Monthly Archives: May 2019

Trau, schau, wem!

studiere ja heftig auch bissel twitter so nebenher. da gibt es sehr viele
meinungsäusserungen. mal mehr, mal weniger sinnvoll. dann auch wieder sehr
schnell in beschimpfungen und #whataboutism abgleitend. darf so sein, ob
es halt zu irgendwas führt, ist kaum abzuschätzen. jeder bleibt in seiner
filterblase und “hats dem anderen ordentlich verbal reingehauen”.

vielleicht sollte man in der schule das fach medienkompetenz einführen, um
jedem möglichst früh beizubringen, wie man mit #fakenews, politisch
motivierter #propaganda oder schnöd-verklausulierter #eigenwerbung fürs
nächste empörungsbuch umgeht.

finds immer ganz witzig, nachzuforschen, wer von wem gesponsert wird. follow
the money, my friends. machen wirs wie die mafia-bekämpfer. wo geld fließt,
und man die hintermänner einer medienplattform kennt, kann man schon ein
wenig darüber nachdenken, ob beispielsweise eine zeitung, die von jemandem
finanziert wird, wirklich kritisch sein kann, schon und vor allem unabhängig.

oder nehmen wir parteistrukturen. deren mitglieder sitzen auch in gremien,
befinden sich in entscheiderpositionen, oder haben einfluss auf geschriebenes,
gesendetes und digital getipptes. ein schelm, wer dabei denken könnte, dass
parteipolitische positionen auch so unters volk gestreut werden sollen.

schließlich darf man sich auch gerne allumfassend über jene informieren,
die sich öffentlich betätigen. gerne auch durch alle medien und quellen für
ein umfassendes bild. ist die person vorbelastet durch skandale? äußert
sie sich belegbar gegenteilig in gewissen zeitabständen? ist sie der lüge
überführt? welche kontakte gibt es? schwarze stellen in der biografie?

alles viel arbeit für ein bissle meinungsbildung. kann aber lohnen. niemand
kann aber alles erfahren. und so manches kann gefährlich nahe an “naja,
find ich sympathisch, glaub ich mal ohne prüfung” herankommen. vorsicht,
so manches mal lohnt ein wenig arbeit schon, um nicht nem cleveren
demagogen hinterherzurennen oder durch verdeckte extremisten hinters
licht geführt zu werdn…

Radikale!

ich hab ja fast böcke, eine neue rubrik “politik” zu eröffnen. na, mal
sehen. jedenfalls sieht man ja einige turbulenz innerhalb europas. besser
als stillstand oder stagnation? nujo, turbulenz artet gerne mal aus,
und instabilität hilft echt nicht weiter, macht auch einige dinge übler.
wie beispielsweise verbrechen oder radikale. die mögen sowas gerne.

insgesamt tät ichs gerne sehen, wenn wir alle von radikalität abrücken.
weder links-, noch rechtsradikalismus bieten lösungen, sondern schaffen
nur neue probleme. radikalität schafft gewalt, pauschalisiert gerne,
denkt niemals tief genug nach und kommt zu schlüssen, die uns schon
einige male in der menschheitsgeschichte an den rand des abgrunds führten.

viele locken an allen rändern mit einfachen lösungen. radikale bieten den
königsweg, den alle anderen wohl vergeblich suchen. und es ist herrlich
bequem, man hat eine möglichst homogene gruppe und übt in dieser radikales
aus, da man sicher ist, oder eher vermeintlich sicher, denn die anderen,
die feindlichen radikalen, hams ja doch auf einen abgesehen.

man vergißt: der teich der radikalen fischleins ist eben von diesen zahlreich
bevölkert. die einen hassen die anderen, jene wiederum diese und wieder nochn
paar alle anderen. ist die moderne welt nicht reich an radikalen gruppen,
für jeden geschmack was dabei, weltlich machtpolitisch oder eher geschichts-
leugnend national oder vielleicht doch religiös fanatisch?

kann man denn radikal “gut” sein? glaube nicht, denn “radikal” ist auch immer
schnell den abhang in richtung “extrem” runtergerollt. wie oft begaben sich
gedanken an die radix, die wurzel, suhlten sich in der einfachen schönheit,
um dann im verlauf ihrer eigenen geschichte zu etwas monströsem heranzuwachsen!

sind wohl viele menschen grad auf der suche nach einer politischen mitte,
jenseits von radikalem links oder rechts. dass dies im politischen hickhack
sehr schwierig sein kann, und etablierte parteien ihre wählerschaft, die sich
nach einer austarierten mitte sehnt, auch vor den kopf stossen, ist bedauerlich.
freuen sich die radikalen elemente, die kriegen dann von ner menge
enttäuschter zulauf. sollte man sich als “altpartei” selbst am kragen
packen und schauen, welche fehler man selbst all die jahre so gemacht hat.