Sex Protzereien!

Man(n) ist ja vieles gewöhnt, von allerlei Front, sei es zum einen spaßiger
Nonsense Talk über Thema Nummer Eins oder, Gott steh uns bei, tatsächliche
intime Enthüllungen, manchmal von jenen, die man lieber schweigend sähe.
Ganz besonders bedürftig scheinen all jene zu sein, sich mitteilend an die
Semi-Öffentlichkeit zu wagen, die durch Angeberei, Protzen oder sonstige
verbale Manöver ihren sozialen Status entweder festigen oder erhöhen wollen –
wobei hier gerne Spekulationen über das soziale Niveau durchaus zulässig
sein dürfen. Aber keine Sorge, es zieht sich durch alle menschlichen
Kasten, Klassen und Ränge, dieses überschwallige Mitteilen des eigenen
Erotikheldentums.

Von Männern scheint mans ja gewohnt zu sein, ein wenig hier, ein wenig da,
protzig die eigenen erotischen Leistungen den anwesenden Bewunderern
darlegend. Da fliegen dann auch schon mal die Zahlen der bisher gehabten
Frauentrophäen durchn Raum, nebst gewisser Andeutungen, was die, jene
oder welche denn so gemocht hat und man pflichtschuldig so erfüllte,
dass brüllendes Orgasmieren aller Beteiligten noch der geringste Lohn
der süßen Mühen war. Irgendwie alles bekannt, oder? Nix neues im Staate
Dänemark, und auch sonst in der Welt.

Ganz besonders befremdlich mutet es mir an, wenn Frauen sich da mitteilsam
zeigen. Entweder unvermittelt pseudo-provokant, um unter Beweis zu stellen,
was für böse Mädchen sie doch eigentlich wirklich sind, oder lax-lässig
zwischendurch, um sich extremst abgeklärt cool zu geben: nebenbei vom Weibe
erwähnt, dass frau schon einmal “lebendes Buffet” gewesen ist! (totally awesome,
also nicht kannibalistisch, sondern eher beispielsweise Sushi druff und
von mehr oder weniger nackter Haut runtergefuttert. totally sexyvampy!),
oder dann doch die Billigprollvariante direkt auf die 12: “von Sekt werd
ich immer geil.” Und das in absolut ernstem matter-of-fact Ton!

Wir reden hier keinesfalls von launigem infantil-grenzdebilem Spaßtalk,
oder ernsthafter Beschäftigung mit diesem allseits beliebten Thema der
Zwischenmenschlichkeit, sondern plakativer Beschreibung des eigenen
Sexus, nicht davor zurückschreckend, in die tiefe Kiste irgendwelcher
nicht ganz alltäglicher Schmuddeligkeiten reinzugreifen. Ein wenig lahm,
billig und schal wirkend, das Ganze, vor allem, wenn es von MenschInnen
kommt, die ihr Durchschnittsimage mit derlei Propaganda allzu offensichtlich
aufpeppen müssen.

“Weniger ist mehr!”, möchte man(n) verzweifelt all diesen Küken ins Antlitz
brüllen, sie zum Schweigen bringen oder eigentlich eher, so schnell die
Siebenmeilenstiefel tragen, wegrennen. Doch da haben wirs eigentlich wieder,
jeder bekleckert sich, so gut er kann, be it man or woman. Das sollte jedem
Geschlechterkrieg sowieso den Sturm aus den zerfetzten Segeln nehmen und
uns erkennen lassen: im Doofsein sind alle gleich.

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About sovalkon

I am the Grey Knight.

Posted on October 1, 2014, in SEX and tagged , , . Bookmark the permalink. Leave a comment.

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