Author Archives: sovalkon

Odins Nationalisten!

Also da gibts Leut im Internet …

Lendenschurz posierende Schwedenbarbarenwikingerspartaner, die grad
mal im Testosteronshop einkaufen waren und einem was anne Backe labern
vom Verfall der Werte, no homo, keine Pornos mehr gucken, degenerierte
Beta Männchen, und Adolf Hitlers Bart …

Anfänglich sinds ja wohlmeinende Naturgeister, denkt man, die sind halt
arg begeistert von ihrem Heimatland und diversen schmutzverkrusteten
Druidenhainen mit möglichst freizügig nordischen Paarungsgöttinnen. Aber
irgendwann kommt das Neofascho Gedöns mit der hässlichen Fratze umme
Ecke geschlichen, leider unterlegt mit manchmal gar nicht so schlechtem
Pagan Metal. All Hail, Odin! Ob der NSDAP Wähler geworden wäre?
Sicherlich nicht bei so ner Schrumpfgermanenbande von damals…

Ein gerüttelt Maß Sozialdarwinismus, Defend Europe, white Nationalism,
verpackt in überromantische Wikingerträume und the Glory of your own
Self. Ach, Brüderlichkeit wird beschworen (no homo (1)), und ein messianischer
Bekehrungsdrang aller dicken, unattraktiven Beta Männchen, die doch
eigentlich der Selektion anheimfallen sollen, die missioniert man doch
nicht?! Oh, maybe kann man sie aber umpolen: zu gnadenlosen Alpha
Männchen, Verstärkung für die eigene Armee im Kampf gegen die Invasions-
fluten der Muselmanen.

Feindbilder sind wichtig. Was wären die Wikinger ohne Feinde? Nüx. Was
wären die Nazis ohne gewesen? Arbeitslos. Also her mit den Muselmanen,
den gesichtslosen Massen, die anscheinend alle Europa zum Einsturz
bringen wollen, ja, auch kleine Kinder, die vorm Krieg geflüchtet sind,
ALLES IS AGENTEN. Die sind so fanatisch, die riskieren sogar ihr Leben,
um übers Wasser nach Europa zu kommen, so wichtig ist denen ihr Krieg
gegen alle Europäer … nur ein klitzekleines Beispiel der Propaganda,
wie sie weiße Nationalisten gegen alles Fremde vorbringen, glücklich,
wenn es nur so primitive Argumente sind, sehr schädlich, wenn es als
subtile Meinungsmache aufgezogen wird, zum fröhlichen Vergiften vieler
argloser Geister.

(1) Im Übrigen hat Allvater Odin seinen männlichen Männern nen prima magischen
Spruch verraten: NO HOMO. Soll bedeuten, das schützt vor spontaner
Schwulwerdung, stellt laufend klar, dass man NICHT schwul ist, und
bekräftigt die eigene Heterosexualität gegen alle möglichen subkutanen
Versuchungen! So kann man anderen muskelbepackten Schweißglanzmännern,
mit denen man ausnehmend gerne dauernd trainiert, auch mal liebevolle
Komplimente machen. NO HOMO!!! (puh, das ging grade noch gut.)

Geiles Freefight Gekloppe

Man gehe her und gebe den Fechtenden eine Summe Anweisungen, lege jenen ans Herz,
es wären Vorübungen zum leichten Sparring, und lasse sie machen. Die Verständigen
beherzigen das Reglement, versuchen, dies in der Schnelle, die beide für gut
befinden, umzusetzen und der Rest der Bande …

… SCHNETZELT EINFACH DRAUFLOS!

Ich übertreibe gern. Aber nein, ist was Wahres dran, denn jede Übung, die an den
Freikampf ranführen soll und den Leuten zu wenig Rahmen bietet, oder sie mit
einem Skillset ausstattet, das sie überfordert, muss scheitern oder sogar
gefährlich werden. Denn manche wollen gewinnen, ob nun Pro oder Anfänger, die
haun halt drauf, halten sich nicht an die Vorgaben. Wiederum andere sind so
unbeherrscht, dass sie, selbst wenns ohne Maske langsam zur Sache geht, sie
immer wieder selbst die Geschwindigkeit erhöhen, und so den Trainingspartner
gefährden.

Die Lösung?

Wirklich primitiv und scheinbar langweilig ein ultrabegrenztes Regelset, als
Basis und Aufbauplattform: der eine macht den Oberhau, der andere muss twerhaun,
und ihn treffen. mehr nicht. einfach sowas. kraft & geschwindigkeit erforschen,
geeignete Teilschutzkleidung, langweilenderweise auch nicht einfach nur ein
bissle, sondern richtig lange ein solches Erproben. Das Regelset der Meisterhaue
zum Angriff und zur Verteidigung läßt sich so aufbauen, peinlich genau darauf
achtend, dass man wirklich nichts anderes anwenden soll, als nur jene Häue.

Gebe ich Leuten aber die simple Anweisung, “einfach mal die Grundschule (1) im
leichten Sparring zu erproben”, sehe ich darin zumindest eine Überforderung
aller Anfänger, und sogar jener Fortgeschrittener, die mit Sparring bisher
wenig am Hut hatten. Ebenso geht mir “Attacker 2 Angriffe, Defender 2 Blocks,
Attacker zieht ab, Defender darf noch einmal nachhauen” ein wenig zu schnell
zu weit, schon und vor allem, wenn mir vorher primitive Vorübungen wie ich
sie obig beschrieb, fehlen. Machen kann mans sicher, und ein Weltuntergang
isses auch nicht, aber die Gefährdungspotentiale bei Egosüchtigen und
Anfängern, die ihre Kraft nicht managen können, sehe ich halt doch sehr.

(1) alle Huten und Häue, keine Meisterhaue

Bin auch sehr dafür, die Leute genau zu beobachten. Geschwindigkeit rauszunehmen,
das eigene Ego mal bei allen ein wenig zu stutzen, und gemeinschaftlich was
zu bewegen. Jeder von uns sollte sich bezähmen, so genau wie möglich die Techniken
umsetzen, selbst mit Schutzkleidung, akkurat und vor allem jederzeit in Kontrolle
der eigenen Kräfte. Der Schutz des Trainingspartners ist oberste Objektive. Alles
in allem kann man auch “nen Punkt machen”, ohne dem anderen so dermassen derb
gegen den Helm zu scheppern, dass der sich wie ne Großglocke in ner antiken Kirche
fühlt. Im Übrigen, stur und starr mit der Klinge turbostechern ist saugefährlich,
oder unüberlegt einfach das Ding mit aller Macht Richtung Trainingspartner zu
wuchten, auch der hat, egal wieviel er drauf hat, vielleicht mal nen bad Hair Day,
und das Ding dann pieksend vor den Eingweiden. Achtsamkeit, liebe Leute, das
wünsche ich mir von uns allen!

Manchmal denke ich mir, dass es eine gute Idee wäre, Sparring und Freikampf nur mit
jenen zu versuchen, von denen ich sicher weiß, wie sie drauf sind, was sie vor
allem können, und die alles in allem ne klasse Einstellung zum Schwertkampf bzw.
auch zu Menschen haben. Eine Selektion, die in einer Sportgruppe schurkisch
antisozial wäre? Oder reiner Selbstschutz?

Canon 6D, Picture Style: Autumn Hue

Im Reich der Körperfaschisten

Verdammt! So gerne ans Licht gezogen, der schändliche Ort des geschriebenen Worts,
doch wehe, Aufmerksamkeit auf diesen gelenkt, denn even bad Publicity is still
Publicity (->Trump). Um was es also wieder einmal geht, ist ein Text eines
Menschoiden, der sich mit Fitness im Historischen Fechten befaßt. Daran nichts
Verwerfliches, doch darin sehr wohl. Da ich nach wie vor weder Ross noch Reiter
nenne, einfach weil: look above, zitiere ich Passagen und nehme dazu Stellung.

Vorab eine Erklärung:

1.) Fitness ist eine gute Sache! Jeder soll diese nach eigenen Kräften verfolgen.

2.) Kampfsport und Fitness gehören sicherlich zusammen, noch viel mehr für jene,
die professionell agieren wollen, aber auch für solche, die ein gewisses
Leistungsniveau erreichen möchten.

3.) Fitness muss an die körperlichen Voraussetzungen jedes einzelnen angepaßt werden,
Überforderungen, zu frühe Leistungsgrenzensprengung oder risikohafte Übungen
vermieden werden.

Sodele. Dann also mal ran an den Speck:

Es wird postuliert, dass folgender Satz falsch sei – ebenfalls Zitat im Originaltext,
wenig später untergruppiert als Falschaussage:

“[…] „Nur weil ich ein paar Kilo zu viel habe, kann ich doch trotzdem Schwertkampf
machen!“ […]”

Dieser Satz ist absolut richtig, nicht falsch! Dahinter steht der Gedanke der Inklusion.
Jeder kann Schwertkampf machen. Eine solche Aussage als falsch hinzustellen, bedeutet,
Menschen aufgrund einer als nachteilig gesehenen Körperlichkeit zu diskriminieren. Man
merke auf: es geht hier nicht um professionellen Leistungssport, wo ein Moppel sicherlich
ein Handicap hätte, wenn alle anderen athletisch sind. Hier wird alleine schon an
der breiten Basis den Menschen der Eintritt verwehrt, aufgrund ihrer Körperlichkeit, wenn
man derlei Aussage nicht zuläßt.

Nun eine Verallgemeinerung:

“[…] Ein starker Mitgliederzustrom kam außerdem, durch Kinofilme und Romane befeuert,
aus der Larp-Szene und der Nerdkultur. Sind diese Subkulturen nun per se schon nicht
unbedingt Keimzellen der Sportlichkeit, […]”

Ein verallgemeinernder Seitenhieb klischeedenkerischer Art. Ich bin mir ziemlich sicher,
dass man Nerd sein kann und Top-Athlet. Sind dann alle Gothics als Kinder der Nacht
anorexische Blutsauf-Bulimiker? Verständige merken schnell, dass Verallgemeinerungen
pure Propaganda schlechtmeinender Geister sind, die eines wollen: durch ihre Aussagen
triggern, also Reaktionen provozieren.

Die Beschwichtigung der wohlmeinenden Absicht des Autors:

“[…] Das ist selbstverständlich nicht meine Absicht! Es geht mir keineswegs darum,
unfitte Leute zu demotivieren, ihnen „ein schlechtes Gewissen“ zu machen oder an ihren
Körpern herumzumeckern. Selbstverständlich darf jeder Mensch über seine Körperlichkeit
verfügen, wie es ihm beliebt und weder soziale noch ästhetische Maßstäbe sollen hier eine
Rolle spielen. Wie fit jemand sein will, wenn er historisches Fechten betreibt, liegt
allein in seinem eigenen Ermessen. […]”

Man wird erkennen, dass derlei Lippenbekenntnis durch versteckte Seitenhiebe, Verallge-
meinerungen, Klischeedenken und gute alte Triggerpropaganda ad absurdum geführt wird.
Also weiter im Text.

Ästhetik? Schönheitspropaganda? Here we go:

“[…] Aber wenn schon kein Fitnesstraining für das Fechten… warum nicht einfach ganz
allgemein für starke Bänder und Sehnen, dichte Knochen, eine reine Haut, eine gesundere
Psyche, […]”

“Eine reine Haut” … derlei ist für jeden ein sicherlich willkommenes Kriterium, aber
dennoch auch sehr ästhetisch belegt. Seltsam, in einem Text, der doch eigentlich fernab
jeder oberflächlichen Schönheitsbetrachtung Kampfsport und Athletik thematisieren soll.
Ist eine reine Haut für einen Krieger bzw. Kampfsportler denn ein nötiges Kriterium? Die
“gesundere Psyche” unterstellt zudem all jenen, die weniger bzw. keine Fitness betreiben,
eine sozusagen kranke Psyche, eine eben weniger gesunde Psyche.

“[…] Selbst Männern gelingt es auch nach Jahren hartem Trainings oft keineswegs, „wie ein
Bodybuilder“ auszusehen. Wenn das so einfach wäre, wäre die Welt wahrscheinlich voller
Bodybuilder. […]”

Sorry, Pal. Ich möchte nicht wie ein Bodybuilder aussehen, und ich könnte, machte ich
mir denn die Mühe, ziemlich viele andere Menschen finden, die das genauso sehen. Hier wird
wieder ein Schönheitsbild verallgemeinernd propagiert, das längst nicht auf den Großteil
der Menschen zutreffen will. Hat man diverse Anabolika Skandale im Bodybuilding Bereich
und auch groteske Deformationen im Kopf, will man Bodybuilding wirklich nicht so gerne
in einem Atemzug mit gesundheitsverbessernder Fitness nennen.

“[…] Krafttraining strafft auch den weiblichen Körper. Bindegewebe festigt sich, Schenkel,
Po und Arme werden zugleich schlanker, fester und runder. […]”

Ja, okay, nä. Schon attraktiv sowas. Aber sind das kampfsportlich quantifizierbar nützliche
Aussagen? Ist eine Schwertkämpferin mit “rundem Po” nun eher Sexobjekt oder Sportlerin? Ich
halte derlei Aussagen erneut für absolut unsachlich, schönheitspropapandistisch
verherrlichend,´eigentlich schon wieder sexistisch, und keinesfalls in ernsthaftem Bezug
zu einer (Kampf-)sportart.

You want more of In Group – Out Group:

“[…] Oft sind es gerade die durchtrainierten, athletischen Fechter, die sich beim
Fechten besonders zurückhalten können. […]”

Schlichtweg falsch. Glorifizierung des eigenen Standpunkts. Die In Group, die Athleten,
werden subjektiv mit Werten ausgestattet, allen anderen ein Fehlen dessen unterstellt. Aus
persönlicher Beobachtung weiss ich, dass es athletische, durchtrainierte Fechter gibt, die
dermassen draufdreschen, nicht, weil sie es nicht besser könnten, sondern, weil sie ein
echtes Egoproblem im Kopf haben, oder eben auch Leistungsschwächere dominieren wollen.
Also ist das rechte Maß der Dinge Kopfsache, und nicht oberflächlich muskeltrainierte
Automatikfähigkeit.

You want some Vorurteile in the Mix:

“[…] Zu guter Letzt sei auch noch erwähnt, dass starkes Übergewicht noch ein
weiteres Risiko birgt: das unabsichtliche Verletzen eines wesentlich leichteren
Trainingspartners. Sehr schwere Menschen fallen, trotz Fallschule, oft unkontrolliert,
und sie fallen hart. Wenn dann jemand von etwas zierlicherer Gestalt im Weg liegt und
diese Gefahr nicht handhaben kann, ist schnell etwas (bzw. jemand) kaputt. […]”

Da würd ich doch nun gerne mal alle Dojos mit Moppeln in them befragen, ob diese “oft
unkontrolliert” fallen. Und dämpft nicht der Speck den Fall, wenn sie denn aufm Bauch
landen? Und können zierliche Menschen nich aufgrund ihrer Schnelligkeit wegrollen,
wenn ein Koloss sich im Fall befindet? Also genug des Schmonzens, solcherlei Aussagen
des Autors sind nichts weiter als unbelegte Vorurteile, man könnte fast meinen,
da will einer dicke Judokas mobben.

How about some wirklich widerlich Formulierung:

“[…] Natürlich mag es Extremfälle von morbid adipösen Einzelfällen geben,
deren De-Facto-Behinderungsgrad ein Intervalltraining zu einer riskanten Übung macht,
doch solche Leute trauen sich selten bis nie in eine Kampfkunstschule und sind in
einem Reha-Center besser aufgehoben. […]”

Das ist eigentlich der Beleg für Körperfaschisten. Diese zutiefst widerliche,
despektierliche und menschenunwürdige Formulierung enthüllt die Geisteshaltung des
Autors. Hiermit wird Schwergewichten tödliche Krankheit unterstellt, eine Behinderung!,
und einen Verweis in eine krankenhausähnliche Institution. Dahinter steht aber nichts
weiter als die Verweigerung einer Sportart für Menschen, die, oberflächlich betrachtet,
nicht dafür geeignet scheinen. In welchem Buch aber steht geschrieben, dass
Schwergewichte Intervalltraining machen müssen? Ihnen nicht vielmehr geeignetere Übungen
serviert werden? Sollten Kampfsportlehrer nicht allen Tür und Tor öffnen, positiv
motivieren, Schwergewichte aufnehmen, und vielleicht durch Anreize positiv
verändern?

Bissl was gäbs noch. Hab aber keinen Bock mehr. Voila also. Von allen guten Vorsätzen
verabschiedet, lesen wir da einen Beitrag, der beispielgebend dafür sein könnte, dass
Leute ihre eigenen Privatpropandakriege, -komplexe oder Kreuzzüge eben nicht aus nem
angeblich sachlichen Artikel raushalten können. Schade drum. Eigentlich komplett einer
gepflegten Ignoranz wert, aber wenn keiner dagegensteht, verbreitet sich das alles wie
Blütenpollen im Sommer.

Ich bin für Inklusion in allen Sportarten!

Toleranz für jeden, einen Platz an der Sonne für alle, egal, wie “behindert” oder
“fett” oder “unfit” oder “alt” oder “hässlich” sie sind! Jeder kann und soll nach
seinen Leistungsmaßgaben, oder unter vorsichtig kompetenter Anleitung mitmachen
können.

Gegen den elitären Miniclub ästhetischer Pseudobeauty-Fechtathleten!

Mochma halt a’ Video!

Irgendwelche Dudelmusi, höchst flashige Disco Effects und dramatische
Namensgebung, Gott bewahre!, möglichst ohne Kommentar, und fertig ist
das Guild Wars 2 Roaming Video. Inhalt eigentlich scheissegal, ist ja
eh immer nur ein Mitschnitt eigener Möchtegern Erfolge. Für das nicht
eingeweihte Auge totales Pro Play.

Das Propagandisieren des eigenen Virtualselbst muss gerade auch in
Internetgames bis zum Exzess zelebriert werden. Schließlich brauchts
dazu nur 1 Spiel, 1 Rechner, 1 Internetverbindung. Kein Auto, Haus,
Boot oder Top Model Anorexia Görrrlfriend. Alles paletti, ne Runde
gezockt im WvW, alle Kills, so anspruchslos sie auch sein mögen,
zusammengeschnippelt und fertig ist das Video, welches den eigenen
Ruhm bis ins Astronomische befördert!

U needz evan moar Pro Play? Man analysiere the most broken Op Class,
statte diese mit Bersi aus, und owne jeden, den man so finden kann.
Braucht das Skill? Na, vielleicht schon ein bissle, schließlich muss
man ja nur ohne Zeitverzögerung alle DamageSkills auf einmal drücken.

Zum Kopfschütteln wirds erst dann, wenn PVP Exzellenz angepriesen
wird, man aber nur sieht, wie eine Gilde nen paar Opfer gründlich
plattwalzt. (Sieht man denn 2017 eigentlich noch was anderes?) Da ists
auch echt nich wichtig, ob die Gilde mit drölfzig Mann über 2 arme
PVE Hanseln drüberrubbelt, zu geschmackig martialischer Techno Metal
Blöke können sich die Heroes heftig siegesrubbeln!

Wer kann schon real Skill messen? Schon allein in nem Game wie GW2?
Müssten da nich immer zwei gleiche Klassen gegeneinander antreten,
mit identischen Ping-Zahlen etc. p.p. Hat man nich mal gehört, es
gäbe ein Balancing Team, und wenn, dass dieses für Group Play im
sPvP tätig wäre? Better not to ask the wrong Questions. Illusionen
müssen gelebt werden!

“Druffhaue!”

Also es gibt Leut …

Zart besaitete moderne Schwertkämpfer sind auf Sicherheit bedacht, auch
enormst sozialisiert und haben einen IQ in Empathie von … OVER 9000! Beste
Voraussetzungen also, um in der sozialen Gruppe des Historischen Fechtens neue
Freunde zu finden und partnerschaftlichst zu üben. So scheint es äußerst befremdlich
und einfach nicht denkbar, dass andere nicht eine solch ethisch-moralisch
hochstehende Fürsorge bezüglich des Trainingspartners an den Tag legen.

Doch man vergesse nicht die dunkle Seite der Macht: Menschoiden, die sich
permanent was beweisen müssen, sei es nun, the hardest Totschläger in Town
zu sein, the best Asian Martial Arts Poser Warrior ever, oder einfach nur
ein kleines bissle meschugge in the Brain. Ich meine, das geht ja klar, wenn
alle Haudraufs mit Haudraufs trainieren, ist die Sache doch geregelt, und
man kann genüsslich dabei zuschauen, wie ein gebrochener Knochen den
nächsten jagt. Muss doch genau deren Ding sein: the utmost Challenge, the
biggest baddest Freefight unter ihresgleichen?

Aber was wäre denn ein Sith Jünger ohne seinen gewissen Geltungsdrang, der
einfach nicht mit Gleichrangigen befriedigt werden kann, denn, huch, die
könnten es ja mit gleicher Münze heimzahlen! Sowas ist undenkbar und kratzt
das Ego an, also kehrt gemacht und jemanden verdroschen, der a) die Sache
anders sieht, b) weniger Blut sehen will oder c) einfach nicht so skillig
ist wie man selber. Klappt doch wunderbar, vor dem Training volle Rüstung
angelegt, geguckt, wen man als Trainingspartner kriegt, dann entweder
in den Partnerübungen das Biest am weniger gerüsteten Opfer auslassen
oder das “leichte Sparring” in einen Tanz der blaufleckigen Eitelkeiten
gewandelt.

Was tut also das sensible Pflänzchen mit seinen recht anders gestrickten
Wesenszügen? Sollte man zum ernsten Gespräch nach dem ersten blauen
Fleck oder gewiss gefährlicher Ersteskalation bitten? Wütend den
Fechthelm herunternehmen und zornig davonbrummeln? Alles ignorieren
und wie standhafte Kendoka beim first Bout Schläge kassieren? Oder
wie ein Ninja derartige Trainingspairings einfach ganz vermeiden bzw.
ablehnen? Gäbe ja noch ne Variante: es dann mit gleicher Münze heimzahlen.
Voll gerüstet naturellement.

Beim Karate gibts da laut diversen Forenberichten immer noch die
Möglichkeit, dass der Schwarzgurt oder der Sensei sich solche Zerstörer
mal zur Brust nimmt, und sie dann nach erfolgtem Takedown im
schmerzhaften Zustand fragt, ob sie denn nun ein wenig mehr
Verständnis für all jene Gelbgurte entwickeln, die sie so eifrig
zuvor durchwalkten. Aber das ist das Problem auf ne andere,
hoffentlich weisere Hochinstanz abgeschoben. Möglicherweise muss
man eben manchmal solche Dinge selbst klären.

Priestess

Just like the Hunter, the Priestess is a very old Soul, countless Lives later
she was chosen by Creation to be a Principle of Light, the Embodiment of
Healing and Life. Many Names were her own, many Stories she has to
tell, for a Soul wont forget its Voyage through the Ages. Immortal Being,
freed from the Cycle of Rebirth, she is now manifest as Traveler amongst
all Stars.

Where there is Suffering, she will bring Relief, where there is Death, she
is Life, hers is the Power of Restoration, and those in Need shall call
upon her Powers. She cannot be killed, she cannot be defeated, her Soul
resists all evil Magic. So vast her Power might be, that Darkness howls
and gnashes its Teeth but wont have her, cannot defeat her, will never
corrupt her.

No Demon stands against her, no Unlife can exist where she walks, and
Chaos cant change her, for she is a mighty Pillar of Faith in a
stormy Sea of Uncertainty. The Priestess speaks Truth, she defeats
every Lie, her Eyes see through any Illusion, and only she might
cure a Soul of an Illness deep inside.

No Weapon she uses, no Spear, Sword or Dagger. Hers is not the Way of
War. Even if she destroys the Machinations of Darkness it will always
be in Defense of a suffering Soul. Every loving Soul grants her Power,
every Song of Friendship gives her more Strength. Wisdom she speaks,
Judgement she bestows, ageless, far seeing and also forgiving.

Of all the Principles of Light, the Priestess might be the one to
grasp the Magnitude of Creation, the many Worlds, and Dimensions,
countless Possibilites. But Secrets beyond the Veil of Death she
keeps for herself, for what lies beyond shall only be known to a
select few, old and powerful enough to understand.

Hunter

Under the Moon, in a different Land, where the Shadow and the
Darkness are one, we have met the Hunter. His Form invincible,
his Mind eternal, a Principle of Creation, a Champion of Light.
Where Monsters dwell, and Demons roar, you find him, with
ancient Weapons, and frightening Speed.

His Words wise, seldom spoken, his Ears able to hear your Cry.
Have you ever prayed to him? Dont. The Hunter is no God, but
maybe Gods blessed him for Eternity. Spear, Sword, Dagger and
Bow. It is not only Metal, not only Wood – drawn from his vast
Soul, Power is given to all those Weapons.

Between many Worlds, through the Veil of black Star Oceans,
he walks alone, there can be no Rest. Not for his Prey, all
those corrupted Beasts, who feast on the Living. How easy it
must be, for such a colossal Man, to send them all back to
Hell. How difficult it is sometimes, to destroy a Form of
Evil, far stronger than him.

Does Despair fill your Soul? Evil and Destruction surround
you? Sometimes you might find Aid in most dire Need. Once
an Arrow flies past you, a Sword slashes at unholy Flesh,
and his Fist smashes into grotesque Skull, you might be
saved from blackened Fate. Thank him, be grateful and full
of renewed Hope. Creation has not abandoned you.

Alone he must walk, without Sleep, it has been decided, and
it was his Will, Ages ago, after his many Deaths, his Lives
amongst those who came before. Might can only be given to
the Worthy, and those able to endure eternal Loneliness.
I smile upon the Hunter, he knows I am pleased with his
Prowess. Be proud, Disciple of Creation, against the
Tide of Darkness you are a formidable Light.

Body Faschistoide

Historisches Fechten, wie auch andere Sportarten, zieht unweigerlich Menschen an, die
ein gewisses Bild eines Sporttreibenden verinnerlicht haben oder auch als allgemein
gültig durchsetzen wollen. Kriterien dieses Idealmenschen sind Sportlichkeit, Athletik,
Disziplin und gewiss noch andere Tugenden, die wohl auch für den Leistungssport gelten.
Möglicherweise verwehren gewisse Doktringläubige dem Historischen Fechten auch seinen
Breitensportcharakter, wollen diese noch junge Sportart nur selektiv zugänglich machen,
und sind extremst ehrgeizig in Punkto Aussenwirkung, die nach deren Ansicht nur mittels
leistungssportlichen Merkmale erreicht werden kann.

Body Faschistoide steigern obig Beschriebenes um den Faktor 9000, versäumen keine
Gelegenheit, sich selbst als sportliches Apex-Leuchtfeuer zu inszenieren, sei es im
Bild, im Video oder im geschriebenen Wort. Posing ohne Ende wird irgendwann recht
fad, vor allem, wenn man sich dabei unfreiwillig gewisser Lächerlichkeit preisgibt.
Immerhin sind coole Looks, die wirklich cool sind, nicht sehr leicht authentisch zu
erreichen. Propaganda ist eigentlich recht easy rauszufiltern: das Wort Unsportlichkeit
macht des öfteren die Runde, zitiert werden die Scharen der Herr-der-Ringe-Fans, die
blass und dickbäuchig dem Schwerte zuströmen, eine Couchpotatoe Nerdarmy, vor der
jeder Fechtlehrer wohl instant erbleicht und seinen Job an den Nagel hängt? Zumindest
andere nehmen sich dann recht gönnerhaft vor, aus eben jenen Leuten Athleten zu machen.
Gegen teuer Geld, versteht sich.

Eine neue, junge Sportart lebt von Toleranz und beiderlei Modus: Leistung und Breitensport.
Alle können es machen, manche sind mehr, manche weniger sportlich, manche machen aus
dem vermeintlichen Minus ein großes Plus, andere wollen das nicht, und dümpeln genau da
rum, wo sie sich gut fühlen, und das ist absolut in Ordnung so. Positiv motiviert kann
jeder einen Pfad erforschen, manche werden wieder aufhören, andere gloriose Turniererfolge
feiern. Es ist eben für jeden was dabei, und jeder darf dabei sein. Eine glanzvolle Utopie,
die keine sein muss und, da bin ich mir sicher, in der Gegenwart an so manchem Ort auch
so gelebt wird. Bravissimo!

Im Übrigen muss nicht aus jedem historischen Fechter ein Turnierfight-Athlet werden, wo
stehtn sowas geschrieben? Gibt sicherlich Leute, die wollen Fechtstücke können, ihre
Fitness durchaus in vernünftigem Rahmen verbessern, vielleicht guten Schaukampf machen,
oder doch dezent vertrauensvoll mit sympathischen Leuten soft Sparring betreiben! Ist
doch alles okay. Leistungsmenschen voller Ehrgeiz dürfen gerne nach der schneebedeckten
Spitze des Mount Achievement streben, verbietet ja auch keiner! Läßt jeder dem anderen
seine Ziele, gibts auch kein Streit, sondern eher nen fruchtbaren Austausch
freundlicher Geister.

Modern Slang!

Kommunikation kann so einfach sein. Warum langwierige Sätze machen, sich das
Gehirn verbiegen, wenns doch nachm Baukastenprinzip so easy gehen kann:

Man wähle unter: [Digga/Digger], [Ganz ehrlich], [Ohne Witz], [Weißte],
[Läuft bei Dir (rückwärts)], [Gönn Dir], [Krass], [Alta/Alter],
[weisch/weißte, was/wie ich mein/e], [ey] etc.

Man baue seine Minimalbotschaft, so es denn eine gibt, ein, und garniere
das wiederum aus obiger Liste. Im Machismo Gorilla-Bauchtrommeln junger
Menschoiden kann man so manches Mal jedwedige Botschaft ganz weglassen
und sich nur aus der Liste gegenseitig brüllig verbalisieren. Also wer
braucht denn da noch Schulbildung, Germanistik oder sonstigen überalterten
Nonsense?

Funktionales Beispiel: “[Digga], [ganz ehrlich], [läuft bei Dir], [Alta]!”

Je nach sozialem Niveau oder Kunstperson des öffentlich-virtuellen Lebens
kann das amerikanisiert werden: [Yo], [Bihatch/Bitch], [You aint],
[y’know what I’m sayin’] etc. und selbstverfreilich auf deutsch und englisch mit
genug Schimpfworten garniert daherstolpernd. Zudem finden beispielsweise
auch internationale Kurzbegriffe Eingang in den Kurzcode: [haram], [halal],
[habibi], [Chabo], [Babo] etc. aus dem arabischen Sprachraum beispielsweise.

Bedenklich ist, dass mittlerweile einige Schimpfworte oder Begriffe
Eintritt in den Wortgebrauch moderner Internet- sowie Realpräsenzen
finden, die vorher noch mit einer Art Tabu belegt waren.
Beispielsweise Begriffe nationalsozialistischen Ursprungs, wie etwa
“Jude” oder “Untermensch”. Dies allein signalisiert eine gefährliche
Verrohung der Sprache, die sich völlig loskoppelt von historischer
Verantwortlichkeit oder kritischer Hinterfragung etwaiger ethischer
Grenzübertretungen.

Schlagfertigkeit scheint ausgedient zu haben, Diskussionen ebenso, man
wappnet sich mit genug Kurzcodes, Schimpfworten und bequatscht sich
dann so lange, wie der eigene Gedächtnisspeicher hält oder die
begrenzte Originalität des Slangs noch fresh ist. Nennt man das
Verdummung, sprachliche Verrohung, die ähnlich der realen Einzug
in die Gesellschaft gehalten hat? Ist das Internet schuld, mit
unzähligen, nicht moderierten Sprachrohren der Jugendkultur, die
eigentlich gar nicht zensiert werden sollten? Ist das alles Spiegel
der modernen Leistungsgesellschaft, wo die oberen Zehntausend mit
Doktortitel schwadronieren, während der Plebs unten vorm Tor totally
mad
die Fackeln und Mistgabeln schwenkt?