Monthly Archives: March 2013

Erschütterungen und Wahrheiten

Die Erschütterungen der Macht schreien Stärke und Krieg, Toshrak spürt das Böse jenseits
aller Grenzen wachsen. Etwas ist geschehen in den Weiten des Universums. Die Allheit
leidet ein letztes Mal, dann ist das Sanktum ein Ort der ewigen Stille. Dort vernimmt der
schwarze Gott die Entscheidungen der Ewigkeit und lächelt. Toshrak weiß es nun. Er
verbeugt sich vor dem Schwarzen Nichts. Keiner wird nun anzweifeln, dass er Tod und
Verderben bringt. Die Balance der Ewigkeit ist willentlich verschoben worden. Was in
der einen Welt geschieht, beeinflußt die nächste. Es ist entschieden. Weint, ihr Kinder
der Erde, ihr Gläubigen der Lüfte und ihr Wellenreiter der blauen Ozeane. Glaube, Liebe
und Hoffnung sind Worte der Vergangenheit, sie werden hingeschlachtet auf dem Altar
des Krieges. Toshraks Augen sehen die Zukunft vor sich, er unterwirft sich die Reiche
der Menschen, lockt die Drachen in den Bruderkrieg, vernichtet die Abkömmlige der
Elemente und enthauptet Talagon, seinen einzigen Rivalen. Niemand wird dem Bösen
widerstehen, da die Allheit Partei ergriffen hat. Das Licht verlöscht langsam in den
Weiten der Ewigkeit, während Schwärze seine Klauen erhebt. Toshrak lacht, denn er
kennt den Preis seines Sieges: Unsterblichkeit. Und der Schwarze Gott berührt seinen
angenommenen Sohn voller Stolz, sagt ihm das Wort der Kraft, den Beginn des Krieges
und die letzte aller Weihungen. Alles, was gut ist, wird sterben. Araion hält inne zwischen
den Sternen und eilt zu seinen Kindern. Ilianq zittert und bebt. Aber ein Gott weiß, was
geschieht und seine Trauer erstreckt sich in die Unendlichkeit. Viele Seelen werden nun
leiden. Der Tod befreit sie alle. Der Drache erhebt sich langsam, seine Schwingen
verursachen Beben in der Welt. Alles ist bereit für die Zeit des langen Krieges. Nun
fürchtet euch, ihr Sterblichen.

Der Schwarze Schatten: “Denkst du, du bist allmächtig?”

Toshrak: “Nein. Mir wurde Macht gegeben, und diese werde ich nutzen.”

Der Schwarze Schatten: “Glaubst du, dein Feind sei schwach?”

Toshrak: “Mein Feind ist stark, denn seine Kraft ist nicht gleich der meinen. Wir sind der
Balance unterworfen, die schwankt.”

Der Schwarze Schatten: “Wer wird siegen am Ende aller Zeiten?”

Toshrak: “Niemand. Die Allheit wird leben, sie wird sterben, und wiedergeboren. Der
Kreislauf kann nicht durchbrochen werden.”

Der Schwarze Schatten: “Was wäre, wenn ich die Allheit überzeugen kann, mich zu ihrem
einzigen Prinzip zu erheben. Du weißt, sie leidet. Und ich kann das Leiden beenden.”

Toshrak: “Mein Feind würde dann auf ewig vergehen. Meine Existenz wäre sinnlos.”

Der Schwarze Schatten: “Totale Macht ist jeden Preis wert.”

Toshrak: “Nicht, wenn sie die eigene Existenz unnötig macht. Die Balance muß erhalten bleiben.”

Der Schwarze Schatten: “Es gibt viele Welten. Darunter die Welt, in der die Allheit dahinvegetiert.
Willst du sie nicht befreien? Und diese Welt unterwerfen?”

Toshrak: “Die Prinzipien der Allheit halten sich die Waage. Die Schalen der Waage schwanken,
aber sie pendeln sich immer wieder ein. Niemals kann ich vollständig sein ohne meinen Feind.
Und die andere Welt hat Gesetze, die uns nicht einlassen.”

Der Schwarze Schatten: “Was denkst du von der Liebe?”

Toshrak: “Dies ist die Waffe, die mich umbringt.”

Der Schwarze Schatten: “Soll ich dir die Empfindung Liebe zum Geschenk machen?”

Toshrak: “Du kannst das nicht. Und ich will das nicht.”

Der Schwarze Schatten: “Erobere ich die Allheit, so kann ich dir Liebe geben. Das andere Prinzip,
unser aller Feind, würde in mir aufgehen, und ich wüßte, was mein verfluchter Bruder weiß.”

Toshrak: “Ich benötige nur den Haß. Und einen Feind, den ich bekämpfen kann.”

Der Schwarze Schatten: “Das Chaos. Es wird beide Prinzipien auslöschen.”

Toshrak: “Der Drache wacht. Befiehlt er es, wird das Licht mit der Dunkelheit gegen das Chaos
streiten.”

Der Schwarze Schatten: “Erträgst du es, neben deinem Feind in die Schlacht zu ziehen?”

Toshrak: “Ja, das werde ich. Denn es dient der Existenz der Allheit. Und unser aller Überleben.”

Der Schwarze Schatten: “Was ist mit deinen Leidenschaften?”

Toshrak: “Würde ich nun lügen, es wäre vergeblich.”

Der Schwarze Schatten: “Ja, ich werde dich strafen. Und belohnen. Aber leiden sollst auch du.”

Toshrak: “Was tue ich, wenn eine Frau mich liebt?”

Der Schwarze Schatten: “Töte sie.”

Toshrak: “Das kann ich nicht.”

Der Schwarze Schatten: “Laß dir dies eine Lehre sein. Auch du hast Schwächen.”

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“Fechten ist wie Tanzen”

Hört man ja öfter, diesen Ausspruch. Was mich daran wirklich stört, ist die scheinbare
Vereinbarkeit eines gesellschaftlichen Ereignisses und/oder friedlichen Leistungssports
mit einer waschechten Kampfkunst. Here we go:

Sicherlich ist es richtig, dass auf der motorischen Ebene viele Bewegungen beider
“Sportarten”, wie ich sie mal nennen möchte, übereinstimmen können oder sogar
möglicherweise ähnlichen Bewegungsmustern folgen. Fechten ist, wie auch (Turnier-)
Tanzen, ein Sport, der Koordination und Ausdauer verlangt. Kampfsportarten wie
beispielsweise Capoeira haben sehr deutliche tänzerische Anteile im Repertoire.
Soweit die nüchterne Betrachtung im technischen Vergleich.

Eindeutige thematische Unterschiede zwischen Fechten und Tanzen sind offensichtlich.
Das Eine ist ein friedliches Miteinander, das andere ganz und garnicht. Und hier sehe
ich auch den Hasen im Pfeffer liegen. Oftmals wird ein romantisches Tanzetikett auf
den Kampfsport (Historisches)Fechten gekleistert und man ergötzt sich an ästhetischen
Körperspannungsvorführungen, die eigentlich nur eitlem Popanz zu dienen scheinen.
Kampfsport an sich ist Kampf, nicht Tanz, und sollte vorranging an Effizenz und
Effektivität gemessen werden. Dass solches mit Ästhetik einhergehen kann und es
auch oftmals tut, bestreite ich ja nicht.

Wie schnell rutscht man dann auch in die Sparte des plumpen “Schwertbalett”-Vorwurfs,
wenn man romantisierend und idealistisch über Fechter spricht, die auch gute Tänzer
waren/sind oder Ritter, die in ihrer Ausbildung ebenso das Tanzbein schwingen mussten.
Ich bin da ziemlich sicher, dass es exzellente Fechter/Schwertkämpfer/Ritter gab,
die nicht auch nur einmal im Leben das Tanzbein geschwungen haben. Ebenso hat es
wohl auch krude, büffelige und richtig plumpe Fechter gegeben, die aufgrund ganz
anderer Faktoren den Sieg errangen, vielleicht auch über sich selbst überschätzende
Tänzelfechter?

Alles in allem darf man sich über Vergleiche zwischen Fechten und Tanzen gerne
streiten. Und vieles wird auch von persönlicher Vorliebe abhängen. Das Vermischen
und stellenweise Verweichlichen einer authentisch historischen Kampfkunst sehe
ich aber mit Sorge. Schwertkampf, Historisches Fechten und Martial Arts im
Allgemeinen ist weder hyperästhetische Tanzveranstaltung noch romantisierter
Männerheldentraum. Ich plädiere dafür, dass man die ernstliche Bedeutungsebene
solcher Betätigungen nicht zur Gänze verwässert, jedoch auch nicht überbewertet.

PS.: Es ist nicht meine Absicht, einer kompromißlosen Machismo-Auffassung des
Kampfsports das Wort zu reden. Conan-Zerstörer und Ernstkampfmonster, die sich
gegenseitig für den letzten Thrill die Birne einhauen, sind mir genauso unlieb
wie tänzelfechtende Körperspannungs-Supraposer.