Monthly Archives: February 2016

Dont forget: Train your Brain, too.

Sehr geehrte Damen und Herren aller möglichen sportlichen
Betätigungen,

ich finde es dufte, dass Sie alle Ihre Körper zu Hochleistung
formen und dem gängigen Schönheitsideal entsprechen möchten;
ebenso ist es sicher sinnvoll, auch der Gesundheit wegen,
seine Muskeln, seine Ausdauer und wat-nich-noch-alles zu
strapazieren.

Neusten Feldforschungen zufolge, die ich weit ausufernd in
sämtlichen Galaxien durchführte, ist jedoch der Kopf, das Hirn,
die Seele, die Psyche, die Intelligenz, die Empathie, die Ethik
und alles, was sich da Gutes bei dem einen oder anderen
verstecken mag, keinesfalls zu vernachlässigen. Es reicht
einfach nicht, beim Sport der Beste, Geilste, Tollste zu sein,
es ist ungenügend, nur das Fleisch zu bilden, aber den Geist
außer Acht zu lassen!

Sportler sind für mich nur dann wahre Könner, wenn sie es
schaffen, der Mitmenschlichkeit ein Gesicht zu geben, Respekt
gegenüber anderen haben, und sich bereiterklären, das Training
auf ihren Intellekt auszudehnen. Gerade Kampfsportler jeglicher
Farbschattierung brauchen Verantwortlichkeit, Altruismus,
Mitgefühl und vor allem den selbstverständlichen Wesenszug,
Schwächeren zu helfen und allen, die ihnen fremd sind, achtsam
zu begegnen.

Es ist zudem äußerst viel daran gelegen, modern übertriebene
Schönheitsideale oder sonstige schädliche Extremismen, was
Sport und Training anbelangt, bis aufs Blut zu bekämpfen. Hier
hat jeder Verantwortung, als Trainer schon gleich tausendfach,
vernünftig, balanciert und menschlich Sport zu treiben, oder
ihn anderen zu lehren.

Steht man angesichts der heutigen Gesellschaft auf verlorenem
Posten? Quellen die Fitness-Studios von Prolls und Assis
über? Findet man im Kampfsport nur Egoisten, Schläger, Angeber
und Scharlatane? Regiert das Geld den Sport? Strömen kritiklose
Massen zu In-Sportarten, werden dort mit falschen Wahrheiten
verantwortungslos zugeballert und eifern Vorbildern nach, deren
Echtwert nahezu gegen Null tendiert?

Abgesehen davon heißt das Credo für die Verständigen vielleicht:
entschleunige dich, homo sapiens, und habe Zeit zum Nachdenken.
Sammelt euch unter dem Banner der Guten Werte, grabt mal ein
wenig Literatur aus, wie gewisse sehr sinnige asiatische
Kampfsportler das alles sehen, und das Beste machen: nämlich
Kampfkunst mit einer positiven Philosophie verknüpfen, und
somit neben dem Body auch den Spirit weiterzubilden!

Mfg,
der mit dem Schwert tanzt

Panem et TV Circenses

Man weiß Bescheid, Dumpfbacken TV ist in, nicht nur bei denen, die es
nicht besser wissen, sondern auch bei solchen, die sich daran gerne
delektieren, in vollem Wissen, in den grausigen Abgrund menschlicher
Dummheit zu schauen. Es hat wohl seine Berechtigung, vielleicht als
pseudolegitim angelegte Lächerlichmachung der ohnehin schon großmäulig
Lächerlichen, also eine angeblich “gerechte” Strafe, konstruiert als
Dschungelcamp, oder Big Brother, in dem der Plebs dann fleissig
wählen darf, wer als nächstes beschämt zur Rechenschaft gebeten wird.
Gebt dem Volk den Anscheinshauch, sich an dümmlichen Arroganz-C-Promis
“rächen” zu können, die schockschwerenot gerade aufgrund ihrer
doofen, halbdoofen oder kalkuliert doofen Art ziemlich Kohle machen.

Was wirft man Heidi Klum vor? Schön, erfolgreich, jungen Maiden eine
tolle Berufschance gebend? Zumindest ist die Top(f)model-Show ihr
eigenes Königreich voller Selbstbeweihräucherung, mit Heerscharen an
weiblichen Günstlingen, die alle ihr Wohlwollen erringen wollen –
dabei zählt männliche Juror-Staffage keinen Meter, die Typen garnieren
unsere Heidi nur, der es wohl auch komplett ohne andere Darsteller
nie langweilig würde, mit sich und ihrem Spiegel. Die Show gesamt ist
der Ausbund an oberflächlicher Menschenprägung, wo jungen Frauen
beigebracht wird, dass Kleidung = Charakter, und alles unter 40 Kilo
grad noch akzeptabel. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass sämtliche
Zickenkriege der Mädels ohnehin reality-scripted sind.

Dschungelcamp, als Ekel-TV der Renner, ist die Arena der C- bis X-Promis,
in der das Volk entscheiden darf, wem es eins reinwürgt, garniert von
Moderatorenhäme und der einen oder anderen Zickerei der Kandidaten.
Alle wollen sich durch dieses Format den Einstieg in die Geldwert-
medienwelt erkaufen, im Hintergrund ausgefeilt vertraglich abgesichert.
Am Ende darf ein bäurischer Du-und-ich Typ siegen, die dicktittige
Vollbusigkeitsblondine ausstechend, die Gerechtigkeit, der Gemeinsinn
hat gesiegt.

Auch Dieter Bohlensche Sangeswettbewerbe zeichnen sich nur durch eins
aus: es werden Menschen absichtlich zugelassen, deren Talent meilenweit
im Nichts zu suchen wäre, Leute dürfen auf die Bühne schlappen, in
selbstverblendeter Hoffnung, die niemals auch nur im Ansatz nicht
durch die laxesten Sicherheitskontrollen in Sangestalentistan ge-
kommen wären. Alles nur mit einem Zweck: sie der Lächerlichkeit und
der menschenverachtenden Häme preiszugeben. Dies ist wahrhaftige
TV-Bösheit, der grinsenden Masse hilflos-naive Dummchen und Dumpf-
backen zu präsentieren, die ungelenk den Affen machen, nur damit
Leute wie Bohlen sie mit verächtlichen Sprüchen torpedieren können.

Ja, ich weiß. Wegschalten. Nicht gucken. Ne Runde Naturdoku auf ARTE
zur Nervenberuhigung. Und die Tv-Manager predigen das Mantra: ja,
das machen die alles freiwillig, keiner zwingt sie dazu. Auf Ethos
in der Medienbranche zu pochen, scheint sich altbacken überlebt zu
haben. Anything goes, so it seems. Ein Trend, der die Verrohung
der Gesellschaft deutlich vorzeichnet.