Sex-Tipps in Männerzeitschriften

Eine neue Quelle der Volksverdummung sind Sex-Tipp-Rubriken in
diversen Männerzeitschriften a la GQ oder Men’s Health, welche
beängstigend danach aussehen, als hätte man das Modell der
Frauenzeitschriften genommen und schnell auf den modernen
metrosexuellen Mann getrimmt. Hätten die Redaktionen sich doch
nur auf ihre endlosen Litaneien des Body Workouts konzentriert,
wären sie doch nicht so der Lächerlichkeit anheim gefallen.
Doch Thema Nummer Eins erfreut sich anhaltender Beliebtheit
und muss bedient werden, die Leserzahlen werdens wohl danken.

Wo Dr. Sommer aus der Bravo noch herrlichen Teenie-Charme und
Nostalgie versprühte, vielleicht sogar auf seltsame Weise
hilfreich war, bekleckern sich die neuen Männerzeitschriften
beileibe nicht mit Ruhm. Manchmal sogar sind die Artikel von
Redakteurinnen verfaßt, die wohl tief in die Gedankenkarteikarte
der Liebschaften greifen, die sie mit völlig unfähigen
Emotionskrüppeln hatten, die nicht auch nur im Ansatz wußten,
wie die Gebrauchsanleitung der Lustkarosse namens Frau denn
auszusehen hätte. Diese wird fix geschrieben, für den Fitness-
Studio-Macho, der leider ob seines Trainings und seines Bürostuhl-
Jobs keine Zeit hat, an seinen inneren Werten ausreichend zu
arbeiten.

Dämliche Allgemeinplatzrhetorik wechselt sich ab mit scheinbar
revolutionären Erkenntnissen aus der ach so schmuddligen BDSM-
Schublade. Dazu garniert immer wieder die Mahnung nach Ein-
fühlungsvermögen und simuliertem Tiefgang, der vor lauter
erotischer Technokratie schnell Schiffbruch erleidet. Die Frau
wird nach wie vor patriarchalisch als Nutzobjekt diffamiert,
mit dem Unterschied, dass man dem Männchen antrainiert, doch
ein wenig auf ihre Bedürfnisse Acht zu geben. Vielleicht ein
feministischer Welteroberungsansatz, der die testosteronale
Machtelite unterwandern will?

Nach wie vor beachten aber Männerzeitschriften die wichtigste
Regeln, ob virtuell oder real: viel Bild, wenig Text. Wieso
auch? Was bahnbrechend Wichtiges hat man eh nicht zu sagen,
also paar räkelnde Dessous-Schönheiten für den Durchschnitts-
Glotzer reinbasteln, allgemeinverträgliche Erotik-Erkenntnisse
für die strunzdumme Masse dazuschreiben – bitte nicht allzu
komplexe Sätze oder emotionale Empathieprinzipien – und fertig
ist das Erfolgsrezept. Ob da der Playboy in seiner Gründer-
zeit um Längen besser war, vielleicht auch politischer, gesell-
schaftlicher und tatsächlich revolutionierend freier in Wort
sowie Schrift?

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About sovalkon

I am the Grey Knight.

Posted on July 8, 2014, in SEX and tagged , , , . Bookmark the permalink. Leave a comment.

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