Category Archives: Historical Fencing

Schwertballerina oder Ernstkampfmonster?

Mittelaltermarkt Invasion!

Mittelalterliche Märkte sind was Tolles, Lagergruppen, lecker Futter,
Schaukampf, Spaß für die Kids und lehrreiche Gespräche mit Lagernden,
die einem auch gerne mal Waffen und Rüstungen und How-to-Mittelalter
nahebringen. Gibt Lager, die sind ziemlich viel “A” (welches für
Authentisch – historisch korrekte Darstellung), andere recht viel
weniger.

Zwischendrin hamwa als Besucher, oder vielleicht sogar lagernd, recht
fantasiereiche Gestalten: Samurais, Römer, Piraten, recht selten arabische
Krieger (die ja noch ins Bild passen würden), und den unvermeidlichen
Assassins Creed Computergame Heroen. Oh, Elfen und Orks und Fantasy
Warriors/Princesses nicht vergessen!

Erster Reflex wäre, über die Leute die Nase zu rümpfen und deren Platz
auf solchen Veranstaltungen in Frage zu stellen. Gar finstere Gestalten
machen sich sogar endlos lustig über solch historisch völlig unkorrekte
Narretey. Okay, aber weise ists eben nicht. Auf amerikanischen Rennaissance
Faires läuft auch alles rum, was Gott verboten hat, eben weil es für
die Leute abseits der Comic Cons etc. recht wenig gibt, in deutschen
Landen gar muss man auf LARPs ausweichen, hat – meiner Kenntnis nach –
recht wenig Gelegenheit, alles abseits mittelalterlicher Darstellung
ins Licht der Öffentlichkeit zu tragen.

Ich plädiere hier also für Nachsicht und Toleranz, lassen wir die
A-Päpste neben alle bunten Andersweltprotagonisten, und sogar für einige
wenige versprengte, lichtscheue Gothicvampire sei noch Platz gefunden.
Wer hardcore historisch korrekt sein mag, gesellt sich zu jenen, die
das ähnlich sehen, wer wildwütig bunt fantasybesessen ist, für den
findet sich auch noch nen Eckchen. Sehe also nicht, warum man sich
an allem stören sollte, der kleinste, gemeinsame Nenner ist: es macht
den Markt vielfältiger, alle ham was zu gucken, und jeder wird nach
seiner Art zufriedengestellt.

Btw: in tausend Jahre nicht kriegt man mich in wollene Leggins mit
Schamkapsel und enge Doublets (Landsknechts Zeug um 1500) rein. No Sir!
Bevor das passiert, mutiere ich lieber zum luftig-beinkleidigem Wikinger!

Btw2: Jo, historische Fechter sind in der Masse der FrühMi/SpäMi (1) teils
auch richtig derbe inner Unterzahl. Und anderthalbhändige Lichtenauer
CombatArt sieht abseits des Schaukampfs auch bissi technisch aus, wie
soll ich mich auch da überhaupt in historisch authentischen Schutz
hüllen, damit sicher zugehen soll? Plattenrüssi raus und bei 40 Grad
schwitzen, bis man umkippt? Oder eher Fechtmaske uffn Kopp und Stilbruch?
Many Questions! Am besten ins HoMi gebeamt, Anderthalbhänder und Fechtkunst
beibehalten und die Bude gerockt!

(1) FrüMi, SpäMi, HoMi = Früh-, Hoch-, Spät-Mittelalter

Historisches Ringen

Gibt ja ein gerüttelt Maß an Leuten, die mögen gerne Historisches
Ringen und praktizieren das gerne ausgiebig unter dem Hinweis, dass
jenes für das Historische Fechten so richtig notwendig gut sei. Naja,
being the Meckerbär, der ich bin, entgegne ich da ein riesiges:
najaaaaaaa …. oooookayyyy …. aber großartig vom Hocker reissen
tuts mich nu nich wirklich. Und dabei mach ich das Schwertkampf-
gefuchtel schon ne Weile.

Mir gefällts eher mässig, das Historische Ringen, mein Fokus liegt
aufm Schwert und es ist ja schon fein, wenn gewisse fechterische
Prinzipien auch im Ringen ihre Basis ham, aber für mich ist das
ne Weile weit hergeholt und erschöpft sich auch recht schnell. Die
Prinzipen Stark-Schwach kann ich auch mitm Schwertlein üben.

Insgesamt ist Historisches Ringen okay, ganz witzig, wenn man gewisse
biomechanische Prinzipien ausprobiert, Parallelen zu anderen Martial
Arts sieht, doch das Ganze zwingend als Curriculum machen, tät ich
nu nich tuen wollen tun. Meine Ansicht ist eh, das Ganze für ein
Training als separate Einheit anzubieten, das höchste der Gefühle
vielleicht bissle Ringen während dem Aufwärmen anzubieten, und
dann ne dicke separate Einheit Ringen für alle, die wirklich monster-
mässig dran interessiert sind.

Schwertkämpfer sollten Ringen können, weils im Wettkampf geschieht?
Also erstens wollen nich alle von uns wettkämpfen, und zweitens hab
ich nu recht wenige Videos gesehen, wo das alles exzessiv in Ringen
ausartete. Schließlich haut man sich mit dem Schwert, und das schnell,
ob man da für Halbschwert oder Ringen überhaupt mal Zeit hat? Klar,
ist alles nice to know, aber für meinen speziellen Use Case eher
überstrapaziert.

Dennoch, es sei allen geraten: probierts aus, vielleicht werdet ihr
Riesenfans, taucht mal ein in die Materie, möglicherweise lernt man
auch was für die Selfdefense, Stabilität, Körpergefühl etc. Ist alles
nun kein Beinbruch, aber manche Schwertbären, so wie ich, die können
auch gut ohne, vor allem, wenn sie das Gefühl haben, dass es im
Schwertkampf echt noch sauviel Erforschenswertes gibt, und noch jede
Menge mehr notwendige Übung!

The highest Verbrechen!

Ist wie in der Schule beim Lehrer, wer schwätzt, wird ermahnt, kriegt ne Strafarbeit,
wird gescholten, ist der böse Bube, oder bei den Girls als Bad Boy total in. Except,
its not Schulbank, sondern Sport. Eine Trainingssession. Scheint, als reagiert so manch
Trainer allergisch auf Verbaläusserungen während des Trainings. Kann ich ja echt auch
verstehen: wenn er was erklärt, und die “Schüler” laut quasselnd keine Aufmerksamkeit
spenden, Sensei is being ignored … BAD KARMA!

Im Grunde gehts darum, dass zwei Trainierende während ihrer Übungen sich gegenseitig
Kommandos gaben: “mal schneller, mal langsamer, machste gut, weniger Power, ups, der
Schlag ging fehl, muss ich besser machn” etc. Das Ganze in angenehmer Lautstärke,
niemanden störend. Zudem zu beobachten, man hatte Spaß, und war angenehm drauf. Nahm
doch dann doch die Person mit Trainerstatus das zum Anlaß einen Minisermon über Aufpassen,
Schwätzen, lernen und besser werden, etc. abzuspulen. Immer die beiden Trainierenden
ansehend. Ein Trainierender der beiden dann: Lets speak up, lets make it clear, und
vor allem: lets fight against all Prejudice and Aufm-Kieker-Haben. (Denn: der Sermon
hätte sich an alle richten sollen, denn alle [*harhar*] seien schuldig, mehr oder minder,
wären sie denn schuldig gewesen.)

Ich find beispielsweise die verbale Interaktion während der Übungen gar net übel, man
quasselt sich ja nich dicht, man interagiert sinnvoll gemäss der Übungsparameter auf
intellektueller Ebene, eben nicht nur auf physischer. Hervorragende Lernstrategie, wie
ich finde, und stört echt niemanden, wenns suffizient unobtrusive zugeht und die
Aufmerksamkeitsphase bei Erklärungen dann wieder einsetzt. Alles tutti, wenn ihr mich fragt.

Also der dritte Weltkrieg bricht da nicht an, aber man vertritt robust seinen gegensätzliche
Meinung, sodaß manche Menschen merken, dass es wirklich auch andere Ansichten als nur
die ihre gibt. Das natürlich, in freundlich erklärender Weise, wieder mal zenbuddhistisch
gelassen, und like a real german oak (no alt right meme!!!) stehend gegen alle Wetter.

Geiles Freefight Gekloppe

Man gehe her und gebe den Fechtenden eine Summe Anweisungen, lege jenen ans Herz,
es wären Vorübungen zum leichten Sparring, und lasse sie machen. Die Verständigen
beherzigen das Reglement, versuchen, dies in der Schnelle, die beide für gut
befinden, umzusetzen und der Rest der Bande …

… SCHNETZELT EINFACH DRAUFLOS!

Ich übertreibe gern. Aber nein, ist was Wahres dran, denn jede Übung, die an den
Freikampf ranführen soll und den Leuten zu wenig Rahmen bietet, oder sie mit
einem Skillset ausstattet, das sie überfordert, muss scheitern oder sogar
gefährlich werden. Denn manche wollen gewinnen, ob nun Pro oder Anfänger, die
haun halt drauf, halten sich nicht an die Vorgaben. Wiederum andere sind so
unbeherrscht, dass sie, selbst wenns ohne Maske langsam zur Sache geht, sie
immer wieder selbst die Geschwindigkeit erhöhen, und so den Trainingspartner
gefährden.

Die Lösung?

Wirklich primitiv und scheinbar langweilig ein ultrabegrenztes Regelset, als
Basis und Aufbauplattform: der eine macht den Oberhau, der andere muss twerhaun,
und ihn treffen. mehr nicht. einfach sowas. kraft & geschwindigkeit erforschen,
geeignete Teilschutzkleidung, langweilenderweise auch nicht einfach nur ein
bissle, sondern richtig lange ein solches Erproben. Das Regelset der Meisterhaue
zum Angriff und zur Verteidigung läßt sich so aufbauen, peinlich genau darauf
achtend, dass man wirklich nichts anderes anwenden soll, als nur jene Häue.

Gebe ich Leuten aber die simple Anweisung, “einfach mal die Grundschule (1) im
leichten Sparring zu erproben”, sehe ich darin zumindest eine Überforderung
aller Anfänger, und sogar jener Fortgeschrittener, die mit Sparring bisher
wenig am Hut hatten. Ebenso geht mir “Attacker 2 Angriffe, Defender 2 Blocks,
Attacker zieht ab, Defender darf noch einmal nachhauen” ein wenig zu schnell
zu weit, schon und vor allem, wenn mir vorher primitive Vorübungen wie ich
sie obig beschrieb, fehlen. Machen kann mans sicher, und ein Weltuntergang
isses auch nicht, aber die Gefährdungspotentiale bei Egosüchtigen und
Anfängern, die ihre Kraft nicht managen können, sehe ich halt doch sehr.

(1) alle Huten und Häue, keine Meisterhaue

Bin auch sehr dafür, die Leute genau zu beobachten. Geschwindigkeit rauszunehmen,
das eigene Ego mal bei allen ein wenig zu stutzen, und gemeinschaftlich was
zu bewegen. Jeder von uns sollte sich bezähmen, so genau wie möglich die Techniken
umsetzen, selbst mit Schutzkleidung, akkurat und vor allem jederzeit in Kontrolle
der eigenen Kräfte. Der Schutz des Trainingspartners ist oberste Objektive. Alles
in allem kann man auch “nen Punkt machen”, ohne dem anderen so dermassen derb
gegen den Helm zu scheppern, dass der sich wie ne Großglocke in ner antiken Kirche
fühlt. Im Übrigen, stur und starr mit der Klinge turbostechern ist saugefährlich,
oder unüberlegt einfach das Ding mit aller Macht Richtung Trainingspartner zu
wuchten, auch der hat, egal wieviel er drauf hat, vielleicht mal nen bad Hair Day,
und das Ding dann pieksend vor den Eingweiden. Achtsamkeit, liebe Leute, das
wünsche ich mir von uns allen!

Manchmal denke ich mir, dass es eine gute Idee wäre, Sparring und Freikampf nur mit
jenen zu versuchen, von denen ich sicher weiß, wie sie drauf sind, was sie vor
allem können, und die alles in allem ne klasse Einstellung zum Schwertkampf bzw.
auch zu Menschen haben. Eine Selektion, die in einer Sportgruppe schurkisch
antisozial wäre? Oder reiner Selbstschutz?

Im Reich der Körperfaschisten

Verdammt! So gerne ans Licht gezogen, der schändliche Ort des geschriebenen Worts,
doch wehe, Aufmerksamkeit auf diesen gelenkt, denn even bad Publicity is still
Publicity (->Trump). Um was es also wieder einmal geht, ist ein Text eines
Menschoiden, der sich mit Fitness im Historischen Fechten befaßt. Daran nichts
Verwerfliches, doch darin sehr wohl. Da ich nach wie vor weder Ross noch Reiter
nenne, einfach weil: look above, zitiere ich Passagen und nehme dazu Stellung.

Vorab eine Erklärung:

1.) Fitness ist eine gute Sache! Jeder soll diese nach eigenen Kräften verfolgen.

2.) Kampfsport und Fitness gehören sicherlich zusammen, noch viel mehr für jene,
die professionell agieren wollen, aber auch für solche, die ein gewisses
Leistungsniveau erreichen möchten.

3.) Fitness muss an die körperlichen Voraussetzungen jedes einzelnen angepaßt werden,
Überforderungen, zu frühe Leistungsgrenzensprengung oder risikohafte Übungen
vermieden werden.

Sodele. Dann also mal ran an den Speck:

Es wird postuliert, dass folgender Satz falsch sei – ebenfalls Zitat im Originaltext,
wenig später untergruppiert als Falschaussage:

“[…] „Nur weil ich ein paar Kilo zu viel habe, kann ich doch trotzdem Schwertkampf
machen!“ […]”

Dieser Satz ist absolut richtig, nicht falsch! Dahinter steht der Gedanke der Inklusion.
Jeder kann Schwertkampf machen. Eine solche Aussage als falsch hinzustellen, bedeutet,
Menschen aufgrund einer als nachteilig gesehenen Körperlichkeit zu diskriminieren. Man
merke auf: es geht hier nicht um professionellen Leistungssport, wo ein Moppel sicherlich
ein Handicap hätte, wenn alle anderen athletisch sind. Hier wird alleine schon an
der breiten Basis den Menschen der Eintritt verwehrt, aufgrund ihrer Körperlichkeit, wenn
man derlei Aussage nicht zuläßt.

Nun eine Verallgemeinerung:

“[…] Ein starker Mitgliederzustrom kam außerdem, durch Kinofilme und Romane befeuert,
aus der Larp-Szene und der Nerdkultur. Sind diese Subkulturen nun per se schon nicht
unbedingt Keimzellen der Sportlichkeit, […]”

Ein verallgemeinernder Seitenhieb klischeedenkerischer Art. Ich bin mir ziemlich sicher,
dass man Nerd sein kann und Top-Athlet. Sind dann alle Gothics als Kinder der Nacht
anorexische Blutsauf-Bulimiker? Verständige merken schnell, dass Verallgemeinerungen
pure Propaganda schlechtmeinender Geister sind, die eines wollen: durch ihre Aussagen
triggern, also Reaktionen provozieren.

Die Beschwichtigung der wohlmeinenden Absicht des Autors:

“[…] Das ist selbstverständlich nicht meine Absicht! Es geht mir keineswegs darum,
unfitte Leute zu demotivieren, ihnen „ein schlechtes Gewissen“ zu machen oder an ihren
Körpern herumzumeckern. Selbstverständlich darf jeder Mensch über seine Körperlichkeit
verfügen, wie es ihm beliebt und weder soziale noch ästhetische Maßstäbe sollen hier eine
Rolle spielen. Wie fit jemand sein will, wenn er historisches Fechten betreibt, liegt
allein in seinem eigenen Ermessen. […]”

Man wird erkennen, dass derlei Lippenbekenntnis durch versteckte Seitenhiebe, Verallge-
meinerungen, Klischeedenken und gute alte Triggerpropaganda ad absurdum geführt wird.
Also weiter im Text.

Ästhetik? Schönheitspropaganda? Here we go:

“[…] Aber wenn schon kein Fitnesstraining für das Fechten… warum nicht einfach ganz
allgemein für starke Bänder und Sehnen, dichte Knochen, eine reine Haut, eine gesundere
Psyche, […]”

“Eine reine Haut” … derlei ist für jeden ein sicherlich willkommenes Kriterium, aber
dennoch auch sehr ästhetisch belegt. Seltsam, in einem Text, der doch eigentlich fernab
jeder oberflächlichen Schönheitsbetrachtung Kampfsport und Athletik thematisieren soll.
Ist eine reine Haut für einen Krieger bzw. Kampfsportler denn ein nötiges Kriterium? Die
“gesundere Psyche” unterstellt zudem all jenen, die weniger bzw. keine Fitness betreiben,
eine sozusagen kranke Psyche, eine eben weniger gesunde Psyche.

“[…] Selbst Männern gelingt es auch nach Jahren hartem Trainings oft keineswegs, „wie ein
Bodybuilder“ auszusehen. Wenn das so einfach wäre, wäre die Welt wahrscheinlich voller
Bodybuilder. […]”

Sorry, Pal. Ich möchte nicht wie ein Bodybuilder aussehen, und ich könnte, machte ich
mir denn die Mühe, ziemlich viele andere Menschen finden, die das genauso sehen. Hier wird
wieder ein Schönheitsbild verallgemeinernd propagiert, das längst nicht auf den Großteil
der Menschen zutreffen will. Hat man diverse Anabolika Skandale im Bodybuilding Bereich
und auch groteske Deformationen im Kopf, will man Bodybuilding wirklich nicht so gerne
in einem Atemzug mit gesundheitsverbessernder Fitness nennen.

“[…] Krafttraining strafft auch den weiblichen Körper. Bindegewebe festigt sich, Schenkel,
Po und Arme werden zugleich schlanker, fester und runder. […]”

Ja, okay, nä. Schon attraktiv sowas. Aber sind das kampfsportlich quantifizierbar nützliche
Aussagen? Ist eine Schwertkämpferin mit “rundem Po” nun eher Sexobjekt oder Sportlerin? Ich
halte derlei Aussagen erneut für absolut unsachlich, schönheitspropapandistisch
verherrlichend,´eigentlich schon wieder sexistisch, und keinesfalls in ernsthaftem Bezug
zu einer (Kampf-)sportart.

You want more of In Group – Out Group:

“[…] Oft sind es gerade die durchtrainierten, athletischen Fechter, die sich beim
Fechten besonders zurückhalten können. […]”

Schlichtweg falsch. Glorifizierung des eigenen Standpunkts. Die In Group, die Athleten,
werden subjektiv mit Werten ausgestattet, allen anderen ein Fehlen dessen unterstellt. Aus
persönlicher Beobachtung weiss ich, dass es athletische, durchtrainierte Fechter gibt, die
dermassen draufdreschen, nicht, weil sie es nicht besser könnten, sondern, weil sie ein
echtes Egoproblem im Kopf haben, oder eben auch Leistungsschwächere dominieren wollen.
Also ist das rechte Maß der Dinge Kopfsache, und nicht oberflächlich muskeltrainierte
Automatikfähigkeit.

You want some Vorurteile in the Mix:

“[…] Zu guter Letzt sei auch noch erwähnt, dass starkes Übergewicht noch ein
weiteres Risiko birgt: das unabsichtliche Verletzen eines wesentlich leichteren
Trainingspartners. Sehr schwere Menschen fallen, trotz Fallschule, oft unkontrolliert,
und sie fallen hart. Wenn dann jemand von etwas zierlicherer Gestalt im Weg liegt und
diese Gefahr nicht handhaben kann, ist schnell etwas (bzw. jemand) kaputt. […]”

Da würd ich doch nun gerne mal alle Dojos mit Moppeln in them befragen, ob diese “oft
unkontrolliert” fallen. Und dämpft nicht der Speck den Fall, wenn sie denn aufm Bauch
landen? Und können zierliche Menschen nich aufgrund ihrer Schnelligkeit wegrollen,
wenn ein Koloss sich im Fall befindet? Also genug des Schmonzens, solcherlei Aussagen
des Autors sind nichts weiter als unbelegte Vorurteile, man könnte fast meinen,
da will einer dicke Judokas mobben.

How about some wirklich widerlich Formulierung:

“[…] Natürlich mag es Extremfälle von morbid adipösen Einzelfällen geben,
deren De-Facto-Behinderungsgrad ein Intervalltraining zu einer riskanten Übung macht,
doch solche Leute trauen sich selten bis nie in eine Kampfkunstschule und sind in
einem Reha-Center besser aufgehoben. […]”

Das ist eigentlich der Beleg für Körperfaschisten. Diese zutiefst widerliche,
despektierliche und menschenunwürdige Formulierung enthüllt die Geisteshaltung des
Autors. Hiermit wird Schwergewichten tödliche Krankheit unterstellt, eine Behinderung!,
und einen Verweis in eine krankenhausähnliche Institution. Dahinter steht aber nichts
weiter als die Verweigerung einer Sportart für Menschen, die, oberflächlich betrachtet,
nicht dafür geeignet scheinen. In welchem Buch aber steht geschrieben, dass
Schwergewichte Intervalltraining machen müssen? Ihnen nicht vielmehr geeignetere Übungen
serviert werden? Sollten Kampfsportlehrer nicht allen Tür und Tor öffnen, positiv
motivieren, Schwergewichte aufnehmen, und vielleicht durch Anreize positiv
verändern?

Bissl was gäbs noch. Hab aber keinen Bock mehr. Voila also. Von allen guten Vorsätzen
verabschiedet, lesen wir da einen Beitrag, der beispielgebend dafür sein könnte, dass
Leute ihre eigenen Privatpropandakriege, -komplexe oder Kreuzzüge eben nicht aus nem
angeblich sachlichen Artikel raushalten können. Schade drum. Eigentlich komplett einer
gepflegten Ignoranz wert, aber wenn keiner dagegensteht, verbreitet sich das alles wie
Blütenpollen im Sommer.

Ich bin für Inklusion in allen Sportarten!

Toleranz für jeden, einen Platz an der Sonne für alle, egal, wie “behindert” oder
“fett” oder “unfit” oder “alt” oder “hässlich” sie sind! Jeder kann und soll nach
seinen Leistungsmaßgaben, oder unter vorsichtig kompetenter Anleitung mitmachen
können.

Gegen den elitären Miniclub ästhetischer Pseudobeauty-Fechtathleten!

“Druffhaue!”

Also es gibt Leut …

Zart besaitete moderne Schwertkämpfer sind auf Sicherheit bedacht, auch
enormst sozialisiert und haben einen IQ in Empathie von … OVER 9000! Beste
Voraussetzungen also, um in der sozialen Gruppe des Historischen Fechtens neue
Freunde zu finden und partnerschaftlichst zu üben. So scheint es äußerst befremdlich
und einfach nicht denkbar, dass andere nicht eine solch ethisch-moralisch
hochstehende Fürsorge bezüglich des Trainingspartners an den Tag legen.

Doch man vergesse nicht die dunkle Seite der Macht: Menschoiden, die sich
permanent was beweisen müssen, sei es nun, the hardest Totschläger in Town
zu sein, the best Asian Martial Arts Poser Warrior ever, oder einfach nur
ein kleines bissle meschugge in the Brain. Ich meine, das geht ja klar, wenn
alle Haudraufs mit Haudraufs trainieren, ist die Sache doch geregelt, und
man kann genüsslich dabei zuschauen, wie ein gebrochener Knochen den
nächsten jagt. Muss doch genau deren Ding sein: the utmost Challenge, the
biggest baddest Freefight unter ihresgleichen?

Aber was wäre denn ein Sith Jünger ohne seinen gewissen Geltungsdrang, der
einfach nicht mit Gleichrangigen befriedigt werden kann, denn, huch, die
könnten es ja mit gleicher Münze heimzahlen! Sowas ist undenkbar und kratzt
das Ego an, also kehrt gemacht und jemanden verdroschen, der a) die Sache
anders sieht, b) weniger Blut sehen will oder c) einfach nicht so skillig
ist wie man selber. Klappt doch wunderbar, vor dem Training volle Rüstung
angelegt, geguckt, wen man als Trainingspartner kriegt, dann entweder
in den Partnerübungen das Biest am weniger gerüsteten Opfer auslassen
oder das “leichte Sparring” in einen Tanz der blaufleckigen Eitelkeiten
gewandelt.

Was tut also das sensible Pflänzchen mit seinen recht anders gestrickten
Wesenszügen? Sollte man zum ernsten Gespräch nach dem ersten blauen
Fleck oder gewiss gefährlicher Ersteskalation bitten? Wütend den
Fechthelm herunternehmen und zornig davonbrummeln? Alles ignorieren
und wie standhafte Kendoka beim first Bout Schläge kassieren? Oder
wie ein Ninja derartige Trainingspairings einfach ganz vermeiden bzw.
ablehnen? Gäbe ja noch ne Variante: es dann mit gleicher Münze heimzahlen.
Voll gerüstet naturellement.

Beim Karate gibts da laut diversen Forenberichten immer noch die
Möglichkeit, dass der Schwarzgurt oder der Sensei sich solche Zerstörer
mal zur Brust nimmt, und sie dann nach erfolgtem Takedown im
schmerzhaften Zustand fragt, ob sie denn nun ein wenig mehr
Verständnis für all jene Gelbgurte entwickeln, die sie so eifrig
zuvor durchwalkten. Aber das ist das Problem auf ne andere,
hoffentlich weisere Hochinstanz abgeschoben. Möglicherweise muss
man eben manchmal solche Dinge selbst klären.

Body Faschistoide

Historisches Fechten, wie auch andere Sportarten, zieht unweigerlich Menschen an, die
ein gewisses Bild eines Sporttreibenden verinnerlicht haben oder auch als allgemein
gültig durchsetzen wollen. Kriterien dieses Idealmenschen sind Sportlichkeit, Athletik,
Disziplin und gewiss noch andere Tugenden, die wohl auch für den Leistungssport gelten.
Möglicherweise verwehren gewisse Doktringläubige dem Historischen Fechten auch seinen
Breitensportcharakter, wollen diese noch junge Sportart nur selektiv zugänglich machen,
und sind extremst ehrgeizig in Punkto Aussenwirkung, die nach deren Ansicht nur mittels
leistungssportlichen Merkmale erreicht werden kann.

Body Faschistoide steigern obig Beschriebenes um den Faktor 9000, versäumen keine
Gelegenheit, sich selbst als sportliches Apex-Leuchtfeuer zu inszenieren, sei es im
Bild, im Video oder im geschriebenen Wort. Posing ohne Ende wird irgendwann recht
fad, vor allem, wenn man sich dabei unfreiwillig gewisser Lächerlichkeit preisgibt.
Immerhin sind coole Looks, die wirklich cool sind, nicht sehr leicht authentisch zu
erreichen. Propaganda ist eigentlich recht easy rauszufiltern: das Wort Unsportlichkeit
macht des öfteren die Runde, zitiert werden die Scharen der Herr-der-Ringe-Fans, die
blass und dickbäuchig dem Schwerte zuströmen, eine Couchpotatoe Nerdarmy, vor der
jeder Fechtlehrer wohl instant erbleicht und seinen Job an den Nagel hängt? Zumindest
andere nehmen sich dann recht gönnerhaft vor, aus eben jenen Leuten Athleten zu machen.
Gegen teuer Geld, versteht sich.

Eine neue, junge Sportart lebt von Toleranz und beiderlei Modus: Leistung und Breitensport.
Alle können es machen, manche sind mehr, manche weniger sportlich, manche machen aus
dem vermeintlichen Minus ein großes Plus, andere wollen das nicht, und dümpeln genau da
rum, wo sie sich gut fühlen, und das ist absolut in Ordnung so. Positiv motiviert kann
jeder einen Pfad erforschen, manche werden wieder aufhören, andere gloriose Turniererfolge
feiern. Es ist eben für jeden was dabei, und jeder darf dabei sein. Eine glanzvolle Utopie,
die keine sein muss und, da bin ich mir sicher, in der Gegenwart an so manchem Ort auch
so gelebt wird. Bravissimo!

Im Übrigen muss nicht aus jedem historischen Fechter ein Turnierfight-Athlet werden, wo
stehtn sowas geschrieben? Gibt sicherlich Leute, die wollen Fechtstücke können, ihre
Fitness durchaus in vernünftigem Rahmen verbessern, vielleicht guten Schaukampf machen,
oder doch dezent vertrauensvoll mit sympathischen Leuten soft Sparring betreiben! Ist
doch alles okay. Leistungsmenschen voller Ehrgeiz dürfen gerne nach der schneebedeckten
Spitze des Mount Achievement streben, verbietet ja auch keiner! Läßt jeder dem anderen
seine Ziele, gibts auch kein Streit, sondern eher nen fruchtbaren Austausch
freundlicher Geister.

Historisches Fechten und so manch’ Weiblichkeit

Man cruised so low speed durch die virtuellen Weiten und liest mal hier,
mal da was übers Historische Fechten. Teils auch von Autorinnen. Vielfach
sehr klug und gut, so manches Mal aber auch sehr kritikwürdig. Hier einmal
steige ich auf einen Text ein, bzw. Teile davon, und setze sie dann
eilfertig meiner kritischen Sichtweise aus, wie ein Säureregen in
einer apokalyptisch zerstörten, postatomaren Alptraumwelt:

Immer mal wieder fühlt frau sich befleißigt, kräftige Aufrufe zu starten,
sei es nun werbewirksam für eine noch junge, kommerzielle Fechtschule
oder generell unter der streitbaren Flagge des Feminismus. Es sei
vermerkt, dass ich gegen beides eigentlich nichts habe, wenn es fundiert,
sachlich, unter positiven (emotionalen) Vorzeichen, ohne Aggro oder Bullshit
daherkommt. Wie könnte es auch anders sein, das klappt meistens nicht.

Was schon überhaupt mal nie klappt, ist das Aufräumen etwaiger Gender-
Klischees, indem man sich pausenlos drauf bezieht und, noch viel schlimmer,
auch noch selbst als eigene Meinung daherkleistert. Oder muss man es
als ernsthaft gesicherte Forschungsmeinung akzeptieren, dass das böse
Maskulinhormon Testosteron die Männer “wagemutig, kopflos, selbstüberschätzend,
und risikofreudiger macht”? Und die Frauen, wie ich schlußfolgere, demzufolge
das Östrogen wohl schüchtern, klein, entscheidungsschwach und demütig?
I call that Bullshit in the nth Degree.

Kleine Seitenhiebe auf das “Wunderwerk Mann”, auch wenn sie so dezent
im Schwurbelsatz versteckt sind, halte ich für absolut nicht der Sache
dienliche Kleinlichkeit. Ich glaube, dass jeder, unabhängig vom Geschlecht,
Parameter wie Kraft, Geschwindigkeit, Fitness etc. verändern und
verbessern kann. Brauch ich dazu Allgemeinplatzklischee-Zitate und
Vermutungen, das Weib wäre schwächer als der Mann? Muss ich dazu eine
Genderdebatte lostreten? Eigentlich nicht.

Prominent per Video plus Text untergeschobene Verweise auf Frauengefechte,
wo sich “so mancher Mann eine Scheibe von abschneiden könnte”, sind für
mich billige Provokation und vor allem eine Art Angriffshieb einer
Geisteshaltung, die unbedingt mal den Männern eins auswischen oder
unter die Nase reiben will. Das entzieht jeder sinnvollen Diskussion
die Grundlage und ich verorte Texte solcher Art ins Propagandamilieu
der hyperkulturellen Neuzeit Provokateure(-innen) mit eindeutig
defizitärer Agenda.

Was wäre der beste Meinungsblog ohne verallgemeinernde Aussagen: oder
habt ihr gewußt, dass im Historischen Fechten “der unprollige, intellektuelle,
zivilisierte und gebildete Teil der Bevölkerung ein Stelldichein hält”?
Leider nur recht schade, dass, wie in jedem Sport, die Wahrheit
geringfügig anders aussieht, nämlich im Durchschnitt genauso wie in
anderen Kampfsportarten auch. Nothing special, auch wenn Teile der
Historischen Fechterschaft mit elitärem Getue und Knickerbockerhosen
verzweifelt die Aura des Stils, der höheren Tugend und irgendeiner
arroganten, blasierten Egomanie injizieren wollen, die spätestens
dann in Trümmern liegt, wenns im Internetforum gegen den eigenen
Ruf geht. Da sindse dann alle nimmer Gentlemen or -women, sondern
begeben sich recht gerne in den ZankPfuhl hinab, in dem wir alle
eigentlich noch schweinisch suhlen.

Am Ende dann spielen auf einmal Geschlechter im Schwertkampf keine
Rolle. Welch ermüdend langwierig vorbereitete Erkenntnis? Hätte
man auch einfacher haben können.

25 Liegestütze!

Still und leise dräut der Trainingswald, kaum einer muckt oder rührt
sich, angestrengte Lautlosigkeit, nur durch übertrieben starkes
Schnaufen einiger Chi-Beschwörer unterbrochen. Doch huch?
was nähert sich akustischer Horchbahn aller Anwesenden? Es ist ein
Lachen, für manche mags zu laut sein, für andere gackernd, wieder
welche, die es übertrieben finden, und die geneigte Obrigkeit, die
es wohl völlig ehrverletzend als störend kategorisiert!

VATERLANDSVERRAT! Da hat jemand Spaß, über nen Witz gelacht, oder
sich sonstwie wohlgefühlt. VERHAFTUNG! EINKERKERUNG!

So werden also als disziplinarische Maßnahme Liegestütze befohlen.
Drakonisch hart für die ganze Trainingsgruppe, ohne Begründung,
aber mit eindeutigen Blicken hin zur Lachstörungsquelle. Das
weckt Erinnerungen an Private Paula, der unangenehm berührt seine
heimlichen Donuts öffentlich futtern mußte, während Sg. Hartman
darüber wachte, dass seine Squadkollegas angestrengt straf-
pumpten. Also wenn überhaupt, wer muss denn da die Liegestütze
machen? Die sippenhaftende Trainingsgemeinschaft oder die
ach so böse Lachstörkraft? Und man erinnere sich: wie rächte
sich die Soldateska-Gruppe an Private Paula, nachdem sie wegen
ihm so geschunden wurden? Jepp, genau so. Darum kritisiere ich
derartige, wenn auch ohne Begründung sofortig angesetzten
Disziplinarversuche als schädlich für die soziale Gesundheit
einer Trainingsgruppe, die beileibe nicht irgendwo leichtfertig
für die U.S. Marines angeheuert hatte.

Als Generalautoritätsuntergraber veranschlage ich bei öffentlichen
Lachanfällen erstmal Lächeln und das Sich-selbst-nicht-allzu-ernst-
nehmen auf Seiten etwaiger Verantwortlicher/Trainer. Schließlich
ist keine Atombombe aufs Training gefallen. Bei weiterer absolut
frecher Störung empfehle ich sowieso immer das sozial verträgliche
freundliche Auffordern zu mehr Konzentration, gerne kameradschaftlich
witzig serviert. Und erst, wenn jemand wirklich böse, böse, böse,
fies oder gemein ist, darf ernst angesprochen werden. Und auch das
geht im Rahmen positiver Grundhaltung eigentlich hervorragend.

Idealismus pur!

“Gerechte, faire, höfliche Behandlung aller Trainierenden!”

Die sozialen Fähigkeiten eines Trainers sind ein wichtiger Faktor in gesamten
Anforderungskatalog des sportlichen Miteinanders. Schwerer zu definieren? Nicht
erlernbar, aber genetisch programmiert? Ach Schmarrn, jeder kann sich durch
Erfahrungen und Selbstkritik weiterentwickeln! Die Definition, bzw. die
Anforderungen an psychosoziale Empathie eines Trainers, vielleicht auch einen
ethischen Kodex, darf gern beschrieben werden:

1.) Ein Trainer hat alle Trainierenden gerecht zu bewerten, unabhängig
persönlicher Vorlieben, oder privater Abneigungen gegen Personen. Dies
gilt insbesondere für Ermahnungen, Zurechtweisungen.

2.) Ein Trainer muss Fairness in eigenem Handeln walten lassen, und das Ganze
auch bei anderen einfordern. Im sportlichen Kontext ist Fairness ein hohes
Gut, welches auch gegen jene verteidigt werden muss, die unfair Vorteile
erschleichen wollen.

3.) Trainer sind offizielle Personen und daher Vorbild in höflichem Miteinander.
Das bedeutet generell Grüßen und Verabschieden, die richtigen Worte bei Disputen
finden, auch oftmals wiederkehrende Fragen geduldig beantworten. Trainer haben
auch die Aufgabe, Höflichkeit in der Gruppe durchzusetzen, sollte es da
Verfehlungen geben.

4.) Trainer sind Vorbilder in guten Eigenschaften wie Bescheidenheit, Charisma,
Durchsetzungsvermögen, wenn es denn sein muss, Entscheidungskompetenz, Empathie,
Intellekt. Sie geben den Trainierenden Sicherheit, vertreten sie in schwierigen
Situationen und sind Vertrauenspersonen, die persönlich integer und neutral auch
Streits schlichten können.

5.) Trainer wissen um die Gefahren des Kampfsports und können Menschen einschätzen.
Sie bezähmen Haudraufs, falsch motivierte Anfänger mit Killerkomplex, leiten
Neulinge an, die ihre Kräfte nicht einschätzen können und achten darauf, dass
sich niemand verletzt. Sie ermahnen deutlich zur Langsamkeit, sie ermuntern
nur jene zu Schnellerem, die das auch sinnvoll kontrollieren können.

6.) Trainer sind auch Gruppenzusammenhaltsfaktoren, sie sind wie charismatische
Leuchtfeuer, die Trainierende motivieren, auch nach dem Sport einander besser
kennenzulernen. Sie sind das soziale Bindeglied einer sportlichen Gruppe,
vermitteln, stellen Kontakte her und sind enthusiastische Anstachler, die
andere mit Begeisterung mitreissen können.

7.) Trainer haben eine ideologische Leitlinie für ihr Training. Sie erteilen
allen großspurigen Machismo-Proleten und Conan-FullTime Hack’N Slay Rabauken
eindeutige Absagen. Sie fördern Leistungssport genauso wie Breitensport und
bewerten beides als gleich wichtig. Sie wissen um die Wünsche ihrer Trainierenden,
und überfordern diese nicht.

8.) Trainer sind keine Chauvinisten, politisch Radikale oder religiöse Sektierer.
Sie sind kosmopolitische Weltbürger mit demokratischen Ansichten, vertreten
diese auch im Training und geben jedem seine Redezeit, ohne ihn mit rhetorischen
Tricks abzukanzeln.