Die Suche nach der Traumkamera!

Ich befinde mich gerade im Prozeß der Auswahl einer für mich
und meine Bedürfnisse passenden Digitalkamera. Momenta besitze
ich eine Micro 4/3 EPL-1 aus dem Hause Olympus, die mir zwar
gute Bilder bis ISO 800 liefert, doch beim AF ziemlich langsam
ist. (Auch irgendwie logisch, war ja eines der ersten Modelle
bei den Olympus-Spiegellosen.)

Der Dschungel möglicher Kameras ist wild, riesig und beinahe
unüberschaubar. Nach sehr langer Recherche schälen sich zwei
Konkurrenten um meine Käufersgunst heraus: die Canon 70D und
die Olympus EM-1. Nikon, Sony, Pentax habe ich aus
unterschiedlichen Gründen eine Absage erteilt, primär lege
ich – als Beinahe-Anfänger – Wert auf eine gute JPEG-Engine,
hier sehe ich nach meinem Empfinden Olympus und Canon vorne.
Äußert schade ist, dass die Fuji-X Kameras technisch (EVF-Lag,
AF-Langsamkeit/Genauigkeit, schlecht aufgelöstes Display) leider
nicht auf dem neusten Stand sind und der X-Trans Sensor (anderer
Farbfilter mit mehr Grünanteil) bei Naturfotografien den Wasserfarben-
Effekt zeigt, selbst in JPEG. (Ein sehr komplexes Thema, das auch
viel mit RAW-Konvertierung zu tun hat, vielleicht macht es auch
wirklich nichts aus und ist nur in 5 Prozent aller Bilder sichtbar,
doch ich will aus vielen Gründen die Sicherheit der herkömmlichen
Bayer-Filter-Kameras, die einen Standardfarbfilter haben, vorziehen.)

Die neue Canon Spiegelreflex mag gegenüber 60D und 7D keine
wahnsinnigen Verbesserungen in der Bildqualität haben, den neuen
Dual Pixel AF fürs Videofilmen mag ich wohl auch nicht so brauchen,
doch ist sie ein Gesamtpaket, das in vielen Bereichen so stimmig
ist, dass man wenig Kaufrisiko auf sich nimmt. Eine robuste
Cam mit guten JPEGS bis ISO 6400 (natürlich aggressivere Rausch-
unterdrückung als bei Nikon mit Feindetailverlusten), gutem
19 Punkt Phasen-AF, 98 Prozent optischem Sucher, Drehdisplay
und schnellem Prozessor Digic 5+.

Ein Wort zu Nikon vs Canon: die D7100 von Nikon ist eine sehr
gute Spiegelreflex, die mit ihren 24 Megapixeln super auflöst,
doch gefällt mir die Farbgebung der Canon einfach besser. Mir
ist bewußt, dass man durch Picture Styles auch die Nikon seinen
Vorlieben anpassen kann, doch überzeugen mich die Bilder der
Canon auch bezüglich der Hautfarben, Sättigung und Schärfung
schon ohne Einstellung mehr. All dies natürlich aus der
Sicht eines JPEG-Fotografen, der sich erst später an RAW
herantrauen will.

Die Olympus EM-1 ist ausführlich zu bewerten! Zuerst einmal sehr
teuer, 40 Prozent kleinerer Sensor als Spiegelreflex, weniger
leistungsfähige Batterie, nur 300 g leichter als die Canon und
auch hier im Vergleich zum Vorgänger-Modell Olympus OMD EM-5
nur geringfügig bessere Bildqualität. Positive Dinge gibt es
bei dieser Kamera jedoch sehr viele: toller Sony Sensor mit
Phasen-AF Pixeln (auch wenn die zumeist für alte 4/3 Objektive
von Olympus gebraucht werden), wirklich schnelle Leistung
der Elektronik mit Prozessor, schneller Kontrast-AF und
verbesserter Verfolgungs-AF, elektronischem Sucher
(EVF), der sehr hoch auflöst mit Minimal-Lag, sehr gute JPEG-
Engine, durchgehend sehr gute (Festbrennweiten-)Objektive, die
durch die exzellente 5-Achsenstabilisation im Gehäuse bedient
werden.

Wie also entscheiden? Momentan liegt bei mir nach verschiedenen
Bildvergleichen die Canon vorne, da sie in den JPEGS weniger
Artefakte (kriselige Phänomene an Kontrastübergängen) zeigt
als die Olympus; Beispiele sind bei dpreview oder imaging-
resource zu finden. Während im direkten Vergleich bei Imaging
Resource die Canon JPEGS für meine Begriffe eine gute Balance
zwischen Rauschentfernung (jeweils Standard bei beiden Kameras)
und Details bis ISO 3200 zeigen, macht die Olympus viel eher
schlapp und zeigt da schon bei ISO 1600 kriselige Artefakte.
In RAW mag alles vielleicht ein wenig gleicher oder besser für
Olympus aussehen, denn immerhin scheint der Sony Sensor in
der EM-1 laut dxomark denjenigen der Canon zu übertrumpfen.

Der Preis beider Cams spielt eine Rolle: für Body-only EM-1
laut Amazon 1.500 euro, erhalte ich bereits die
Canon 70D mit 18-55er Objektiv für 1.200 Euro (Saturn-Online
Shop Preis)!

Portabilität ist zu bewerten: eine Canon 70D mit schwerem
(Zoom-)Objektiv knackt locker die 1.2 kg Marke, während die
Olympus selbst mit Objektiven darunter bleiben kann, einmal
aufgrund des 300 g leichteren und kleineren Bodys und den
speziellen Micro 4/3-Objektiven, die ebenso leichter und kleiner
sind als ihre APSC-Varianten. Ich würde an der Canon 70D (755g)
vorranging Festbrennweiten verwenden, die nicht so ins Gewicht
gehen, vielleicht zuerst einmal das 40 mm F2.8 STM (132g) oder
eine der neuen stabilisierten Festbrennweiten von Canon, etwa
das 35 mm F2.0 IS USM (336g).

Olympus oder Canon, eine nach wie vor schwierige Entscheidung,
die ich aber zu fällen habe. Und es sieht ganz danach aus,
dass die Canon das Rennen bei mir machen wird. Und dennoch
schiele ich immernoch auf die Olympus, denn die ist auch ein
begehrenswertes Stück Kamera, deren Hauttöne bei Basis-ISO
wirklich einen Tick besser sind als bei Canon.

Disclaimer: Meine Bewertung von JPEGs, Farben
etc. sind sehr subjektive Dinge, die für mich plausibel
erscheinen. Zudem sitze ich auch nicht an einem perfekt farb-
kalibrierten Monitor. Fotografisch habe ich ein wenig Wissen,
habe ausführlich recherchiert, bin aber noch Anfänger im
Spiegelreflexbereich.

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About sovalkon

I am the Grey Knight.

Posted on October 8, 2013, in Digitale Fotografie and tagged , , , , , , . Bookmark the permalink. Leave a comment.

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