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KRIEG den PROSAIKERN !!!

Liebe Leute, Kampfgenossen, Verschwörer und Rädelsführer,

wir müssen was tun, aktiv werden, die Flut der Prosaiker droht, uns zu über-
schwemmen! Die Rationalisten, die Erbsenzähler, die stockernsten Nüchternen
(öhm, not Alkpegel, but Lebenseinstellung), die Spaßfeindlichen, die Kapital-
istenkonsumzombies, die hyperaktiven Overachiever, diese wanken gleich einer
riesigen Zombiearmee näher und wollen die letzten Poeten, Lyriker, Spaßmacher
und Freigeister in ihr graues Gedankenzimmer zerren!

DAS DÜRFEN WIR NICHT ZULASSEN!

Zu den Waffen! Den verbalen Waffen! Geht ihnen auf die Nerven, ja, sie werden
es euch sagen, dass ihr nervt, doch das ist eine Auszeichnung, Anzeichen, dass
unser Gedankengift wirkt, der sinnfreie Nimbus des Künstlergeistes sich
entfaltet und magisch-mystisch neuen Sinn schafft, nämlich den Unsinn, den
Anders-Sinn! Psychoterror spaßbuchstabiger Nonsense-Äußerung, geschickt
platzierte Moralunterwanderung, und endloser Zen-Buddhismus, der die
leistungsorientierten Kapitalistensklaven absolut verunsichert, statt
höher-schneller-weiter, heißt es niedriger-langsamer-zurücker! Wat, das
Wort “zurücker” gibts nicht? NUN SCHON, YOU SCHNITZEL!

Druckt euch Schilder, fordert Grießpudding für die Massen, oder mehr grüngelbe
Glabuggels. Wat? You dont know what it is? Your Schuld! Diskutiert
stundenlang über die die quantenphysikalische Liebesmystik der Zaranier auf Altair V.
Entwertet den Talk der Prosaiker durch verwirrende Hypnosuggestiv-Fragen,
und felset eifrig in der Brandung herum, die euch mit Logik, Vernunft und
dem ganzen anderen depperten Scheiss zubomben will. (to fels in the Brandung =
to be standhaft in the Flut)

Kleingeister mental sprengen, sie überladen, sie hilflos zurücklassen, wir hingegen,
die Overlords des Wahnsinns, völlig siegreich, frei, ohne Zwänge, real total
Schnubbels of Eternity (and Desire). Sammelt euch zahlreich, dreht euch im
Kreis, wackelt mit den Zehen und singt das Mantra des Blödsinns: oraruuuummmm,
orarummmm rumbumbum!
Feels totally good, und man wird Experte im Dodgen der
Herren mit den weißen Westen! Seht es als lifelong Demo gegen biedere, konservative
Plagegeister voller Brainlimits, die außer den Regeln ihrer gescheiterten
Kapitalistenwelt nix weiter wissen können oder wollen. Diese Hamster im
ewigen Rad des Königs Mammon.

Be the Guerilla you always wanted! Für den höchsten Zweck, die totale Befreiung
der Menschheit. Findet Gleichgesinnte, bildet Gruppen, zieht verbalmarodierend
durch die Biedermeier-Landschaft moderner Schlipsträgergesellschaften und
malt mit Kreide porolanische Haiku Gedichte auf den Boden. Hass und Gewalt
haben keinen Platz in unserer Spaßguerilla, verabscheuenswürdige Mittel der
grauen Herrschaften, deren schwarze Seelen von anderen Mächten gerichtet
werden. Wir hingegen, wohlmeinend gute Blumenkinder mit Nektarkelchen voller
Freiheit werden wie Mahatma Gandi siegen, slow, but stetig, aber mit jeder
Menge subversiven Wahnwitz, zum Schoroggel nochmal!

—> btw: macht wahnsinnige Nonsense Kunst und lasst alle rationalen Vernunft-
geister implodieren, wenn sie versuchen, in ihren engen, limitierten Denkbahnen
derlei zu verstehen! *muhahaha*

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Brutal Truth

Manchmal kriegt man von der realen Welt so ne unmerkliche Backpfeife. Scherzend
geht man durch die Gefilde, empfiehlt jemandem, den man glaubt, zu kennen,
juxend ne Lampe, die rot leuchten soll, wenn mans selber mit dem “Gaudi Gelaber”
an jenen übertreibt, und bekommt so halb lustig, halb wahrhaftig die Antwort:
ja, die steht auf dauerhaft ROT. Brutal ist die Wahrheit allenthalben, Vermutungen
werden wahr, und man spürt deutlich den Stich der Ablehnung ins eigene wohlmeinende
Herz.

Man merke auf: Gaudi Gelaber nicht in famous Terror Duo Style, bodenlos perverted,
absolut sinnfrei, totally without Sanity, eigentlich, so will ich reklamieren,
ein wenig geistreicher, amüsierender, und gewisse Geschmacksgrenzen wahrend, die
mit Patty schon längst wildfrei gesprengt worden wären. Oh, wie sich der gutmütige
Geist wohl irrte, all die Zeit, verwandte Geister dort zu erkennen glaubte, wo
eigentlich nur die kalte Prosaik lauert, eisern geklammert durch peinlich genau
beachtetes persönliches In-Group-Sport-Image.

Oh, vermessen, zu glauben, dass eigenes Gaudi Gelaber fiele auf nahrhaften Boden,
wäre fruchtbar, brückenstiftend, sozial positiv interagierend, man lacht zusammen,
man amüsiert sich und festigt Bande, die noch nicht festgewachsen waren. Like a
big great Family. BÄM! Totgeschossen alle Hoffnung, jeder für sich selber, lieber
cool schweigend dastehn, Ölgötze der Sportlichkeit, und der Prosaik huldigen, dem
vermeintlich Quantifizierbaren, auf der sicheren Seite stehen, ja nie albern,
nie vielleicht von anderen als kindisch gescholten werden, schön erwachsen und
grown up, vielleicht sogar ein wenig alpha-malig?!

Gott bewahre …

Better nun die Wahrheit erkennen, sich einfach mal ein wenig Distanz verschaffen,
und wahre verwandte Geister finden, auf dass man sich aneinander ergötze, in gutem,
nachhaltigem Rahmen, näher an den eigenen Überzeugungen, with a solid Foundation.
Warum also die anderen schlechtmachen, diese Prosaiker, deren Welt, deren Gehabe,
wohl aus eigener Sicht zu kritisieren, letztendlich sinnlos, sich lieber der
eigenen Welt widmen, und jenen, die frei, wild und ohne Anbiedern das Leben feiern,
abgedreht, sinnfrei, sinnvoll, mit Gaudi Gelaber, mit dumpfem Geschwall, mit
witzigem oder tristfadem Gesülz.

Was Gutes hat das alles: man weiß, woran man ist, adjustiert sein Verhalten in
Neutralität und kennt nun klare Fronten. Und wird sich gewiss, dass eigene Skepsis
bewiesen ist: peinliches Wegschauen bei Ansprache, Vermeidung des Zuhörens,
Abbruch des Gesprächs … hell, why dont you have geschnaggelt it früher? Ich
behaupte nun mal pathetisch, dass ich an den guten Kern glaube, zu Menschen
durchdringen will, ach, Bullshit, manchmal will ich auch einfach nur mal was
nettes gaudilabern… Patty, I miss you!

Es lebe die Freiheit!

Lyriker und Poeten aller Länder, vereinigt Euch!

Die Gesellschaft, meine lieben Freunde, scheint schon seit längerer Zeit von
etwas infiziert zu sein, das sich tief in die Fundamente gefressen zu haben
scheint, uns alle, wie die zeitmahnende Uhr fesselnd am Handgelenk, unter
Kontrolle zu zwingen vermag: die Krankheit des Prosaischen!

Alles, aber auch alles, muss Sinn und Zweck haben, fein säuberlich aufgezeichnet,
in Tabellen und Listen und Fakten und Daten und Zeiten und Vorgängen festgehalten,
als ob man ein realistisches Gefängnis bauen will, bis am Ende alles und jeder
dorthin verfrachtet ist, zur Gänze bestimmt, analysiert und kategorisiert.
Aktionen, Vorgänge oder das eigene Handeln, es wird dem gnadenlosen Diktakt der
Zeit so willig unterworfen, dass es kein Wunder ist, warum Menschen kränklich
unter dem Joch des Temporalen zusammenbrechen: eine Sportübung dauert genau
1 Minute und 23,655835 Sekunden, 1 Haltestelle kann ich noch laufen, bis die
Bahn kommt, um etwa 87,286 Nanojoule zu verbrennen.

Fantasie, Lyrik und Poesie, Träumerei und Freiheit sind gefährliche, weil
unverständliche Feinde des Prosaikers, dessen Verstand so extrem auf Ratio
getrimmt ist, dass er nur noch real Quantifizierbares als gegeben anerkennt.
Solche schreien dann auch mal schnell atheistisch-ängstelnd nach dem Beweis,
dass es Gott nicht gibt, allein, um das Reich des rationalen Prosaikertums
nicht mit unbekannten Variabeln konfrontiert sehen zu müssen.

Höher, schneller, weiter, kapitalistisch injiziert kann der Prosaiker sich
leicht in ein Rahmenwerk fügen, das scheinbar keine Überraschungen bietet,
alles ist schön reglementiert, nachweisbar, beherrschbar. Weiter muss der
schwer arbeitende Rationalist nicht schauen, das Unbekannte wird sowieso
durch Wissenschaft, Forschung und Technik jeden Tag ein Stückchen weiter
eliminiert. Dass man sich aber so auch in ein Korsett, ein Gefängnis, eine
Zelle einsperren läßt, das merken die einen, nehmen es in Kauf, und
verschlafen die anderen, deren lyrische Poetik sie willentlich ermorden,
für den Preis einer Sicherheit, die ordentlich hinkt.

Schlimm, wenn man als lyrischer Poet mit lauter Prosaikern konfrontiert
ist, sich beileibe nicht bekehren läßt und nur gelangweilt angeödet
abdriftet, in Spähren erdachter Schönheit und fantastischer neuer Welten.
Als brotloste Kunst gerne verspottet, können einem die Realisten und
Prosaiker niemals folgen, spottend möge man ihnen ihre Existenz im
grauen Land eigengewählter Gefangenschaft gönnen, wo sie uneventful
lives leben dürfen, bis zu ihrem vorprogrammierten Ende.

Hat es der Phantast, Lyriker und Poet leichter? Ist er besser? Wertvoller?
Diese Fragen sollte man nicht stellen, viel mehr Anstrengung darauf
verwenden, mehr Menschen vom Prosaischen weg zum Poetischen zu bekehren,
mit all den menschenfreundlichen, altruistischen Auswirkungen, die das
haben kann!