Blog Archives

Vampy Sex !!!

ich bin traditionalist und sehr unzufrieden. vampire sind monstren.
ihre erotik hat das böse injiziert, ist also als solche schädlich,
böse und dient eh nur dem zweck des blutsüffelns. zudem: vampire
sind untote, kadaver, leichen, kalt, monströs, eklig und eigentlich
totally widerlich!

klar, twilight machts vor, du drehst die vampys durchn kitschwolf,
dann haste glitzernde teenies, die eigentlich voll cool ewig leben,
scheiss verdammte dauertopmodels sind, und mit denen poppen ne
richtig tolle soft bdsm angelegenheit darstellt. whats not to love
als sehnsüchtiges romantik girl mit dem sehnen nach dem ultimate
verführer/beschützer in der variante white vampy knight?

des kannsch doch echt hacke, ey. ich wehre und weigere mich. vampire
sind vor allem tragische monstren. die kriegen ja keinen hoch, wenn
se net mit blut gefüllt sind, und selbst dann … liebe machen mit
nem leichnam, da stehn doch nur die abartigsten druff. sowieso, der
vampy ist verflucht, da ist nix mit herzpochender leidenschaft,
schließlich ist sein leib ohne blut verdorrt, klapprig, old opa
style verrottend. und mit dem lebenssaft gesaugt, mag er ne zeit
lang casanova personally sein, okay, aber nach wie vor, das vergeht,
und ist genau die illusion, die er braucht, um das böse weiter inne
welt zu tragen.

nach wie vor: bram stokers dracula is where its at. wobei der film,
nujo, grad noch so genehmigt. bin kein fan von vampys, die sich
in halbe werwölfe transformen, um dann die freundin von der harker
rumzukriegen. das auch wieder hollywood shit. naja, es ließe sich
streiten, inwiefern vampys an sich in magisch/otherworldly zustand
attraction simulieren oder sogar gewisse emotions empfinden, warn
ja mal people, too.

aber wenn wir den vampy in der kitsch romantik ecke ersäufen, hamwa
eigentlich ne story, die man auch ohne blutsaugerei schreiben könnt.
ist ja eh ne love story mit bissle rauhem charme, da muss es net
der x-te retortenvampy sein, der das pseudointeresting machen soll.
geschmäcker sind wahrlich verschieden, insofern geht alles, und
jede zielgruppe hat ihre präferenz. doch warne ich gegen die
verseichtung eines mythos, der von trauer, tragik, horror und
dem bösen lebt, alles als unterfütterung seiner gefährlichen,
erotischen nebenkomponente, die wahrlich niemals oberflächlich alles
sein sollte.

addendum: das untote, antithese des lebens, also negativer spiegel
all dessen, was wir so als leben begreifen. sozusagen also des
lebens nicht fähig, sogar eine perversion des lebens, eben weil
auch und gerade im akt des koitus, der eben nicht zur ejakulation
führen kann, da vampire den samen des lebens nicht in sich haben.
ich würde sogar noch nen schritt weitergehen und den vampir
überhaupt keinen hochkriegen lassen: der impotente schatten, der
er ist, kann das leben eben nicht perfekt imitieren.

addendum 2: weibliche vampys sind ja auch echt geile hexies, wa?!
eben nich! hier gilt das gleiche! es sind kalte leichname, in die
ein verwirrt bezauberter sein, öhem, stück hineintransferiert. das
sollte schock bewirken, nich noch mehr geilheit. eine extrem
unangenehme erfahrung sozusagen, kalt, leblos, erfrierend, sogar
bedrohlich! hier gibts also keinen chauvinismus, der gebietet,
dass weibliche vampys die geilsten schnecklis sind. beileibe nicht!

Advertisements

Literarischer Schund!

Liebe Mitleidende,

leider Gottes bleiben wir in unserer Gesellschaft nicht von literarischem
Schund verschont. Dieser verkauft sich, meistens durch Marketingmaschinen
und Public Relations Tretmühlen angefeuert, leider sehr, sehr gut. Kann
man nun der Gesellschaft an sich vorwerfen, sie wäre dumm, hätte keinen
Geschmack oder wußte nicht, was eher lesenswert wäre?

Im literarischen Bereich ist Schund keine Neuigkeit und so mancher Orts
gewolltes Stilmittel. Sowas kann dann durchaus zum (Trash-)Kult
avancieren. Dort gibt es eine lebhafte Fangemeinde, die völlig legitim
den Verstand Beleidigendes zelebriert! Ich selbst bin einer der größten
Vertreter von gewolltem Nonsense, Blödfug und Trashigkeit.

Aber ärgert es nicht kolossal, wenn ungewollter Trash einigen spät-
pubertären Autoren(-Innen) unermesslich Kohle in die Kasse schwemmt, die
sie eigentlich aufgrund ihrers Vorsatzes der Volksverdummung gar nicht
verdient hätten? Ist es nicht widerlich, wenn dämlich klischeebeladene
Hausfrauen-Softcore-BDSM-Story a la Shades of Grey die Charts stürmt
und einer Trilogie wert ist, sogar schon Mottoparties gefeiert werden
und gelangweilte Mütter vor Gier zerfließen, wenn sie schon den Namen
Christian Grey vernehmen?

Oder wenn Teenie-Romanzen mit immer gleichen Themen dann durch die
Horror-Waschmaschine gespült werden und dann solch radioaktiv strahlender
Müll wie Twilight rauskommt? Nach dem sich natürlich Horden junger
Frauen verzehren, Team Edward or Team Jacob wird dann fantasiert,
und wenig später pubertäre Fantasie unter der Bettdecke befriedigt.
Hey, die Teenies ham wenigstens ne Entschuldigung, ihre emotionale
und intellektuelle Reife muss sich erst jenseits aller hormonellen
Stürme manifestieren, und ich wette, der Großteil schämt sich dann
dessen, was man früher mal gut gefunden hatte.

Was tut man nun gegen schädlichen literarischen Trash? Geht man auf
die Barrikaden und macht christlich motivierte Demonstrationen oder
Flash Mobs gegen alle Neu-BDSM-Jünger im Stil von Shades of Grey?
Schreibt man hitzige Blogbeiträge und liefert sich Streitgespräche
mit Verfechtern der anderen Seite? Oder klärt man geduldig auf, wieso
dies oder jenes besser lesenswert sei als das oder solches? Am
Ende siegt noch buddhistische Weisheit und man meint: jedem Tierchen
sein Plaisierchen?