Das Problem mit dem Internet

Das Problem mit dem Internet wird gewiss ganz klar, wenn man sich
verschiedene Streaming Dienste anschaut, auf denen jeder mit
Leichtigkeit nen Kanal erstellen kann und munter drauflos
broadcastet. Sofort stellt sich die Frage nach eventuellen
Überwachungsmechanismen, Regeln, der Durchsetzung derselben
und der Macht möglicherweise in genügend großer Stückzahl
vorhandener Moderatoren. Hängt am Ende alles doch an selbster-
nannten Sheriffs der jeweiligen Plattformen, normalen Usern,
die eifersüchtig wachend Recht und Gesetz auf eigene Faust
verteidigen?

Der Schaden an sich wird angerichtet, eventuelle Maßnahmen dagegen
kommen manchmal zu spät. Das Internet vergißt nicht, eventuell
unliebsame Videos wird schon einer abgespeichert haben, und prompt
wieder re-uploaden! Cybermobbing wird durch sogenannte “Nackt-
machungen”, also das Herausfinden und Veröffentlichen der
Klarnamen und Addressen vermeintlich anonymer Streaming-Stars,
ins Reale übertragen. Ob da die Polizei wirklich kompetent was
gegen machen kann?

Oh, Sex and the Internet – Ganz vergessen: man sieht/hört 25 Jahre alte
Männchen während eines Ballerspiel Letsplays aufs Widerlichste
über Frauen sprechen, das Ganze nur getoppt durch die Frequenz
niederster Schimpfworte, teils eindeutig rassistisch/volksverhetzender
Art. Man stelle sich nur im Ansatz vor, dass Kids und Jugendliche
derartig Schändliches konsumieren und möglicherweise als cool
imitieren. Erwachsene mögen sich drüber aufregen, mögen in Form
einer Anzeige oder Anklage an den Betreiber was dagegen unternehmen,
oder einfach schulterzuckend solcherlei Content boykottieren. Aber
welchen Einfluß das auf die beeinflussbare Jugend hat, das sei ganz
stark kritisch hinterfragt!

Sollte man verharmlosen, wenn man freizügige Streamerinnen sieht,
deren abgeschmackte Pseudoerotikshow auf Primitivniveau scheinbar
so dämlich ist, dass sie niemandem zu schaden scheint? Oder wird
da ein Bild einer oberflächlichen, falschen Sexualität vermittelt,
ein Frauenbild, bei dem jedem aufgeklärten Menschen sich der
Zorn göttlich regt, aber unkritisch jungem Publikum möglicherweise
Beifall? Abgesehen davon: sollte das aufgrund der Themen nicht
alles sowieso ab 18 sein, auch wenn, aus gut berechnetem Grund,
keine tatsächlichen nackten Tatsachen zu sehen sind?!

Noch problematischer wirds, da man manche Leute nicht vor sich
selber schützen kann, oder es niemanden gibt, der dies für jene
Leute täte. Manche veröffentlichen eben all ihr Reales im Netz,
denken, es wäre eine gute Idee, dazu noch sehr konfrontativ
aufzutreten, und haben wohl in der pseudoanonymen Atmosphäre
ihres Streams die einzige Möglichkeit, ihre psychischen Lasten
abzuladen, vor einer wolf-heulend hetzerischen Meute an Hatern,
jenen, denen es Spaß macht, andere sozusagen zu hassen, oder
sie zu demütigen.

Vagabond

Venture out into the Darkness between the Stars. Take with you a
Sphere and a Companion. Know your Power, know Humility and
above all: Truth. Challenge all Liars, the formless Mass of Evil,
fight Nihilism, be a proud Descendant of Earth, a glowing Globe
of Hope in this Universe.

Live amongst the Uninitiated, spread Wisdom but not Science, try
to give Hope to all the Hopeless, and should the Time come,
show them a Fraction of your own Might, always for a good Cause,
sometimes Seeing is believing for all those who dwell in the
Shadow of Doubt.

Should you be threatened, you have all the Tools to resist, should
there be War or insurmountable Odds, your Companion could call a
Weapon from Earth. But always look beyond the Obvious, be like
Water, a Phrase of a very wise Warrior of Old Earth, and try to
weather all Conflict.

Make Friends, explore the countless Worlds, learn and expand,
use your Mind to become even greater, more capable, bend Reality,
als you did before, see behind the Curtain, but never visit the
forbidden Realm, for there are Entities who dont take kindly to
you being there.

You are a Healer, Descendant from Earth, mend as many Wounds
as you can, and let them understand, you do it not because there
would be some kind of Reward. Lead by Example, your Deeds shall
make you known as Benefactor of Life. Dont let them follow you
as Disciples, be always alone in your Travels.

You will develop even more. Your Evolution takes an interesting
Turn. We all strive for Ascension, to shed our Bodies, to
become truly limitless. Be patient, never stop to learn, even
a tiny Spark of Light on a dark ravaged Planet can be a
Lesson of Importance. Know this: there is no End to Life,
may it be in this Universe or all the others.

Guild Wars 2 – Ende 2016, Anfang 2017

Liebe Leute,

ich spiels immer noch. Und finds auch recht okay nach wie vor. Die
Glaring Weakness im WvW bleibt unbehoben (Matchmaking, Rewards, Population
Imbalance, Nightcapping, Bugs, etc.), die Spielerzahlen schwinden,
das Roaming ist seltener geworden, aber doch gegen einigermassen
interessierte Server auf akzeptablem Niveau. Die krasse Phase nach
HOT hab ich überstanden, aber auch erst, nachdem mir schmerzlich
bewußt wurde, dass der Shit mit Powercreep echt real gefetzt hatte.

Lamer Specs spiele ich nun selber, namentlich meinen Gingerbread Man
Condi d/d Thief. Jedoch auch da muss man sich seiner Nemesis wohl
bewußt sein, oder eben so gnadenlos gut spielen, dass man nach
gefühlt drölfzig Stunden den feindlichen CondiClear/Invuln/Evade/Block
Zyklus überwunden hat. (Alle meine geposteten Builds für alle meine Chars
sind schmerzlich nicht-aktuell. Das sollte mal behoben werden.)

Noch peinlicher zu vermerken: ohne HOT-Specs braucht man erst garnicht
anzutreten. Ja okay, man sieht nun paar Oldschool Guards, die aber
meist mit Burn-Guard Spec rumdaddeln, oder auch sehr selten immer
noch Condi-Engis, für die Scrapper anscheinend nix zu bieten scheint.
An den HOT-Waffen merkt man aber eben, was einem an den alten gefehlt hatte,
allein der Engi-Hammer bietet alles, was man sich wünscht, an Damage,
Projectile Hate, Block und Stun.

Ghost Thief Spackentum ist ne Plage, erst dann richtig nervig, wenn
man halt abgelenkt, die Hosen runter, davon erwischt wird. Fragt man
sich sowieso, wieso Permastealth so lange toleriert wird. Für mich
ist das kolossaler Abuse vom Feinsten, und ja, nich jeder hat dutzende
Stealthtraps einstecken, vom wiederholt anwendbaren Condiclear ganz
zu schweigen.

Mittlerweile kann man die FotM Welle gut nachvollziehen, erst spielen
se alle imba krassen Damage-DH, freuen sich an unblockable Pulls und
Daze Traps, dann schwenken se zum Krieger, weil der suddendly das
Sustain/Damage-Berserker Monster geworden ist. Ob das wohl alles an
der rotierenden Strategie der Spiele-Entwickler liegt, die immer ne
andere Klasse OP machen, damit es interessant bleibt und die Nerds
weiter suchten? (haha, die ganzen Roxxor Damage Revenants machen
fies lange Gesichter nach ihrem Nerf. Auch da hat man, ähnlich wie
beim DH immer das Gefühl gehabt, die drücken einfach ein Makro
ihrer Attack-Evasion-Damage-Invuln-Skills und brauchn mehr nich
machn.)

Ach naja, sei’s drum. Spaß machts noch, wenn man das Game an seine
Bedürfnisse anpasst und sich den Spaß von Lamern, Abusern, Trollen
nicht nehmen lässt. Dafür empfehle ich im WvW nach wie vor Mobility,
Position Awareness, Invisibility Einstellung im Charakter Menü oder
ne echt schnelle Hand beim Blocken/Muten.

Streamer, Influencer, Broadcaster!

Gelangweilt über das Internet stolpernd, widmete ich meinen Verstand wieder
einmal der youtouberischen Vlog-Blogger Szene und entdeckte recht eigenartige
Menschoiden, die sich eifrig am Influencing versuchen. Überraschung: es geht
nicht um Aktivismus, sondern um Geld verdienen. Product Placement; von reichen
Unternehmen als Influencer auserkoren sein; eigene Apps zum Geldscheffeln
promoten; astreiner Kapitalismus. Schade, dass es da keine Surprises mehr gibt.

Der tarnende Überbau solcher Streams oder künstlicher Internetpräsenzen wird von
den allermeisten Content Creator Kapitalisten recht breit angelegt. Bei Frauen
ist es in Mode, sich über streitbare oder vermeintlich allumfassend dauer-
interessante Themen zu definieren: da hättma Feminismus (all the rage now),
Sexismus (der Männerwelt), Sex (in allen Farben, Formen, Varianten), High or
Low Fashion, Shopping und mehr oder weniger verstecktes provokantes Hating.
Das scheint neu, ist es aber nicht: man plappert in die Kamera, wie assi diese
oder jene sind, wie dumm/blöd/primitiv der/die/das Wesen oder soziale Gruppe.
Eigentlich recht clever, durch Hating Hater anzuziehen, denn auch von denen
kommt willkommene Activity, Klicks, und Kommentare, die wiederum das eigene
Konstrukt befeuern, auf welch abgeschmackte Weise auch immer.

Die Männerwelt schließt sich in den allermeisten obig genannten Faktoren eifrig
an, und ist dankbar um sämtliche feministischen Männerhate Vorlagen, die dann
wiederum produktiv auf der eigenen Präsenz weiter verwurstet werden können.
Man profitiert von gegenseitiger Haterei, wobei man den Eindruck hat, die
panem et circenses Umgebung des Internets hätte alles Positive in die absolute
Langweiler-Ecke verbannt. Es scheint zudem recht mühsam, irgendwelchen
Geschlechter-Content, auf Angriff getrimmt und propagandistisch aufbereitet,
mit faktenbasierten Videos zu entmachten, aber hey, wer sich dank eines
wohl wirklich so uneigennützigen Weltbildes auf die Art profilieren möchte?

Hab mir lange überlegt, ob ich mal nen Best-of der Streamer zitiere, damit
der geneigte Leser selbst mal in den Schmutz abtauchen kann, mit nem guten
Taucheranzug, of course, und ner Bodencrew, die weiß, wie man im Morast
feststeckende Taucher rettet. Aber da verschaffe ich jenen Personen Klicks,
Umsatz, Besucherzahlen, und das möchte ich dann doch nicht auf diese Weise
supporten.

Gegen das Internet kämpfen selbst Götter vergebens?! Manch arme Seele, wohl
wirklich durch den Gedanken der Aufrichtigkeit beseelt, mag versuchen,
standzuhalten, dagegenzureden, Argumente anzubringen, womöglich ohne Denglisch
oder Beleidigung. Lost Cause! Das geht unter. Die dunkle Seite der Macht
scheint stärker! Kreativer find ich dann künstlerische Disses (1), gern
auch als musikalisches Stück (Rap etc.) vorgetragen, die ihre Kritik
pointiert, gestaltend und interessant servieren. Gerne mehr davon.

(1) Disses, Dissings, Dissae, Dissoi? Je ne comprends pas! Abgesehen davon ist
mir der Amount of Denglish in meinen Posts manchmal selbst nicht geheuer. Aber
ich hab halt eben auch nicht das Ansinnen, mich streng traditionell, mit
preußischer Pickelhaube, einer reinen Sprachlichkeit lokaler Verortung zu
widmen, die eh bedenklich nahe an irgendwelche suspekten nationalen
Bestrebungen liegt.

Weapons

we have eliminated war amongst ourselves. aggression is not our
way of life anymore. it took many, many years for that to happen.
insight, growth, a certain kind of elevation beyond your own
sometimes selfimposed limits. but the universe thinks differently.

outside, amongst the stars, there is mostly peace. there are many
civilizations like us, developed, star-faring, with a very high
level of ethical sophistication. but that does not guarantee
survival. harsh are the laws of the blackness between stars.
and dangerous are some places. full of beings who are less than
we are, but numerous, cunning, and sometimes without any regard
for life that isnt their own.

everyone of us does not want to face the horrors of war. nobody
wants to fight. even artifical life, as it was called in the past,
an insult to the beauty of this digital life, this life of energy,
which had no problems waging war, and did it for us in the past,
even it is reluctant. for we all know of the taint that comes
with killing. all our souls will be colored black in the process.
and we lose what we have gained, a certain kind of harmony with
the force of creation.

so we chose weapons to fight. sent them out because we had to.
and they were humans of earth, digital life of earth, and
sometimes hybrids. they changed into weapons. they fought the
enemy. and they returned, deeply affected, some ended their
lives. others endured. damaged, broken, or having become feral
beasts, exiled to lonely islands. is there another choice but
war?

you cant avoid killing in war. you cant contain it to a few
instances. and you can try to avoid war as i have done but
failed. some of us do the dirty deed so that the rest of us can
live in harmony. our sacrifice is noble? or foolish?

we have achieved so much, earth is a paradise of peace. great
parts of the galaxy are stable, we made so many friends across
the stars, always tried to escape conflict by understanding.
but sometimes, there is no peace. and we have to defend ourselves.
and our allies. be part of what we ourselves stopped centuries
ago. honor the weapons. care for them. return them to peace
if you can. but never abandon them.

Idealismus pur!

“Gerechte, faire, höfliche Behandlung aller Trainierenden!”

Die sozialen Fähigkeiten eines Trainers sind ein wichtiger Faktor in gesamten
Anforderungskatalog des sportlichen Miteinanders. Schwerer zu definieren? Nicht
erlernbar, aber genetisch programmiert? Ach Schmarrn, jeder kann sich durch
Erfahrungen und Selbstkritik weiterentwickeln! Die Definition, bzw. die
Anforderungen an psychosoziale Empathie eines Trainers, vielleicht auch einen
ethischen Kodex, darf gern beschrieben werden:

1.) Ein Trainer hat alle Trainierenden gerecht zu bewerten, unabhängig
persönlicher Vorlieben, oder privater Abneigungen gegen Personen. Dies
gilt insbesondere für Ermahnungen, Zurechtweisungen.

2.) Ein Trainer muss Fairness in eigenem Handeln walten lassen, und das Ganze
auch bei anderen einfordern. Im sportlichen Kontext ist Fairness ein hohes
Gut, welches auch gegen jene verteidigt werden muss, die unfair Vorteile
erschleichen wollen.

3.) Trainer sind offizielle Personen und daher Vorbild in höflichem Miteinander.
Das bedeutet generell Grüßen und Verabschieden, die richtigen Worte bei Disputen
finden, auch oftmals wiederkehrende Fragen geduldig beantworten. Trainer haben
auch die Aufgabe, Höflichkeit in der Gruppe durchzusetzen, sollte es da
Verfehlungen geben.

4.) Trainer sind Vorbilder in guten Eigenschaften wie Bescheidenheit, Charisma,
Durchsetzungsvermögen, wenn es denn sein muss, Entscheidungskompetenz, Empathie,
Intellekt. Sie geben den Trainierenden Sicherheit, vertreten sie in schwierigen
Situationen und sind Vertrauenspersonen, die persönlich integer und neutral auch
Streits schlichten können.

5.) Trainer wissen um die Gefahren des Kampfsports und können Menschen einschätzen.
Sie bezähmen Haudraufs, falsch motivierte Anfänger mit Killerkomplex, leiten
Neulinge an, die ihre Kräfte nicht einschätzen können und achten darauf, dass
sich niemand verletzt. Sie ermahnen deutlich zur Langsamkeit, sie ermuntern
nur jene zu Schnellerem, die das auch sinnvoll kontrollieren können.

6.) Trainer sind auch Gruppenzusammenhaltsfaktoren, sie sind wie charismatische
Leuchtfeuer, die Trainierende motivieren, auch nach dem Sport einander besser
kennenzulernen. Sie sind das soziale Bindeglied einer sportlichen Gruppe,
vermitteln, stellen Kontakte her und sind enthusiastische Anstachler, die
andere mit Begeisterung mitreissen können.

7.) Trainer haben eine ideologische Leitlinie für ihr Training. Sie erteilen
allen großspurigen Machismo-Proleten und Conan-FullTime Hack’N Slay Rabauken
eindeutige Absagen. Sie fördern Leistungssport genauso wie Breitensport und
bewerten beides als gleich wichtig. Sie wissen um die Wünsche ihrer Trainierenden,
und überfordern diese nicht.

8.) Trainer sind keine Chauvinisten, politisch Radikale oder religiöse Sektierer.
Sie sind kosmopolitische Weltbürger mit demokratischen Ansichten, vertreten
diese auch im Training und geben jedem seine Redezeit, ohne ihn mit rhetorischen
Tricks abzukanzeln.

Befreiungsschlag! Oder wie man lernt, Egoist zu sein.

Kunstproduktion in der Gruppe hat immer seine Tücken, vor allem, wenn einer die
Regie übernimmt, schleichend, ein wenig vorsichtiger als sonst, und dann beginnt,
Aufgaben zu delegieren. Sozusagen ist man dann Erfüllungsgehilfe, innerhalb
definiterter Parameter, oder Maitre des Affaires, kriegt die Orga aufgedrückt,
oder schreibt Texte, die der Projektinitiator doch auch selbst verfassen könnte.
Das muss alles nicht mal böswillige Diktatur sein, manche sind automatisch so,
realisieren ihre Kunst, brauchen Helfer, Kumpanen oder Mitkünstler, das ist ja
eigentlich kaum verwerflich.

Doch gibt es Leute, die wollen das nicht, Mitarbeiter zu sein, vor allem schon
aufgrund schlechter Vorerfahrungen, oder dem schlichten Drang danach, frei zu sein.
Schummelnd lügnerisch behauptend, man sei für Gruppenkunst nicht geschaffen, um den
Vereinnahmungen eines Einzelnen zu entgehen, ist zwar nicht das Gelbe vom Ei,
aber vielleicht taktvoller als direkt, laut schallendes NEIN!

Wie auch immer, altruistische Handlungsweise in der Kunstgruppe kann einen selbst
zum ewig Mithelfenden verdammen, der zwar engagiert ist, der Gruppe etwas vielleicht
auch Wichtiges schenkt, aber selbst nie was Eigenes schafft, da er beschäftigt
damit ist, für andere zu arbeiten, und das im wahrsten Sinne: arbeiten. Und in
meiner Freizeit will ich nicht “arbeiten”, oder zu “Arbeitsessen” gehen, oder
“Kosten auf alle umgelegt” haben.

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass man durchaus Gruppenzusammenhalt und
Freundschaften erhält, indem man sich Projekten versagt, klar macht, dass man
mit manchen einfach zusammen keine Kunst machen kann, schon allein der Harmonie
wegen, und des Nervenschonens beider Seiten. Egoismus ist in heutiger Zeit
so manches Mal angebracht, denn schließlich gibt es durchaus viele, die alles
andere gnadenlos ausnutzen, sei es nun mit böser Absicht, oder eigenem
autokratischen Zwang.

Schau in den Spiegel!

Man sagt, sie seien jung, aber sie sind es nicht. Alte, vertrocknete Hüllen,
hässlich, mißgestaltet und gezeichnet von Auszehrung. Weicht das Leben,
weicht auch immer die Jugend. So wisse, so sie denn am Lebenssaft nähren,
äffen sie die Schönheit des Lebens nach, werden jung, doch der Kundige, der
in den Spiegel sieht, wird ihre wahre Gestalt immer erkennen.

Sie flüstern dir ins Ohr, dass sie mächtig seien, doch auch das ist eine Lüge.
Denn das Leben, und die geheimnisvolle Kraft der Seele, der Glaube nur eine
Art Brücke hinein in diese Macht, wird sie immer besiegen können, doch wissen
nicht mehr viele, wie sie den Urquell hervorrufen.

Sie behaupten, sie hätten Macht über die Tiere, besonders Wölfe oder Fledermäuse
oder Ratten. Jedes Leben wird sich gegen sie zur Wehr setzen, wird sich niemals
freiwillig fügen, wird immer versuchen, ihr Joch abzuschütteln. Der Tod wird
immer Mühe haben, das unbändige Leben zu unterjochen.

Sie sind stolz auf ihre Verführungskunst, aber sie sind nur schwache Schatten
lebendiger Leidenschaft. Blutleere Kadaver sind ohne Lust, sie spielen es vor,
sie vollführen ein Theaterstück, selbst dann, wenn sie den magischen Saft
fremden Lebens genossen haben. Auf ewig ist ihnen die lebendige Quelle der
Fleischlichkeit, das Verlangen und Begehren nur ein schaler Nachgeschmack
ihrer erinnerten Existenz.

Ewiges Leben ist ein Fluch, eine Bürde, sie werden wahnsinnig, irre, voller
Qual wandeln sie zwischen den Grenzen. Ihnen ist Glückseligkeit versagt,
nur der endgültige Tod kann sie erlösen. Jeder von ihnen sehnt sich danach,
egal, wie sehr sie dich belügen, die Folter ihrer unerfüllten Existenz ist
ihr Fluch und ihre Strafe.

Sie wollen ihren Fluch unter die Lebenden tragen, und wissen doch, dass sie
dadurch niemals frei werden. Denn das Böse, so es denn an Zahl gewinnt,
wird immer über sich selbst herfallen, und so haben auch sie, die Vampire,
keine Wahl, jagen und töten sich gegenseitig, denn egal, wie schlau sie
sind, waren oder sein werden, wird ihre verdammte Existenz immer der
Zerstörung zustreben.

Hinter dem Schleier des Todes wartet der wütende Schnitter, denn er kann
es nicht leiden, dass er betrogen wird. Er sendet seine Priester aus,
er wandelt voller Eiseskälte unter den Lebenden, und schwingt seine Sense voller
Zorn, denn der Tod duldet nicht jene, die ihm entkommen wollen, auf
der Erde wandelnd, unter den Lebenden. Die Ordnung der Dinge wird behütet,
von viel mehr Kräften als nur denen, die glauben.

Rittertugend Bullshitter im Historischen Fechten

Um das mal zu vertiefen, ich lese ja eifrig historische Fechtforen, beispielsweise
das von ars gladii. Dort treten ja sämtliche Spielarten von Menschoiden auf, die
meinen, ihre Weisheit unters Volk bringen zu müssen. Teilweise Esoteriker, dann
wieder Mittelalter-Reenacter, die eine ganze Wagenladung Rittertugend Roleplay
absülzen. Auch schwergewichtige Namen der HEMA-Szene, die nimmer müde werdend ihre
DVDs promoten, und ansonsten Stein und Bein auf die magische Kraft schwören, dass
Schwertkampf den Charakter so unglaublich bessern kann.

Was am Ende des Tages übrig blieb?

Genau die gleichen Beschwörer aller Tugenden, wie etwa Loyalität, Ehrlichkeit und
Respekt vor anderen, findet man dann beispielsweise auf hroarr wieder, wie sie
unter den Artikel eines wohl nicht mehr befreundeten Fechtkollegen wieder und
wieder bullshitten, mit gewählten Worten, dass derlei Geschriebenes Blödsinn sei,
ohne Grundlage, es alle bereits wüßten etc. p.p. Nicht weit her mit einem Credo
des hohen Geistes, der auch Kritik so sachlich wie möglich anbringt, und das auch
in gerüttelt Augenmaß und nicht immer wieder, wie ein zänkisches Weib, das jede
Glaubwürdigkeit des anderen bis in den Grundboden torpedieren will.

Abgesehen davon, jeder verdammten Sportart kann ich edle Tugenden andichten, selbst
beim Badminton oder Frisbee kann ich nen Ritter spielen, auf meinen Mitspieler
Rücksicht nehmen, und meinen Charakter sagenhaft weiterentwickeln, mit grandioser
Empathie drauf achtend, dass mein Gegenüber die Frisbee Scheibe nich gezielt inne
Futterluke gebrezelt bekommt. Also was soll der romantisierende Superunfug? Dass
kommerzielle Fechtschulen mit sowas werben, damit auch der letzte schleimige
Manager mal schnaggelt, dass er im Seminar mit seinen Kollegen die wunderbare Welt
des Zusammenarbeitens entdeckt, halte ich für gegeben, die wollen ja was verkaufn.
Werdet Helden, berufliche Supermenschen, soziale Megagutmenschenwunder, alleinig
durch ein bissle Schwertschwingen!

Ich würd da gerne echt mal die Kühe im Dorf lassen, und net auf die Alm treiben,
mit irgendwelchen hochtrabenden Verhaltenscodizes, Dresscodes oder dem unablässigen
Daraufhinweisen, dass Schwertkampf ja ne so ernsthaft tödliche Sache sei, mit
Respekt vor der Klinge, dem Hallenboden, den Turnmatten, der Türklingel und
dem nach Reinigungsmittel stinkenden Schwertputzlappen. Irgendwann ischs halt mal
echt gut mit dem Gesülze. Vor allem dann, wenns im Historischen Fechten genug
arrogante Bullshitter und Verbalauskotzer gibt, dann wieder totally mindless
Haudrauftypen und geldgeile Blender, die Schwertkampf-Zen, Bühnenchoreografie,
oder endlos martialischen Total-Extreme-Fight zu verkaufen suchen.

Dangerous Times?

Irgendwo hatt ich da mal was dazu getippelt. Eine Veränderung, eine Verrohung der
Gesellschaft findet statt. Rein subjektiv von mir beobachtet, an dem Ort, an dem
ich lebe, teilweise in meiner direkten Anwesenheit mitbekommen. Dinge, die früher
einfach nie vorgekommen sind. Dinge, die vielleicht andere als Pipifax bezeichnen,
die ich aber als Anzeichen sehe, für vielleicht zukünftig Schlimmeres. Wobei ich
absolut ausschließen kann, dass ich Auslöser derlei Geschehnisse bin. Es handelt
sich um Verbalaggro oder Verhalten von außen. Man fragt sich, was da noch kommt.

Beispiele?

Rentner, die einen blöd anquatschen, weil man in der proppevollen
Bahn am Ausgang steht, aber eigentlich so, dass da noch ein t34/85 Tank dran
vorbeipassen würde. Mir nie passiert, in all den Jahren auf diesem Erdenrund,
in denen ich routinemässig an Türen rumstehe, in Straßenbahnen, oder sonstwo.

Schmähende Kurztextereien, aus einem offenen Fenster der Nachbarschaft, entgegen-
gerufen. Brüllt man dann saftig was zurück, fallen schnell die Fenster zu. Gerade
der Massenwohnblock, der in all den Jahren völlig unauffällig war.

Nächtliche Schlägereien in der Straba, kurz, heftig, zwischen Jugendlichen, nicht
der Rede wert? Doch scheinbar ja, keiner fühlt sich zuständig, Strabafahrer
sagt wörtlich, es ist nicht sein Business, Mitfahrende schauen betroffen,
Jugendliche lärmen wie Hölle, keiner macht was.

Im Sportclub ein wildfremder Typ ausm Brazilian Jiu Jitsu, der einen dumm von
der Seite anquatscht, den man nicht mal kennt, mit dessen Abteilung man nie
was zu tun hatte.

Nun ists insgesamt nicht so, dass ich ein zartes Pflänzlein wäre, das ne Opferaura
ausstrahlt, eigentlich bin ich ja ein big great Wonneproppen-Bär mit meistenteils
recht grimmiger Miene, der auch öfters mal gedankenversunken his own business
minded. Und in der Vergangenheit wars immer so, dass ich angenehm durch die
Gesellschaft gewandelt bin, ruhig, friedlich, harmonisch, und eigentlich auch
recht zufrieden. Nie quatschte mich jemand blöd an, nie gab es irgendwelche
Vorkommnisse, und ich war auch genauso oft unterwegs. Irgendwas ist da, in
dieser Gesellschaft, denn ich habe mich nicht verändert.

So what?! wird der kundige Menschenerfahrene sagen, ist doch alles ne einzige
Nichtigkeit, über der man stehen sollte. Gut, gut, sage ich, aber ich bin
sensitiv genug, derartige Microerschütterungen der Macht dennoch wahrzunehmen,
und wundere mich darüber, dass meine Jedi-Wonneproppen-you-dont-talk-shit-to-me
Aura nimmer wirkt. Durchaus habe ich den Eindruck, dass immer mehr questionable
Zweibeiner meinen, es sich erlauben zu können, mich blöd anzuquatschen. Und
das bereitet mir Sorge. Denn mein Pazifismus-Gen tritt immer häufiger beiseite,
und ich geige denen die Meinung, durchaus auch mal mit gebührender Deftigkeit.