How to be a Historical Fencing Trainer ?!

Versuch eines Entwurfs des idealen Trainers im Historischen Fechten

Ein vielleicht sehr subjektiv unvollständiger Versuch einer Charakt-
erizierung des idealen Historischen Fechttrainers, den es vielleicht
gar nicht gibt, denn Mensch sein und Ideal-sein liegt so manches
Mal über Kreuz, selbst bei den Besten ihres Fachs. Dennoch zum
Diskurs gestelllt, vielleicht auch mein Versuch, allen Neulingen
eine Anleitung zu geben, wie sie sich entweder in kommerzieller
Schule oder Verein sicherer fühlen können, gut aufgehoben zu
sein.

1.) bisherige kampfkünstlerische Ausbildung. Ein historischer
Fechttrainer tut gut daran, bereits Erfahrung in Kampfkünsten
zu besitzen, sei es nun Asian Martial Arts, Western Boxing oder
anderes, vielleicht Exotisches. Wichtig ist hierbei, dass man
detailliert sehen und zweifelsfrei nachvollziehen kann, was dieser
Mensch erreicht hat, wobei man ja nicht unbedingt immer Wert
darauf legen muss, dass dieser in Japan den drölfzigtausendsten
Schwarzgurt erwarb.

2.) pädagogische Eignung/Ausbildung. Wirklich wünschenswert,
dass ein Trainer im Historischen Fechten mit Lernkonzepten
umgehen kann, sie sinnvoll entwirft, und dann auch in sozial
gerechter Manier umsetzen kann. Kasernenhofbrüller und
Bundeswehrscharfmacher sind vielleicht mancherorts gewünscht,
aber meistens doch dann fehl am Platz. Vielleicht wäre hier noch
anzuführen, dass der Charakter eines Trainers eine sehr wichtige
Komponente darstellt, er muss mit verschiedensten Menschen
zurechtkommen können, empathischer Mediator sein, die Bedürfnisse
vieler möglichst gut in Einklang bringen können, dennoch seine Ziele
verfolgen, aber immer auch bezüglich derer diskursfähig bleiben.

3.) Kenntnis der Fechtbücher, der Quellen, Rekonstruktionswillen
dessen, Diskursfähigkeit in streitbaren Themen, intellektuelle
Vernetzung mit anderen progressiv die Historische Kampfkunst
Vorantreibenden, das könnte man alles an Anforderungen an
die intellektuellen Qualitäten eines Fechtlehrers stellen. Sicherlich
muss dieser nun nicht stundenlang Althochdeutsch büffeln, oder
dauernd Leseratte spielen, aber Wissen und Beschäftigung mit
all diesen Dingen ist unabdingbar.

4.) Sportliche Fitness, dazu Praxiserfahrung in Historischem Fechten,
nachgewiesen auf Turnieren, immer wieder aufgefrischt auf
nationalen und internationalen Zusammenkünften ist höchst
wünschenswert. Dabei ist natürlich nicht gemeint, dass ein
Trainer mehr auf Turniere reist, als er tatsächlich Unterricht
in seiner Heimatschule bzw. Verein gibt. Ebenso ist es reichlich
unwichtig, ob da dauernd Erste Plätze rausspringen, wenn ein
Trainer Turniere besucht. Meiner Ansicht nach reicht alleinig
die Teilnahme und der sportliche Impuls dessen!

5.) Kommerziell orientierte Trainer, die eine Schule selbst leiten,
müssen sich noch mit dem Rattenschwanz an Anforderungen an ein
wirtschaftlich gut geführtes Unternehmen ohne Schimpf und Tadel
auseinandersetzen. Transparente und faire Mitgliedsbeiträge,
nicht nur Fokus auf persönliche Bereicherung, Feste & Feiern
ohne monetäre Gewinnzielsetzung, gleichbleibende sowie dauerhafte
Güte des Trainings und keine versteckten Strategien, dass nur
jene mehr gelehrt bekommen, die auch mehr Geld investieren.

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About sovalkon

I am the Grey Knight.

Posted on November 13, 2014, in Historical Fencing and tagged , , . Bookmark the permalink. Leave a comment.

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