Männer und Frauen!

Unterhält man sich mit Menschen, entsteht allenthalben ein sehr negatives Bild des
Verhältnisses zwischen Mann und Frau. Zum einen aufgrund eigener schlechter Erfahrung,
oder Beobachtung des Scheiterns in anderen Beziehungskonstellationen. Schlußendlich
mag die heutige Industriegesellschaft mit ihrem Werteverfall, dem gnadenlosen
Ellenbogendenken und der kapitalistischen Denkweise für alle Lebensbereiche daran
schuld sein.

Kritikpunkte, Meinungen, Feedbacks aus verschiedenen Quellen:

Beziehungen und alles andere werden zu Konsumgütern, die schnell wieder weggeworfen
werden, falls auch nur eine Kleinigkeit nicht paßt. Die kapitalistische Industrie-
gesellschaft lehrt Wegwerfmentalität, auch im Zwischenmenschlichen.

Das Sehnen nach alten Rollenverteilungen. Ist das unbedingt ein Herbeiwünschen des
Patriarchalischen Konstrukts, das vermeintlich Sicherheit gibt und Stabilität schafft?
Oder eine Handlungsanweisung zwischen den Geschlechtern, die sich möglicherweise über
Jahrhunderte “bewährt” zu haben scheint?

Die Verwirrung um neue Rollen der Geschlechter: Frauen, die “wie Männer werden”,
während ein Teil der “echten” Männer zusehends “verweichlicht”, metrosexualisiert
nicht mehr dem typischen, althergebrachten Männerklischee entspricht. Ein subjektiver
Meinungssumpf, den ich hier zitiere, und der einer gewissen chauvinistischen
Grundlage nicht entbehrt, sowie einen Rattenschwanz an kritischen Fragen hinterher-
zieht: was ist ein “echter Mann”? etc. Es bleibt die Empfindung mancher Menschen,
dass Rollenwechsel, Aufweichen der Geschlechterstereotypen Ablehnung provoziert,
besonders heftig auf emotionaler Ebene.

Männer und Frauen passen nicht mehr zueinander! Scheidungsraten und Single-Dasein
steigt astronomisch. Sex statt Beziehung wird die Norm, da alles andere zu schwierig
ist. Arbeiten für eine Beziehung ist zu aufwändig, lebenslanges Zusammenleben wird
immer unwahrscheinlicher. Für die (Pseudo)Ewigkeit ein Nest bauen, bis daß der Tod
euch scheidet, ein romantischer Irrwitz. Kindererziehung zu schwierig, finanziell
risky. Gesunde Familienstrukturen werden durch die Anonymität der Massenmenschhaltung,
Arbeitslosigkeit und sozialem Verdruß in städtischer Umgebung torpediert.

Meiner Ansicht nach ist der erste Schritt zur Verständigung, alle zwischenmenschlichen
Probleme als solche zu behandeln: Probleme zwischen Menschen. Und nicht Probleme,
die dediziert zwischen Mann und Frau auftauchen. Diesen Schritt der Generalisation
halte ich für notwendig, um jeglichem Geschlechterkrieg, dem Zitieren von Klischees
oder Chauvinsmus/Sexismus entgegenzuwirken. Sicherlich unterdrücke ich damit zuerst
einmal die Identitäten “Mann” und “Frau”, sorge aber für eine paritätische Gleichstellung
in der Identität “Mensch”. Ohnehin halte ich in modernem Denken die Stereotypen der
Geschlechter nicht unbedingt für fruchtbare Ausgangssituation in einer
lösungsorientierten Diskussion.

Das Ziel einer stabilen, sozial dauerhaften Interaktion zwischen den Menschen ist die
Gleichberechtigung. Jeder ist gleich viel wert. Ein schöner, romantischer, irrealer
Traum? Zumindest aber ein Ziel. Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist nach
wie vor schwierig durchzusetzen, einerseits aufgrund verkrusteter patriarchalischer
Strukturen, die um ihren “Vormachtsanspruch” kämpfen, andererseits durch hyper-
aggressive emanzipatorische Bewegungen, die ihren Feind bekämpfen wollen. Ich halte
diesen Gedanken der Gleichberechtigung aber für zentral und am Wichtigsten, um in
der neuen industriellen, kapitalistischen Welt ein Fundament für Mann und Frau,
Familie und Beziehung herzustellen. Gleichberechtigung zu leben, im privaten Rahmen,
sicherlich mit freiwilligen “Machtverschiebungen” zu beiden Seiten, kann ein erster
Mikroschritt sein, um im Großen positive Veränderung zu bewirken. Allein das “Wie?”
bereitet teils Probleme und bedarf garantiert einer gesonderten Diskussion!

Für die Menschen gilt das Wiederentdecken oder einfach Neupraktizieren alter Tugenden
wie Toleranz, Ethik, Altruismus, Empathie etc. Toleranz meint das Dulden des Anderen
in seiner Fremdheit, Andersartigkeit. Ethik meint statt dem umstrittenen Wort Moral
die Fähigkeit zum Erkennen des eigenen Falschhandelns, zur Korrektur und vor allem
Vermeidung von Taten, die anderen zu Lasten gehen. Altruismus ist nichts weiter als das
Sorgen um den Nächsten, Hilfsbereitschaft. Während Empathie emotionaler Spürsinn ist,
der dafür sorgt, zu erkennen, ob man helfen soll. Große und gute Vorstellungen, die
von zynischen Geistern gleich mit verächtlichem Schnaufen belegt werden, denn schaut
man in die Welt, sieht man alles andere als leuchtende Freudenfeuer des Gutmenschentums.
Für die Beziehung zwischen Mann und Frau gelten all die zitierten Wertvorstellungen
doppelt und werden durch das romantische Ideal Liebe unterstrichen. Vielleicht kommt
einem hier der Gedanke, dass die Arbeit am eigenen Selbst, an sich “als Mensch”, wohl
Grundvoraussetzung sein muss für erfolgreiche Interaktion mit dem anderen Geschlecht.

Schlußendlich können wir uns ewig damit aufhalten, das Böse in der Welt zu benennen,
zu diskutieren und zu verdammen. Endlos sind die Geschichten des Geschlechterkriegs,
der enttäuschten Frauen und Männer, der gescheiterten Liebesbeziehungen, der anrüchigen
Affairen, etc. Ab welchem Zeitpunkt schwelgt man dann endlos in der ewigen Warteschleife
der Misanthropie? Und was bringt es letztlich? Die Hoffnung stirbt zuletzt? Hilft dann
nur noch der mystische Zen Buddhist auf seinem Berg, der glücklich Hanfplätzchen futtert,
aufs Nirvana wartet und einen derweil mit psychedelischen Sinnsprüchen bombardiert?
Wichtig ist die Erkenntnis, dass man zumindest versuchen kann, Lösungen zu diskutieren,
das Gute zu entdecken, wenn man die Schnauze gehörig voll hat, dauernd das Schlechte
zu bequasseln, zu wälzen oder ansehen zu müssen:

Ein Aufruf an alle Männer und Frauen da draussen! Diskutiert Lösungen der Probleme
zwischen Mann und Frau oder den Menschen im Allgemeinen und Besonderen!

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About sovalkon

I am the Grey Knight.

Posted on June 14, 2013, in Mann / Frau and tagged , , . Bookmark the permalink. 1 Comment.

  1. So sieht es aus !

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