Monthly Archives: August 2016

Rittertugend Bullshitter im Historischen Fechten

Um das mal zu vertiefen, ich lese ja eifrig historische Fechtforen, beispielsweise
das von ars gladii. Dort treten ja sämtliche Spielarten von Menschoiden auf, die
meinen, ihre Weisheit unters Volk bringen zu müssen. Teilweise Esoteriker, dann
wieder Mittelalter-Reenacter, die eine ganze Wagenladung Rittertugend Roleplay
absülzen. Auch schwergewichtige Namen der HEMA-Szene, die nimmer müde werdend ihre
DVDs promoten, und ansonsten Stein und Bein auf die magische Kraft schwören, dass
Schwertkampf den Charakter so unglaublich bessern kann.

Was am Ende des Tages übrig blieb?

Genau die gleichen Beschwörer aller Tugenden, wie etwa Loyalität, Ehrlichkeit und
Respekt vor anderen, findet man dann beispielsweise auf hroarr wieder, wie sie
unter den Artikel eines wohl nicht mehr befreundeten Fechtkollegen wieder und
wieder bullshitten, mit gewählten Worten, dass derlei Geschriebenes Blödsinn sei,
ohne Grundlage, es alle bereits wüßten etc. p.p. Nicht weit her mit einem Credo
des hohen Geistes, der auch Kritik so sachlich wie möglich anbringt, und das auch
in gerüttelt Augenmaß und nicht immer wieder, wie ein zänkisches Weib, das jede
Glaubwürdigkeit des anderen bis in den Grundboden torpedieren will.

Abgesehen davon, jeder verdammten Sportart kann ich edle Tugenden andichten, selbst
beim Badminton oder Frisbee kann ich nen Ritter spielen, auf meinen Mitspieler
Rücksicht nehmen, und meinen Charakter sagenhaft weiterentwickeln, mit grandioser
Empathie drauf achtend, dass mein Gegenüber die Frisbee Scheibe nich gezielt inne
Futterluke gebrezelt bekommt. Also was soll der romantisierende Superunfug? Dass
kommerzielle Fechtschulen mit sowas werben, damit auch der letzte schleimige
Manager mal schnaggelt, dass er im Seminar mit seinen Kollegen die wunderbare Welt
des Zusammenarbeitens entdeckt, halte ich für gegeben, die wollen ja was verkaufn.
Werdet Helden, berufliche Supermenschen, soziale Megagutmenschenwunder, alleinig
durch ein bissle Schwertschwingen!

Ich würd da gerne echt mal die Kühe im Dorf lassen, und net auf die Alm treiben,
mit irgendwelchen hochtrabenden Verhaltenscodizes, Dresscodes oder dem unablässigen
Daraufhinweisen, dass Schwertkampf ja ne so ernsthaft tödliche Sache sei, mit
Respekt vor der Klinge, dem Hallenboden, den Turnmatten, der Türklingel und
dem nach Reinigungsmittel stinkenden Schwertputzlappen. Irgendwann ischs halt mal
echt gut mit dem Gesülze. Vor allem dann, wenns im Historischen Fechten genug
arrogante Bullshitter und Verbalauskotzer gibt, dann wieder totally mindless
Haudrauftypen und geldgeile Blender, die Schwertkampf-Zen, Bühnenchoreografie,
oder endlos martialischen Total-Extreme-Fight zu verkaufen suchen.

Dangerous Times?

Irgendwo hatt ich da mal was dazu getippelt. Eine Veränderung, eine Verrohung der
Gesellschaft findet statt. Rein subjektiv von mir beobachtet, an dem Ort, an dem
ich lebe, teilweise in meiner direkten Anwesenheit mitbekommen. Dinge, die früher
einfach nie vorgekommen sind. Dinge, die vielleicht andere als Pipifax bezeichnen,
die ich aber als Anzeichen sehe, für vielleicht zukünftig Schlimmeres. Wobei ich
absolut ausschließen kann, dass ich Auslöser derlei Geschehnisse bin. Es handelt
sich um Verbalaggro oder Verhalten von außen. Man fragt sich, was da noch kommt.

Beispiele?

Rentner, die einen blöd anquatschen, weil man in der proppevollen
Bahn am Ausgang steht, aber eigentlich so, dass da noch ein t34/85 Tank dran
vorbeipassen würde. Mir nie passiert, in all den Jahren auf diesem Erdenrund,
in denen ich routinemässig an Türen rumstehe, in Straßenbahnen, oder sonstwo.

Schmähende Kurztextereien, aus einem offenen Fenster der Nachbarschaft, entgegen-
gerufen. Brüllt man dann saftig was zurück, fallen schnell die Fenster zu. Gerade
der Massenwohnblock, der in all den Jahren völlig unauffällig war.

Nächtliche Schlägereien in der Straba, kurz, heftig, zwischen Jugendlichen, nicht
der Rede wert? Doch scheinbar ja, keiner fühlt sich zuständig, Strabafahrer
sagt wörtlich, es ist nicht sein Business, Mitfahrende schauen betroffen,
Jugendliche lärmen wie Hölle, keiner macht was.

Im Sportclub ein wildfremder Typ ausm Brazilian Jiu Jitsu, der einen dumm von
der Seite anquatscht, den man nicht mal kennt, mit dessen Abteilung man nie
was zu tun hatte.

Nun ists insgesamt nicht so, dass ich ein zartes Pflänzlein wäre, das ne Opferaura
ausstrahlt, eigentlich bin ich ja ein big great Wonneproppen-Bär mit meistenteils
recht grimmiger Miene, der auch öfters mal gedankenversunken his own business
minded. Und in der Vergangenheit wars immer so, dass ich angenehm durch die
Gesellschaft gewandelt bin, ruhig, friedlich, harmonisch, und eigentlich auch
recht zufrieden. Nie quatschte mich jemand blöd an, nie gab es irgendwelche
Vorkommnisse, und ich war auch genauso oft unterwegs. Irgendwas ist da, in
dieser Gesellschaft, denn ich habe mich nicht verändert.

So what?! wird der kundige Menschenerfahrene sagen, ist doch alles ne einzige
Nichtigkeit, über der man stehen sollte. Gut, gut, sage ich, aber ich bin
sensitiv genug, derartige Microerschütterungen der Macht dennoch wahrzunehmen,
und wundere mich darüber, dass meine Jedi-Wonneproppen-you-dont-talk-shit-to-me
Aura nimmer wirkt. Durchaus habe ich den Eindruck, dass immer mehr questionable
Zweibeiner meinen, es sich erlauben zu können, mich blöd anzuquatschen. Und
das bereitet mir Sorge. Denn mein Pazifismus-Gen tritt immer häufiger beiseite,
und ich geige denen die Meinung, durchaus auch mal mit gebührender Deftigkeit.

Crazy Times!

Haha, vollmundig vom Surface geschwärmt, Android Tablets für
gut befunden, und was hab ich mir dann doch gekauft: nen
Ipad Pro. Hab ich sie denn noch alle? Bin ich völlig dem
Apple Kult verfallen? Wie kams, wie kommts, wo solls denn
nun hingehen?

Zum einen ists ne sichere Entscheidung, denn ich verlasse
mich auf Apples Build Quality für teuer Kohle. Im Gegensatz
dazu verfolgen mich die Berichte der Surface Besitzer, auch
und grade diejenigen des SP4 so ziemlich, Sleep of Death
nur eines der Schreckgespenster, die Win10 mit Microsoft
Hardware anscheinend noch plagen. Für noch teuer Geld wollt
ich den Sprung dann doch nicht wagen, schon und vor allem,
weil ein Apple Shop in relativer Umgebungsnähe mehr Gold
wert ist bei Reklamationen als irgendeine MS Zentrale
irgendwo in Germanien.

Am Ende wollt ichn 10 Zoll Tablet, und Samsung konnte nicht
die Specs liefern, die ich wollte. Easy as that. Ich gab
denen, und auch Microsoft, genug Zeit, mir was anzubieten.
Tja, Pech gehabt, irgendwann hab ich das Warten satt und
will was in den Händen halten. Mit genug Akku Laufzeit,
nem feinen Digital Pen/Pencil/Stylus. Und bitte auch einem
Betriebssystem, das stabil genug meine Wünsche erfüllt.

Die Kompromisse des walled garden sind mir mittlerweile klar,
und auf einem 10 Zoll Tablet werd ich auch keine 9 Myriaden
GB großen Excel Sheets bearbeiten, geschweigedenn ausdehnende
Fotobearbeitung versuchen. Itunes mag nen Schrecknis sein,
ich verlege mich auf diverse Funktransfermöglichkeiten,
und maybe sogar Dropbox für security-unkritische Dokumente.
Who knows? Explore the Possibilities! Erst mal dann den
Appstore plündern!

Nach wie vor bleibe ich ein glühender Fan des Surface Pro
Konzepts und vertröste mich auf das SP5 oder eher SP6
oder vielleicht SP7, dann aber maybe doch ein Surface Book
2 oder 3, denn ein 10 Zoll Tablet besitze ich bereits!
Interessant wird das alles, wenn Windows 10 Software
bugbereinigt denn auch mal auf Microsofts ebenso fehler-
bereinigter Haushardware stabil daherbrummt.

All Hail Patty!

Terror Duo – now only Uno?

oder

Ode an Patty!

dear nsa and bnd, it is not real terror, but a juxgruppe
of historisches fechten. terror in this case means
unangepaßtheit, wilde freiheit, spaß, freude, nonsense,
and fighting against the ernsthafte null-spaßversteher
gesellschaft of the world.

Kaum schaut man sich um, laufen gewisse Ultimaten ab, und es
scheint, als würde man alleine dastehen. Fix und fertig,
umringt von vielen, die einfach so anders sind als man selbst.
Und so manches Mal sehr gegensätzlich. Bäm, macht es, Patty
has left the Building. Und aus ihrer Sicht zurecht.

Ich werde die Zeiten vermissen, da wir gemeinsam juxalberten,
und wohl allen tierisch auf die Nerven gingen, den Ruf
beschädigten, so richtig unhaltbare Negativzerstörer waren,
die das ganze Projekt in den Untergang zu ziehen drohten,
schlechten Eindruck auf alle Anfänger machend, sich um nichts
scherend, nicht einmal um den so wertvollen Autoritätsanspruch
der bestimmenden Klasse.

Der Traum des Schwertes ausgeträumt? Mitnichten. Patty und
ich, der ich verbleibe an dem bestimmten Ort, wir werden uns
immer noch treffen, wild schwertschwingend, woanders, der
glücklichen Vergangenheit gedenkend, als das bedeutsame Foto
gemacht wurde, damals, als 13 Leute voller Idealismus noch
lächelten. Zeiten ändern sich, und wohl auch mich und dich.
Ich selbst verbeiße mich am Traum des Schwertes und bleibe ein
Terrorfels in der Brandung, ruhig, zu ruhig, des Gegenparts
beraubt, der es nicht mehr ertrug, und stolzfrei seine 10 Punkte
Gründe anführte, warum es nötig war, zu gehen, an anderem Orte
glücklicher werdend.

Wer auch immer regiert und sich grenzenloses Prestige erhofft,
I dont care. Wie ein alter, weiser Zen Meister will ich mich
dem Schwert widmen, das für mich tauglich Machbare sehr gerne
praktizieren, mich nicht anderer Sicht verschließen, doch
melancholisch an jene denken, die ich vermisse, und sonst neue
Bande zu denen knüpfen, die meiner Art und Ethik so gänzlich zu
entsprechen vermögen.

Patty hat Rückgrat, Patty ist wild und frei, Patty ist nicht
verlogen oder hinterfotzig, Patty ist loyal. Dies alles gilt
es zu ehren, nach wie vor, und ich werde niemandem zustimmen,
der Schlechtes über sie redet. Und wie sich schon so oft
herausstellte, hat Patty so ziemlich oft recht, ein gutes
Gespür, auch wenn sie anderes viel zu eng sieht, viel zu
unnachgiebig, zu unduldsam, aber so isse halt. Die badische
Kampfsau!

Ich existiere also nun in zwei Welten, der von Patty, und
der anderen. Werde nicht vermitteln, das ist nicht meine
Aufgabe, aber von beiden versuchen, das Beste für mich zu
reklamieren. Stille Rebellion, nachdenkliche Standhaftigkeit,
und eine schließlich aus allen Erfahrungen jederzeit aktivierbare
Wehrhaftigkeit ist mir zu eigen. Denn irgendwann merkts auch
der friedlichste Aktivist: machste nix, machen alle anderen
umso mehr.

Fechten mit scharfen Waffen

Der neuste Trend scheint das macho-männliche Maximum im
historischen Fechten (und auch bei sämtlichen Vollkontakt
Afficionados auch wikingerhafter Ausprägung) nennt sich:

… Fechten mit scharfen Klingen/Waffen!

Die einen wähnen sich on the Top of all intellektueller als
auch physischer Finesse und betonen unablässig, wieviel Skill
es braucht, so etwas denn mal durchzuführen, die anderen
reklamieren nur echtes Fightertum, gorillabrüllig die
Hardest in the Garden mimen wollend.

Sagt ja niemand was gegen Technikübungen, mit Schutzausrüstung.
In variablem Tempo unter erfahrenen Leuten scheint das alles
kein Thema zu sein. Doch vermeint man auch den Wunsch nach
Sparring mit scharfen Waffen zu vernehmen, mit wenig Schutz-
kleidung, und das halte ich, egal, wer es denn macht, für
mehr als nachlässig. Denn egal wie top jemand ist, wie hoch
in der Prestigeleiter des historischen Fechtens gediehen, er
wird Fehler machen, sieht man an unendlich vielen Vorfällen
in anderen Sportarten, wo dumme Zufälle oder Unachtsamkeiten
unabsichtlich Böses verursacht haben!

Ich gestehe, der Gedanke, beispielsweise scharf geschliffene
Schwerter in Aktion zu erleben, ist ein interessanter, schon
allein, um neue Erkenntnisse zu sammeln. Doch ohne Schutz,
oder nur mit geringem, setzt man seine Gesundheit aufs Spiel,
egal, wie gut man ist. Und wenn es historische Fechter gibt,
die propagieren, dass man ohne Schutz besser ficht, muss ich
dazu sagen, dass man auch mit Schutzkleidung einige Anstrengung
darauf verwendet werden kann, sauber und akkurat zu fechten.
Ich sehe auch keine Notwendigkeit, sich dem Risiko vergangener
Zeit freiwillig auszusetzen, schon allein, weil wir heute
leben und wohl auch sportliche Ziele, und keine kriegerischen
mehr verfolgen.

Boob Streamer!

Katholisch unschuldig und völlig unbedarft tummelte ich mich
in keusch frömmiger Freude im Netz und entdeckte … das
ABSOLUTE SCHMUDDLIGE SÜNDENPFUHL SKANDÄLCHEN 2016:

… die sogenannte Boob Streamer!

Naja, man richtet sich auf Menschinnen ein, die ein Interesse
am Computergaming besitzen. Diese, so wie ihre männlichen
Counterparts, streamen ihre spielerischen Erfolge ins Netz.
Soweit die absolut unbedenkliche Theorie.

Doch plötzlich gehts nicht mehr um Gaming, sondern um das
mehr oder weniger zarte Persönchen mit den Riesentitten,
die szenetechnisch gut mit mehr als maximal ausgeschnittenen
Tops präsentiert werden, eine Boob-Show par excellence. Das
an sich ist ja nix Schlimmes, denn: make love, not war.
Und für alle Gucker ists auch, wenns ästhetisch gemacht ist,
ne Supersache. Doch …

Im Medium Streaming, unter dem Titel des Computergaming, laufen
da linkisch lächerliche Pseudoerotikshows ab, die eigentlich nicht
mehr zeigen als eng/knapp bekleidete Weibchen, die auf
“Kundenwunsch” auch mal gerne hektische Gymnastikübungen vor
der Webcam machen, um zu zeigen, was Gravitatio und Motio mit
den geschätzten Big Boobs denn so anstellt. Komplette Nacktheit
gibts da natürlich nie, alles verläuft an einer vielleicht
genau kalkulierten Minimum-Schamgrenze, damit der Streaming
Anbieter sie auch ja nicht aus ihrem … und nu kommts:
lukrativen Geschäft wirft!

Wie bei allem im Leben: es steckt Kohle dahinter. Boob Streamer
lassen sich nämlich gerne, wie man wohl bei einigen Services
kann, Donations geben, also monetäre Geschenke, ein Schelm, wer
da ans professionelle Erotikgewerbe denkt. Die plakatieren
das wenigstens auch folgerichtig als Erotik/Sex-Show. Was wir
am Ende im Boob Streaming ham, sind unter anderem manga-
geschmickte Fake-Zockerweibchen, die ihre dicken Titten
routinemässig in die Webcam hängen. Also, können und dürfen
sie ja, aber bitte dann korrekt etikettiert, nicht mit dem
Medium Computergames verbunden, und auf irgendeinem Service,
wo dann auch die Kundschaft zum Geldverdienen paßt.