Category Archives: Blaschanek Blogovsky

Der Bereich meines Blogging Alter Egos über das Leben
an sich, zynisch, ironisch, sarkastisch, witzig oder
auch mal ernst.

Mittelaltermarkt Invasion!

Mittelalterliche Märkte sind was Tolles, Lagergruppen, lecker Futter,
Schaukampf, Spaß für die Kids und lehrreiche Gespräche mit Lagernden,
die einem auch gerne mal Waffen und Rüstungen und How-to-Mittelalter
nahebringen. Gibt Lager, die sind ziemlich viel “A” (welches für
Authentisch – historisch korrekte Darstellung), andere recht viel
weniger.

Zwischendrin hamwa als Besucher, oder vielleicht sogar lagernd, recht
fantasiereiche Gestalten: Samurais, Römer, Piraten, recht selten arabische
Krieger (die ja noch ins Bild passen würden), und den unvermeidlichen
Assassins Creed Computergame Heroen. Oh, Elfen und Orks und Fantasy
Warriors/Princesses nicht vergessen!

Erster Reflex wäre, über die Leute die Nase zu rümpfen und deren Platz
auf solchen Veranstaltungen in Frage zu stellen. Gar finstere Gestalten
machen sich sogar endlos lustig über solch historisch völlig unkorrekte
Narretey. Okay, aber weise ists eben nicht. Auf amerikanischen Rennaissance
Faires läuft auch alles rum, was Gott verboten hat, eben weil es für
die Leute abseits der Comic Cons etc. recht wenig gibt, in deutschen
Landen gar muss man auf LARPs ausweichen, hat – meiner Kenntnis nach –
recht wenig Gelegenheit, alles abseits mittelalterlicher Darstellung
ins Licht der Öffentlichkeit zu tragen.

Ich plädiere hier also für Nachsicht und Toleranz, lassen wir die
A-Päpste neben alle bunten Andersweltprotagonisten, und sogar für einige
wenige versprengte, lichtscheue Gothicvampire sei noch Platz gefunden.
Wer hardcore historisch korrekt sein mag, gesellt sich zu jenen, die
das ähnlich sehen, wer wildwütig bunt fantasybesessen ist, für den
findet sich auch noch nen Eckchen. Sehe also nicht, warum man sich
an allem stören sollte, der kleinste, gemeinsame Nenner ist: es macht
den Markt vielfältiger, alle ham was zu gucken, und jeder wird nach
seiner Art zufriedengestellt.

Btw: in tausend Jahre nicht kriegt man mich in wollene Leggins mit
Schamkapsel und enge Doublets (Landsknechts Zeug um 1500) rein. No Sir!
Bevor das passiert, mutiere ich lieber zum luftig-beinkleidigem Wikinger!

Btw2: Jo, historische Fechter sind in der Masse der FrühMi/SpäMi (1) teils
auch richtig derbe inner Unterzahl. Und anderthalbhändige Lichtenauer
CombatArt sieht abseits des Schaukampfs auch bissi technisch aus, wie
soll ich mich auch da überhaupt in historisch authentischen Schutz
hüllen, damit sicher zugehen soll? Plattenrüssi raus und bei 40 Grad
schwitzen, bis man umkippt? Oder eher Fechtmaske uffn Kopp und Stilbruch?
Many Questions! Am besten ins HoMi gebeamt, Anderthalbhänder und Fechtkunst
beibehalten und die Bude gerockt!

(1) FrüMi, SpäMi, HoMi = Früh-, Hoch-, Spät-Mittelalter

KRIEG den PROSAIKERN !!!

Liebe Leute, Kampfgenossen, Verschwörer und Rädelsführer,

wir müssen was tun, aktiv werden, die Flut der Prosaiker droht, uns zu über-
schwemmen! Die Rationalisten, die Erbsenzähler, die stockernsten Nüchternen
(öhm, not Alkpegel, but Lebenseinstellung), die Spaßfeindlichen, die Kapital-
istenkonsumzombies, die hyperaktiven Overachiever, diese wanken gleich einer
riesigen Zombiearmee näher und wollen die letzten Poeten, Lyriker, Spaßmacher
und Freigeister in ihr graues Gedankenzimmer zerren!

DAS DÜRFEN WIR NICHT ZULASSEN!

Zu den Waffen! Den verbalen Waffen! Geht ihnen auf die Nerven, ja, sie werden
es euch sagen, dass ihr nervt, doch das ist eine Auszeichnung, Anzeichen, dass
unser Gedankengift wirkt, der sinnfreie Nimbus des Künstlergeistes sich
entfaltet und magisch-mystisch neuen Sinn schafft, nämlich den Unsinn, den
Anders-Sinn! Psychoterror spaßbuchstabiger Nonsense-Äußerung, geschickt
platzierte Moralunterwanderung, und endloser Zen-Buddhismus, der die
leistungsorientierten Kapitalistensklaven absolut verunsichert, statt
höher-schneller-weiter, heißt es niedriger-langsamer-zurücker! Wat, das
Wort “zurücker” gibts nicht? NUN SCHON, YOU SCHNITZEL!

Druckt euch Schilder, fordert Grießpudding für die Massen, oder mehr grüngelbe
Glabuggels. Wat? You dont know what it is? Your Schuld! Diskutiert
stundenlang über die die quantenphysikalische Liebesmystik der Zaranier auf Altair V.
Entwertet den Talk der Prosaiker durch verwirrende Hypnosuggestiv-Fragen,
und felset eifrig in der Brandung herum, die euch mit Logik, Vernunft und
dem ganzen anderen depperten Scheiss zubomben will. (to fels in the Brandung =
to be standhaft in the Flut)

Kleingeister mental sprengen, sie überladen, sie hilflos zurücklassen, wir hingegen,
die Overlords des Wahnsinns, völlig siegreich, frei, ohne Zwänge, real total
Schnubbels of Eternity (and Desire). Sammelt euch zahlreich, dreht euch im
Kreis, wackelt mit den Zehen und singt das Mantra des Blödsinns: oraruuuummmm,
orarummmm rumbumbum!
Feels totally good, und man wird Experte im Dodgen der
Herren mit den weißen Westen! Seht es als lifelong Demo gegen biedere, konservative
Plagegeister voller Brainlimits, die außer den Regeln ihrer gescheiterten
Kapitalistenwelt nix weiter wissen können oder wollen. Diese Hamster im
ewigen Rad des Königs Mammon.

Be the Guerilla you always wanted! Für den höchsten Zweck, die totale Befreiung
der Menschheit. Findet Gleichgesinnte, bildet Gruppen, zieht verbalmarodierend
durch die Biedermeier-Landschaft moderner Schlipsträgergesellschaften und
malt mit Kreide porolanische Haiku Gedichte auf den Boden. Hass und Gewalt
haben keinen Platz in unserer Spaßguerilla, verabscheuenswürdige Mittel der
grauen Herrschaften, deren schwarze Seelen von anderen Mächten gerichtet
werden. Wir hingegen, wohlmeinend gute Blumenkinder mit Nektarkelchen voller
Freiheit werden wie Mahatma Gandi siegen, slow, but stetig, aber mit jeder
Menge subversiven Wahnwitz, zum Schoroggel nochmal!

—> btw: macht wahnsinnige Nonsense Kunst und lasst alle rationalen Vernunft-
geister implodieren, wenn sie versuchen, in ihren engen, limitierten Denkbahnen
derlei zu verstehen! *muhahaha*

Alpha Males!

Haha, die gibts ja auch noch, die Alpha Males. Verwirrte Geister schnappen
sich ne Menge Sozialdarwinismus, primitive Urwaldbeispielrhetorik und ziehen
dann los, ihre messianische Botschaft an alle zutiefst verweichlichten Beta
Males zu verbreiten, in der Hoffnung, als Heroen der Menschheit deren
Untergang verhindert zu haben.

Schockschwerenot, den angehenden Alpha Males wird auch noch erklärt, wie man
küßt, Sex macht, also die komplette Überlebenspackung in allen steamy Details.
Aber das kommt alles später, zuerst aber, muss man alphamalig werden, mit den
abstrusesten Verhaltensregeln, den dämlichst widersinnigen Tipps und eigentlich
allem, was einen 70er Jahre Trashporno zum Kult werden lassen könnte:

Gehen wie ein Alpha Male. Nehme mal an, breitbeinig, mit breiten Schultern.

Sprechen wie ein Alpha Male. Tief und stark und laut und so.

Präsenz entwickeln. Also maybe nicht durch Gewicht, sondern durch Aura.

Girls verführen, avec le Bad Boy Image. Bös sei’ zu die Görls!

Wen wunderts, alt right creeps in. Irgendwann sind dann alle Alpha Males
Trump Wähler und wollen degenerierte Beta Males jagen. Seems bekannt? Ham
gewisse Sozialdarwinisten damals auch versucht, Menschen in lebenswert und
nicht lebenswert einzuteilen. Klar, weit extrapoliert, aber das wäre die
Hölle am Ende des Tunnels, wenn man den Propagandisten der Alphamaligkeit
weiter gläubig nachtrottet.

Dont fuckin do it!!!

Amüsant sind Alpha Male Videos schon, aber nur ne Weile, dann packt einen der
kalte Zorn. Bullshit, der die Beziehung Mann-Frau noch weiter vergiftet,
depperte Idiotenscheisse von geldgeilen Pseudopickuppern, und Hohlkopfgesülz
von Dummblondchen, die wohl innerlich doch angstvoll beten, vom begehrten Alpha
Male eben nicht dauer-an-die-Wand-geklatscht zu werden.

Alpha Females sind übrigens das Parallelphänomen ihrer Manneskollegen und
versuchen sich in ähnlichem Verhalten, ob die auch breitbeinig gehen müssen?
Tief sprechen sollen? Oder sonstige Machoscheisse an den Tag legen müssen?
Nen knallultraharter Demi Moore Verschnitt, der als Dauerdomina jeden und
alles beherrscht, Moment, war das nich nun Extremfeminismus? In dem Dschungel
kennt sich echt niemand mehr aus.

Brutal Truth

Manchmal kriegt man von der realen Welt so ne unmerkliche Backpfeife. Scherzend
geht man durch die Gefilde, empfiehlt jemandem, den man glaubt, zu kennen,
juxend ne Lampe, die rot leuchten soll, wenn mans selber mit dem “Gaudi Gelaber”
an jenen übertreibt, und bekommt so halb lustig, halb wahrhaftig die Antwort:
ja, die steht auf dauerhaft ROT. Brutal ist die Wahrheit allenthalben, Vermutungen
werden wahr, und man spürt deutlich den Stich der Ablehnung ins eigene wohlmeinende
Herz.

Man merke auf: Gaudi Gelaber nicht in famous Terror Duo Style, bodenlos perverted,
absolut sinnfrei, totally without Sanity, eigentlich, so will ich reklamieren,
ein wenig geistreicher, amüsierender, und gewisse Geschmacksgrenzen wahrend, die
mit Patty schon längst wildfrei gesprengt worden wären. Oh, wie sich der gutmütige
Geist wohl irrte, all die Zeit, verwandte Geister dort zu erkennen glaubte, wo
eigentlich nur die kalte Prosaik lauert, eisern geklammert durch peinlich genau
beachtetes persönliches In-Group-Sport-Image.

Oh, vermessen, zu glauben, dass eigenes Gaudi Gelaber fiele auf nahrhaften Boden,
wäre fruchtbar, brückenstiftend, sozial positiv interagierend, man lacht zusammen,
man amüsiert sich und festigt Bande, die noch nicht festgewachsen waren. Like a
big great Family. BÄM! Totgeschossen alle Hoffnung, jeder für sich selber, lieber
cool schweigend dastehn, Ölgötze der Sportlichkeit, und der Prosaik huldigen, dem
vermeintlich Quantifizierbaren, auf der sicheren Seite stehen, ja nie albern,
nie vielleicht von anderen als kindisch gescholten werden, schön erwachsen und
grown up, vielleicht sogar ein wenig alpha-malig?!

Gott bewahre …

Better nun die Wahrheit erkennen, sich einfach mal ein wenig Distanz verschaffen,
und wahre verwandte Geister finden, auf dass man sich aneinander ergötze, in gutem,
nachhaltigem Rahmen, näher an den eigenen Überzeugungen, with a solid Foundation.
Warum also die anderen schlechtmachen, diese Prosaiker, deren Welt, deren Gehabe,
wohl aus eigener Sicht zu kritisieren, letztendlich sinnlos, sich lieber der
eigenen Welt widmen, und jenen, die frei, wild und ohne Anbiedern das Leben feiern,
abgedreht, sinnfrei, sinnvoll, mit Gaudi Gelaber, mit dumpfem Geschwall, mit
witzigem oder tristfadem Gesülz.

Was Gutes hat das alles: man weiß, woran man ist, adjustiert sein Verhalten in
Neutralität und kennt nun klare Fronten. Und wird sich gewiss, dass eigene Skepsis
bewiesen ist: peinliches Wegschauen bei Ansprache, Vermeidung des Zuhörens,
Abbruch des Gesprächs … hell, why dont you have geschnaggelt it früher? Ich
behaupte nun mal pathetisch, dass ich an den guten Kern glaube, zu Menschen
durchdringen will, ach, Bullshit, manchmal will ich auch einfach nur mal was
nettes gaudilabern… Patty, I miss you!

Es lebe die Freiheit!

Diskurs Schwierigkeiten

Absolutismus. Black and White. No Shades in between. Abwertung der
anderen Position, sei es durch ad hominem oder Das-ist-Fakt-
phrasen. A Fight you cannot win. Der Klügere gibt nach?

Psychotaktisch dahintergeschaut wären nun Abhandlungen fällig, warum
und wieso Menschen so sind, woher das kommt, wohin das geht. Maybe
alles richtig; und angeblich normal tickende Verfechter des gesitteten
Streitgesprächs dürfen sich auf die Schulter klopfen, weil sie alles
richtig gemacht haben, oder sogar … im Recht sind. Congratulatione,
ein Gummipunkt, die Welt ist gerettet.

Müssen streitlustige Klingonen immer zurückstecken und der Klügere sein?
Darf man seinem Unmut genauso Luft machen wie das belligerente Gegenüber?
Soll ich mal bärenbrüllig den Löwen rauslassen und alle kleinschreien,
so, wie man mir entgegenschrillt? Ein Claw Swipe und alle Pseudorebellen
sind mundtot gemacht? A Power Demonstration eines gutmütgen Bären, der
auch mal die Schnauze voll hat, nicht immer Rücksicht nehmen will, und
dem die Rolle des Klügeren sowieso nicht steht? Manchmal will man eben
genauso blöd sein wie alle anderen. Das eigene Ego verträgt auch nur
ein begrenztes Maß an gutmütigem Kopf Hinhalten…

Was wäre gewonnen? Sekündliche Befriedigung des hungrigen Egos, das doch
eigentlich selig fromm zen buddhabärig “OMMMM” summen sollte, zufrieden
titanenhaft thronend über allem sterblichen Gebrabbel. Sind wir Götter
oder Menschen? Empathie verhindert wohl Konfrontatives, vor allem, wenns
eigentlich Freunde sind, die es aber besser wissen sollten. Gibt man
also den anderen Recht, um des Friedens willen? Erdulden wir die
abstruseste Falschheit um des Appeasements Willen? Segnen wir die
Meinung der anderen gleichgültig ab, bieten keiner Sache Einhalt,
wälzen wir uns im #freespeech und schauen einfach weg, wenn es zu
kämpfen gäbe?

“Wir einigen uns darauf, uns nicht zu einigen.”

Oder man zieht seine Konsequenzen und streitet einfach nicht mehr mit
einigen Leuten, was auch hieße, mit ihnen über einige Dinge nie mehr
zu diskutieren, bzw. wenn die Fackel wieder mal innen Gastank fällt,
einfach seine sieben Sachen zu packen und sich zu entfernen. Bis die
Leute halt mal aufmerken, ihre Stimme senken und möglicherweise
begreifen, dass sie damit anderen dann keine emotionale Unbill
mehr zufügen.

Odins Nationalisten!

Also da gibts Leut im Internet …

Lendenschurz posierende Schwedenbarbarenwikingerspartaner, die grad
mal im Testosteronshop einkaufen waren und einem was anne Backe labern
vom Verfall der Werte, no homo, keine Pornos mehr gucken, degenerierte
Beta Männchen, und Adolf Hitlers Bart …

Anfänglich sinds ja wohlmeinende Naturgeister, denkt man, die sind halt
arg begeistert von ihrem Heimatland und diversen schmutzverkrusteten
Druidenhainen mit möglichst freizügig nordischen Paarungsgöttinnen. Aber
irgendwann kommt das Neofascho Gedöns mit der hässlichen Fratze umme
Ecke geschlichen, leider unterlegt mit manchmal gar nicht so schlechtem
Pagan Metal. All Hail, Odin! Ob der NSDAP Wähler geworden wäre?
Sicherlich nicht bei so ner Schrumpfgermanenbande von damals…

Ein gerüttelt Maß Sozialdarwinismus, Defend Europe, white Nationalism,
verpackt in überromantische Wikingerträume und the Glory of your own
Self. Ach, Brüderlichkeit wird beschworen (no homo (1)), und ein messianischer
Bekehrungsdrang aller dicken, unattraktiven Beta Männchen, die doch
eigentlich der Selektion anheimfallen sollen, die missioniert man doch
nicht?! Oh, maybe kann man sie aber umpolen: zu gnadenlosen Alpha
Männchen, Verstärkung für die eigene Armee im Kampf gegen die Invasions-
fluten der Muselmanen.

Feindbilder sind wichtig. Was wären die Wikinger ohne Feinde? Nüx. Was
wären die Nazis ohne gewesen? Arbeitslos. Also her mit den Muselmanen,
den gesichtslosen Massen, die anscheinend alle Europa zum Einsturz
bringen wollen, ja, auch kleine Kinder, die vorm Krieg geflüchtet sind,
ALLES IS AGENTEN. Die sind so fanatisch, die riskieren sogar ihr Leben,
um übers Wasser nach Europa zu kommen, so wichtig ist denen ihr Krieg
gegen alle Europäer … nur ein klitzekleines Beispiel der Propaganda,
wie sie weiße Nationalisten gegen alles Fremde vorbringen, glücklich,
wenn es nur so primitive Argumente sind, sehr schädlich, wenn es als
subtile Meinungsmache aufgezogen wird, zum fröhlichen Vergiften vieler
argloser Geister.

(1) Im Übrigen hat Allvater Odin seinen männlichen Männern nen prima magischen
Spruch verraten: NO HOMO. Soll bedeuten, das schützt vor spontaner
Schwulwerdung, stellt laufend klar, dass man NICHT schwul ist, und
bekräftigt die eigene Heterosexualität gegen alle möglichen subkutanen
Versuchungen! So kann man anderen muskelbepackten Schweißglanzmännern,
mit denen man ausnehmend gerne dauernd trainiert, auch mal liebevolle
Komplimente machen. NO HOMO!!! (puh, das ging grade noch gut.)

Modern Slang!

Kommunikation kann so einfach sein. Warum langwierige Sätze machen, sich das
Gehirn verbiegen, wenns doch nachm Baukastenprinzip so easy gehen kann:

Man wähle unter: [Digga/Digger], [Ganz ehrlich], [Ohne Witz], [Weißte],
[Läuft bei Dir (rückwärts)], [Gönn Dir], [Krass], [Alta/Alter],
[weisch/weißte, was/wie ich mein/e], [ey] etc.

Man baue seine Minimalbotschaft, so es denn eine gibt, ein, und garniere
das wiederum aus obiger Liste. Im Machismo Gorilla-Bauchtrommeln junger
Menschoiden kann man so manches Mal jedwedige Botschaft ganz weglassen
und sich nur aus der Liste gegenseitig brüllig verbalisieren. Also wer
braucht denn da noch Schulbildung, Germanistik oder sonstigen überalterten
Nonsense?

Funktionales Beispiel: “[Digga], [ganz ehrlich], [läuft bei Dir], [Alta]!”

Je nach sozialem Niveau oder Kunstperson des öffentlich-virtuellen Lebens
kann das amerikanisiert werden: [Yo], [Bihatch/Bitch], [You aint],
[y’know what I’m sayin’] etc. und selbstverfreilich auf deutsch und englisch mit
genug Schimpfworten garniert daherstolpernd. Zudem finden beispielsweise
auch internationale Kurzbegriffe Eingang in den Kurzcode: [haram], [halal],
[habibi], [Chabo], [Babo] etc. aus dem arabischen Sprachraum beispielsweise.

Bedenklich ist, dass mittlerweile einige Schimpfworte oder Begriffe
Eintritt in den Wortgebrauch moderner Internet- sowie Realpräsenzen
finden, die vorher noch mit einer Art Tabu belegt waren.
Beispielsweise Begriffe nationalsozialistischen Ursprungs, wie etwa
“Jude” oder “Untermensch”. Dies allein signalisiert eine gefährliche
Verrohung der Sprache, die sich völlig loskoppelt von historischer
Verantwortlichkeit oder kritischer Hinterfragung etwaiger ethischer
Grenzübertretungen.

Schlagfertigkeit scheint ausgedient zu haben, Diskussionen ebenso, man
wappnet sich mit genug Kurzcodes, Schimpfworten und bequatscht sich
dann so lange, wie der eigene Gedächtnisspeicher hält oder die
begrenzte Originalität des Slangs noch fresh ist. Nennt man das
Verdummung, sprachliche Verrohung, die ähnlich der realen Einzug
in die Gesellschaft gehalten hat? Ist das Internet schuld, mit
unzähligen, nicht moderierten Sprachrohren der Jugendkultur, die
eigentlich gar nicht zensiert werden sollten? Ist das alles Spiegel
der modernen Leistungsgesellschaft, wo die oberen Zehntausend mit
Doktortitel schwadronieren, während der Plebs unten vorm Tor totally
mad
die Fackeln und Mistgabeln schwenkt?

Historisches Fechten und so manch’ Weiblichkeit

Man cruised so low speed durch die virtuellen Weiten und liest mal hier,
mal da was übers Historische Fechten. Teils auch von Autorinnen. Vielfach
sehr klug und gut, so manches Mal aber auch sehr kritikwürdig. Hier einmal
steige ich auf einen Text ein, bzw. Teile davon, und setze sie dann
eilfertig meiner kritischen Sichtweise aus, wie ein Säureregen in
einer apokalyptisch zerstörten, postatomaren Alptraumwelt:

Immer mal wieder fühlt frau sich befleißigt, kräftige Aufrufe zu starten,
sei es nun werbewirksam für eine noch junge, kommerzielle Fechtschule
oder generell unter der streitbaren Flagge des Feminismus. Es sei
vermerkt, dass ich gegen beides eigentlich nichts habe, wenn es fundiert,
sachlich, unter positiven (emotionalen) Vorzeichen, ohne Aggro oder Bullshit
daherkommt. Wie könnte es auch anders sein, das klappt meistens nicht.

Was schon überhaupt mal nie klappt, ist das Aufräumen etwaiger Gender-
Klischees, indem man sich pausenlos drauf bezieht und, noch viel schlimmer,
auch noch selbst als eigene Meinung daherkleistert. Oder muss man es
als ernsthaft gesicherte Forschungsmeinung akzeptieren, dass das böse
Maskulinhormon Testosteron die Männer “wagemutig, kopflos, selbstüberschätzend,
und risikofreudiger macht”? Und die Frauen, wie ich schlußfolgere, demzufolge
das Östrogen wohl schüchtern, klein, entscheidungsschwach und demütig?
I call that Bullshit in the nth Degree.

Kleine Seitenhiebe auf das “Wunderwerk Mann”, auch wenn sie so dezent
im Schwurbelsatz versteckt sind, halte ich für absolut nicht der Sache
dienliche Kleinlichkeit. Ich glaube, dass jeder, unabhängig vom Geschlecht,
Parameter wie Kraft, Geschwindigkeit, Fitness etc. verändern und
verbessern kann. Brauch ich dazu Allgemeinplatzklischee-Zitate und
Vermutungen, das Weib wäre schwächer als der Mann? Muss ich dazu eine
Genderdebatte lostreten? Eigentlich nicht.

Prominent per Video plus Text untergeschobene Verweise auf Frauengefechte,
wo sich “so mancher Mann eine Scheibe von abschneiden könnte”, sind für
mich billige Provokation und vor allem eine Art Angriffshieb einer
Geisteshaltung, die unbedingt mal den Männern eins auswischen oder
unter die Nase reiben will. Das entzieht jeder sinnvollen Diskussion
die Grundlage und ich verorte Texte solcher Art ins Propagandamilieu
der hyperkulturellen Neuzeit Provokateure(-innen) mit eindeutig
defizitärer Agenda.

Was wäre der beste Meinungsblog ohne verallgemeinernde Aussagen: oder
habt ihr gewußt, dass im Historischen Fechten “der unprollige, intellektuelle,
zivilisierte und gebildete Teil der Bevölkerung ein Stelldichein hält”?
Leider nur recht schade, dass, wie in jedem Sport, die Wahrheit
geringfügig anders aussieht, nämlich im Durchschnitt genauso wie in
anderen Kampfsportarten auch. Nothing special, auch wenn Teile der
Historischen Fechterschaft mit elitärem Getue und Knickerbockerhosen
verzweifelt die Aura des Stils, der höheren Tugend und irgendeiner
arroganten, blasierten Egomanie injizieren wollen, die spätestens
dann in Trümmern liegt, wenns im Internetforum gegen den eigenen
Ruf geht. Da sindse dann alle nimmer Gentlemen or -women, sondern
begeben sich recht gerne in den ZankPfuhl hinab, in dem wir alle
eigentlich noch schweinisch suhlen.

Am Ende dann spielen auf einmal Geschlechter im Schwertkampf keine
Rolle. Welch ermüdend langwierig vorbereitete Erkenntnis? Hätte
man auch einfacher haben können.

Das Problem mit dem Internet

Das Problem mit dem Internet wird gewiss ganz klar, wenn man sich
verschiedene Streaming Dienste anschaut, auf denen jeder mit
Leichtigkeit nen Kanal erstellen kann und munter drauflos
broadcastet. Sofort stellt sich die Frage nach eventuellen
Überwachungsmechanismen, Regeln, der Durchsetzung derselben
und der Macht möglicherweise in genügend großer Stückzahl
vorhandener Moderatoren. Hängt am Ende alles doch an selbster-
nannten Sheriffs der jeweiligen Plattformen, normalen Usern,
die eifersüchtig wachend Recht und Gesetz auf eigene Faust
verteidigen?

Der Schaden an sich wird angerichtet, eventuelle Maßnahmen dagegen
kommen manchmal zu spät. Das Internet vergißt nicht, eventuell
unliebsame Videos wird schon einer abgespeichert haben, und prompt
wieder re-uploaden! Cybermobbing wird durch sogenannte “Nackt-
machungen”, also das Herausfinden und Veröffentlichen der
Klarnamen und Addressen vermeintlich anonymer Streaming-Stars,
ins Reale übertragen. Ob da die Polizei wirklich kompetent was
gegen machen kann?

Oh, Sex and the Internet – Ganz vergessen: man sieht/hört 25 Jahre alte
Männchen während eines Ballerspiel Letsplays aufs Widerlichste
über Frauen sprechen, das Ganze nur getoppt durch die Frequenz
niederster Schimpfworte, teils eindeutig rassistisch/volksverhetzender
Art. Man stelle sich nur im Ansatz vor, dass Kids und Jugendliche
derartig Schändliches konsumieren und möglicherweise als cool
imitieren. Erwachsene mögen sich drüber aufregen, mögen in Form
einer Anzeige oder Anklage an den Betreiber was dagegen unternehmen,
oder einfach schulterzuckend solcherlei Content boykottieren. Aber
welchen Einfluß das auf die beeinflussbare Jugend hat, das sei ganz
stark kritisch hinterfragt!

Sollte man verharmlosen, wenn man freizügige Streamerinnen sieht,
deren abgeschmackte Pseudoerotikshow auf Primitivniveau scheinbar
so dämlich ist, dass sie niemandem zu schaden scheint? Oder wird
da ein Bild einer oberflächlichen, falschen Sexualität vermittelt,
ein Frauenbild, bei dem jedem aufgeklärten Menschen sich der
Zorn göttlich regt, aber unkritisch jungem Publikum möglicherweise
Beifall? Abgesehen davon: sollte das aufgrund der Themen nicht
alles sowieso ab 18 sein, auch wenn, aus gut berechnetem Grund,
keine tatsächlichen nackten Tatsachen zu sehen sind?!

Noch problematischer wirds, da man manche Leute nicht vor sich
selber schützen kann, oder es niemanden gibt, der dies für jene
Leute täte. Manche veröffentlichen eben all ihr Reales im Netz,
denken, es wäre eine gute Idee, dazu noch sehr konfrontativ
aufzutreten, und haben wohl in der pseudoanonymen Atmosphäre
ihres Streams die einzige Möglichkeit, ihre psychischen Lasten
abzuladen, vor einer wolf-heulend hetzerischen Meute an Hatern,
jenen, denen es Spaß macht, andere sozusagen zu hassen, oder
sie zu demütigen.

Streamer, Influencer, Broadcaster!

Gelangweilt über das Internet stolpernd, widmete ich meinen Verstand wieder
einmal der youtouberischen Vlog-Blogger Szene und entdeckte recht eigenartige
Menschoiden, die sich eifrig am Influencing versuchen. Überraschung: es geht
nicht um Aktivismus, sondern um Geld verdienen. Product Placement; von reichen
Unternehmen als Influencer auserkoren sein; eigene Apps zum Geldscheffeln
promoten; astreiner Kapitalismus. Schade, dass es da keine Surprises mehr gibt.

Der tarnende Überbau solcher Streams oder künstlicher Internetpräsenzen wird von
den allermeisten Content Creator Kapitalisten recht breit angelegt. Bei Frauen
ist es in Mode, sich über streitbare oder vermeintlich allumfassend dauer-
interessante Themen zu definieren: da hättma Feminismus (all the rage now),
Sexismus (der Männerwelt), Sex (in allen Farben, Formen, Varianten), High or
Low Fashion, Shopping und mehr oder weniger verstecktes provokantes Hating.
Das scheint neu, ist es aber nicht: man plappert in die Kamera, wie assi diese
oder jene sind, wie dumm/blöd/primitiv der/die/das Wesen oder soziale Gruppe.
Eigentlich recht clever, durch Hating Hater anzuziehen, denn auch von denen
kommt willkommene Activity, Klicks, und Kommentare, die wiederum das eigene
Konstrukt befeuern, auf welch abgeschmackte Weise auch immer.

Die Männerwelt schließt sich in den allermeisten obig genannten Faktoren eifrig
an, und ist dankbar um sämtliche feministischen Männerhate Vorlagen, die dann
wiederum produktiv auf der eigenen Präsenz weiter verwurstet werden können.
Man profitiert von gegenseitiger Haterei, wobei man den Eindruck hat, die
panem et circenses Umgebung des Internets hätte alles Positive in die absolute
Langweiler-Ecke verbannt. Es scheint zudem recht mühsam, irgendwelchen
Geschlechter-Content, auf Angriff getrimmt und propagandistisch aufbereitet,
mit faktenbasierten Videos zu entmachten, aber hey, wer sich dank eines
wohl wirklich so uneigennützigen Weltbildes auf die Art profilieren möchte?

Hab mir lange überlegt, ob ich mal nen Best-of der Streamer zitiere, damit
der geneigte Leser selbst mal in den Schmutz abtauchen kann, mit nem guten
Taucheranzug, of course, und ner Bodencrew, die weiß, wie man im Morast
feststeckende Taucher rettet. Aber da verschaffe ich jenen Personen Klicks,
Umsatz, Besucherzahlen, und das möchte ich dann doch nicht auf diese Weise
supporten.

Gegen das Internet kämpfen selbst Götter vergebens?! Manch arme Seele, wohl
wirklich durch den Gedanken der Aufrichtigkeit beseelt, mag versuchen,
standzuhalten, dagegenzureden, Argumente anzubringen, womöglich ohne Denglisch
oder Beleidigung. Lost Cause! Das geht unter. Die dunkle Seite der Macht
scheint stärker! Kreativer find ich dann künstlerische Disses (1), gern
auch als musikalisches Stück (Rap etc.) vorgetragen, die ihre Kritik
pointiert, gestaltend und interessant servieren. Gerne mehr davon.

(1) Disses, Dissings, Dissae, Dissoi? Je ne comprends pas! Abgesehen davon ist
mir der Amount of Denglish in meinen Posts manchmal selbst nicht geheuer. Aber
ich hab halt eben auch nicht das Ansinnen, mich streng traditionell, mit
preußischer Pickelhaube, einer reinen Sprachlichkeit lokaler Verortung zu
widmen, die eh bedenklich nahe an irgendwelche suspekten nationalen
Bestrebungen liegt.