Category Archives: Blaschanek Blogovsky

Der Bereich meines Blogging Alter Egos über das Leben
an sich, zynisch, ironisch, sarkastisch, witzig oder
auch mal ernst.

Fishing for Hate

zur eigenen profilierung nehme man ein sehr kontroverses statement zu welchem
thema auch immer und poliere es zur radikalen extremität auf. dann poste man
dies auf sozialen medien. ein wenig warten. dann trudeln schon die ersten
hasskommentare ein. ziel erreicht: negative publicity, denn die macht auch
bekannt. zudem bestätigung der eigenen these, sollte man eine gruppierung
beschuldigt haben, denn es finden sich garantiert leute, deren zorn sie dazu
verleitet, unkluges zu formulieren.

vielleicht sind alle (mittlerweile) so gepolt, dass negatives mehr schlagzeilen
erhält als positives. möglicherweise muss, gerade und auch in redaktionen,
jedes enfant terrible sich in meinungskolumnen ausleben, um dann reaktionen
geradezu zu provozieren. dass seriöser journalismus flächendeckend mittlerweile
probleme hat, zum einen, weil er out zu sein scheint, zum anderen, weil
sich immer weniger menschen finden, die “überalterten” idealen eines
sachlichen objektivismus nachhängen. ich pauschalisiere hier. es sind nicht
alle so, aber es werden immer mehr? was ich da aus den medien mittlerweile
lese, paßt für mein verständnis auf keine kuhhaut mehr und IST wahrlich nicht
von exzellenz gekrönt.

geht es noch um argumente? oder um den sieg der eigenen filterbubble? in
kürzester zeit versumpfen diskussionen, die man schon anfangs fast nicht
mehr so nennen kann, trolle kommen dazu, befeuern die ressentiments, und
der krieg tobt über schuldzuweisung, unverständnisunterstellung bis hin
zu ad hominem angriffen. am ende steht der sieg, der block, die propaganda
memes oder die dutzendste anzeige bei der polizei.

meinungskampf im internet: redakteur 1 mit 500 getreuen followern gegen
redakteur 2 einer konkurrenzpostille mit ebenso 500 anhängern. and lets
fight! könnt man ne echt gute trash gameshow draus machen, komplett mit
jedem unterirdischen schwachsinn, den sich eine fernsehanstalt heutzutage
ausdenken kann!

ist es ein rein emotionales ideologie ding? ich hasse irgendwas, ich bin
fanatischer ideologe irgendeiner politischen strömung, ich geh los und
zünd mal das internet mit widerlichen thesen an. freue mich ob des chaos
und lass mir auf die schulter tappsen, was für ein toller soldat für
die eigene sache ich bin. inhalte sind egal, menschenwürde auch,
benimm ist was für alte leute. und je mehr anzeigen, desto besser,
da lässt sich ja dann die serie folgeartikel oder social media videos
abdrehen und noch mehr auf die kacke haun.

Abolish the Police?

demonstranten gewisser richtungen schreiben sich auf ihre sprüchlein banner, dass
sie gerne die polizei abschaffen würden. ebenso nimmt man journalisten wahr, die
das selbige auch gern in ihren artikeln verklausuliert postulieren.

“abolish the police” bedeutet die abschaffung der sicherheitsorgane eines staates.
logischerweise entsteht dann ein machtvakuum, welches sich füllen wird, auf die eine
oder andere weise. gegenwärtig kann ich da keinerlei gutes folgeszenario vorstellen.
ohne polizei folgt höchstwahrscheinlich anarchie, in der all die hässlichen dinge
passieren können, die in den westlichen demokratien bisher eher selten waren. politisch
radikale splittergruppen werden bewaffnete kräfte ins feld führen wollen, kriminelle
feiern fröhlich ihr gewerbe, und kleinstgruppen tribalisierungsprepper versuchen
mit jeder habhaften gewalt ihren besitz zu schützen. zarte utopie träume einer
community service truppe, die aus bürgern besteht und die ordnung aufrechterhält,
zerbrechen brutal an der primitiven realität moderner konfliktgesellschaften.

nicht zu vergessen folgendes: es gibt politisch überzeugte, die zur durchsetzung
ihrer agenda in jedem fall die polizei aus dem weg geräumt haben wollen. gerade
politische ideologien, welche antidemokratisch agieren, den staat beseitigen wollen,
und ihre eigene vision einer machtstruktur realisieren wollen, haben jegliches
interesse daran, die polizei, die ordnungskräfte und auch das militär zu
destablisieren.

“defund the police” – also der polizei gelder zu entziehen, schlägt in die gleiche
kerbe. schwächung der ohnehin schon zusammengesparten polizei in industriestaaten
wird nicht zur öffentlichen ordnung beitragen, wird das verbrechen nicht ver-
schwinden lassen und nur ein wachstum aller krisenfaktoren begünstigen. zu-
mindest kann kritik daran geübt werden, die polizei zu militarisieren, und ein
“defund” wunsch dort mag plausibler erscheinen. aber gerade in den usa, in der
kriminalität eben nicht mit nem kleinkaliber herumballert, ist eine weniger gut
ausgerüstete polizei eben gezwungen, den großen bedrohungen mit eigener
aufrüstung zu begegnen.

alles in allem sind radikale forderungen, die keinerlei befriedigende nachfolge-
lösung offerieren, nichts weiter als politische propaganda. wichtiger wäre,
sich an den kern des problems (polizeigewalt) zu begeben und die polizei an
sich zu verbessern, also: “reform the police!” wäre ein wesentlich sinvollerer
spruch auf nem banner gewesen.

polizeireform: polizeitrainings in allen wichtigen rechtlichen und sozialen
gebieten, bessere selektion der bewerber, angemessene bezahlung, genug polizei-
kräfte, und vor allem sinnvolle ausrüstung sind dinge, die man angehen kann.
ebenso hat die politik dafür zu sorgen, dass beschwerde/überwachungsorgane
geschaffen werden, die polizeiarbeit unabhängig prüfen und bewerten. es ist
schlichtweg unsicher, wenn polizisten aus dem gleichen revier gegen ihre
kollegen ermittlen sollen/müssen.

Corona!

watn virus, ey. zwischen extremen polen findet man da alle meinungen zu.
auf der einen seite: völlig harmlos, nicht existent, propagandalüge
der NWO. on the other side: extrem gefährlich, wir werden alle draufgehn,
end of the world, satan is coming.

auch hier sei jedem interessierten denkerling geraten, sich von allen
heftigen positionen zu entfernen und verschwörungstheorien bitte nur
zum amusement zu konsumieren.

im zweiten schritt suche man sich seriöse politiker und wissenschaftler,
deren faktenbasis man auch selbst überprüfen kann, soweit möglich.

und drittens vermeide man jegliche emotionalität, sei es negative (furcht,
zorn) oder zwanghaft hyperpositive (verblendungsoptimismus).

im übrigen finde ich einige posts diverser aktivistisch positionierter
leute sehr geschmacklos, widerwärtig und ekelhaft, wenn man dann lesen
muss, dass alte leute ja wegkönnen, eh nimmer lang genug leben, da sie
ja den schlamassel der gegenwart in ihrer vergangenheit mitverschuldet
haben sollen. all jene leute sollten sich bis in grund und boden
schämen. aber scham ist eine genauso große agitprop chose wie
solidarität oder zivilcourage.

interessant zu sehen, wer auf ne krise so aufspringt, als möglicher
gewinnler. diverse politisch andersdenkende oder powermonger, die
möglicherweise schwächere staaten unter druck setzen wollen, oder
auch nur eigensüchtige politiker, die ne wahl zu gewinnen habn
und/oder paar kapitalistische schurkereien gegen den kleinen mann
in position bringen wollen.

da fällt mir nochwas ein: gibt ja einige super bis supra reiche in
allen ländern dieser welt. die spenden sicherlich bissel was, aber
der clou: sie könnten noch mehr spenden, und siehe da: sie wären
danach immer noch unermesslich reich! DAS hätt ja niemand gedacht,
hm?! 138.5 milliarden vermögen abzüglich ein paar millardchen,
ist nach wie vor noch frakkin immensely rich! in diesem sinne,
rich people, solidarität *hust hust*! wo wir schon
dabei sind, liebe politiker (grade deutschlands), macht doch auch
mit, gehaltsverzicht umme hälfte in der krise! statt 10k nur noch
5k, das wär mal zivilcourage *hö hö*!

Im Schloß der eigenen Filterblase

viele scheinen der meinung, dass man mit den leuten, die anderer meinung sind,
nicht mehr reden darf/kann. so werden filterblasen groß, man sucht sich eben
leute, die im eigenen schloß der meinung willkommen sind, und feiert sich selbst
ob der vorhandenen harmonie.

schön zwischen den zinnen durchguckend kann man sich gegen die feindliche filter-
blase alliieren, die bösen anderen beschwören, und den eigenen zusammenhalt
stärken. alles sehr einfach, man verschwendet keinen aufwand, sich kritisch
zu hinterfragen und schon allein gar nicht die argumente der gegenseite.

was dann geschieht, kann radikalisierung sein. was, wenn die kleinere filterblase,
das mini schlösschen, objektiv recht hat, aber das riesenschloß, die gigantische
andere filterblase, sie einfach überrollt? kann es überhaupt “recht haben” geben,
oder ist etwas viel wichtiger, was mal geschätzte errungenschaft der demokratie
war: der kompromiß, der mittelweg, weitab von jeglich schädlichem extremismus?

vielleicht wäre es ideal, keinerlei schlößer, filterblasen zu besitzen, sondern
offene dorfplätze, auf denen die menschen sich frei austauschen, gerade weil sie
anderer meinung sind, und darauf brennen, ihren standpunkt in der debatte zu
erproben. angesichts vieler unschöner erscheinungen unserer heutigen gesellschaft,
liest sich mein getippsel aber wie eine utopie ferner zeiten …

daher mein plädoyer an alle: mehr wagen, mehr recherchieren, graue zellen anwerfen,
kritisch sein, offen bleiben, sich nicht vereinnahmen lassen und das gespräch suchen.
klar, es mag leute geben, die sind so radikal, ablehnend, da macht das keinen sinn.
aber vielleicht gibts da draussen leute, die unvoreingenommen ohne scheuklappen
debattieren können, den mittelweg suchen, und vielleicht einen kompromiß anstreben,
der viele probleme lösen könnte …

Kollektivstrafen

diese scheinen weitaus verbreiteter zu sein, als im üblichen klischee
military kontext, exemplarisch vorgeführt im anti war movie “full
metal jacket”. was ist es also, dass diese strategie der bestrafungs-
manipulation so verbreitet wirken lässt?

in einer kollektivstrafe bestrafe ich alle für die vergehen eines
einzelnen. der unterschwellige effekt dieses handelns bewirkt, dass
sich frustration der mehrheit aufbaut, die sich dann, so hofft der
vorgesetzte/anführer/befehlshaber, auf jene entlädt, die sich
schuldig machten. es entlastet alle oberen, indem es verantwortung/
handlung abschiebt und selbst immer noch “menschlich” erscheinen
läßt, wenn man diese unmenschliche scharade nicht durchschaut.

erstaunlicherweise findet man derlei strategien auch in anderen
bereichen der gesellschaft, die deren benefits für sich nutzen wollen.
man stelle sich den vorgesetzten einer firma vor, der selbst gesicht
wahrt, emotional enttäuscht seine untergebenen pauschal abstraft,
imemr wieder beteuernd, er würde das ja verabscheuen, und nur wegen
vergehen einiger weniger sähe er sich dazu gezwungen. unter der
hand hofft man natürlich, dass gewisse problemchen dann von den
mitarbeitern geregelt werden, auf welche weise, das scheint dann
vielleicht egal?

kollektivstrafen sind menschenrechtswidrige, widerliche und amoralische
mechanismen einer befehlskaste, die vielleicht die auseinandersetzung
per angesicht scheut, oder, noch schlimmer, psychomanipulativ am ende
als lächelnder sieger dastehen will. derlei hat niemals etwas mit
ehrenkodex oder tradition zu tun, dafür ist es zu ehrlos, andere etwas
machen zu lassen, was man selbst erledigen muss (dann im rahmen
des gesetzes, der zulässigen strafen, und mit maß sowie gerechtigkeit).

Interessengruppen

…im politischen, sozialen, religiösen und wirtschaftlichen umfeld…

ich widme mich natürlich wieder jenen interessengruppen, die negativ auffallen.
werde allgemeine merkmale dieser vorstellen.

interessengruppen, die ich für negativ halte, haben folgende eigenschaften:

1.) radikalismus und extremismus. radikal bedeutet, dass diese gruppen einfache,
sehr drastische, und ausschließlich der eigenen interessenlage dienliche zielsetzungen
haben. diese werden nicht einen yota verrückt, man ist nicht kompromißbereit
und schätzt generell andere positionen als a) zu schwach oder b) falsch ein.
extreme gruppen brauchen feindbilder, schaffen diese, definieren sich durch jene
und bewegen sich in den dimensionen des virtuellen, verbalen und schlußendlich
realen (gewalt)kampfs. extremismus meint auch, bisherige politische, soziale,
religiöse oder wirtschaftliche strukturen so zu modifizieren/beseitigen, dass
am ziel nur die eigene gruppe eine völlige position der dominanz/macht erlangt
hat.

2.) propaganda benutzt immer verbrechen/vergehen anderer gegen die eigene gruppe
als haupt rhetorik gegenstand. man ist definitiv nur auf der eigenen seite, verurteilt
verbrechen gegen die eigene gruppe und angeschlossener sympathisanten, äußert sich
aber nie (verurteilend) zu ähnlichen oder schlimmeren verbrechen gegen andere,
konkurrierende oder als feindlich empfundene gruppierungen. propaganda betont
immer die eigene opfer rolle, es muss der moralische high ground erreicht werden,
von dem aus eine diskreditierung der feindbilder vorgenommen werden kann. für
die allgemeinheit, die eine gruppe wahrnimmt, muss eine sympathie offensive
gestaltet werden.

3.) tarnung und täuschung. gruppen, die negative zielsetzungen haben, verschleiern
diese durchaus und bedienen sich der systeme, in die sie infiltrieren. sie nutzen
jede art von list, um über ihre wahren beweggründe hinwegzutäuschen. sie nutzen
schlüpflöcher in den systemen, in denen sie existieren, um bisherige grenzen
juristischer oder sozialer natur zu testen, die standhaftigkeit zu prüfen und sie
stück für stück im eigenen sinn zu erweitern oder aufzuweichen.

4.) die innere organisation ist hierarchisch, feudal und antidemokratisch. es gibt
ein ausuferndes fußvolk zur finanzierung und kommandierung für (macht)demonstrationen,
versammlungen, propagandaprojekte. nur höhere kader haben bessere indoktrinierung,
sie werden von einer oder mehr führungspersönlichkeiten angeleitet und zur
kontrolle der basis benutzt. das interne system funktioniert durch drohung,
harsche regeln und drastischer bestrafung. soziale, religiöse oder politische
grundsatztexte bzw. überzeugungen legitimieren alle aktionen, um das ziel zu
erreichen. indoktrination, gehirnwäsche, gewaltandrohung und furchtszenarien
nebst bespitzelung bei nicht-konformität sind an der tagesordnung.

Trau, schau, wem!

studiere ja heftig auch bissel twitter so nebenher. da gibt es sehr viele
meinungsäusserungen. mal mehr, mal weniger sinnvoll. dann auch wieder sehr
schnell in beschimpfungen und #whataboutism abgleitend. darf so sein, ob
es halt zu irgendwas führt, ist kaum abzuschätzen. jeder bleibt in seiner
filterblase und “hats dem anderen ordentlich verbal reingehauen”.

vielleicht sollte man in der schule das fach medienkompetenz einführen, um
jedem möglichst früh beizubringen, wie man mit #fakenews, politisch
motivierter #propaganda oder schnöd-verklausulierter #eigenwerbung fürs
nächste empörungsbuch umgeht.

finds immer ganz witzig, nachzuforschen, wer von wem gesponsert wird. follow
the money, my friends. machen wirs wie die mafia-bekämpfer. wo geld fließt,
und man die hintermänner einer medienplattform kennt, kann man schon ein
wenig darüber nachdenken, ob beispielsweise eine zeitung, die von jemandem
finanziert wird, wirklich kritisch sein kann, schon und vor allem unabhängig.

oder nehmen wir parteistrukturen. deren mitglieder sitzen auch in gremien,
befinden sich in entscheiderpositionen, oder haben einfluss auf geschriebenes,
gesendetes und digital getipptes. ein schelm, wer dabei denken könnte, dass
parteipolitische positionen auch so unters volk gestreut werden sollen.

schließlich darf man sich auch gerne allumfassend über jene informieren,
die sich öffentlich betätigen. gerne auch durch alle medien und quellen für
ein umfassendes bild. ist die person vorbelastet durch skandale? äußert
sie sich belegbar gegenteilig in gewissen zeitabständen? ist sie der lüge
überführt? welche kontakte gibt es? schwarze stellen in der biografie?

alles viel arbeit für ein bissle meinungsbildung. kann aber lohnen. niemand
kann aber alles erfahren. und so manches kann gefährlich nahe an “naja,
find ich sympathisch, glaub ich mal ohne prüfung” herankommen. vorsicht,
so manches mal lohnt ein wenig arbeit schon, um nicht nem cleveren
demagogen hinterherzurennen oder durch verdeckte extremisten hinters
licht geführt zu werdn…

Radikale!

ich hab ja fast böcke, eine neue rubrik “politik” zu eröffnen. na, mal
sehen. jedenfalls sieht man ja einige turbulenz innerhalb europas. besser
als stillstand oder stagnation? nujo, turbulenz artet gerne mal aus,
und instabilität hilft echt nicht weiter, macht auch einige dinge übler.
wie beispielsweise verbrechen oder radikale. die mögen sowas gerne.

insgesamt tät ichs gerne sehen, wenn wir alle von radikalität abrücken.
weder links-, noch rechtsradikalismus bieten lösungen, sondern schaffen
nur neue probleme. radikalität schafft gewalt, pauschalisiert gerne,
denkt niemals tief genug nach und kommt zu schlüssen, die uns schon
einige male in der menschheitsgeschichte an den rand des abgrunds führten.

viele locken an allen rändern mit einfachen lösungen. radikale bieten den
königsweg, den alle anderen wohl vergeblich suchen. und es ist herrlich
bequem, man hat eine möglichst homogene gruppe und übt in dieser radikales
aus, da man sicher ist, oder eher vermeintlich sicher, denn die anderen,
die feindlichen radikalen, hams ja doch auf einen abgesehen.

man vergißt: der teich der radikalen fischleins ist eben von diesen zahlreich
bevölkert. die einen hassen die anderen, jene wiederum diese und wieder nochn
paar alle anderen. ist die moderne welt nicht reich an radikalen gruppen,
für jeden geschmack was dabei, weltlich machtpolitisch oder eher geschichts-
leugnend national oder vielleicht doch religiös fanatisch?

kann man denn radikal “gut” sein? glaube nicht, denn “radikal” ist auch immer
schnell den abhang in richtung “extrem” runtergerollt. wie oft begaben sich
gedanken an die radix, die wurzel, suhlten sich in der einfachen schönheit,
um dann im verlauf ihrer eigenen geschichte zu etwas monströsem heranzuwachsen!

sind wohl viele menschen grad auf der suche nach einer politischen mitte,
jenseits von radikalem links oder rechts. dass dies im politischen hickhack
sehr schwierig sein kann, und etablierte parteien ihre wählerschaft, die sich
nach einer austarierten mitte sehnt, auch vor den kopf stossen, ist bedauerlich.
freuen sich die radikalen elemente, die kriegen dann von ner menge
enttäuschter zulauf. sollte man sich als “altpartei” selbst am kragen
packen und schauen, welche fehler man selbst all die jahre so gemacht hat.

#drunkstream

ich nenne es auch: in die ecke manövriert. man gehe von dem fall aus, dass
man seine videos auf streaming/content-plattformen nach diesem muster aufbaut,
ziemlich assig und stolz drauf sozusagen. zu jeder menge alkohol gehört dann
noch gewisses rauchkraut, irgendwelche shishas und was dergleichen mehr ein
youngster gangster so sein eigen nennen mag.

dies zelebriert man dann ausgiebigst, säuft sich voll, eskaliert entsprechend
und lässt die kamera schön drauf halten. die einen wundern sich dann noch
ernsthaft drüber, dass sie einen gewissen zweifelhaften ruf bekommen, darum
gehated werden, keine ernsthaften sponsorings kriegen, die anderen glotzen
saublöd, wenn der leberschaden umme ecke grüßt.

sackgasse, freunde. die panem et circenses gesellschaft will immer mehr sehen,
irgendwann kann der entertainer nimmer leisten, dann wendet man sich ab, denn
der hype verfliegt schnell. so brennen die glühenden eintagslichtkäferchen
recht schnell aus, hoffentlich bis dahin genug kohle gehortet habend, um die
fälligen ops oder medikamente zu bezahlen. ist eigentlich fast wie bei
einigen steroid monster bodybuildern, wenn man so bedenkt…

tjo. obs was besonderes ist insgesamt? die menschheit besäuft sich schon seit
jahrtausenden und stellt dann dummheiten an. schlimm nur, dass nun viele
gaffer dem live verfall einiger internetpersönlichkeiten in farbe
zugucken können. und ich könnt wetten: irgendwann hat jeder das eigene
assi-sein satt, denn erstens ham das andere auch schon, es nutzt sich famos
ab und brennt tierisch aus. und wenn einer gesundheitlich kaputt nimmer
drunkstreamen kann, sonst nix anderes mehr hat, was dann? die bankrott
erklärung an das eigene ich.

von so altmodischen argumenten wie: schlechtes beispiel und unguten einfluss
auf die kinder mal abgesehen. versteht sich von selbst, dass es nachahmer
gibt, die auch mal cool sein wollen und dann mit 3,5 promille vom stuhl kippen.
kann nur sagen: manche machen das exakt nur einmal, dann sind se nämlich
mausetot. abgesehen davon ist es wenig erstrebenswert, assi zu sein, wenn
man mal in der birne aufgewacht ist. was zugegebenermassen bei manchen
länger dauert.

Konsequenz

man lernt in seinem leben viele oder recht wenige menschen kennen,
muss aber entscheiden, ob einem kontakte guttun oder man eben recht
wenig selbst davon hat. notwendigerweise sieht man in letzterem
fall negatives, vielleicht eher inkompatibles, das kann als eine
anklage oder beschuldigung dieser person verstanden werden.

soll es nicht!

unterschiedliche verständnisse von intellektualität, auffassungen
übers leben, ethisch/moralisch andersartige ansichten mögen erst
einmal zum diskutieren einladen, aber wenn sie krass different
sind, man eisern beharrt, keinerlei andere perspektiven zulässt,
(per se nicht zu verurteilen, darf jeder tun) kann das schon mal
zwecklos werden. das sollte kein plädoyer für die eigene filterblase
sein, einfach die erkenntnis, dass manche kompromißarbeit zum
scheitern verurteilt ist, ohnehin dann zu streit oder unmut
führen dürfte.

dazu gibt es unendlich viele motive, dass man andere nicht als
freunde oder intensivere sozialbekanntschaften akzeptieren mag.
durchaus kritikwürdige: vorurteilsbedingte, politisch bedingte,
sozialstatusabhängige, und einen haufn mehr. es liegt aber
an jedem selbst, sich dahingehend zu hinterfragen, selbst-
kritisch zu sein oder eine änderung zum vielleicht oder
vermeintlich besseren anzustreben.

jeder hat das unumstößliche recht, sich seinen freundeskreis
auszusuchen, ihn nach eigenem wunsch zu erweitern oder zu ver-
kleinern. ein gewiss starkes eigeninteresse -völlig legitim-
ist es, dass man sich dabei freunde sucht, die zumindest einen
gewissen emotionalen/intellektuellen grundkonses mit einem
teilen.

sicherlich sind personen beleidigt, angegriffen, getroffen, wenn
man ihnen in punkto freundschaft oder intensiverer sozialer
bekanntschaft dezent oder offen eine absage erteilt. tut man das
gut begründet, oder auch nur indirekt so schonend wie möglich,
sehe ich darin erst einmal nichts verwerfliches. und ich
appelliere an jeden, gewisse innere größe zu zeigen, dies nicht
als bösen angriff zu verstehen, sondern es gleichmütig zu
akzeptieren, denn jeder kann solche erfahrungen machen, sie
sind natürlich und in höflich-respektvoller manier auch nicht
das ende der welt.