Monthly Archives: February 2015

Viva la Freiheit! (Was, schon wieder?)

Wenn enthusiastische Fanatikpanzer komplimentierend diktatorisch durch die Gegend
rollen und im Namen der generösen Herrschaft des gütigen Königs delegieren,
befehlen und treusorglich bitten, wird es Zeit, die Koffer zu packen. Schnell
ein Pferd gesattelt, die Habseligkeiten zusammengesucht, Bücher der Freiheit
auf den Rücken geschnallt und fort geht es, an neue Gestade, nicht der
Einsamkeit, aber der sorgsam selektierten Basisdemokratie.

Hiermit erkläre ich den sofortigen Austritt aus den “Chaosartisten”!

Das Label sollen andere zum sehnlichst geträumten Erfolg führen, sich ihren
wagneresken Fantasien dezibelstark hingeben und ihr Innerstes dem gaffenden
Auge der Kamera offenbaren, und all jenen, die mit Speis und Trank gelockt,
dem Ganzen applaudieren oder eher stumm verlegen nach Wegen suchen, dieser
Kunst zu entkommen … wenn es denn welche ist?

Soll der König doch denken, wir sind feige, risikoscheu, keine echten Künstler,
keine treuen Vasallen, keine guten Arbeiter, ewiglich alles zerredend, zweifelnd,
und nie etwas zustandebringend? Do we care? Wir Geistesgötter der wahren
Freiheit, die wir im Gartenhäuschen der Kunst Tee schlürfen und uns darüber
lüstern streiten, ob es nun “Vulvae” oder “Vulvoi” heissen mag. (Und wir alle
wissen, dass es in Lemuria, Pangäa und Atlantis IMMER letzeres hieß!)

Wir wollen reden, und vielleicht machen, wir sind respektvoll gegenüber jenen,
die ihr Wissen mit uns teilen und akzeptieren, dass wir wissen, nichts zu
wissen oder doch mehr als der gewöhnliche Gesell. Und wir möchten nicht
Teil eines Kunstprojekts werden, egal, wie gütig der König uns beschwichtigt,
von dem wir denken, dass er seinen Ruhm mehren will, auf unseren Schultern?
Oder doch eher fürsorglich unser aller Berühmtheit! Doch vermessen sind solche
Pläne, wieviel andere sind da schon gescheitert!

Ich selbst, lieber König, kann nicht mit Prosaikern Kunst machen, bin lyrisch,
poetisch so enorm viel anders, als du es bist. Mach mir keine Komplimente, ich
durchschaue dich, unwillige, zweifelnde Untertanen willst du auf Linie bringen,
du Fabrikant der Kunst, in seinen neuen Kleidern als allzu gütiger König,
beteuernd, dass wir alle so unendlich viel Zeit haben, immer nur für dich und
deine Visionen. Und Finger weg, O treu sorgender König, von meiner Kunst,
ich gebe sie dir nicht, sie ist mein, ich mache sie selbst, und keiner anderer
wird sie verbessern, oder … verschlimmbessern!

Liebster König, der du niemals mein Souverän warst, du wirst dich herab-
begeben müssen, als gemeiner Gesell und Bauer, wie wir alle, wenn du unserer
Gesellschaft noch frönen magst, und mich kannst du nicht mehr gewinnen für
deine Visionen, ich werde mich nie wieder oder jemals? unter dein Joch
begeben. Delegiere andere, befiehl und bitte andere, denen es leichter
fällt, die mehr mit dir gemeinsam haben, dein geistiges Fundament teilen,
es mehr Spaß bereitet, mit dir das zu schaffen, was du vor deinem inneren
Auge so drängend siehst.

BÄM! Und es macht doch Spaß!

Man denkt ja auch oft mal, ob WvW angesichts aller Disbalancen und
Unzulänglichkeiten wie etwa Lags oder Bugs oder Cheatern noch Spaß
macht. Frustriert lauscht man nölenden Commandern im TS, muss sich
mit bösartigen Mapchat-Trollen auseinandersetzen, bis man sie
geblockt hat und ist genötigt, leise verschämt zu flüstern
angesichts der vielen Feindspione an jeder Ecke.

Doch … wenn man gegen zwei riesige Feindblobs erfolgreich die
eigene Garnison verteidigt, man selbst, ohne zu sterben, den
Melee Pain Train des Gegners ausmanövriert und seine Fernattacken
in die Gegner hageln läßt, dazu die einpeitschende Stimme eines
fähigen Commanders, DANN fängt es an, richtig Laune zu machen,
stellt sich das Excitement ein, und Motivation bricht aus, es
den Gegnern ordentlich heimzuzahlen!

Der Streß bricht aus! Auf anderen Karten wird der Hügel belagert,
bis an die Zähne bewaffnet stehen wir dort, erwarten den Blob,
schießen aus allen Rohren, vertreiben sie mit hartnäckiger
Zähigkeit! Dann Alarm auf nem andern Borderland, überall brennt
es, schlagen die Geschoße ein, und Kodashs zähe Krieger deffen,
wo sie denn können. Da springt selbst ein WvW-Opportunist wie
ich mal in den Cap-Kreis, opfert sich, damit der Feind nicht
durchticken kann.

Es gibt diese Augenblicke noch, diese monumentalen, epischen
Schlachten, diese emotional aufwühlenden Minuten oder sogar
Stunden, man muss sie eben nur suchen, oder geduldig sein,
sie zu erleben, während der Primetime, oder auch mal abseits.
Balancieren wir also den Frust, der von GW2 auch bewirkt
wird, und setzen wir die richtig geilen Schlachten dagegen,
die ein Kriegerherz höher schlagen lassen und nicht selten
auch mit einem Sieg Kodashs enden!

Kunst machen und die eigene Befindlichkeit

Man stolpert vielleicht so rein, ins Kunstmachen, enthusiastisch mitgerissen,
oder selbst freiflüglerisch segelnd, und findet sich inmitten unzähliger
Möglichkeiten wieder! Und man will zeigen, was man so macht, per Bild und
Video und Printmedien und Internetauftritt! Vernetzungen erscheinen wichtig,
reaching out to many other People! Schlußendlich könnte auch ein Fünkchen
Ehrgeiz und Anerkennungsheischen ne Rolle spielen.

Aber manche stoppen da. Sich den Blicken anderer aussetzen, bedeutet immer
auch Kritik, Spott oder vielleicht im “harmlosesten” Fall mildes Belächeln.
Wer Nischen wie Performance besetzen mag, sich selber zeigt, körperlich
und psychisch, der muss auch damit zurechtkommen, nicht nur mit den
Stimmen von außen, aber auch denen von innen, die so manches Mal sehr
empfindlich skeptisch klingen können.

Kunst in der Gruppe! Was, wenn es da so unendlich viel zu klären gäbe?
Unterschiedliche Visionen der Qualität, die einen projektorientierte
Produzenten, die anderen anti-ehrgeizige Rebellenfreigeister? Enthusiastische,
zuweilen auch fanatische Macher gegen introverierte Talker? Möchte man
überhaupt Projekte anderer realisieren, daran mitarbeiten, oder fixiert
man sich lieber egozentrisch auf die eigene Kunst?

Weiß man denn so manches Mal überhaupt, was “eigene Kunst” bedeuten mag?
Ist es nicht klüger, das vorher zu erforschen, bevor man sich Gruppen-
arbeit widmet? Und wäre es nicht auch ein Entwurf, dass jeder seine
eigene Kunst in die Gruppe bringt; Materialschauen veranstaltet werden,
die zeigen, womit und wie Kunst auch gemacht werden und man sich
schließlich auch unendlich lange darüber austauscht, was man denkt
und fühlt, bevor man sich in Gruppenprojekte stürzt.

Oder es gibt Strömungen in einer Gruppe, die drängend nach vorne wollen,
Räume besetzen, diese obig schon erwähnten enthusiastischen Macher,
an denen beleibe nichts Schlechtes ist, doch nur dann, wenn sie andere
Stimmen mißachten, und delegierend das Sagen übernehmen, für ihre
eigenen Projekte, die sicherlich für sie selbst am wichtigsten erscheinen.
Da ist aber jeder Einzelne gefragt, das anzunehmen, aus freien Stücken
und mit Freude, oder sich zurückzuziehen, nicht grantelnd, aber
gedankenvoll weise und sich selbst kennend.

Shades of Grey, der Film!

Ja, er kommt bald in die Kinos. Und ja, ich habe diese Bücher immer noch nicht
gelesen. Und ja, ich erlaube mir dennoch äußerst profunde Urteile drüber, weil
ich genüsslich sämtliche Verriße, Comedies drüber gesehen/gelesen habe. Das
genügt!

Zwischendrin einzuwerfen, dass sämtliche Universen, alle galaktischen Imperien
es nicht zustande brachten, Streitkräfte in unsere kleine Wirklichkeit zu senden,
um jene zu zwingen, die diesen Film gemacht haben, vorher aufzuhören. Oder
mit Hilfe von hochentwickelten Kampfroboterlegionen alle (!) schriflichen
Exemplare der Shades einzusammeln und als Heizmittel der Dritten Welt zu
vermachen! (Dies ist keine politisch unkorrekte Bücherverbrennung, sondern
nichts weiter als Nothilfe für bibbernde Menschleins in kalten Regionen!)

Also der Grey-Typ (1) im Trailer ist ja auch nicht so dolle, dacht ich ma spontan.
Die blonde Empfangsdame schon eher. Oder vielleicht Dakota. Hm, who the frakk
is Dakota and why does her Name sound like a Fleckchen amerikanischer Erde?
Tochter vom guten, alten Don (also dem Johnson)? What auch ever, Trailer
Dialoge und Bilder versprechen ein würdiges Comedy-Erlebnis für alle, die
mal herzhaft giggeln wollen!

(1) Manche sagen, Charlie Hunnam hätts machen solln. I tend to disagree.
Eigentlich hätts keiner machen solln! (Nachteil: uns entginge ein wichtiger
Teil moderner Zelluloid-Komödie!)

Okay, protestieren wir ne Runde im Namen des kompletten Arbeitervolkes dieser
Erde ob soviel imaginierter Reichtums-Protzerei! Angefangen von Privat-Helis,
nem Haufn Autos und abgefahren riesigen Wohnungen bzw. Büros! Ist dieser
Film nicht eine schamlos politische Angeberei der Bourgeoisie, die uns
veräppelnd noch ins Gesicht säuselt, dass sie sich Playrooms für perverse
Spielchen (2) leisten können und WIR nicht? Man sollte wirklich aufbegehren,
gegen so viel schamlos beschriebenen Kapitalismus!

(2) naja, angeblich perverse Spielchen. Eher also Softcore-Erotikspiel mit
ein bisschen BDSM. Wer gehofft hat, der Film würde aus dem Vollen schöpfen,
wird sich wohl enttäuschen lassen müssen, wie ich schon voraus-erspüre. Aber
nicht, dass die Buchvorlage auch so arg viel mehr hergegeben hätte.

Ich finde, wir sollten E.L. James schreiben! Gegen schamlos zur Schau
gestellten Großkapitalismus in der Prosa auf die Barrikaden gehen und
verlangen, dass in den 57698386756 Folgebüchern der liebe Herr Grey total
enteignet als Mitarbeiter einer Fastfood-Kette seinen Lohn schuftend selbst
erarbeiten muß. Und seine liebe Anastasia mit drölfzig Kindern daheim Töpfe
jongliert. Meinetwegen dürfen die dann immer noch in der Besenkammer
rumbondagen!

Gibt nochn Problem, meine lieben Geschlechtsgenossen: die reiche Sixpack
Mausefalle im Film könnte den Neid und die Mißgunst aller Echtweltmänner
erregen! Und noch mehr saure Gurkenzeit, wenn man(n) sich umschaut, und
die vielen anhimmelnden Faninnen bemerkt, die tapfer literarische Güte
und Tiefgründigkeit ignorierend dennoch einem scheinbar idealen Homunculus
eroticus hinterherhecheln! Also liebe Weiblichkeit, wer wirklich Sixpack
und Good Looks braucht, der schaut sich rechtschaffene Comic-Helden an,
denn die fighten wenigstens für das Gute! (und sind daher moralisch sehr
in Ordnung, you know?!)

Tom’s Meinung

“Nein!”