Monthly Archives: January 2014

Karlsruhe: What a wonderful Town!

Wie hat sich das Stadtbild Karlsruhes verändert! Wie sehr wich alles einem
postapokalytpischen Baustellentraum, der suggerieren könnte, die Kommune
sowie Landesregierung hätten so viel Geld, dass sie jeder Stadt ein neues
Makeup verpaßen könnten! Alles wird schöner werden! Wann? 2016? Vielleicht!
Ziemlich schwer zu berechnen, da ja alle möglichen Schwemmsanduntergrund-
katastrophen mit der Wahrscheinlichkeit korreliert werden müssen, dass
Stadt, Land, Bauunternehmen pleite gehen könnten. Aber! Alles wird auch
unterirdischer! In diesem Zusammenhang mehr als wahr.

Es stimmt ohnehin traurig, dass das Sterben der Traditionsgeschäfte auf
der Kaiserstraße und anderswo immer mehr zunimmt, das mag nur teilweise
die Schuld des Baustellendschungels sein, sondern allgemeines Zeitzeichen
der gesichtslosen Massenkonzerne. Buch Kaiser, Hammer&Helbling oder jüngst
erst das Spielwarenfachgeschäft namens Doering. Alles sympathische (und
symbadische) Orte zum Einkaufen, sich Wohlfühlen, sicher, nicht immer am
Billigsten, aber dafür in anderen Kompetenzen schwer schlagbar. Ersetzt
durch leere Ladenzeilen! Oder Handy/CoffeeShop/ShishaBar/Dönerladen/
BilligFrisör/Spielhallen-Betrieb, der sowieso nach nem halben Jahr dann
wieder nicht mehr vorhanden ist.

Fahren wir doch mal Straßenbahn! Eine gute Idee, aber nur, wenn man behende
genug ist, zu tief fliegenden Omas auszuweichen, die mal wieder Opfer
einer Gravitationskraft wurden, ausgelöst durch mehr als forsche Brems-
manöver der Straßenbahnschaffner, die bezeiten den Eindruck machen, als
wären sie innerhalb eines 400-Euro-Minijobs in zwei Wochen durch die
Fahrschule gejagt worden. Doch schafft man es, an dutzenden jungen,
sportlichen Menschen mit ihren sperrigen Fahrrädern in der Straßenbahn
vorbeizukommen (es wäre absurd, bei schönem Wetter mit dem Rad zu fahren,
lieber kutschiert man es durch überfüllte Straßenbahnen, um anscheinend
dem Verschleiß vorzubeugen), hüpft man noch geschickt über drölfzigtausend
abgestellte Kinderwägen mit 120 Dezibel schreienden Babys und hat dann
endlich vielleicht, wenn man viel Glück hat, einen Platz direkt neben
einer Bande aus lärmenden Kindern ergattert, die sich gerade im Rahmen
eines Ausflugs in die Bahn gezwängt hatten!

Doch dieses Glück wird einem nicht immer zuteil, denn geschieht das
Unausweichliche, etwa dass ein Regentropfen, oder Gott bewahre! eine
Schneeflocke das Gleis berührt, schreien einem die digitalen Anzeigetafeln
an der Haltestelle hämisch entgegen, dass aufgrund von Witterung mit
Verspätung zu rechnen ist. Aber das macht ja nichts, denn das ist man ja
gewöhnt, und es fällt zwischen all den Triebwagenstörungen, Unfällen und
mitunter Krankenwageneinsätzen auch gar nicht mehr so schlimm auf. Schön
wenigstens, dass die Straßenbahnticketkontrolleure noch ihre Arbeit
ernst nehmen, und man am Tage gefühlt 423-mal kontrolliert wird. Das
nervt überhaupt nicht und gibt einem das gute Gefühl, für seine hart
erarbeitete Kohle einen gut organisierten Service zu nutzen!

Ob Karlsruhe zur Sehenswürdigkeit für Baustellentouristen mutiert? Es
scheint ja schon nette Ansichtskarten zu geben, auf denen man diese
außerordentlich schmückenden Artefakte der Neuzeit ausgiebig bewundern
kann! Man sollte wirklich Fototouren unternehmen, Bildergalerien ins
Netz stellen und Baustellen zur neuen künstlerischen Ästethik erheben,
denn was sonst könnte man mit dem ganz alltäglichen Wahnsinn anstellen?!

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Guild Wars 2: Serious Game is serious!

So langsam schreibe ich ja sehr viel über dieses merkwürdige Ding
namens virtueller Spielbetätigung im Fantasy Ambiente namens Guild
Wars 2. Aber das liegt wohl daran, dass es dort so sehr menschelt,
vor allem im Teamspeak, dass einem der Stoff für neue Postings nie
auszugehen scheint.

Begibt man sich also so manches Mal in die Untiefen der virtuellen
Freizeitbeschäftigung, wird man in Guild Wars 2 mit Commandern
konfrontiert, also Spielern, die sich ein schönes Zeichen gekauft
ham, namentlich so gerne liebevoll als “Klostein” benannt, in
blauer Farbe und berechtigend, anzuführen, in finsteren Schlachten
zum Ruhme des eigenen Heimatservers, in diesem Falle Kodasch. Diese
prestigeträchtigen taktischen Genies und Vollblut-Charismatiker
halten also die Geschicke einer Meute von Spielern in der Hand,
bekannt auch als Zerg.

Grad neulich also war ich Teil einer solchen Rotte aus Spielfiguren
mit einem Commander, der nicht müde wurde, seine Gildenmitglieder
mit drakonischen Strafen zu bedrohen: “Das gibt Sondertrainings!”,
“Hey, du rennst ja schon wieder vor, willst nen Gildenkick?!”. Ich
war sogleich zutiefst beeindruckt von so viel Charisma, Motivations-
fähigkeit und kompromißloser Führerschaft! Und das alles nur, weil
es angeblich nicht ausreichend gut gelang, eine ominöse Gildentruppe
namens Red Guard vorschriftsgemäß zu wipen! Hart ist das Leben,
und vor allem Guild Wars 2!

Oder wären eher andere Commander genehm, die dauernörgelnd, meckernd,
demotivierend, jammernd, nerd-ragend, den Teamspeak verseuchen, dann
in eine schmollende Phase eintreten und mit aller Gewalt arme Spieler
dazu zwingen wollen, zu scouten, eine sehr unliebsame, weil keine
Boni bringende Tätigkeit voller Langeweile?! Anführer, die sich in
ihrem Hirn eine Leiter von Ansprüchen und Vorstellungen gebaut haben,
die eine wild zusammengewürfelte Masse an Spielern, infiziert von
Randoms, Waldläufern, Casuals und Voll-Noobs wortgerecht befriedigen
soll?

Vielleicht sind pubertär-pseudoerwachsene Supersonderheroen eher
der Geschmack? Commander, die vor so viel elitärer PVP-Coolness
strotzen, dass sie nen 45 Mann Halb-Random-Zerg in einen Passwort
gesicherten TS-Kanal verfrachten, sich in ihrer Aura totaler
Roxorizorness sonnen und doch nix gebacken kriegen, weil sie vor
lauter Open-Field-Fight Geblubber gar nicht mehr wissen, was es
sonst noch auf der Welt gibt. Supercooles Teenie-Ghetto Style
Gequatsche, womöglich noch gewürzt mit allerlei englischen PVP
Termini aus Guild Wars 2, alles vermischt und vermengt in einem
endlosen Monolog, beeindruckt höchstens jene, die von ihrem schmalen
Tellerrand sehr weit abgerutscht sind. Schade, eigentlich.

Was keiner schnallt, niemand so recht wissen will, manchmal braucht
es wirklich Charisma, Geschick, positive Motivation und eisernes
Durchhalten, wenns mal wieder Montag Früh um 5 ist und der Elona-
Blob mit gefühlten drölfzigtausend Mann um die Ecke gerubbelt kommt.
Da hilft kein Zorn, keine Wut, keine Enttäuschung, kein Jammern
und keine Schuldzuweisung, sondern Guerilla Krieg, winzige Minimal-
erfolge und einfach mal die Zähne zusammenbeißen. Scheiß auf die
Punkte, hieß es doch mal, wir ham Spaß an den Fights! Doch da liegt
es wieder an den Commandern und ihren vor allem menschlichen Fähig-
keiten, im Teamspeak für Ordnung zu sorgen, alle mit einzubeziehen
und Frustigkeiten galant zu überspielen. Menschenführung, wie auch
in anderen Bereichen des Lebens, will erlernt sein, schon vorhanden
sein, denn Defizite in solcherlei wichtigem Feld merkt man sonst
äußerst schnell.

Guild Wars 2: Wochenbesprechung!

Humppa! Eläkeläiset! Moar Drama, Baby!

Wochenbesprechungen sind ja nützlich, sie dienen dazu, für die neue Woche nach
dem Reset zu klären, welche Gilde wo und wann Maplead oder sonstwas hat, man
kann Themen und Anliegen vor die neugierig zuhörende Allgemeinheit bringen und
sich an der Vernunft, dem Anstand und der Intellektualität seiner Mitspieler
erfreuen.

Soweit die Theorie.

WER HAT DENN NUN WEN BELEIDIGT? MACHEN WIR NOCHN POLL? WAS IST DENN EIN POLL?
ANO STINKT! RETA AUCH! RAMPAT ENTSCHULDIGT SICH WEGEN IRGENDWAS! HILA SAGT
ZU OFT PROOOOST! MICHI GIBT DIE GESPRÄCHSLEITUNG AB! AAARRRGGHHHH!?

Dazwischen belustiges Kichern der Amüsiermeute, die nur wegen des Dramas kam
und wegen den vermeintlichen Skandälchen blieb. Amelie textet locker dazwischen,
dass die Beta zu TESO beendet ist, punktum wird festgestellt, dass dies so
ziemlich off topic sei.

MACH DOCH ENDLICH MAL NE RAUTE IN CHAT!

Ich will mich eigentlich nicht über die sinnvolle Institution Wochenbesprechung
lustig machen, denn es ist nötig, es ist gut, und man sollte jenen danken, die
sich da zum Wohle des Servers engagieren. Oftmals aber, und das wird bei anderen
Servern nicht unterschiedlich sein, bricht der totale Blödfug ein und das
Amüsiervolk erhält, wofür es dann so zahlreich erschienen ist. Viele haben der
Wochenbesprechung auch den Rücken gekehrt, weil sie sie für zu zersplittert,
inkohärent oder partikular halten.

WAS IST MIT DEM POLL? BESPRECHUNG MONTAGS? NEE, DA KANN KEINER. ALLES BLEIBT
GLEICH. WIE IMMER. FREEDOM FÜR FREIE ILLUSION!

Okay, geschummelt, den letzten Satz texte ich nur immer im Spiel als rebellisches
Zeichen für freie Persönlichkeitsentfaltung mit Trillerpfeife, Drogen-
Lebensbeichten und generellen Sozialautismus.

Vielleicht wär es aber mal in der Tat sinnvoll, für die Wochenbesprechung folgendes
Thema aufzunehmen: wenn im TS jemand rülpst, fäkalische Laute von sich gibt, oder
sonstwie extremst eklig auffällt, obliegt es jedem einzelnen Commander, da
einzuschreiten, das abzumahnen oder sonstige Schritte zu ergreifen. Und nicht,
wie Michi meint, totale Unverbindlichkeit im Sinne von “das entscheidet jeder
Com selber”.