Monthly Archives: February 2014

(Online-)Pfuhl der Eitelkeiten

Kritische Kosmonauten im virtuellen All sollten sich mit Plasmaphasen-
gewehren bewaffnen und genügend Kampfschiffe dabei haben. Es lauert
die totale, allgewaltig stupide Oberflächlichkeit endloser Low-IQ
Aliens beiderlei Geschlechts, die ähnlich replizierender Naniten
jedes System infizieren und in den Pfuhl der Eitelkeiten verwandeln!

Die Damen und Herren der Schöpfung gleichen sich dabei wie ein Ei dem
anderen, da gibt es keine Unterschiede. Fotos sind die Bibel der
Onlinedating-Süchtigen Heeresmeute, alles andere rangiert auf dem
Status langweiliger Beliebigkeit. Ob man nun mit, ohne, oder teil-
weiser Kleidung posiert, im Vorder- bzw. Hintergrund diverse
kapitalistische Trophäen montiert hat, endlose Schmollmund-Szenarien
zum Besten gibt (bei weiblichen Teenies beliebt), oder doch den
Standard Muskelposer seitens der Männer gibt, vielleicht mit diversen
Proll-Goldketten und/oder Allgemeinplatz-Tattoos.

Hyperkritische Datingwillige beiderlei Geschlechter subsummieren ihre
natürlich niemals verzweifelte Partnersuche mit einem ellenlangen
Anforderungskatalog niemals enden wollender Beziehungsparameter!
Und dabei wirds sehr genau genommen: hat der Mann 1.79 Körpergrösse
und nicht 1.80, dann: sorry, Guy, du bist NICHT im Recall! Daneben
aber bedient sich die fleissige Torschlußpanik-Gemeinde den
allgemeinplatzigsten Floskelsprüchen, die sie in Talkshows oder
Frauen/Männer-Zeitschriften aufgegabelt haben: “mit beiden Beinen
im Leben stehen” etc. Hintergründig formuliert für: wenn du arm bist,
dann schleich dich!

Es geht aber auch drei Ecken schlauer. Man bastelt sich ein Profil
mit unmässig altruistischer Biografie, tiefgründiger Poesie, und
Überzeugungen, die glatt 1 zu 1 vom Dalai Llama kommen könnten.
Man denkt doch tatsächlich, man hätte ne Heilige bzw. Heiligen vor
sich. Nach begeistertem Anschreiben stellt der sich Freuende
aber fest: das sind auch nur Kartoffelbauern bzw. Bäurinnen, die
plump und primitiv harte Bildertatsachen sehen wollen und den
Wortschatz eines faulmäuligen Zeitungsverkäufers haben!

Romulanische Tarnschiffe gibt es zuhauf, jedoch eigentlich schon
so gewöhnlich, dass sie kaum mehr nen Aufreger wert sind: Candy, 23,
ist eigentlich Trucker Herbert, 47, schwul, aus Hintertupfingen.
Minimal variabel wird es mit Trudy, 42, Single, keine Altlasten,
die in Wirklichkeit aber in unglücklicher Beziehung steckt, Kinder hat,
und nur nen Typ sucht, der ihr schöne Worte macht und sie aus ihrem
Schlamassel rausboxt.

Was bleibt übrig?

Die Suche nach der Goldnadel im stinkenden Pferdeapfelhaufen. Ich
rate dringend dazu, nen Raumanzug mitzubringen, nen cleveren
Greifarmroboter, und genügend technisch-intellektuelles Equipment,
um nach langer, erschöpfender Suche vielleicht doch diese Goldnadel
rauszufischen. Danach sich und alles andere saubermachen und
den romantischen Traum bis ans Ende aller Tage leben!

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Realität vs Kunstschaffen

Man nimmt sich viel vor, hat Pläne, will Kunst machen, sprüht vor
Ideen und hat lauter Freunde, denen es ähnlich geht. Kommt man
zusammen, entwirft man, brainstormed, erörtert, verwirft wieder
und verlebt nen schönen Abend mit Speis und Trank.

Im Alltag holt einen dann etwas ein, was wir vielleicht abschätzig
als die grausame Realität kennen: die Arbeit, vielleicht unliebsamer
Klotz am Bein des Kunstschaffenden, raubt viel Zeit, persönlich
Privates wird wichtiger, Probleme der eigenen Sozialität überschatten
die Schaffenskraft, schlußendlich herrschen vielleicht auch
Divergenzen persönlicher Natur zwischen Leuten einer Gruppe, die
Kunst (auch zusammen) machen wollen.

Wären wir alle reich, vermögend und/oder berühmt, so könnten wir
uns luxuriöse Orte leisten, den ganzen Tag künstlerische Energie
akkumulieren, stimuliert von Musen unserer Wahl, und nonchalant
in den Tag hineinleben, den Malerpinsel ermattet fallenlassen
oder die wunden Finger vom Tippen auf der Schreibmaschine in
Zitronenwasser kühlen. Ja, … wären wir …

Sind wir aber nicht. Manchmal muss man sich irgendwie aufraffen, vor
lauter Alltag, Realität und sinntötender Stumpfheit und endlich mal
was in die Hand nehmen, etwas machen, statt immer nur drüber zu
reden. Doch das kann tierisch schwer sein, überschattet von so
vielen, auch negativen, Dimensionen der menschlichen Existenz im
real existierenden Kapitalismus, der das Wort sozial auf seiner
Reise durch die Zeit vergessen hat.

Vielleicht motiviert uns aber der unbequeme Stachel unserer
eigenen Unzufriedenheit in einem ausbeuterischen System, das die
Kleinen schröpft und die Reichen immer fetter werden läßt, etwas
dagegen zu unternehmen, mittels der Kunst, rhetorisch, malerisch,
performerisch, demonstratorisch? Der liebe alte Leidensdruck, so
sagen die Psychologen, könnte ein Ventil zum Explodieren bringen
und Kreativität bewirken, immer noch gegengesteuert, durch eine
wohlmeinende Ethik des Disagreements!

Literarischer Schund!

Liebe Mitleidende,

leider Gottes bleiben wir in unserer Gesellschaft nicht von literarischem
Schund verschont. Dieser verkauft sich, meistens durch Marketingmaschinen
und Public Relations Tretmühlen angefeuert, leider sehr, sehr gut. Kann
man nun der Gesellschaft an sich vorwerfen, sie wäre dumm, hätte keinen
Geschmack oder wußte nicht, was eher lesenswert wäre?

Im literarischen Bereich ist Schund keine Neuigkeit und so mancher Orts
gewolltes Stilmittel. Sowas kann dann durchaus zum (Trash-)Kult
avancieren. Dort gibt es eine lebhafte Fangemeinde, die völlig legitim
den Verstand Beleidigendes zelebriert! Ich selbst bin einer der größten
Vertreter von gewolltem Nonsense, Blödfug und Trashigkeit.

Aber ärgert es nicht kolossal, wenn ungewollter Trash einigen spät-
pubertären Autoren(-Innen) unermesslich Kohle in die Kasse schwemmt, die
sie eigentlich aufgrund ihrers Vorsatzes der Volksverdummung gar nicht
verdient hätten? Ist es nicht widerlich, wenn dämlich klischeebeladene
Hausfrauen-Softcore-BDSM-Story a la Shades of Grey die Charts stürmt
und einer Trilogie wert ist, sogar schon Mottoparties gefeiert werden
und gelangweilte Mütter vor Gier zerfließen, wenn sie schon den Namen
Christian Grey vernehmen?

Oder wenn Teenie-Romanzen mit immer gleichen Themen dann durch die
Horror-Waschmaschine gespült werden und dann solch radioaktiv strahlender
Müll wie Twilight rauskommt? Nach dem sich natürlich Horden junger
Frauen verzehren, Team Edward or Team Jacob wird dann fantasiert,
und wenig später pubertäre Fantasie unter der Bettdecke befriedigt.
Hey, die Teenies ham wenigstens ne Entschuldigung, ihre emotionale
und intellektuelle Reife muss sich erst jenseits aller hormonellen
Stürme manifestieren, und ich wette, der Großteil schämt sich dann
dessen, was man früher mal gut gefunden hatte.

Was tut man nun gegen schädlichen literarischen Trash? Geht man auf
die Barrikaden und macht christlich motivierte Demonstrationen oder
Flash Mobs gegen alle Neu-BDSM-Jünger im Stil von Shades of Grey?
Schreibt man hitzige Blogbeiträge und liefert sich Streitgespräche
mit Verfechtern der anderen Seite? Oder klärt man geduldig auf, wieso
dies oder jenes besser lesenswert sei als das oder solches? Am
Ende siegt noch buddhistische Weisheit und man meint: jedem Tierchen
sein Plaisierchen?

Historisches Fechten und Geld verdienen

Wie in vielen Gebieten des menschlichen Seins, kann man auch bei der
relativ neuen Sportart des Historischen Fechtens den Ansatz der
eigenen Existenzgründung als Trainingsleiter verfolgen. Das bedeutet,
dass man eine Historische Fechtschule gründet, um damit Geld zu
verdienen. Soweit kein verdammenswerter Ansatz, auch wenn ich
persönlich immer die Form des Sportvereins bevorzuge. Aber
befassen wir uns einmal mit dem Gedanken einer sportlichen Dienst-
leistung auf historischer Fechtbasis:

Soweit meine Informationen reichen, gibt es keinen verbindlichen Dach-
verband des historischen Fechtens, der sämtliche Lerninhalte dieser
noch neuen Sportart regelt. Zum Vergleich müssen also immer die
asiatischen Kampfsportarten herhalten, welche verbindliche Statuten
aufweisen, strukturierte Aufstiegsmöglichkeiten des Lernenden, und
vor allem eine längere Tradition der lebendigen Ausübung, auf die
moderne Zeit bezogen. Das Historische Fechten lebt also von Vereinen,
vielleicht auch Non-Profit-Organisationen, die den Inhalt der Sportart
erforschen, vielleicht in losen Verbindungen organisiert sind,
Turniere abhalten und zum Teil auch recht illustren Gestalten wie
John Clemens Heimat bieten. Da bleibt es nicht aus, dass die allgemein
gültige Wahrheit der Lehre von jenen beansprucht wird, die am lautesten
brüllen. Schlußendlich mag es auch genug Scharlatane geben, auch und
gerade, wenn es ums Geld verdienen geht, aber das ist eine Krankheit,
die wirklich alle Bereiche des kapitalistischen Lebens infiziert.

Was sollte also eine finanziell und sportlich erfolgreiche sowie sinnvoll
lehrende Fechtschule leisten, die ihren Schülern geldwerte Leistung anbieten
möchte und das Ansinnen hat, “der edlen Kunst kein Schand zu sein”?

Trainerstruktur:

Der Chef der Schule hat genug Trainingsleiter, um das ganze Jahr über
Sport-Einheiten anzubieten. Diese können sich untereinander zum Urlaub
oder sonstigen Fehlzeiten bzw. durch Krankheit ablösen. Das erfordert eine
durchdachte Organisation aller Lehrenden, zu denen unbedingt auch dauerhaft
der Chef der Schule gehören muss. Die Anstellung der Trainingsleiter als
beispielsweise 400-Euro-Kräfte ist transparent genug und sorgt auch für
die entsprechenden vertraglichen Einhaltungen bzw. Hierarchien. Trainings-
leiter sind nachweislich gut ausgebildete Menschen, die nicht nur sportlich
Leistung erbringen können, es aber auch auf sozialpädagogischem Gebiet
müssen.

Inhalt des Trainings:

Das Training an sich muss in Anfänger- und Fortgeschrittenengruppen einge-
teilt sein, um zu verhindern, dass Anfänger frustriert werden, und um Gefahren-
potential durch Überforderung auszuschließen. Die Inhalte des Lehrens sind
gerade bei einer im Wachsen begriffenen Sportart fluide, müssen jedoch immer
dem Quellenbestand konform überprüft und gelehrt werden. Unerläßlich ist
der Austausch mit namhaften Historischen Fechtvereinigungen, die Weiterbildung
der Trainer sowie des Chefs durch Teilnahme an Turnieren und/oder Seminaren
anderer Lehrer. Das Training an sich sollte meiner Meinung nach auch nicht
den Charakter szenischen Fechtens einnehmen, obwohl es dazu durchaus auch
Themenschwerpunkte gibt, aber da ich den Sinn des Historischen Fechtens auch
im sportlichen Wettstreit sehe, zur Überprüfung des Gelernten, muss ein
Training auch diesbezüglich realistisch genug gelehrt werden.

Trainingsumgebung:

Die Fechthalle muss groß genug sein, auch und gerade im Sommer massiv gut
belüftbar. Trainingsgeräte sind sicher gelagert außerhalb der Trainingszone,
es sollte Umkleiden sowie Duschen geben. Stets aktuell gehaltene Aushänge
von Events, Trainingsplänen etc. sorgen für den immer vorhandenen Durchblick.
Regelmäßige Säuberung der Fechthalle ist genauso selbstverständlich, wie die
Einhaltung diverser Verhaltensregeln darinnen.

Sicherheit:

Eine der schwierigsten und heikelsten Themen des Ganzen! Ein Modus Operandi
muss gefunden werden, um ohne Schutz entsprechende Trainingstrockenübungen
möglichst gefahrlos zu machen. Dies ist natürlich keineswegs eine realistische
Fechtgeschwindigkeit, soll es aber auch nicht sein. Die Herausforderung
besteht darin, den Schülern authentische Technik nahezubringen, ohne sie
in falschen Bewegungen zu drillen, die einem Wettstreit oder authentischer
Technik zuwiderlaufen. Jeder Trainingsleiter muss mit mehr als wachem Auge
Überforderungen während des Trainings bei einzelnen Trainierenden ausmachen
und zu Hilfe schreiten. Ich halte es für fahrlässig, jeden Trainierenden
in einem übermässigen laissez-faire-Stil einfach machen zu lassen, bis dieser
dann selbst irgendwann, aber höchstwahrscheinlich nie ganz richtig, sein
persönliches Heureka erfährt. Schutzkleidung während Sparring oder Masken-
Trainings ist vom Trainer auf Sicherheit zu prüfen, ideal ist eine
verbindliche Vorschrift dessen, was als persönliches Minimum zu tragen ist,
auf realen Erfahrungen aufgebaut. Sparring etc. ist zu überwachen,
strukturiert durchzuführen und die Schüler ausreichend darauf vorzubereiten.
Zudem ist es wünschenswert, wenn Lernende gleichen Leistungsniveaus anfangs
gegeneinander antreten, um etwaige Frustrationen zu vermeiden.

Geldwerte Leistungen:

Die gebotenen Leistungen müssen nachweislich ihr Geld wert sein. Die Qualität
des wöchentlichen Alltagstrainings darf zugunsten etwaiger bezahlbarer Sonder-
veranstaltungen niemals abfallen. Verschiedene Beitragstarife sorgen transparent
für Trainingsmodelle, die jeden Bedarf monetär/zeitgerecht befriedigen. Es ist
wünschenswert, nicht-gewinnorientierte Feiern, Veranstaltungen regelmässig und
frühzeitig angekündigt als Institution einzuführen oder beizubehalten, um sowohl
Gemeinschaftssinn zu erzeugen als auch den Lernenden Gelegenheit zu geben,
einander fernab vom Training besser kennenzulernen. Zusatzleistungen der
Historischen Fechtschule sollen sinnvoll, erstrebenswert und nicht überschwemmend
beliebig gestaltet werden.

Liebesgedicht an eine Unbekannte

O schröbbeligste Drömpf! Wie ich dir kubbeln mag, und dämmeln,
auf dass du meine Klampf porwardelst, und schnabbelst in deinem Lipf!
Ich köddel dir den Wapf, scharömpfelnd deine Lopf, pulabbel deine Dapf!

Wie schön du quaddelst, du Bombelrompf, Labödel meines tiefsten Pampfs!
Ich kann nicht lassen von deiner Rulpf, die so knaddelt an meinem Mompf.
O du Walambel, du weggeliche Blumaparf, ich kann nicht ohne deine Pogra!

Drum hibbel mir dein Lepf, wolambel mir dein Humpf, ich schwör, das
wird die Kabaddel ersumpfen, und uns scharöddeln, die ganze Pompf.
Ahui, Ahui, vor lauter Mogabbel, da rumpfelts mir schon den Warpf!

Erhöre mich, schibuddelige Vubbalup, scherwaddele das Blapf meines Öpf,
damit wir beide endlich libaddeln, wogaggeln und palompfen,
in unserer glückseligen haribbel tolapfen, für immer und palombelig!

Ewig sollen wir irabbeln, zeteppeln und wegoggeln, unser Ulampf
parsobbeln, und niemals quologgen, denn das wäre unser aller Schnopf!
Darum wünsche ich uns viel Schepf, Balong und Taggakussel!

Internet Dating!

oder: yay, es ist wieder Frühling!

Die virtuelle Welt macht ja vieles einfacher, denkt man(n) ja, und so
wird schwupps alles genutzt, was der elektronische Datenhighway bietet,
um mit der holden Weiblichkeit in Kontakt zu treten. Dazu gibt es
social activity platforms a la facebook oder wkw, oder eben auch
Internet Dating Sites, die ihre Dienstleistung teils kostenlos anbieten.
Soweit die hoffnungsvoll nicht so graue Theorie.

Auf einem virtuellen Begegnungsplatz angekommen hat man natürlich zwei
Möglichkeiten: a) das generelle Spam-Anschreiben mit immer gleichem
Text, oder b) die personalisierte Ansprache, oder c) das hirnlose
Beblubbern mit teils primitivem Hintergrund. Je nach sozialem Stand,
IQ, und empathischer Empfindungsfähigkeit wird dann der Modus Operandi
der virtuellen Beflirtung gewählt. Doch obacht, Vorurteile sind immer
Two-Way-Tickets, denn selbst der intellektuell verkünstelste originelle
Anschreibenstext kann mit einem hohlen “hä? was willsch?” der Damenwelt
beantwortet werden!

Das Internet ist der Tummelplatz all jener, die real niemanden abkriegen!

Ein schlimmer und menschlich verachtenswerter Satz, der so auch schon
längst nicht mehr zutrifft, wenn man mal nen Querschnitt aller Internet-
Nutzer anschaut. Selbst hyperattraktive Geschäftsleute beiderlei
Geschlechts nutzen das Internet zur (Sex/Liebes-)Partnerfindung, einfach,
weil sie vor lauter Maloche auf dem Weg zum Reichsein schlichtweg keine
Zeit haben, sonst auf die Jagd zu gehen! So haben wir im Netz alles, was
kreuchen und fleuchen kann, jede Art von Extrem, aber auch viel Gemäßigtes,
vielleicht auch ein Abdruck der realen Gesellschaft, wenn auch mit viel
mehr Maskereade und brutaler Unverbindlichkeit.

Im Internet wollense doch alle nur SEX!

Vor allem die Männer, *harhar*! Unterscheidet sich das alles denn von der
wirklichen Welt? Nimmt man nicht einfach alle Vorurteile und Klischees,
stopft sie in die Virtualität und ist dann glücklich, dass das eigene
beschränkte Weltbild doch wieder paßt und man nicht umdenken muss? Doch
ja, wer im Netz ne Maske trägt, der wird tapfer, wild und mutig, dem
wachsen Haare auf der Brust, und steht dann zu dem Wunsch, einfach nur
was zum Ficken haben zu wollen. Sowas gibts aber auch auf weiblicher Seite!
Grundsätzlich ist der Wunsch nach rein sexuellem Kontakt ja nichts
Verwerfliches, wie auch die Mitgliederzahlen reiner erotischer Dating
Plattformen zeigen, aber der Weg, die Suche danach, die Täuschungen,
die perfiden Aufrißstrategien, die das Virtuelle leider nicht schnell
offenbar werden läßt, soll Anlaß zu heftigster Kritik geben. Im
Endeffekt birgt die Suche nach erotischer Erfüllung für beide Geschlechter
auch unendliche Oberflächlichkeit, schale abgestandene Erlebnismotorik
und einen testosteronal-östrogenalen Beweiszwang zum Sozialprestige,
dass der Burnout-Faktor unter der Zielsetzung der Fleischeslustjagd
mit all ihren Gefahren sehr hoch sein muß.

Am Ende, oder auch gerade am Anfang, gibt es durchaus ein Potential, das
Internet zur Partnerfindung zu nutzen. Tut man es richtig, ethisch,
und mit enormer Vorsicht, kann ein romantischer Traum wahr werden, oder
auch nur ein erotischer. Verbunden ist dies immer mit Tugenden wie
Ehrlichkeit, einem gesunden Misstrauen und dem Sprung in die Realität,
die wie ein endgültiger Richter immer darüber entscheidet, ob man sich
denn wirklich riechen kann. Manchmal ist das Internet aber auch die
einzige Chance für Einsame, Kontakt zu suchen, zu finden und vielleicht
doch einen Lebenstraum wahr zu machen. Diesen zarten Pflänzchen sollte
man alles Glück dieser Erde wünschen, aber auch vorausschauende Vorsicht,
nicht unter die Räder der virtuellen Banditen zu kommen, die sehr gerne
solcherlei Pfänzlein dem Erdboden gleichmachen.

Liebe Anais Nin …

Du bist ja schon ne Nette, attraktiv, freizügig, literarisch,
wohl auch mit Altruismus gesegnet, und insgesamt ne freidenkerische
Schöpferin. Das ja ma richtig toll, und so.

Aber bist du denn ein Vorbild? Auch des Feminismus?

Immerhin, soweit ich gelesen habe, war das nicht immer ne tolle Erfahrung,
dass du Bad Boys anziehend gefunden hast, gabs schon auch schlechte Zeiten
in deinem Leben, von dir selbst verschuldet, und so richtig langfristig
beziehungsfähig warst du, nach allem, was ich so weiß, auch nicht?!

Ich hab nu nich alles gelesen, was du so geschrieben hast, vor allem nicht
das erotische Zeugs aus deinen Tagebüchern, von dem kritische Geister
annehmen, du hast da bissle was dazugedichtet. Immerhin gibt es Meinungen,
die sagen, dass dein literarischer Erguß meilenweit besser sei, als
die plumpe Unmöglichkeit präpubertärer Fantasie, die sich Shades of Grey
nennt. Naja, alles, wirklich auch alles, was man schreiben kann, und sei
es auch nur ein Essay über einen Backstein in der Morgensonne, ist besser
als Shades of Grey.

Wäre man als kritischer intellektueller Mann nicht versucht, heftig mit dir
zu streiten und danach eben NICHT mit dir ins Bett zu gehen? Um endlich mal
zu beweisen, dass auch Männer sich beherrschen können und du eben nicht
immer durchkommst mit deinem erotischen Argument der vielleicht pseudo-
kontrollierten Wildfreifrau? Und eigentlich propagierst du ja mit einigen
Quotes und Sinnsprüchen schon das devote Weibchen, das all den dominanten
Herren der Neuzeit zu willen ist, sein muß und gar nicht anders kann/soll.
Ob das so die richtige Botschaft ist?

Klar, es gibt wohl immer Leute, die deine Handlungen bewundern, dich
idealisieren und am liebsten so wären wie du. Immerhin lockt ja die Vision
sexueller Freiheit, vielleicht auch intellektuell-emotionaler Unabhängigkeit.
Vor allem als Frau. Aber denkst du nicht, man kann das auf psychisch
gesündere, weisere Basis stellen? Ohne schlimme Abstürze? Oder fatale
menschliche Fehlentscheidungen? Naja, vielleicht propagiere ich da auch
ein Sicherheitsdenken, eine ethische Einwandfreiheit, die es so wohl nie
geben kann, wenn Menschen mit Menschen Menschliches tun. Dass du und deine
Person im Übrigen auch in moderner Bad-Girl-Propaganda pervertiert werden,
hättest du dir vielleicht aber auch nicht gewünscht, oder?

Dear NSA …

I understand that you want to protect your Citizens from Terrorists,
try to hunt Criminals and need to shield your Country from foreign
Intelligence Operations. I suppose you have every Right to do so.
But aren’t you going a little too far by spying upon everybody, your
Allys, your Friends and maybe even yourself?

Dear NSA, my little Blog is not worthy of your Attention, is totally
harmless, and has nothing to do with Bombs, Suicide Attacks or
Terrorist Activities. Your automated Search Engines might pick my
Blog up now cause I mention those Words here. Sorry for that, your
Time is wasted. I have no Secrets and am not Al Quaida.

In Fact, I would politely ask you not to spy upon me, my Friends, my
Neighbours and all People who have the Right to live in Privacy from
Government Espionage. It is not okay if you gather Data from innocent
People, and if you have to spy upon People you think are dangerous,
please ask a Judge to give you a Permit to do what you have to do.

Besides, there need to be Courts and Politicians and People who control
you! It is not okay, if there is nobody to watch over your Actions. it
is severly wrong that nobody can hold you responsible for your Doings!

Please, dont be angry that Whistleblowers ruin your Day. Some of them did
what they had to do because their Conscience as free People in a truly
democratic Society told them so. There’s nothing wrong with that really.
You could label them Traitors, and hunt them down or kill them. But that
would be wrong, cause then you wouldn’t be better than Terrorists and their
Ilk.

Virtual Social Prestige

Virtuelles Sozialprestige!

Böse Zungen meinen ja, wer im “echten Leben” kein Sozialprestige (mein Haus, mein
Auto, mein Boot, meine Frau(en)) anhäufen kann, verlegt sich auf die virtuelle
Variante dieses aufmerksamkeitsheischenden I-am-better-than-you-Getue. Besser
als nix, so denkt man sich, und legt also los. Insgesamt gibt es da zwei
getrennte Aktions-Sphären: Online-Games (a la Guild Wars 2) oder soziale
Aktivitätsplattformen (a la Facebook).

Social Platforms internetuöser Kultur sind Heim etlicher Selbstdarsteller. Das
ist womöglich zuerst einmal wertfrei. Und sicherlich hat jeder das Recht, dies
zu tun, in welch ausufernder Manier auch immer. Sozialprestige erwirbt man
also mit einer Unmenge von Freundeskontakten, so oberflächlich auch immer
gesammelt: denn wer viele Facebook-Leute kennt, ist auch (vermeintlich) am
besten vernetzt bzw. beliebt? Dahinter steht aber nichts weiter als ein
grandioser Beliebigkeitsbetrug, denn wirklich jeder kann wahllos in der
virtuellen Welt rumklicken und sich so eine Horde Friends besorgen. Simple
Geister mögen derlei Dinge aber wirklich als Gewinn ansehen. Aber ein
Fanclub enormer Proportion verhilft auch zu der Bühne, die man anstrebt, um
noch mehr “Anerkennung” zu scheffeln: Postings über Hobbies exotischer Natur,
Dauerpartyexzessen mit unendlich vielen Beweisbildern, mein-Haus-mein-Auto-
mein Boot-meine Frau(en), etc. p.p. All dies muss aber zwangläufig nicht den
realen Begebenheiten entsprechen, dieser Fakt ist aber so manchen sehr recht
auf ihrem illusorischen Kreuzzug der Selbst-Erhöhung, dessen Chance, enttarnt
zu werden so manches Mal recht gering erscheint.

In Online-Spielen mag es aber handfester zugehen, man beweist seine spielerische
Leistung und prahlt andauernd damit, auch realitätsnäher per Sprechverbindung
a la Teamspeak. Sobald ein Konkurrent um kostbares Prestige eine Leistung
seinerseits äußert, wird diese durch Schilderung der eigenen Grandiosität
gekontert. Der Ruf als Profi-Zocker, als Spieler-gegen-Spieler-Ikone, in
diversen äußerst bekannten Gilden, mag weniger Illusion verströmen und mehr
Realität, die aber immer noch virtuell ist. Selbstüberhöhung auf Kosten anderer
ist beliebtes Mittel zur Selbstdarstellung: gerade neulich hörte ich im
Teamspeak, wie ein Spieler ein Mitglied seines Teams als “Arschloch” titulierte,
nur weil dieser angeblich nicht gut spielen könne, und den Ruf seines Teams
auf diese Weise beschädigte. Arrogante Besserwisserei und das Erschaffen einer
elitär-geschlossenen Spielergruppe sind Grundpfeiler des Baus am eigenen
Denkmal. Das erzählerische Abspulen der ewig gleichen heroischen Eigenleistungen,
des endlosen Engagements für die eigene Sache, bei der niemand geholfen hat, das
alles alleine geleistet wurde, gegen beinahe unüberwindbare Hindernisse,
sorgt für den nötigen Bekanntheitsgrad innerhalb des gewählten Online-Spiels.
Schlußendlich sind private Infoschnippsel, über Top-Model Freundinnen, Affären,
oder sonstiges promiskuitives Treiben reichlich geeignet, den Lorbeerkranz
des auch realen Superhelden im virtuellen Nerdhimmel durchscheinen zu lassen.
Nicht überprüfbare Fakten, teils stupide dauerwiederholt, in Pseudoproblematiken
verpackt, zur endgültigen Zementierung des eigenen Glanzes.

Es ist tröstlich, dass derlei abgeschmackte Strategien nicht die elegantesten sind,
entlarvt werden können und auch massiv fehlerbehafteten Charaktereigenschaften
entspringen. Das Böse kannibalisiert sich selbst, isoliert sich, sucht sich
seinesgleichen und bleibt gefangen im Umfeld all jener, die genau die gleiche
Spiegelfechterei betreiben wie man selbst. “Gescheite Leute”, wie es so schön
heißt, erkennen, was (virtuelle) Sozialprestigehengste treiben, widerstreiten
oder – was wohl klüger ist – halten sich fern. Unterschätzen wir aber niemals
die Zahl derer, die aufgrund verschiedener Faktoren, geblendet werden, oder, was
noch viel schlimmer ist, sich aufgrund mangelnder Erfahrung oder Schläue,
blenden lassen.

Viva la Canon EOS 6D !

Lange und ausführlich habe ich recherchiert, die Olympus OMD auf dem
Radar gehabt, Fuji gescanned, und mich schließlich für eine Canon EOS M
entschieden. Doch eine Spiegelreflex, auch für Lowlight, mußte die
Immerdabei-M ergänzen und ich entschied mich für eine Canon EOS 6D!
Ein tolles Gerät, das aber nach kritischer 100 % Betrachtung drei
Pixelfehler bei niedrigen Verschlußzeiten und schon ab ISO 320 immer
an der gleichen Stelle aufwies. Schwupps mit dem Canon Support gemailt,
dann auf deren Empfehlung eingesandt, ein Ausmappen der Pixel beantragt,
und schwupps hatte ich meine Kamera nach einigen Tagen wieder;
Reparaturbericht: Reinigung und Justage des Bildsensors. Beispiel-
Jpegs, die ich gerade geprüft habe, sind nun einwandfrei. Danke für den
schnellen problemlosen Service, Canon Service Center Willich!

(Klar, ich hätte natürlich nur RAW schiessen können, und Lightroom 5
die Fehlpixel rausrechnen lassen dürfen. Doch will und mag ich JPEGs,
und erwarte, dass das Bild dort von solchen Fehlern frei gleich zur
Verfügung steht.)

Ansonsten war und bin ich von der Kamera sehr angetan. Den Monster-AF
brauche ich nicht, da ich ohnehin dauernd mit dem zentralen, sehr
lichtempfindlichen AF-Punkt fotografiere und Sportablichtung vorerst
nicht Gegenstand meines Interesses ist. Der Weißabgleich ist klasse,
an den JPEG-Einstellungen schraube ich bissl, muss es aber wohl doch
nicht, da die schon ma sehr gefällig rauskommen und wer weiß,
Lightroom 5 ist in der Packung gewesen, nun auf meiner Platte, da
könnt ich auch ma RAW versuchen. Oh, die 40 mm, F 2.8 Festbrennweite
verrichtet grad ihren Dienst an meiner EOS 6D, bin damit wirklich
zufrieden als Einstieg!

So habe ich meine fotografische Lösung gefunden, im Dschungel des
ausufernden Angebots zwischen neuen Spiegellosen und etablierten
DSLR-Modellen. Canon EOS M (vielleicht auch bald mit 22 mm Festbrenn-
weite als ultrakompaktes Immer-dabei-Setup) und Canon EOS 6D für
maximale Bildqualität auch bei höheren ISOs (ich habe hemmungslos
“radikal” Auto ISO 6400 eingestellt und werde wohl auch bald mal
die Rauschreduktion auf Niedrig testen).

Als Anfänger mit ein wenig Basiswissen ist der kommende Frühling,
aber auch der gegenwärtig verregnet softe Pseudo-Winter nun die
ideale Gelegenheit, auf Foto-Touren zu gehen und mächtig viel
dazuzulernen, was Fotografie, Kameratechnik und Bildentwicklung
angeht! Isch freu misch!

PS.: Gelernt habe ich, dass Hotpixel dann normal sind, wenn ich die ISO
hochschraube, überirdisch lange Belichtungszeiten jenseits einer Sekunde
wähle, beispielsweise bei der Astrofotografie. Dann tauchen fehl-leuchtende
Pixel auf, das ist normal, damit muss man leben und sie dann in der
Nachbearbeitung rausrechnen.