PORNOGRAPHIE

(Püh! So langsam werd ich echt bildzeitungs-kafkaesk mit meinen Schlag-
zeilen, und es macht sich wohl in der kritischen Leserschaft der Verdacht
breit, ich würde hemmungslos-tabulos über ALLES schreiben, nur um einige
Klicks mehr auf meinem Blog verzeichnen zu können. Schändlich!)

Es gibt eigentlich über Pornos nix Neues zu erzählen, jeder kennt sie,
manche verdammen sie, andere lieben sie. Unzählige Männer verstecken ihre
Sammlung vor ihren Freundinnen oder Frauen, weil sie ihre intimen Gelüste
nicht zeigen wollen, sie nicht erfüllt bekommen oder sich schlicht deswegen
schämen. Denn porno-schauenden Männern haftet das negative Sozialprestige
des einsamen, frustrierten Singles und/oder Keine-Frau-Abkriegers an.

Doch dient Pornographie auch einer sicheren, antiseptischen Umgangwsweise
mit Sexualität, ähnlich des Cybersex, die jeden anonym konsumieren läßt
und eine Rattenplage an Problemen gekonnt umschifft. In der heutigen Zeit
mit all ihren überzogenen Erwartungen, Leistungsklischees im heimischen
Lotterbettchen, Mediensumpf-Propaganda an sexuelle Identitätsfindung und
nicht zuletzt HIV/AIDS, flieht man eben in eine unwirkliche Pseudowelt
und nimmt einen gefährlichen Kompromiß in Kauf: das Surrogat, so unendlich
weniger wert als das ECHTE, als dauerhaften Lebensentwurf zu akzeptieren.
Und das ist, sofern manche Menschen sich darin fügen, unendlich falsch
und schade!

Im Grunde ist 99 Prozent aller Pornographie ja auch nichts weiter als Business.
Menschen ziehen sich für Geld nackt aus, vollführen das gute, alte Rein/Raus-
Spiel in allen erdenklichen Variationen und dann folgt der Abspann mit den
Credits. Illusorische Hechler mögen vielleicht denken, der Amateur-Bereich
in der Porno-Branche sei mit marginal mehr “echter Geilheit” gespickt,
diverse Voyeurvideos zeigten wohl vermeintlich pralle Lust mitten aus dem
Leben. Doch auch da hält der Kapitalismus fleissig Einzug, unter einem
minimal geschickteren Deckmantel.

Der mythische Rettungsanker aller auf Ästhetik, Niveau, Anstand und was-
auch-immer Hoffenden sei der mystische 1-Prozent-Porno, der alle Vorurteile
Lügen straft, so toll ist, dass auch Frauen reihenweise anerkennend nicken
und der in den Olymp der Hochgeistigkeit mit tiefster Höllenfleischlichkeit
einzieht. and the oscar goes to …

Also derlei seltene Spezies des wirklich guten Erotikfilms muss wohl noch
entdeckt werden, aber oh, Erotikfilm ist etwas anderes als Pornographie!
Also sollen Heerscharen williger Voyeure ausziehen, diesen heiligen Gral
der Pornographie zu finden, ihn der Welt zugänglich zu machen, auf daß uns
allen die staunenden Futterluken offenstehen, und wir endlich wissen,
warum da denn Stroh liegt!

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About sovalkon

I am the Grey Knight.

Posted on July 14, 2014, in SEX and tagged , , . Bookmark the permalink. Leave a comment.

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