Monthly Archives: June 2013

Blödsinn (nicht nur) als Kunstform?

Sicherlich nicht die neuste aller Ideen, aber doch mal bedenkenswert: was,
wenn wir den Anti-Sinn, den Blöd-Sinn, zur Kunstform erheben und kultivieren?
(Und bitte auch weitab der Kunst im Alltagsleben erforschen und praktizieren?!)
Als leuchtend rotes Warnzeichen gegen die kausalistisch-kapitalistische
Zwangsnorm des “Alles muß einen Nutzen haben”-Gedankengifts? Oder haben wir
alle Angst, etwas vermeintlich Sinnloses zu tun? (Das vielleicht doch Sinn hat?
Gibt es überhaupt etwas, das wirklich grundlegend sinnlos ist? Dürfen wir uns
als endlich finite Lebensformen herausnehmen, zu bestimmen, was Sinn hat und
was nicht?)

Ich rufe hiermit jeden auf, der diesen Blogpost liest, sich 3x um die eigene
Achse zu drehen und laut zu rufen: ” Hugga Hugga Waggalaruh!”

Macht man sich damit lächerlich, vor sich selbst, oder schlimmer noch, vor anderen?
Ist diese Handlung absolut sinnlos, lächerlich, kindisch, albern und unreif?
Verstehen wir diese Handlung keinesfalls, haben nur ein gedankenleeres “Hä?” im
Kopf und können weder Fantasie noch Freigeist aktivieren, um einfach mitzumachen,
statt endlos den Nutzen oder den Sinn zu diskutieren? Haben wir den Schild der
Rationalität und Wissenschaft aktiviert, ein undurchdringliches Energiefeld
bekannter und zahlenbestätigter Wahrheiten, die uns vor derart Widersinnigem
schützt?

Macht euch mal locker! möchte man in die Gesellschaft der anonymen
Dutzendgesichter rufen, die täglich gefangen in zombiehafter Suche nach Zahlen,
Fakten, Sinn, Ratio dahinschlurfen. Ist es nicht absolut befreiend, etwas
Sinnloses, Absurdes zu tun, ohne sich zu rechtfertigen, ohne sich zu erklären,
und dabei auf andere zu treffen, die einfach mitmachen, wortreich oder wortlos.
Und das alles ohne eine wirtschaftliche Kosten-Nutzenrechnung oder Beweistraktat
für wissenschaftlich korrekte Zitierweise? quod erat egalurandum!

Erfindet Witzig-Sinnloses, das keinem anderen schadet. Macht es einfach und
konfrontiert die anderen damit! Beobachtet euch dabei, die anderen, vielleicht
ist das alles nichts weiter als die Betätigung eines emotionalen Freiheitsventils.
Und wenn schon, wir könnens vertragen! Krieg der Ernsthaftigkeit!

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Guild Wars 2 – To TS or not TS?!

[Homeserver Kodash]

Teamspeak, auch verkürzt TS genannt, ist ein Tool, das die Kommunikation in
Computerspielen vereinfachen soll. Per Stimme kann man sich besser koordinieren,
einen Schwatz halten, oder auch mal nen Music Bot laufen lassen, während man
hinreichend langweilige Grinding Aufgaben in MMO’s erledigt. Soweit die Theorie.

In der Praxis habe ich in Guild Wars 2 auf meinem Heimatserver Kodasch einige
unerfreuliche Dinge beobachtet bzw. im TS hören müssen. Immer wieder finden
Flames gegen Nicht-TS-Spieler oder sogenannte, angebliche “TS-Verweigerer” statt,
die ja ach so böse und fiesgemein alle Anstrengungen torpedieren, zu gewinnen,
Punkte zu holen und sinnvoll zusammenzuspielen. Commander regen sich regelrecht
auf, streiken, schmollen, und erschaffen eine Front gegen den Feind von Innen,
die wild auf der Karte umherrennenden Random-Nicht-TS’ler!

Niemand wird dem Server Kodasch einen Dienst erweisen, wenn er gegen andere
wettert. Es wäre angezeigt, all jene in den Teamspeak einzuladen, die es wollen,
und alle anderen einfach mit Neutralität zu behandeln. Es ist schlichtweg unwahr,
dass Leute absichtlich “gegen” Kodasch spielen, wenn sie nicht ins TS wollen. Und
niemand MUSS das tun. Ich rate also allen, Commandern, wie auch TS-Spielern, dazu,
die Flames sein zu lassen, Neutralität zu üben und mit denen zu spielen, die
willens sind, ins TS zu kommen. Manche Commander möchten oder können nicht ins
TS, hier ist es absolut angezeigt, mit diesen per Chat zu kommunizieren und eine
Brücke zwischen eventuellen TS-Commandeuren und ihren Chat-Only Gegenstücken
aufzubauen. Flames von welcher Seite, oder indiskutable Kritik sollten da im
Keim erstickt werden. Im Übrigen tut es der Moral ganz gut, wenn sich Commander
gegenseitig wispern, wenn sie über das Vorgehen geteilter Meinung sind, das muss
nicht im öffentlichen Chat breitgetreten werden.

Einige Kodasch Commander wollen ihre Spieler erziehen, machen keinen Chat-Maplead
mehr und wollen dadurch erreichen, dass Spieler zwangsweise ins TS müssen, wenn
sie am Erfolg des Zergs oder Kleingruppen teilhaben wollen. Ich halte das für
eine falsche Strategie arroganter Ausgrenzung, die nur noch mehr einen Graben
zwischen denen zieht, die im TS sind, und eben jenen, die aus verschiedenen,
legitimen Gründen nicht in den Teamspeak wollen/können.

Es gibt durchaus Gründe, warum einige Spieler nicht ins TS kommen wollen. Von
technischen Problemen angefangen, über generelle Lone-Wolf-Attitüde bis hin
zu einer schüchternen Zurückhaltung (die natürlich nicht aufgegeben werden
müßte, wenn man im TS einfach nur zuhört). Fakt ist aber, wenn im TS über
“Randoms” oder “TS-Verweigerer” gelästert wird, und Neulinge im Teamspeak das
hören, es sicherlich nicht dazu beiträgt, dass man mehr Leute animiert, dort
präsent zu sein!

Commander sollten sich eine gehörige Portion Frustresistenz und Menschen-
führung zulegen! Zumindest schult uns das reale Leben in ersterem, bzw.
können wir da sehr gut üben, wie wir mit unserem Frust umgehen können.
Menschenführung hat nicht jeder gelernt, aber man kann dazulernen, manche
sind zudem charismatischer als andere, das hat man oder eben nicht. Doch
prinzipiell wünsche ich mir, dass Commanderbesprechungen auf Kodasch eine
Art Verhaltenskodex festmachen, der Flames gegen Nicht-Ts’ler untersagt,
der es zur Direktive erklärt, dass man alle Spieler eizubinden versucht,
die es wollen und alle anderen eben neutral behandelt. Zudem wünsche ich mir
im TS auch eine Art kritischer Kultur, in der Commander oder auch andere
Spieler laut und deutlich dafür eintreten, dass Fehlverhalten (a la lautes
Rülpsen, ähnliche Widerlichkeiten, oder Fäkalsprache) geahndet wird.
Teilweise klappt das ja schon ganz gut.

Männer und Frauen!

Unterhält man sich mit Menschen, entsteht allenthalben ein sehr negatives Bild des
Verhältnisses zwischen Mann und Frau. Zum einen aufgrund eigener schlechter Erfahrung,
oder Beobachtung des Scheiterns in anderen Beziehungskonstellationen. Schlußendlich
mag die heutige Industriegesellschaft mit ihrem Werteverfall, dem gnadenlosen
Ellenbogendenken und der kapitalistischen Denkweise für alle Lebensbereiche daran
schuld sein.

Kritikpunkte, Meinungen, Feedbacks aus verschiedenen Quellen:

Beziehungen und alles andere werden zu Konsumgütern, die schnell wieder weggeworfen
werden, falls auch nur eine Kleinigkeit nicht paßt. Die kapitalistische Industrie-
gesellschaft lehrt Wegwerfmentalität, auch im Zwischenmenschlichen.

Das Sehnen nach alten Rollenverteilungen. Ist das unbedingt ein Herbeiwünschen des
Patriarchalischen Konstrukts, das vermeintlich Sicherheit gibt und Stabilität schafft?
Oder eine Handlungsanweisung zwischen den Geschlechtern, die sich möglicherweise über
Jahrhunderte “bewährt” zu haben scheint?

Die Verwirrung um neue Rollen der Geschlechter: Frauen, die “wie Männer werden”,
während ein Teil der “echten” Männer zusehends “verweichlicht”, metrosexualisiert
nicht mehr dem typischen, althergebrachten Männerklischee entspricht. Ein subjektiver
Meinungssumpf, den ich hier zitiere, und der einer gewissen chauvinistischen
Grundlage nicht entbehrt, sowie einen Rattenschwanz an kritischen Fragen hinterher-
zieht: was ist ein “echter Mann”? etc. Es bleibt die Empfindung mancher Menschen,
dass Rollenwechsel, Aufweichen der Geschlechterstereotypen Ablehnung provoziert,
besonders heftig auf emotionaler Ebene.

Männer und Frauen passen nicht mehr zueinander! Scheidungsraten und Single-Dasein
steigt astronomisch. Sex statt Beziehung wird die Norm, da alles andere zu schwierig
ist. Arbeiten für eine Beziehung ist zu aufwändig, lebenslanges Zusammenleben wird
immer unwahrscheinlicher. Für die (Pseudo)Ewigkeit ein Nest bauen, bis daß der Tod
euch scheidet, ein romantischer Irrwitz. Kindererziehung zu schwierig, finanziell
risky. Gesunde Familienstrukturen werden durch die Anonymität der Massenmenschhaltung,
Arbeitslosigkeit und sozialem Verdruß in städtischer Umgebung torpediert.

Meiner Ansicht nach ist der erste Schritt zur Verständigung, alle zwischenmenschlichen
Probleme als solche zu behandeln: Probleme zwischen Menschen. Und nicht Probleme,
die dediziert zwischen Mann und Frau auftauchen. Diesen Schritt der Generalisation
halte ich für notwendig, um jeglichem Geschlechterkrieg, dem Zitieren von Klischees
oder Chauvinsmus/Sexismus entgegenzuwirken. Sicherlich unterdrücke ich damit zuerst
einmal die Identitäten “Mann” und “Frau”, sorge aber für eine paritätische Gleichstellung
in der Identität “Mensch”. Ohnehin halte ich in modernem Denken die Stereotypen der
Geschlechter nicht unbedingt für fruchtbare Ausgangssituation in einer
lösungsorientierten Diskussion.

Das Ziel einer stabilen, sozial dauerhaften Interaktion zwischen den Menschen ist die
Gleichberechtigung. Jeder ist gleich viel wert. Ein schöner, romantischer, irrealer
Traum? Zumindest aber ein Ziel. Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist nach
wie vor schwierig durchzusetzen, einerseits aufgrund verkrusteter patriarchalischer
Strukturen, die um ihren “Vormachtsanspruch” kämpfen, andererseits durch hyper-
aggressive emanzipatorische Bewegungen, die ihren Feind bekämpfen wollen. Ich halte
diesen Gedanken der Gleichberechtigung aber für zentral und am Wichtigsten, um in
der neuen industriellen, kapitalistischen Welt ein Fundament für Mann und Frau,
Familie und Beziehung herzustellen. Gleichberechtigung zu leben, im privaten Rahmen,
sicherlich mit freiwilligen “Machtverschiebungen” zu beiden Seiten, kann ein erster
Mikroschritt sein, um im Großen positive Veränderung zu bewirken. Allein das “Wie?”
bereitet teils Probleme und bedarf garantiert einer gesonderten Diskussion!

Für die Menschen gilt das Wiederentdecken oder einfach Neupraktizieren alter Tugenden
wie Toleranz, Ethik, Altruismus, Empathie etc. Toleranz meint das Dulden des Anderen
in seiner Fremdheit, Andersartigkeit. Ethik meint statt dem umstrittenen Wort Moral
die Fähigkeit zum Erkennen des eigenen Falschhandelns, zur Korrektur und vor allem
Vermeidung von Taten, die anderen zu Lasten gehen. Altruismus ist nichts weiter als das
Sorgen um den Nächsten, Hilfsbereitschaft. Während Empathie emotionaler Spürsinn ist,
der dafür sorgt, zu erkennen, ob man helfen soll. Große und gute Vorstellungen, die
von zynischen Geistern gleich mit verächtlichem Schnaufen belegt werden, denn schaut
man in die Welt, sieht man alles andere als leuchtende Freudenfeuer des Gutmenschentums.
Für die Beziehung zwischen Mann und Frau gelten all die zitierten Wertvorstellungen
doppelt und werden durch das romantische Ideal Liebe unterstrichen. Vielleicht kommt
einem hier der Gedanke, dass die Arbeit am eigenen Selbst, an sich “als Mensch”, wohl
Grundvoraussetzung sein muss für erfolgreiche Interaktion mit dem anderen Geschlecht.

Schlußendlich können wir uns ewig damit aufhalten, das Böse in der Welt zu benennen,
zu diskutieren und zu verdammen. Endlos sind die Geschichten des Geschlechterkriegs,
der enttäuschten Frauen und Männer, der gescheiterten Liebesbeziehungen, der anrüchigen
Affairen, etc. Ab welchem Zeitpunkt schwelgt man dann endlos in der ewigen Warteschleife
der Misanthropie? Und was bringt es letztlich? Die Hoffnung stirbt zuletzt? Hilft dann
nur noch der mystische Zen Buddhist auf seinem Berg, der glücklich Hanfplätzchen futtert,
aufs Nirvana wartet und einen derweil mit psychedelischen Sinnsprüchen bombardiert?
Wichtig ist die Erkenntnis, dass man zumindest versuchen kann, Lösungen zu diskutieren,
das Gute zu entdecken, wenn man die Schnauze gehörig voll hat, dauernd das Schlechte
zu bequasseln, zu wälzen oder ansehen zu müssen:

Ein Aufruf an alle Männer und Frauen da draussen! Diskutiert Lösungen der Probleme
zwischen Mann und Frau oder den Menschen im Allgemeinen und Besonderen!