Category Archives: Blaschanek Blogovsky

Der Bereich meines Blogging Alter Egos über das Leben
an sich, zynisch, ironisch, sarkastisch, witzig oder
auch mal ernst.

Modern Slang!

Kommunikation kann so einfach sein. Warum langwierige Sätze machen, sich das
Gehirn verbiegen, wenns doch nachm Baukastenprinzip so easy gehen kann:

Man wähle unter: [Digga/Digger], [Ganz ehrlich], [Ohne Witz], [Weißte],
[Läuft bei Dir (rückwärts)], [Gönn Dir], [Krass], [Alta/Alter],
[weisch/weißte, was/wie ich mein/e], [ey] etc.

Man baue seine Minimalbotschaft, so es denn eine gibt, ein, und garniere
das wiederum aus obiger Liste. Im Machismo Gorilla-Bauchtrommeln junger
Menschoiden kann man so manches Mal jedwedige Botschaft ganz weglassen
und sich nur aus der Liste gegenseitig brüllig verbalisieren. Also wer
braucht denn da noch Schulbildung, Germanistik oder sonstigen überalterten
Nonsense?

Funktionales Beispiel: “[Digga], [ganz ehrlich], [läuft bei Dir], [Alta]!”

Je nach sozialem Niveau oder Kunstperson des öffentlich-virtuellen Lebens
kann das amerikanisiert werden: [Yo], [Bihatch/Bitch], [You aint],
[y’know what I’m sayin’] etc. und selbstverfreilich auf deutsch und englisch mit
genug Schimpfworten garniert daherstolpernd. Zudem finden beispielsweise
auch internationale Kurzbegriffe Eingang in den Kurzcode: [haram], [halal],
[habibi], [Chabo], [Babo] etc. aus dem arabischen Sprachraum beispielsweise.

Bedenklich ist, dass mittlerweile einige Schimpfworte oder Begriffe
Eintritt in den Wortgebrauch moderner Internet- sowie Realpräsenzen
finden, die vorher noch mit einer Art Tabu belegt waren.
Beispielsweise Begriffe nationalsozialistischen Ursprungs, wie etwa
“Jude” oder “Untermensch”. Dies allein signalisiert eine gefährliche
Verrohung der Sprache, die sich völlig loskoppelt von historischer
Verantwortlichkeit oder kritischer Hinterfragung etwaiger ethischer
Grenzübertretungen.

Schlagfertigkeit scheint ausgedient zu haben, Diskussionen ebenso, man
wappnet sich mit genug Kurzcodes, Schimpfworten und bequatscht sich
dann so lange, wie der eigene Gedächtnisspeicher hält oder die
begrenzte Originalität des Slangs noch fresh ist. Nennt man das
Verdummung, sprachliche Verrohung, die ähnlich der realen Einzug
in die Gesellschaft gehalten hat? Ist das Internet schuld, mit
unzähligen, nicht moderierten Sprachrohren der Jugendkultur, die
eigentlich gar nicht zensiert werden sollten? Ist das alles Spiegel
der modernen Leistungsgesellschaft, wo die oberen Zehntausend mit
Doktortitel schwadronieren, während der Plebs unten vorm Tor totally
mad
die Fackeln und Mistgabeln schwenkt?

Historisches Fechten und so manch’ Weiblichkeit

Man cruised so low speed durch die virtuellen Weiten und liest mal hier,
mal da was übers Historische Fechten. Teils auch von Autorinnen. Vielfach
sehr klug und gut, so manches Mal aber auch sehr kritikwürdig. Hier einmal
steige ich auf einen Text ein, bzw. Teile davon, und setze sie dann
eilfertig meiner kritischen Sichtweise aus, wie ein Säureregen in
einer apokalyptisch zerstörten, postatomaren Alptraumwelt:

Immer mal wieder fühlt frau sich befleißigt, kräftige Aufrufe zu starten,
sei es nun werbewirksam für eine noch junge, kommerzielle Fechtschule
oder generell unter der streitbaren Flagge des Feminismus. Es sei
vermerkt, dass ich gegen beides eigentlich nichts habe, wenn es fundiert,
sachlich, unter positiven (emotionalen) Vorzeichen, ohne Aggro oder Bullshit
daherkommt. Wie könnte es auch anders sein, das klappt meistens nicht.

Was schon überhaupt mal nie klappt, ist das Aufräumen etwaiger Gender-
Klischees, indem man sich pausenlos drauf bezieht und, noch viel schlimmer,
auch noch selbst als eigene Meinung daherkleistert. Oder muss man es
als ernsthaft gesicherte Forschungsmeinung akzeptieren, dass das böse
Maskulinhormon Testosteron die Männer “wagemutig, kopflos, selbstüberschätzend,
und risikofreudiger macht”? Und die Frauen, wie ich schlußfolgere, demzufolge
das Östrogen wohl schüchtern, klein, entscheidungsschwach und demütig?
I call that Bullshit in the nth Degree.

Kleine Seitenhiebe auf das “Wunderwerk Mann”, auch wenn sie so dezent
im Schwurbelsatz versteckt sind, halte ich für absolut nicht der Sache
dienliche Kleinlichkeit. Ich glaube, dass jeder, unabhängig vom Geschlecht,
Parameter wie Kraft, Geschwindigkeit, Fitness etc. verändern und
verbessern kann. Brauch ich dazu Allgemeinplatzklischee-Zitate und
Vermutungen, das Weib wäre schwächer als der Mann? Muss ich dazu eine
Genderdebatte lostreten? Eigentlich nicht.

Prominent per Video plus Text untergeschobene Verweise auf Frauengefechte,
wo sich “so mancher Mann eine Scheibe von abschneiden könnte”, sind für
mich billige Provokation und vor allem eine Art Angriffshieb einer
Geisteshaltung, die unbedingt mal den Männern eins auswischen oder
unter die Nase reiben will. Das entzieht jeder sinnvollen Diskussion
die Grundlage und ich verorte Texte solcher Art ins Propagandamilieu
der hyperkulturellen Neuzeit Provokateure(-innen) mit eindeutig
defizitärer Agenda.

Was wäre der beste Meinungsblog ohne verallgemeinernde Aussagen: oder
habt ihr gewußt, dass im Historischen Fechten “der unprollige, intellektuelle,
zivilisierte und gebildete Teil der Bevölkerung ein Stelldichein hält”?
Leider nur recht schade, dass, wie in jedem Sport, die Wahrheit
geringfügig anders aussieht, nämlich im Durchschnitt genauso wie in
anderen Kampfsportarten auch. Nothing special, auch wenn Teile der
Historischen Fechterschaft mit elitärem Getue und Knickerbockerhosen
verzweifelt die Aura des Stils, der höheren Tugend und irgendeiner
arroganten, blasierten Egomanie injizieren wollen, die spätestens
dann in Trümmern liegt, wenns im Internetforum gegen den eigenen
Ruf geht. Da sindse dann alle nimmer Gentlemen or -women, sondern
begeben sich recht gerne in den ZankPfuhl hinab, in dem wir alle
eigentlich noch schweinisch suhlen.

Am Ende dann spielen auf einmal Geschlechter im Schwertkampf keine
Rolle. Welch ermüdend langwierig vorbereitete Erkenntnis? Hätte
man auch einfacher haben können.

Das Problem mit dem Internet

Das Problem mit dem Internet wird gewiss ganz klar, wenn man sich
verschiedene Streaming Dienste anschaut, auf denen jeder mit
Leichtigkeit nen Kanal erstellen kann und munter drauflos
broadcastet. Sofort stellt sich die Frage nach eventuellen
Überwachungsmechanismen, Regeln, der Durchsetzung derselben
und der Macht möglicherweise in genügend großer Stückzahl
vorhandener Moderatoren. Hängt am Ende alles doch an selbster-
nannten Sheriffs der jeweiligen Plattformen, normalen Usern,
die eifersüchtig wachend Recht und Gesetz auf eigene Faust
verteidigen?

Der Schaden an sich wird angerichtet, eventuelle Maßnahmen dagegen
kommen manchmal zu spät. Das Internet vergißt nicht, eventuell
unliebsame Videos wird schon einer abgespeichert haben, und prompt
wieder re-uploaden! Cybermobbing wird durch sogenannte “Nackt-
machungen”, also das Herausfinden und Veröffentlichen der
Klarnamen und Addressen vermeintlich anonymer Streaming-Stars,
ins Reale übertragen. Ob da die Polizei wirklich kompetent was
gegen machen kann?

Oh, Sex and the Internet – Ganz vergessen: man sieht/hört 25 Jahre alte
Männchen während eines Ballerspiel Letsplays aufs Widerlichste
über Frauen sprechen, das Ganze nur getoppt durch die Frequenz
niederster Schimpfworte, teils eindeutig rassistisch/volksverhetzender
Art. Man stelle sich nur im Ansatz vor, dass Kids und Jugendliche
derartig Schändliches konsumieren und möglicherweise als cool
imitieren. Erwachsene mögen sich drüber aufregen, mögen in Form
einer Anzeige oder Anklage an den Betreiber was dagegen unternehmen,
oder einfach schulterzuckend solcherlei Content boykottieren. Aber
welchen Einfluß das auf die beeinflussbare Jugend hat, das sei ganz
stark kritisch hinterfragt!

Sollte man verharmlosen, wenn man freizügige Streamerinnen sieht,
deren abgeschmackte Pseudoerotikshow auf Primitivniveau scheinbar
so dämlich ist, dass sie niemandem zu schaden scheint? Oder wird
da ein Bild einer oberflächlichen, falschen Sexualität vermittelt,
ein Frauenbild, bei dem jedem aufgeklärten Menschen sich der
Zorn göttlich regt, aber unkritisch jungem Publikum möglicherweise
Beifall? Abgesehen davon: sollte das aufgrund der Themen nicht
alles sowieso ab 18 sein, auch wenn, aus gut berechnetem Grund,
keine tatsächlichen nackten Tatsachen zu sehen sind?!

Noch problematischer wirds, da man manche Leute nicht vor sich
selber schützen kann, oder es niemanden gibt, der dies für jene
Leute täte. Manche veröffentlichen eben all ihr Reales im Netz,
denken, es wäre eine gute Idee, dazu noch sehr konfrontativ
aufzutreten, und haben wohl in der pseudoanonymen Atmosphäre
ihres Streams die einzige Möglichkeit, ihre psychischen Lasten
abzuladen, vor einer wolf-heulend hetzerischen Meute an Hatern,
jenen, denen es Spaß macht, andere sozusagen zu hassen, oder
sie zu demütigen.

Streamer, Influencer, Broadcaster!

Gelangweilt über das Internet stolpernd, widmete ich meinen Verstand wieder
einmal der youtouberischen Vlog-Blogger Szene und entdeckte recht eigenartige
Menschoiden, die sich eifrig am Influencing versuchen. Überraschung: es geht
nicht um Aktivismus, sondern um Geld verdienen. Product Placement; von reichen
Unternehmen als Influencer auserkoren sein; eigene Apps zum Geldscheffeln
promoten; astreiner Kapitalismus. Schade, dass es da keine Surprises mehr gibt.

Der tarnende Überbau solcher Streams oder künstlicher Internetpräsenzen wird von
den allermeisten Content Creator Kapitalisten recht breit angelegt. Bei Frauen
ist es in Mode, sich über streitbare oder vermeintlich allumfassend dauer-
interessante Themen zu definieren: da hättma Feminismus (all the rage now),
Sexismus (der Männerwelt), Sex (in allen Farben, Formen, Varianten), High or
Low Fashion, Shopping und mehr oder weniger verstecktes provokantes Hating.
Das scheint neu, ist es aber nicht: man plappert in die Kamera, wie assi diese
oder jene sind, wie dumm/blöd/primitiv der/die/das Wesen oder soziale Gruppe.
Eigentlich recht clever, durch Hating Hater anzuziehen, denn auch von denen
kommt willkommene Activity, Klicks, und Kommentare, die wiederum das eigene
Konstrukt befeuern, auf welch abgeschmackte Weise auch immer.

Die Männerwelt schließt sich in den allermeisten obig genannten Faktoren eifrig
an, und ist dankbar um sämtliche feministischen Männerhate Vorlagen, die dann
wiederum produktiv auf der eigenen Präsenz weiter verwurstet werden können.
Man profitiert von gegenseitiger Haterei, wobei man den Eindruck hat, die
panem et circenses Umgebung des Internets hätte alles Positive in die absolute
Langweiler-Ecke verbannt. Es scheint zudem recht mühsam, irgendwelchen
Geschlechter-Content, auf Angriff getrimmt und propagandistisch aufbereitet,
mit faktenbasierten Videos zu entmachten, aber hey, wer sich dank eines
wohl wirklich so uneigennützigen Weltbildes auf die Art profilieren möchte?

Hab mir lange überlegt, ob ich mal nen Best-of der Streamer zitiere, damit
der geneigte Leser selbst mal in den Schmutz abtauchen kann, mit nem guten
Taucheranzug, of course, und ner Bodencrew, die weiß, wie man im Morast
feststeckende Taucher rettet. Aber da verschaffe ich jenen Personen Klicks,
Umsatz, Besucherzahlen, und das möchte ich dann doch nicht auf diese Weise
supporten.

Gegen das Internet kämpfen selbst Götter vergebens?! Manch arme Seele, wohl
wirklich durch den Gedanken der Aufrichtigkeit beseelt, mag versuchen,
standzuhalten, dagegenzureden, Argumente anzubringen, womöglich ohne Denglisch
oder Beleidigung. Lost Cause! Das geht unter. Die dunkle Seite der Macht
scheint stärker! Kreativer find ich dann künstlerische Disses (1), gern
auch als musikalisches Stück (Rap etc.) vorgetragen, die ihre Kritik
pointiert, gestaltend und interessant servieren. Gerne mehr davon.

(1) Disses, Dissings, Dissae, Dissoi? Je ne comprends pas! Abgesehen davon ist
mir der Amount of Denglish in meinen Posts manchmal selbst nicht geheuer. Aber
ich hab halt eben auch nicht das Ansinnen, mich streng traditionell, mit
preußischer Pickelhaube, einer reinen Sprachlichkeit lokaler Verortung zu
widmen, die eh bedenklich nahe an irgendwelche suspekten nationalen
Bestrebungen liegt.

Dangerous Times?

Irgendwo hatt ich da mal was dazu getippelt. Eine Veränderung, eine Verrohung der
Gesellschaft findet statt. Rein subjektiv von mir beobachtet, an dem Ort, an dem
ich lebe, teilweise in meiner direkten Anwesenheit mitbekommen. Dinge, die früher
einfach nie vorgekommen sind. Dinge, die vielleicht andere als Pipifax bezeichnen,
die ich aber als Anzeichen sehe, für vielleicht zukünftig Schlimmeres. Wobei ich
absolut ausschließen kann, dass ich Auslöser derlei Geschehnisse bin. Es handelt
sich um Verbalaggro oder Verhalten von außen. Man fragt sich, was da noch kommt.

Beispiele?

Rentner, die einen blöd anquatschen, weil man in der proppevollen
Bahn am Ausgang steht, aber eigentlich so, dass da noch ein t34/85 Tank dran
vorbeipassen würde. Mir nie passiert, in all den Jahren auf diesem Erdenrund,
in denen ich routinemässig an Türen rumstehe, in Straßenbahnen, oder sonstwo.

Schmähende Kurztextereien, aus einem offenen Fenster der Nachbarschaft, entgegen-
gerufen. Brüllt man dann saftig was zurück, fallen schnell die Fenster zu. Gerade
der Massenwohnblock, der in all den Jahren völlig unauffällig war.

Nächtliche Schlägereien in der Straba, kurz, heftig, zwischen Jugendlichen, nicht
der Rede wert? Doch scheinbar ja, keiner fühlt sich zuständig, Strabafahrer
sagt wörtlich, es ist nicht sein Business, Mitfahrende schauen betroffen,
Jugendliche lärmen wie Hölle, keiner macht was.

Im Sportclub ein wildfremder Typ ausm Brazilian Jiu Jitsu, der einen dumm von
der Seite anquatscht, den man nicht mal kennt, mit dessen Abteilung man nie
was zu tun hatte.

Nun ists insgesamt nicht so, dass ich ein zartes Pflänzlein wäre, das ne Opferaura
ausstrahlt, eigentlich bin ich ja ein big great Wonneproppen-Bär mit meistenteils
recht grimmiger Miene, der auch öfters mal gedankenversunken his own business
minded. Und in der Vergangenheit wars immer so, dass ich angenehm durch die
Gesellschaft gewandelt bin, ruhig, friedlich, harmonisch, und eigentlich auch
recht zufrieden. Nie quatschte mich jemand blöd an, nie gab es irgendwelche
Vorkommnisse, und ich war auch genauso oft unterwegs. Irgendwas ist da, in
dieser Gesellschaft, denn ich habe mich nicht verändert.

So what?! wird der kundige Menschenerfahrene sagen, ist doch alles ne einzige
Nichtigkeit, über der man stehen sollte. Gut, gut, sage ich, aber ich bin
sensitiv genug, derartige Microerschütterungen der Macht dennoch wahrzunehmen,
und wundere mich darüber, dass meine Jedi-Wonneproppen-you-dont-talk-shit-to-me
Aura nimmer wirkt. Durchaus habe ich den Eindruck, dass immer mehr questionable
Zweibeiner meinen, es sich erlauben zu können, mich blöd anzuquatschen. Und
das bereitet mir Sorge. Denn mein Pazifismus-Gen tritt immer häufiger beiseite,
und ich geige denen die Meinung, durchaus auch mal mit gebührender Deftigkeit.

Boob Streamer!

Katholisch unschuldig und völlig unbedarft tummelte ich mich
in keusch frömmiger Freude im Netz und entdeckte … das
ABSOLUTE SCHMUDDLIGE SÜNDENPFUHL SKANDÄLCHEN 2016:

… die sogenannte Boob Streamer!

Naja, man richtet sich auf Menschinnen ein, die ein Interesse
am Computergaming besitzen. Diese, so wie ihre männlichen
Counterparts, streamen ihre spielerischen Erfolge ins Netz.
Soweit die absolut unbedenkliche Theorie.

Doch plötzlich gehts nicht mehr um Gaming, sondern um das
mehr oder weniger zarte Persönchen mit den Riesentitten,
die szenetechnisch gut mit mehr als maximal ausgeschnittenen
Tops präsentiert werden, eine Boob-Show par excellence. Das
an sich ist ja nix Schlimmes, denn: make love, not war.
Und für alle Gucker ists auch, wenns ästhetisch gemacht ist,
ne Supersache. Doch …

Im Medium Streaming, unter dem Titel des Computergaming, laufen
da linkisch lächerliche Pseudoerotikshows ab, die eigentlich nicht
mehr zeigen als eng/knapp bekleidete Weibchen, die auf
“Kundenwunsch” auch mal gerne hektische Gymnastikübungen vor
der Webcam machen, um zu zeigen, was Gravitatio und Motio mit
den geschätzten Big Boobs denn so anstellt. Komplette Nacktheit
gibts da natürlich nie, alles verläuft an einer vielleicht
genau kalkulierten Minimum-Schamgrenze, damit der Streaming
Anbieter sie auch ja nicht aus ihrem … und nu kommts:
lukrativen Geschäft wirft!

Wie bei allem im Leben: es steckt Kohle dahinter. Boob Streamer
lassen sich nämlich gerne, wie man wohl bei einigen Services
kann, Donations geben, also monetäre Geschenke, ein Schelm, wer
da ans professionelle Erotikgewerbe denkt. Die plakatieren
das wenigstens auch folgerichtig als Erotik/Sex-Show. Was wir
am Ende im Boob Streaming ham, sind unter anderem manga-
geschmickte Fake-Zockerweibchen, die ihre dicken Titten
routinemässig in die Webcam hängen. Also, können und dürfen
sie ja, aber bitte dann korrekt etikettiert, nicht mit dem
Medium Computergames verbunden, und auf irgendeinem Service,
wo dann auch die Kundschaft zum Geldverdienen paßt.

Angeber!

Wirklich keine neue Erkenntnis, aber dass es einem so arg bewußt wird
neuerdings, in dieser Welt …

Angeberei!

Harmloses Schulhofgeprotze war damals vielleicht noch halbwegs erträglich,
weil, diese Menschoiden waren jung, wollten die Girls beeindrucken, und
kamen irgendwann gottseidank mental in eine Weiterentwicklungsperiode,
die ihnen signalisierte: mehr Schein als Sein ist solange cool, wie man
die Illusion gefahrlos aufrechterhalten kann, doch am Ende kommt immer
alles raus. Ends in Peinlichkeit. And Verlust of all that you have
erschwindelt, be it Affection or material Goods.

Ich habe selbst nun in letzter Zeit einige Menschen verbal analysiert,
die sehr gut von sich sprechen, und dabei die kleine, aber feine Grenze
zum Angebertum meiner Ansicht nach überschreiten. “Gut von sich sprechen”
soll eigentlich ein gesundes Eigenbewußtsein mit einem gehörig gerüttelten
Maß an Bescheidenheit bedeuten. Man kann aber auch soweit gehen, dass
es die höchste Kür sei, wenn andere über einen gut sprechen, und man
selbst höchst zufrieden schweigen kann, da die eigenen Eigenschaften
selbstverfreilich für sich selbst sprechen.

Ich werde aber zugelabert, ob auf Arbeit oder sonstwo, durch pausenlose
Sprecher monströser Feats of Accomplishment, bei denen selbst Hercules
blaß vor Neid werden würde. Ob man nun in Amerika Militärausbilder war,
in myriaden Jobs bisher extremst so gut war, dass man im Alleingang die
Firman zu retten schien oder eine dermassen unglaubliche Kampfsportpräsenz
hat, dass Bruce Lee vor Angst in der Ecke kauern würde. Höflich höre ich
mir das an und korreliere es mit Infos, die ich über jene Leute bereits
bekommen habe: und siehe da, diese Supermänner haben einen Grund, so
auf die Kacke zu hauen: ihr Versagen wird nämlich hinter ihren Reihen
weitergetratscht.

Oh, könnte ja sein, dass diese Alleskönner eigener verbaler Manufaktur
wirklich so geil sind, wie sie sagen! Da fehlt einem meistens die
neutrale, wissenschaftlich verifizierte Hintergrundrecherche, um zu
prüfen, was diese Leute wirklich können. Zumindest so manche K(r)ampf-
sportler wollen einen aber mit bullshittigen Philosophien oder
angedeuteten Nahkampfmanövern davon überzeugen, dass sie was drauf
haben. Der Muskel wird durch den Schlag dagegen völlig gelähmt, jaja!

Am Ende jedoch die uralte Weisheit: wer am lautesten tönt, hat am
wenigsten Ahnung. Erstaunlich, wie sowas zutrifft, und man selbst
so intellektuell arrogant war, solche Allgemeinplatzlichkeiten
gemeiner Volksweisheit spöttisch zu ignorieren.

Panem et TV Circenses

Man weiß Bescheid, Dumpfbacken TV ist in, nicht nur bei denen, die es
nicht besser wissen, sondern auch bei solchen, die sich daran gerne
delektieren, in vollem Wissen, in den grausigen Abgrund menschlicher
Dummheit zu schauen. Es hat wohl seine Berechtigung, vielleicht als
pseudolegitim angelegte Lächerlichmachung der ohnehin schon großmäulig
Lächerlichen, also eine angeblich “gerechte” Strafe, konstruiert als
Dschungelcamp, oder Big Brother, in dem der Plebs dann fleissig
wählen darf, wer als nächstes beschämt zur Rechenschaft gebeten wird.
Gebt dem Volk den Anscheinshauch, sich an dümmlichen Arroganz-C-Promis
“rächen” zu können, die schockschwerenot gerade aufgrund ihrer
doofen, halbdoofen oder kalkuliert doofen Art ziemlich Kohle machen.

Was wirft man Heidi Klum vor? Schön, erfolgreich, jungen Maiden eine
tolle Berufschance gebend? Zumindest ist die Top(f)model-Show ihr
eigenes Königreich voller Selbstbeweihräucherung, mit Heerscharen an
weiblichen Günstlingen, die alle ihr Wohlwollen erringen wollen –
dabei zählt männliche Juror-Staffage keinen Meter, die Typen garnieren
unsere Heidi nur, der es wohl auch komplett ohne andere Darsteller
nie langweilig würde, mit sich und ihrem Spiegel. Die Show gesamt ist
der Ausbund an oberflächlicher Menschenprägung, wo jungen Frauen
beigebracht wird, dass Kleidung = Charakter, und alles unter 40 Kilo
grad noch akzeptabel. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass sämtliche
Zickenkriege der Mädels ohnehin reality-scripted sind.

Dschungelcamp, als Ekel-TV der Renner, ist die Arena der C- bis X-Promis,
in der das Volk entscheiden darf, wem es eins reinwürgt, garniert von
Moderatorenhäme und der einen oder anderen Zickerei der Kandidaten.
Alle wollen sich durch dieses Format den Einstieg in die Geldwert-
medienwelt erkaufen, im Hintergrund ausgefeilt vertraglich abgesichert.
Am Ende darf ein bäurischer Du-und-ich Typ siegen, die dicktittige
Vollbusigkeitsblondine ausstechend, die Gerechtigkeit, der Gemeinsinn
hat gesiegt.

Auch Dieter Bohlensche Sangeswettbewerbe zeichnen sich nur durch eins
aus: es werden Menschen absichtlich zugelassen, deren Talent meilenweit
im Nichts zu suchen wäre, Leute dürfen auf die Bühne schlappen, in
selbstverblendeter Hoffnung, die niemals auch nur im Ansatz nicht
durch die laxesten Sicherheitskontrollen in Sangestalentistan ge-
kommen wären. Alles nur mit einem Zweck: sie der Lächerlichkeit und
der menschenverachtenden Häme preiszugeben. Dies ist wahrhaftige
TV-Bösheit, der grinsenden Masse hilflos-naive Dummchen und Dumpf-
backen zu präsentieren, die ungelenk den Affen machen, nur damit
Leute wie Bohlen sie mit verächtlichen Sprüchen torpedieren können.

Ja, ich weiß. Wegschalten. Nicht gucken. Ne Runde Naturdoku auf ARTE
zur Nervenberuhigung. Und die Tv-Manager predigen das Mantra: ja,
das machen die alles freiwillig, keiner zwingt sie dazu. Auf Ethos
in der Medienbranche zu pochen, scheint sich altbacken überlebt zu
haben. Anything goes, so it seems. Ein Trend, der die Verrohung
der Gesellschaft deutlich vorzeichnet.

König sein ist geil

Also früher war das ne famose Sache, das Feudalsystem. Einer war der Boss,
und der hat voll Glück gehabt, konnte machen, was er wollte, umgeben von
Stiefelleckern und Günstlingen, mußte halt nur vor Intrigen Acht geben,
ne loyale Leibgarde ham und wenn er nur brutal genug war, hielt er sich
recht lange. König oder Kaiser sein war ne geile Sache!

Schwupps, irgendwann kam alles anders, lustige Sachen wie Diktatur,
Sozialismus und Demokratie wurden eingeführt, scheinbar alle bösen Könige
und Kaiser und Potentaten entmachtend. Steile Sache, alle sind nun Bürger
mit gleichem Status und Rechten sowie Pflichten! Oder wie die Geschäftswelt
mit ihren Psychomanipulatoren und Kapitalismuspropagandamaschinen dann
tröstend formulierte: “Ihr seid alle gleichwertig, aber nicht gleichen
Ranges!”

Schlau, schlau, den gemeinen Arbeiter und Lohnsklaven zu beschwichtigen,
indem man ihm einige Pseudorechte und bedeutungslose Statusetikettierungen
auf die gebeugten Schultern placebo-pflastert. Denn wie sich herausstellte,
gab man dem Feudalismus ein anderes Gesicht, nämlich das des Kapitalismus.
Firmenchefs sind nun die neuen Könige, oder auch Oberhäupter anderer Institutionen
dürfen sich monarchische Titel in Eigenregie gönnen, regierend, mit Hofstaat
und so manches Mal durchaus diktatorisch, alleinherrscherisch, wie eben ein
guter, alter König. Was? Wir leben in einer Demokratie? Sowas gibts nicht?
Look around! Manche Geschichten diverser Arbeitnehmer gleichen sich
verdächtig wie ein Ei dem anderen, und ausgesiebt ergeben sie so manch
feudalsystematisches Gefüge, recht weit weg von allem demokratischen Ideal.

Gewerkschaften als Robin Hood Organisationen der gebeugten Arbeitnehmer,
oder sollen wir sagen: Untertanen? Parteien als rebellische Adelsleute,
die den König nur darum stürzen mögen, um einen aus ihrer Mitte auf den
güldenen Thron zu verbringen? Gerechte Richter in edelschwarzen Roben,
die justitiablind alle in die Schranken weisen, welche die demokratische
Marktwirtschaft gefährden? Tschuldigung, hab da das Wort SOZIAL vergessen.

Was machma also? Noch ne Revolution? Und dann? Mal echte Demokratie
versuchen? Oder die monarchischen Tendenzen des Kapitalismus, der Quelle
allen Übels, ausmerzen? Glauben wir an unsere Regierungsform, an unser
soziales Miteinander, oder fliehen wir in irgendwelche Blockhütten
Kanadas, wo sich Fuchs und Bär gute Nacht sagen und man von sämtlichem
Powermongering verschont ist?

Irgendwas isch annersch…

Ich bilde es mir nicht ein, irgendwas ist wirklich anders! Flaniere ich
durch meine Hometown kann man das im kleinen echt beobachten: Menschen,
die weitaus aggressiver sind als früher, sei es nun die Oma, die junge
Leute anschnauzt, der Geschäftsmann, der sich über Teenies aufregt, oder
coole Spätpubertierende, die den dicken Macker raushängen müssen. Aber
vor einer Verrohung der Gesellschaft (siehe Verbrechen, egal, von wem
sie denn begangen wurden, siehe Attentate, die mittlerweile mitten in
der westlichen Welt angekommen sind) ist nicht nur die Rede!

Verhaltensauffällige Personen beobachte ich auch, und damit meine ich
bei weitem nicht einfache Selbstgespräche harmloser Natur, sondern
eigentlich stark auffälligen Autismus, vereinigt mit Gesten und Taten,
die echt keinen gesunden Eindruck machen. Ob auch die Zahl der Obdach-
losen zugenommen hat? Dazu mischt sich bunt gemischtes jugendliches
Volk, das weder Anstand noch Benehmen gelernt hat, mit einem Wortschatz,
der bei “Ey, Alta” beginnt und mit “yo, krass, ey” zu enden scheint.

Dazu spektakuläre halsbrecherische Aktionen von Leuten in einem Alter,
in dem man es eigentlich besser wissen müßte: kurz vor der Ampel Auto-
Tür auf, der junge Mann springt raus, auf die Fahrbahn, dann auf den
Fussgängerstreifen, alldieweil das Auto auf der Nebenspur eine
Alarmbremsung hinlegt, um den Typen nicht zu überfahren.

Früher war die Straßenbahn auch nachts und abends ein ruhiger Ort.
Heute, selbst miterlebt, gibt es Jugendbanden, die sich gegenseitig
schlägern, während alle anderen Fahrgäste betreten wegschauen und
der Straba-Fahrer auf Ansprache verlauten läßt: ist ja nicht meine
Sache. (So selbst erlebt, Tatsachenbericht.) Klar, das kommt nun nicht
jeden Tag vor, aber in meiner subjektiven Wahrnehmung hats sowas
früher nicht gegeben.

So langsam glaub ich wirklich, wie ein motziger Rentner über so
Dinge zu schreiben. Hört sich auch alles voll altbacken an, wenn
man sichs durchliest. Die berechtigten Bedenken vor einer aggressiveren
Gesellschaft, einem teilweise rechtsfreien Raum (die Polizei muss
ja erst mal gerufen werden, und neue Stellen erstmal aus dem Boden
gestampft sein) und persönlicher Gefährdung in immer unsicheren
Zeiten wischt das jedoch nicht weg.