How to make a Schwertkampf Verein

ginge man vermutlich mit dem gedanken schwanger, einen verein des historischen
fechtens zu gründen, gäbe es mitunter horrend viele dinge zu beachten. hier
einmal mein brainstorming zum thema, wild ungeordnet und eher nicht die
legalismen und prozeduren der jurisdiktion beachtend, die lassen sich ja
durchaus nachlesen an mannigfaltigem ort.

zuerst einmal ist am allerwichtigsten, sich trainer zu suchen, viel besser noch:
sie zu haben und sie in dieses amt zu befördern, wenn sie es denn wünschen.
jemanden dazu zu verdonnern oder zu überreden, wird grandios scheitern und böses
blut provozieren. man achte darauf, dass personen, die trainer werden wollen,
sich ihrer sozialen verantwortung mehr als bewußt sind, diese aufgrund starker
ethik auch konsequent ausüben und die richtigen moralischen einstellungen haben,
um dieses wichtige amt zu bekleiden. ein trainer muss immer ohr für seine
trainierenden haben, sich schützend vor sie stellen und bei allen konflikten
dauerpräsent gütliche, gerechte lösungen herbeiführen.

zuerst einmal muss ein neugeborener trainer, oder ein sanft erfahrener
oder auch selbst ein alter hase, wissen, worauf er sich einläßt, denn es kommt
sicher ein gerüttelt maß an arbeit plus engagement auf ihn zu. zudem ist da
die frage der kompetenz: nicht nur im schwertkampf, sondern auch im sozialen
und sportpädagogischen. haben wir da defizite, wirds schwerer, mitunter lassen
sich wissenslücken auch stopfen, aber dies muss entsprechend hurtig passieren.
leidenschaft fürs hobby dazu eine menge charisma, sind jedoch die optimalen
starteigenschaften.

wie trainer sein sollen, hatte ich an anderer stelle schon einmal beschrieben,
hervorzuheben gibt es aber die feinen charakterlichen züge, die einen trainer
zur wahren exzellenz erheben: ein festes ethisches gerüst, das ihn befähigt,
kritik anzunehmen, selbstlos zu lehren und gerecht an konflikte heranzugehen.
sicherlich helfen rhetorisches talent, charisma und witz, die soziale
dynamik positiv zu befeuern. unbedingter wille, sich fortzuentwickeln und
ebenso seine schüler, leidenschaft und einsatzbereitschaft, dazu noch das
ansinnen, als anführer andere anführer heranzubilden, zeichnen einen trainer
aus, der sich nicht feiern lassen muss, der keinen kult um sich herum braucht,
sondern demütig sich an dem freut, was seine schüler tun, und dann das
höchste lob erhält, wenn sie ihn irgendwann einmal sogar übertreffen.

frische vereine oder gruppen brauchen einen lehrplan, ein curriculum, das muss
sicherlich auch getestet werden. dazu ist es sinnvoll, erst einmal unter sich
ein jahr durchzuprobieren und dann einen jahresplan des lehrens zu erstellen.
komplett mit anfänger und fortgeschrittenen aspekten. dies muss getestet
werden. man einige sich auch auf folgendes: will man basisdemokratie, dann
dauert alles länger oder verfügt man, dass ein trainerteam alles, im sinne
der trainierenden, entscheidet?

werbung, presse, öffentlichkeitsarbeit, so denn von allen, oder auch nur einigen,
gewollt, gewünscht und mitgemacht, muss solange ruhen, bis man einen stabilen
lehrplan mit trainereinteilung hat, damit jeder trainer, wenn er nicht aufm plan
steht, selbst trainieren kann, und auch seine wohlverdiente free time hat. man
merke auf: curriculum und einsatzplan sind zu erstellen und durchzuplanen,
wohl denen, die leute bei sich haben, die das exzellent können, aufgrund ihrer
berufserfahrung beispielsweise.

bevor man irgendwelche t-shirts mit eigenem emblem druckt, fahnen rumschwenkt,
grandiose pläne für auftritte schmiedet oder fechtturniere ausruft, muss sehr
viel an hintergrundarbeit geleistet werden. interpretationen für quellentexte
müssen untereinander abgestimmt, dann eine gültige version vorgestellt werden.
es ist festzulegen, wieviele waffengattungen man haben mag. alle, nur eine,
oder sorgsam ausgewählte. wer hier den trainierenden und ihren wünschen schroff
übers maul fährt, und beispielsweise einen teilaspekt überbewertet, während
andere im stich gelassen werden, wird sehen, dass sich unmut entwickelt und
bei sturer beibehaltung ohne demokratischen einfluß mitglieder verschwinden,
und zwar auf ewig.

ein verein bietet platz für viele interessen. manche wollen nur techniken lernen,
andere sich in turnieren die köpfe einkloppen lassen, wieder welche wollen
zarten, regelorientierten freikampf mit maximaler sicherheit. wer hier selbst-
herrlich beschränkungen und zwang einführt, andere einstellungen geringschätzt,
ausgrenzt oder sogar diskriminiert, steuert schnell auf einen toxischen verein
zu, in dem schnell bald niemand mehr sein will. vereinsleben muss platz für
jedes tierchen und plaisierchen haben, allein dadurch entstehen wunderbare
synergien, in denen dann gar entzückendes passieren kann: ein techniker wagt
sich in den freikampf, vertrauend und sicher, ein turnierklopper entdeckt den
befreienden zen buddhismus der formübung. alles drin, alles dran, jeder
zufrieden, alle willkommen. positiv und inklusiv. das gleiche gilt übrigens
für die thematik der unterschiedlichen sportlichkeit der trainierenden.
sanfte sinnvolle förderung und kameradschaft konstruieren einen lebendigen,
dauerhaften verein!

man stelle an die eigenen schäfchen auch keine überzogenen ansprüche, messe
sie nicht am eigenen engagement und fördere ohne diskriminierung jeden nach
seinem wunsch. wer oft kommt, über den freut man sich, wer wenig dabei ist,
den motiviert man, freut sich ebenso, wer gar nicht kommt, mag eben nimmer.
selbstkritik darf sicher sein, aber gleichmütige akzeptanz ist ebenso wertvoll.
und am ende ists eben so: wenn niemand ne party organisieren kann, ist das
die aufgabe des trainerteams. wobei ich mir bei gesunder sozialdynamik im
vereinsleben nicht vorstellen kann, dass da jemand nicht mithelfen würde.

sicherheit ist ein allgegenwärtiges thema im schwertkampf. wer da nicht mit
gutem beispiel vorangeht, wer da andere mit validen bedenken als ängstlich
bezeichnet, einen falschen, gefährlichen machismo pflegt, steuert auf eine
historie der verletzungen zu und verliert das vertrauen in den augen seiner
schüler. hier gibt es keine kompromisse, keine experimente, sondern nur
gesunden menschenverstand mit einer verpflichtenden verantwortung, dass man
alles tut, um jedem trainierenden ein so gefahrfreies ambiete wie möglich
zu bieten. fehler und unfälle können passieren, aber man hat die verdammte
pflicht, sie nahe der 01 prozentchance zu halten. dies gilt in jedem fall
auch für übende, die zu rabiat zu werke gehen, die als anfänger vielleicht
keine erfahrung mit dem krafthaushalt haben, sonstige psychischen probleme
ihr eigen nennen oder ein falsch verstandenes leistungsdenken zu eigenem
egoboost an den tag legen. der trainer muss hier einschreiten! autorität
gerechter manier walten lassen und genau prüfen, aufmerksam sein, verbieten
oder gestatten, verändern und steuern. tut er dies mangelhaft bis garnicht,
ist das rezept für desaster vorprogrammiert!

Advertisements

About sovalkon

I am the Grey Knight.

Posted on July 9, 2018, in Schwertkampf and tagged , , , . Bookmark the permalink. Comments Off on How to make a Schwertkampf Verein.

Comments are closed.

%d bloggers like this: