Hinführung an den Freikampf

sodele. will ich mal ein endlos theoretisches thesenpapier versuchen, das
eine graduelle annäherung an das komplexe dingens namens freikampf bzw.
sparring darstellt. a work in progress.

—> fitness und kampfdrills zum aufbau derselben in beweglichkeit und
kraft sind nicht gegenstand des thesenpapiers. es wird davon ausgegangen,
dass alle trainierenden ohnehin im rahmen ihrer möglichkeiten daran
arbeiten.

1.) technik

die huten ochs und pflug: der trainierende muss gegen langsam und schwache
bis hinzu schnellen und starken hauen beweisen, dass er die huten ochs
und pflug stabil zum block nutzen kann, der ort seines schwertes muss
dabei immer auf den gegner zeigen.

die meisterhaue: der trainierende muss gegen langsame und schwache bis
hin zu schnellen und starken hauen darlegen, dass er die meisterhaue
gemäss ihrer praktischen anwendung sicher mit oder ohne treffer anbringen
kann. (twerhau gegen oberhau, krump gegen zorn etc.)

alle übungen haben die natürliche progression von langsam und mit wenig
kraft bis hin zu schnell und mit kraft. dabei wird spätestens ab mittleren
geschwindigkeiten genug schutzausrüstung getragen.

—> alle trainierenden müssen darlegen, dass sie in hau als auch stich
nicht nur schnelligkeit und kraft beweisen, sondern auch präzision und
kontrollierte powerdosis.

—> alle trainierenden versuchen, die körpersprache des anderen zu lesen,
und in bezug auf meisterhaue oder haue an sich immer die richtige “antwort”
auf den angriff zu finden.

—> beseitigung von parasitären bewegungen. technik ökonomie und effizienz.

2.) limitierter freikampf mit festen instruktionen bzw. regelsets

[alle übungen erst langsam, dann graduell schneller. ab gewissem niveau
schutzausrüstung anpassen und erweitern]

vorübungen:

ein fechter muss versuchen, die maske des anderen durch einen
hau zu treffen. der andere muss ausweichen, darf nicht parieren. verhaut man
sich bzw. trifft man, zurück in die ausgangsstellung, weite mensur. ohne
raumbewegung, mit fechtschritten vor und zurück. mit raumbewegung: der
passive fechter umkreist den aktiven in verschiedenen, wechselnden abständen.

aufbauend auf obiges. parade des angegriffenen gestattet.
durch huten ochs und pflug. wiederholen mit stichen, dafür ist unter
umständen mehr schutzausrüstung notwendig, falls andere trefferzonen
als nur die maske gestattet sind.

ein fechter bewegt sich frei im raum, darf durch verschiedene fechschritte
ausweichen, der andere muss ihn treffen, vorzugsweise wieder fechtmaske als
trefferpunkt. distanzüberwindung schulen. distanzen einschätzen und erkennen.

übungen:

übung im raum: ein meisterhau für beide fechter gestattet. zornhau eignet sich
gut. freie bewegung im raum. trifft man, zurück in startposition, weite mensur.

alle weiteren übungen haben einen gänzlich neuen meisterhau als einzige angriffsmethode.
beide greifen sich an, nutzen den meisterhau, soweit möglich, auch als indes defensive.

danach erweiterung des regelsets. beispielsweise sind zwei meisterhaue zum angriff
und zur indes defensive erlaubt.

erweiterung des regelsets: jeder eigene angriff muss mit einer weiteren aktion
als “deckung” begleitet sein. sei es, man vollführt einen zornhau, entfernt sich
dann vom gegner, geht dabei in den hanged ort, bzw. pflug oder ochs. die
methode des sogenannten “abzugs”. suche ich nach meinem hau den kontakt zur
partnerklinge? ist es sinnvoll, das zu tun? eine art bindung zur eigenen
sicherheit aufrechterhalten?

—> das phänomen des doppeltreffers. analyse, vermeidung, “sichere angriffe” vs
“risiko angriffe”

—> vorüberlegung: möglicherweise sinnvoll, derlei vorgehen ohne meisterhaue und
nur mit normalen hauen (oberhau, unterhau, eventuell stiche), erst danach meisterhaue.

—> das programmieren einer angriffs-sequenz? ausprobieren? nachteil: fehlende
flexibilität in dynamischer kampfsituation

3.) freikampf mit festgelegtem, limitiertem regelset – alle geschwindigkeiten

maximale schutzausrüstung. alle meisterhaue. alle huten. start in weiter mensur. nach
treffer stop, rückkehr zur mensur startstellung. alle trefferzonen erlaubt. peinlich
genaues achten darauf, dass ein treffer mit einer fechttaktion errungen wurde. mit
ringrichter? graduelles steigern der geschwindigkeiten. zuerst kein halbschwert,
kein nahkampf, später addition desselben.

—> these: sind meisterhaue völlig ausreichend, einen kampf zu bestreiten? zum angriff,
als auch zur indes-defensive?

—> verteilung von rollen: einer ist der aggressor, der andere defensiv. verschiedene
runden. tauschen der rollen. dann beide als aggressor. wer wird belohnt, wer wird
bestraft?

—> tricks, körpersprache manipulation, finten.

—> modifikation: nur fechtmaske ist als trefferzone erlaubt. einschränkung der
trefferzone läßt weniger schutzausrüstung zu, aber auch nur bei entsprechend
erfahrenen trainierenden, das minimum handschuhe – fechtmaske sollte nie unterschritten
werden

4.) freikampf ohne regelset – alle geschwindigkeiten/kraftanwendungen

das ziel der reise.

—> auswahl von fechterischen techniken aus dem wissenspool für die eigene kampfstrategie,
das eigene “skillset” wird definiert und erweitert. was klappt? was liegt mir? was nicht?

—> das eigene ego im kampf. psychologie und kampfstrategie.

—> die eigene körperliche fitness im freikampf. ausdauer, kraft, geschwindigkeit.
analyse, verbesserungsmöglichkeiten, kompensationsmöglichkeiten eigener defizite

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Posted on November 3, 2017, in Schwertkampf and tagged , , , , . Bookmark the permalink. Comments Off on Hinführung an den Freikampf.

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