kämpfe auszutragen. Für mich persönlich zerstört
es den Reiz, eine Kampfkunst zu erlernen und stellt den Kern sowie
die Effektivität dessen in Frage.

Kunstfabrik vs. Kunstvilla

Künstlerische Gruppen, wenn sie sich neu zusammenfinden, haben einige
Parameter ihrer Arbeit zu definieren. Im Rahmen der Chaosartisten
tauchte nun die Fragestellung auf, welchem idealistischen Modell man
sich widmen sollte:

“Kunstfabrik” – das meint eine definierte, zielgerichtete Arbeitsweise
der Kunstproduktion mit dem Ziel, ein Portfolio der eigenen Anstreng-
ungen zu schaffen. Dafür werden beispielsweise zwei künstlerisch
aufwendige Performances/Arbeiten pro Jahr eingeplant, es werden
Überlegungen unternommen, die eigenen Kontakte zu Künstlern sowie
Netzwerken auszubauen und schlußendlich auf Ausstellungen präsent
zu sein. Eine Schätzung der eigenen Arbeit durch berufene und
kundige Personen ist ebenfalls wünschenswert. Kunstfabrikanten
legen Wert auf Außenwirkung, steigenden Bekanntheitsgrad und vielleicht
sogar finanziellen Erfolg. Die Gefahr einer solchen Auffassung sehe ich
darin, dass der freie, künstlerische Geist einem Arbeitsethos untergeordnet
wird, der zwanghaft Originalität und Kreativität fordert und künstlerisch
schaffenskräftiges Chaos/Freiheit beseitigt.

“Kunstvilla” – das bedeutet eine freundschaftlich, zwanglose Atmosphäre
des lockeren Austauschs ohne feste Zielrichtung. Kunst ist Selbstzweck
und muss niemandem präsentiert werden, auch wenn das selbstverständlich
geschehen darf. Alles ist eine Zusammenkunft von Freigeistern, die
oftmals einfach nur die Gesellschaft der anderen geniessen und eher
spontan künstlerische Ideen verwirklichen. Eigene Kunst ist nicht
durch andere legitimiert, muss nicht mit einem Wert versehen werden
und existiert primär für die Schaffenden selbst, die ihre Arbeiten
jedoch jederzeit anderen zugänglich machen können. Auch eine Kunst-
villa birgt Unwägbarkeiten, nämlich eine derartige Unverbindlichkeit,
dass es durchaus zu sehr wenig künstlerischem Output kommt und man
sich eher einem Gesprächs- bzw. Freundeskreis zugehörig fühlt als
einem aktiven Schaffenskreis.

Für die Chaosartisten stellt sich momentan die Frage, welchem Pfad man
folgen soll. Wie denken die einzelnen Beteiligten der Gruppe darüber,
gibt es sogar eine Fraktion, die sich dem Kunstfabrik-Gedanken
anschließt, eine andere, welche die Idee der Kunstvilla favorisiert?
Und wird es gelingen, zu vermitteln und einen Mittelweg zu finden,
der alle Teilnehmenden mit ihren durchaus verschiedenen Charakteren
unter einen Hut bringt?