(Online-)Pfuhl der Eitelkeiten

Kritische Kosmonauten im virtuellen All sollten sich mit Plasmaphasen-
gewehren bewaffnen und genügend Kampfschiffe dabei haben. Es lauert
die totale, allgewaltig stupide Oberflächlichkeit endloser Low-IQ
Aliens beiderlei Geschlechts, die ähnlich replizierender Naniten
jedes System infizieren und in den Pfuhl der Eitelkeiten verwandeln!

Die Damen und Herren der Schöpfung gleichen sich dabei wie ein Ei dem
anderen, da gibt es keine Unterschiede. Fotos sind die Bibel der
Onlinedating-Süchtigen Heeresmeute, alles andere rangiert auf dem
Status langweiliger Beliebigkeit. Ob man nun mit, ohne, oder teil-
weiser Kleidung posiert, im Vorder- bzw. Hintergrund diverse
kapitalistische Trophäen montiert hat, endlose Schmollmund-Szenarien
zum Besten gibt (bei weiblichen Teenies beliebt), oder doch den
Standard Muskelposer seitens der Männer gibt, vielleicht mit diversen
Proll-Goldketten und/oder Allgemeinplatz-Tattoos.

Hyperkritische Datingwillige beiderlei Geschlechter subsummieren ihre
natürlich niemals verzweifelte Partnersuche mit einem ellenlangen
Anforderungskatalog niemals enden wollender Beziehungsparameter!
Und dabei wirds sehr genau genommen: hat der Mann 1.79 Körpergrösse
und nicht 1.80, dann: sorry, Guy, du bist NICHT im Recall! Daneben
aber bedient sich die fleissige Torschlußpanik-Gemeinde den
allgemeinplatzigsten Floskelsprüchen, die sie in Talkshows oder
Frauen/Männer-Zeitschriften aufgegabelt haben: “mit beiden Beinen
im Leben stehen” etc. Hintergründig formuliert für: wenn du arm bist,
dann schleich dich!

Es geht aber auch drei Ecken schlauer. Man bastelt sich ein Profil
mit unmässig altruistischer Biografie, tiefgründiger Poesie, und
Überzeugungen, die glatt 1 zu 1 vom Dalai Llama kommen könnten.
Man denkt doch tatsächlich, man hätte ne Heilige bzw. Heiligen vor
sich. Nach begeistertem Anschreiben stellt der sich Freuende
aber fest: das sind auch nur Kartoffelbauern bzw. Bäurinnen, die
plump und primitiv harte Bildertatsachen sehen wollen und den
Wortschatz eines faulmäuligen Zeitungsverkäufers haben!

Romulanische Tarnschiffe gibt es zuhauf, jedoch eigentlich schon
so gewöhnlich, dass sie kaum mehr nen Aufreger wert sind: Candy, 23,
ist eigentlich Trucker Herbert, 47, schwul, aus Hintertupfingen.
Minimal variabel wird es mit Trudy, 42, Single, keine Altlasten,
die in Wirklichkeit aber in unglücklicher Beziehung steckt, Kinder hat,
und nur nen Typ sucht, der ihr schöne Worte macht und sie aus ihrem
Schlamassel rausboxt.

Was bleibt übrig?

Die Suche nach der Goldnadel im stinkenden Pferdeapfelhaufen. Ich
rate dringend dazu, nen Raumanzug mitzubringen, nen cleveren
Greifarmroboter, und genügend technisch-intellektuelles Equipment,
um nach langer, erschöpfender Suche vielleicht doch diese Goldnadel
rauszufischen. Danach sich und alles andere saubermachen und
den romantischen Traum bis ans Ende aller Tage leben!

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About sovalkon

I am the Grey Knight.

Posted on February 18, 2014, in Mann / Frau and tagged , , , , . Bookmark the permalink. Leave a comment.

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