Historische Fechtweibchen!

Man wird mich nichts weniger als lynchen und ans Kreuz schlagen für
diesen chauvinistischen, frauenfeindlichen und zutiefst unfairen Post,
den ich da vorhabe, dessen Titel schon den Ton vorgibt, für lästerliche
Ausfälligkeiten gegen das weibliche Geschlecht, das im historischen
Fechten vertreten ist…

Nö!

Alles nur gutmütiger, frivoler Spaß. Und niemals völlig ernst gemeint,
sondern augenzwinkernd, leicht kritisierend, grade noch so über der
Fremdschämgrenze navigierend, nur erträglich lästernd! (Wobei ich
meinem Versprechen an mich selbst wohl nachkommen muss: wenn ich
derart über Menschen und/oder Gruppierungen lästere, bin ich wohl
auch mal selbst dran – durch meine eigene Feder. Das wird eklig!)

Be that as it may (50 cent in die Phrasenkasse), im historischen
Fechten meiner näheren Peripherie (der Anonymität aller sei hiermit
ausreichend Genüge getan), gibt es neben den üblichen Conanbarbaren,
Schwertballerinas und Fechtmoppeln (das wäre dann sowas wie meinereiner),
auch …. *tusch* *trara* FRAUEN! zomg! wtf! arrgh! *nerdgasm* Primär
stellt sich dann die Frage, was die holde Weiblichkeit denn mit einem
schweren Stück spitzen Stahl in der Hand anstellen mag? Na was wohl,
eine Kampfkunst historischer Natur erlernen! Was dachtet ihr denn??!!

Jedenfalls gibt es da einige Besonderheiten. Manche Frauen, die man
durchaus auch recht frech als Mädchen bezeichnen kann – was ganz und
gar nicht auf ihr physisches Alter gemünzt ist, könnte man grob in
verschiedene Schubladen stopfen, ob sie es nun wollen, oder nicht:
(Die Schlangenpriester aller Welt – man lese einen meiner vorangegangenen
Posts, würden den Bannspruch über das Wort Schublade aussprechen. Sowas
tut man doch nicht! For the Sake of Amusement sei es mir hier mal
plakativ-provokant-krokant gestattet)

1.) Die Fechtexpertinnen

Langes blondes Haar schwingt im Wind, eifrige Knotung vor der Trainings-
einheit zum Ritual der Weiblichkeit erhoben, der frau noch huldigt, bevor
sie sich schwertschwingend in einer vermeintlichen Männerdomäne beweist.
Grüße und Verabschiedungen nur an like-minded People, die von Body-Mass-
Index und intellektueller Ernsthaftigkeit der eigenen Disposition
gänzlich entsprechen. Eifrig freudiges Rumtollen nur mit hard-body
Conanbarbaren, die wohl rein physisch alles haben, was frau jemals
begehren kann. Jedenfalls ist es nicht damit getan, Präsenz zu zeigen,
man muss auch werbewirksam T-Shirts tragen, und zwar von jedem
motherfrakkin Event, ob Inland, Ausland, galaktischer Seitenarm gleich
links, schnurz, aber getragen werden muss dieses Emblem der eigenen
internationalisierten Fechtaura – die natürlich jeden in Angst, Furcht
und Bewunderung erstarren läßt – wer bei sooo vielen Events dabei war,
der hats drauf! Fraglich ist, ob der eigene Fechtclub entzückt ist,
wenn man frech T-Shirts eines potentiell konkurrierenden Clubs beim
Training -oder auch sonst- trägt?! Egal, der Nimbus grandioser
Allfraulichkeit am Schwerte ist ungestört, unterstützt nur noch durch
eine Barrage an Facebook-Pics, die einen selbst mit unzähligen Größen
und Möchtegern-Größen der historischen Fechtszene zeigt!

2.) Die Fit-for-fun Girls

Sport ist geil! *tehe* (man stelle sich ein infantiles Barbie-Kichern
vor) Sport ist Fitness! *tehe* Sport ist cool! *tehe* Jedenfalls
versucht frau sich mal abseits des gängigen Fitness-Studios an einer
Nischensportart, die so richtig viel Coolnes-Faktor aufweisen kann:
der Schwertkampf! Kriegerischer Stahl in den Händen einer zarten
Frau, gekleidet in Fitnessfummel, die kokett ein wenig Oberweite
rausblitzen lassen, ein wenig akrobatisch umhergetanzt, und schon
kann im Freundeskreis der Normalo-Durchschnittspeople behauptet
werden: ey! isch mach wat besonderes, ey! Im Freundinnen-Pack wird
also ein bissel geschwertelt, alle anderen Mittrainierenden groß-
zügig ignoriert und schon kann frau zufrieden nach Hause fahren,
in der erfüllten Hoffnung, per Schwertkampf aus den gesichtslosen
Legionen der Fitness-Bewegung ausgebrochen zu sein!

3.) Die Schwertkampfpunkerinnen

Patty! Ja, du bist gemeint! Tättowierte, punkige, laute, und auch
rülpsende Brachialfreikämpferinnen, die das Wort “Historisches
Fechten” endschwul finden und lieber “Schwertkampf” dazu sagen!
Kompromißlos alle in Weichei oder Hartei einteilend, sich von
niemandem was sagen laßend, stolze Außenseiterinnen, wild, frei
und von niemandem zu bezähmen (höchstens von daheim lauernden
Ehemännern, die dann solche Wildkatzen durch die Magie der Liebe
recht schnell zum Schnurren bringen). Man muss sich an jene
Kriegerinnen gewöhnen, ihre aufrechte Art zu schätzen wissen,
aber auch daran erinnert werden, dass sie ohne Takt oder
Diplomatie headlong voranrushen. Großer Vorteil ist, und das
sei jedem Schwertkämpfer lebhaft versichert, daß Schwertkampf-
punks weiblicher Natur im Kampf verläßliche Gefährten sind,
dich nicht im Stich lassen und man immer weiß, woran man bei
ihnen ist.

4.) die zarten Seelchen!

Schüchterne Mädchen, die Schwertkampf lernen wollen! Ihr Schwert
wie ne Handtasche tragen, lange, künstliche Fingernägel niemals
ablegen und sich den Hauch Gothik zugestehen, aber niemals so
arg, dass man meinen würde, sie wären wirklich irgendwelche
düsteren Grabsteinkuschlerinnen. Sympathisch stille Persönchen,
niemals auffällig oder ausfallend, eifrig lernend, und sich
vielleicht erhoffend, dass das Schwert sie stark macht, sie
wildfrei werden läßt und dabei hilft, sich im Haifischbecken
namens Leben zu behaupten. Uneingeschränkt in Schutz zu nehmende
Frauen, über die man niemals lästern darf, die man fördern
muss, die vielleicht keinen sportlichen Olymp erklimmen,
aber treue Seelen sind, angenehm und bereichernd! Die man aber
ein wenig ärgern darf, indem man ihnen kriegerische Bemalung
nahelegt, Irokesenfrisuren, geschärfte Eckzähne, Flammenschwerter
oder martialisches Brimborium, das sie scheu lächelnd nicht als
solches erkennen oder zu sich passend sehen.

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I am the Grey Knight.

Posted on September 21, 2013, in Historical Fencing and tagged , . Bookmark the permalink. Leave a comment.

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