Fit for Fun Kagge!

Ja, ich weiß, nicht fair, aber dennoch, ich lästere nun ein wenig barbarisch
über sämtliche neuen Fitness-Konzepte, von denen man zuweilen wirklich denkt,
sie wären dem Gehirn eines ADHS-Hyperschall-Gehirns entsprungen. Ich gebe
diesem Modephänomen moderner Zeiten den liebevollen Titel: “Fit for Fun Kagge”.

Schnell zusammengefaßt sind diese ganzen hyperaktiven Fitmacher Strategien auf
höchste, atemlose Effizienz getrimmt, nach genauen minutiös erfaßten Zeitplänen,
die womöglich noch bis ins kleinste Detail jeglichen Kalorienverbrauch statistisch
erfassbar machen. Höher-Schneller-Weiter möchte man meinen, irgendwie auch
bekannt aus diversen leistungsmaximierten Konsumkapitalismus-Modellen, die durch
Werbung und böse Industrie den Menschen aufoktroyiert werden sollen. (Hm, habe
ich dagegen nicht schon einmal gewettert? Sometimes, it all comes back to this!)
Zusätzlich zweifle ich an einigen Übungen wirklich den physischen Nutzen an,
und unterstelle jenen sogar eine gewisse Risikohaftigkeit, speziell bezugnehmend
auf das famose Knie-Kreisen, bei dem man das Knie anwinkelt, auf einem Bein
steht und es dann wie von der Zentrifuge beschleunigt viel zu schnell so ungesund
im Kreis rumwirbelt, dass es bei vielen bedenklich knackt. und das soll gesund sein?

Klar, andern Orts heißt das Zumba oder hat nen anderen speziellen Funky-Titel,
wo man dann eben zur Musik unmöglich zappelt, vorgeführt von muskulösen homo
sapiens beiderlei Geschlecht, die aber das sapiens alleinig durch kurze, gebellte
Kommandos und verzweifelt angestrengtes Dauergrinsen zu rechtfertigen suchen.
Dazu noch spezielle grellbunte Trainingskleidung, blitzlichtgewittrige Disco-
Atmosphäre und suddenly macht Sport unbändig Spaß? Naja, füllt eher die Kassen
sämtlicher Sporty-Trend-Erfinder.

Vielleicht könnte man da irgendwie ein wenig Ruhe und Tai Chi reinbringen in
sämtliche Aufwärmstrategien, Krafttrainings oder sonstige Fitness-Aktivitäten.
Nichts gegen Anstrengung, Schweiß und Muskelkater, aber insgesamt ruhiger,
überlegter, entspannter und man möge es nicht für möglich halten: auch
vielleicht spaßiger? So träume ich nach wie vor von einem Training, welches
den Geist entspannt, den Körper angemessen fordert und eben nicht in 2,2556
Minuten von Übung zu Übung springt, und innerhalb von immer kürzer werdenden
Zeitspannen, in denen Aufgaben bewältigt werden sollen, den Otto Normalbürger
frustig demotiviert.

Alternativen? Stumpfsinnig in der Halle oder im Freien im Kreis rennen?

Im Historischen Fechten? Übungen mit Schwert? Haue, Huten und Schritte als
Aufwärmen? Oder gymnastische Übungen, in denen das Schwert sinniges Beiwerk
ist? Kraft und Ausdauer wichtiger, als reine Burst-Speed? Sogenannte
zen-buddhistische Schwertübungen, in denen alle Bewegungen sehr langsam
und sehr lange ausgeführt werden? Borgen wir uns ne Runde Tai Chi, bedienen
wir uns aus den Körper und Geist vereinenden traditionellen asiatischen
Kampfkünsten?

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About sovalkon

I am the Grey Knight.

Posted on November 13, 2014, in Historical Fencing and tagged , , , . Bookmark the permalink. Leave a comment.

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