Humppa Humppa!

Ich wandle so durch die Welt und finde einige Dinge erstaunlich und/oder total
dösbaddelig. Let’s see welche! (Omg, dieses Denglisch! Horrible!)

Fahrräder in der Straßenbahn!

Oftmals morgens sehe ich einen gewissen Herrn mit Fahrrad in der Straßenbahn.
Sportlich gekleidet, mit Bildzeitung in der Hand, wie es sich für die deutsche
Obermittelunterschicht gehört, tingelt er, bis er dann sein Rennrad schnappt
und aussteigt. Da frage ich mich unwillkürlich: will dieser Herr nun kostbare
Kalorien sparen, nicht verschwitzt in die Arbeit kommen? Ich schlage doch der
Einfachheit halber vor, ohne Bike zu reisen, wenn man es doch nicht benutzt.
Doch bin ich unfair, vielleicht hat es ja doch nen triftigen Grund, sein Rennrad
per Straba durch die Gegend zu kutschieren! Andernorts sehe ich jedoch erstaunlich
viele junge, gesunde Menschen, die bei strahlendem Sonnenschein ihre Fahrräder
in der Straßenbahn spazierenfahren (lassen), und wenn es auch nur für 1-2
Haltestellen ist. Ärgerlich nur, dass damit jeglicher ohnehin schon knappe Platz
noch mehr verringert wird. Wirklich lustig wirds nur dann, wenn die vollgestopfte
Bahn, bereichert mit Kinderwägen und Fahrrädern, so verkeilt ist, dass man weder
rein noch raus kann, ein wenig Babygeschrei dazu, dreckige Fahrradreifen, die
an feinen Stoffhosen schmieren, ach, what’s not to like.

Beschäftigungstherapie im Museum!

Familen mit Kleinkindern wollen auch was unternehmen, was eignet sich also besser,
als ein mediales Museum zu invasionieren, mit Mann, Maus, dreiteiligem Monsterkinder-
wagen und Verpflegung für drei Wochen! Ob das geeignete Orte sind für kleine Kids
kleiner-gleich 5 Jahren? Nobody cares, lassen wir sie rennen, irgendwer wird sich
schon drum kümmern. Und wie wir alle wissen, die Zeiten sind hart, alles andere
kostet Geld, nur das Museum freitags nichts, und der Spielplatz ist naßgrau bzw.
erfordert zuviel Eigeninitiative und Beschäftigungsstrategie der erzieherisch
Verantwortlichen!

Bullshit-Kitsch-Postings!

Nach wie vor scheint es Mode, virtuelle Bullshit-Kitsch Plakate, ob nun selbst
entworfen (noch schlimmer) oder irgendwo kopiert (auch schon schlimm) auf
Fratzenbook oder anderswo zu veröffentlichen. Ob es nun um herzerweichende
Themen wie “wahre Freunde”, “die Waffen der Frauen”, pseudo-intellektuellen
Dalai Llama Zen-Nonsense oder markige Tierschutzsprüche geht, Hauptsache man
bekennt Flagge zu einem überemotionalen, seichten, Allgemeinplatzspruch und
bekommt von der begeisterten Low-IQ Meute möglichst viele Likes. Fraktional
schlauere Zeitgenossen posten lateinische, englische, deutsche, oder welch
auch immer sprachige Zitate bzw. Floskeln, überlassen anderen das Denken und
wähnen sich im Olymp der Hochgeistigkeit. Doch halt… ich ertappe mich auch
beim Zitieren, will es tun, verflixt, weil es einfach halt mal paßt, doch…
ahrrg…bisher tat ich es nicht. Wie lange ich diesem verfluchenswerten Drang
noch standhalten kann? Es dräut die Erkenntnis: ich bin in manchen Dingen
wohl kein Stück besser als die oftmals gescholtenen Anderen! Na wenigstens
hasse ich Schmalzsprüche und Engelssegnungen und “Wenn-du-mein-Freund-bist-
teilst-du-das-auf-deiner-Pinnwand-Absurditäten!

It’s Floskelphrasen-Time!

Nicht nur virtuell, auch real gehts sprachlich vom Feinsten zur Sache. Ob es
nun ein herzliches “Ganz ehrlich”, ein empörtes “Sorry” oder ein aufmerksam-
keitsheischendes “Hallo?” ist, keiner bleibt verschont von Worthülsen, die
sinnentleert eigenlich gar nix bedeuten. Jugendslangig hätten wir da noch das
allseits beliebte “Alta”, “krass” und sonstige Knaller, im Leichtsinn der
Coolness vielleicht gerade noch verzeihbar. Könnte man nicht ein ganzes
Gespräch mit Phrasen bestreiten? “Hallo, sorry, ganz ehrlich”-Style? Besser
als gar nix sagen? Sprachliche Primitivität oder nur Aufmerksamkeitssignal?
An einem Punkt der Weisheit erkennen wir, dass wir uns der Phrasen und Floskel
wohl alle mal schuldig machen, vielleicht ist ohnehin nichts dabei, doch wenn
sich derlei häuft, bin ich versucht, zu unterstellen, es handle sich um nichts
weiter als Sprach-Diarrhoe, die nun wirklich keiner braucht, “ganz ehrlich”.

Rückkehr der Klon-Menschen!

Besonders bei jugendlichen Humanoiden beider Geschlechter zu beobachten. Sie
sehen alle gleich aus, haben alle die gleiche Haarpracht, ziehen das Gleiche an,
reden gleich, haben die gleichen Handys … you get the Picture. Es scheint,
als wäre jegliche gefährliche Individualität den Bach runter gegangen, man
sucht wissentlich das Wohl in der modisch-sozial gleichgeschalteten Masse und
ist froh darüber, dass man andere (oder medial interessante Vorleber) kopieren
kann. Der Beliebigkeit ist Tür und Tor geöffnet, auf dem Altar der Bequemlichkeit
das vermeintliche Anderssein geopfert, die Legionen der Gesichtslosen
versprechen Lohn in Form von Panem et Circenses. Sozialisation verläuft dann
in festen, geraden Bahnen, die Überraschungen, auch unliebe, halten sich, so
meint man, in Grenzen, mit spätestens 25 das erste Kind, mit 40 die Scheidung,
oder doch ein Leben in glückseliger gleichgeschalteter Zufriedenheit, von
Papa Staat wohlig umarmt, manche würden sagen, heftig ausgepreßt, bis keine
Geldsäfte mehr fließen…

Kunstinteressierte Kleingeister!

Oh wie segensreich sind künstlerische Werke, wie erhellend und wie strahlend
schön! Der selbsternannte Bildungsbürger, irgendein Lakai aus den Tretmühlen
der Konsumgesellschaft, er will sich mit feingeistigem Tand schmücken, seine
wagneresken Fieberfantasien leben und vor allem auch mal bestaunt werden,
ins Rampenlicht der High Society treten und am Ende sitzt er erwartungsfroh
am Tisch der oberen Zehntausend, oder viel eher kniend darunter, kriegt ein
Häppchen Lachs hingeworfen und darf ob dieser glückseligen Gnade ewig sabbernd
dazugehören! Was tut man nicht alles, um den Glanz der Kunst auch einmal
wie Feenstaub auf seinen Schultern zu verteilen, sind wir nicht alle Künstler,
wollen wir nicht alle Millionen verdienen, und Myriaden von Groupies um uns
haben, die selbstverständlich alle weiblich, jung, schön und begehrenswert
sind! Doch nein, man hat eine Botschaft, plump in Form und Farbe gesetzt,
mit theatralischem Wirrwarr umzäunt, hoppla, das Image des Sozialrebellen,
paßt denn das, wenn man sich der etablierten, monarchistischen Kunstszene
mit ihrem Mammon-Göttern andienern will? Ist da nicht eher devote Folgsam-
keit gefragt? Ach, ach, gar schwierig ist es, im Olymp nen Sitzhocker
abzukriegen…

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About sovalkon

I am the Grey Knight.

Posted on December 3, 2013, in Blaschanek Blogovsky and tagged . Bookmark the permalink. Leave a comment.

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