Geiles Freefight Gekloppe

Man gehe her und gebe den Fechtenden eine Summe Anweisungen, lege jenen ans Herz,
es wären Vorübungen zum leichten Sparring, und lasse sie machen. Die Verständigen
beherzigen das Reglement, versuchen, dies in der Schnelle, die beide für gut
befinden, umzusetzen und der Rest der Bande …

… SCHNETZELT EINFACH DRAUFLOS!

Ich übertreibe gern. Aber nein, ist was Wahres dran, denn jede Übung, die an den
Freikampf ranführen soll und den Leuten zu wenig Rahmen bietet, oder sie mit
einem Skillset ausstattet, das sie überfordert, muss scheitern oder sogar
gefährlich werden. Denn manche wollen gewinnen, ob nun Pro oder Anfänger, die
haun halt drauf, halten sich nicht an die Vorgaben. Wiederum andere sind so
unbeherrscht, dass sie, selbst wenns ohne Maske langsam zur Sache geht, sie
immer wieder selbst die Geschwindigkeit erhöhen, und so den Trainingspartner
gefährden.

Die Lösung?

Wirklich primitiv und scheinbar langweilig ein ultrabegrenztes Regelset, als
Basis und Aufbauplattform: der eine macht den Oberhau, der andere muss twerhaun,
und ihn treffen. mehr nicht. einfach sowas. kraft & geschwindigkeit erforschen,
geeignete Teilschutzkleidung, langweilenderweise auch nicht einfach nur ein
bissle, sondern richtig lange ein solches Erproben. Das Regelset der Meisterhaue
zum Angriff und zur Verteidigung läßt sich so aufbauen, peinlich genau darauf
achtend, dass man wirklich nichts anderes anwenden soll, als nur jene Häue.

Gebe ich Leuten aber die simple Anweisung, “einfach mal die Grundschule (1) im
leichten Sparring zu erproben”, sehe ich darin zumindest eine Überforderung
aller Anfänger, und sogar jener Fortgeschrittener, die mit Sparring bisher
wenig am Hut hatten. Ebenso geht mir “Attacker 2 Angriffe, Defender 2 Blocks,
Attacker zieht ab, Defender darf noch einmal nachhauen” ein wenig zu schnell
zu weit, schon und vor allem, wenn mir vorher primitive Vorübungen wie ich
sie obig beschrieb, fehlen. Machen kann mans sicher, und ein Weltuntergang
isses auch nicht, aber die Gefährdungspotentiale bei Egosüchtigen und
Anfängern, die ihre Kraft nicht managen können, sehe ich halt doch sehr.

(1) alle Huten und Häue, keine Meisterhaue

Bin auch sehr dafür, die Leute genau zu beobachten. Geschwindigkeit rauszunehmen,
das eigene Ego mal bei allen ein wenig zu stutzen, und gemeinschaftlich was
zu bewegen. Jeder von uns sollte sich bezähmen, so genau wie möglich die Techniken
umsetzen, selbst mit Schutzkleidung, akkurat und vor allem jederzeit in Kontrolle
der eigenen Kräfte. Der Schutz des Trainingspartners ist oberste Objektive. Alles
in allem kann man auch “nen Punkt machen”, ohne dem anderen so dermassen derb
gegen den Helm zu scheppern, dass der sich wie ne Großglocke in ner antiken Kirche
fühlt. Im Übrigen, stur und starr mit der Klinge turbostechern ist saugefährlich,
oder unüberlegt einfach das Ding mit aller Macht Richtung Trainingspartner zu
wuchten, auch der hat, egal wieviel er drauf hat, vielleicht mal nen bad Hair Day,
und das Ding dann pieksend vor den Eingweiden. Achtsamkeit, liebe Leute, das
wünsche ich mir von uns allen!

Manchmal denke ich mir, dass es eine gute Idee wäre, Sparring und Freikampf nur mit
jenen zu versuchen, von denen ich sicher weiß, wie sie drauf sind, was sie vor
allem können, und die alles in allem ne klasse Einstellung zum Schwertkampf bzw.
auch zu Menschen haben. Eine Selektion, die in einer Sportgruppe schurkisch
antisozial wäre? Oder reiner Selbstschutz?

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About sovalkon

I am the Grey Knight.

Posted on June 24, 2017, in Historical Fencing and tagged , , , . Bookmark the permalink. Leave a comment.

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