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Odins Nationalisten!

Also da gibts Leut im Internet …

Lendenschurz posierende Schwedenbarbarenwikingerspartaner, die grad
mal im Testosteronshop einkaufen waren und einem was anne Backe labern
vom Verfall der Werte, no homo, keine Pornos mehr gucken, degenerierte
Beta Männchen, und Adolf Hitlers Bart …

Anfänglich sinds ja wohlmeinende Naturgeister, denkt man, die sind halt
arg begeistert von ihrem Heimatland und diversen schmutzverkrusteten
Druidenhainen mit möglichst freizügig nordischen Paarungsgöttinnen. Aber
irgendwann kommt das Neofascho Gedöns mit der hässlichen Fratze umme
Ecke geschlichen, leider unterlegt mit manchmal gar nicht so schlechtem
Pagan Metal. All Hail, Odin! Ob der NSDAP Wähler geworden wäre?
Sicherlich nicht bei so ner Schrumpfgermanenbande von damals…

Ein gerüttelt Maß Sozialdarwinismus, Defend Europe, white Nationalism,
verpackt in überromantische Wikingerträume und the Glory of your own
Self. Ach, Brüderlichkeit wird beschworen (no homo (1)), und ein messianischer
Bekehrungsdrang aller dicken, unattraktiven Beta Männchen, die doch
eigentlich der Selektion anheimfallen sollen, die missioniert man doch
nicht?! Oh, maybe kann man sie aber umpolen: zu gnadenlosen Alpha
Männchen, Verstärkung für die eigene Armee im Kampf gegen die Invasions-
fluten der Muselmanen.

Feindbilder sind wichtig. Was wären die Wikinger ohne Feinde? Nüx. Was
wären die Nazis ohne gewesen? Arbeitslos. Also her mit den Muselmanen,
den gesichtslosen Massen, die anscheinend alle Europa zum Einsturz
bringen wollen, ja, auch kleine Kinder, die vorm Krieg geflüchtet sind,
ALLES IS AGENTEN. Die sind so fanatisch, die riskieren sogar ihr Leben,
um übers Wasser nach Europa zu kommen, so wichtig ist denen ihr Krieg
gegen alle Europäer … nur ein klitzekleines Beispiel der Propaganda,
wie sie weiße Nationalisten gegen alles Fremde vorbringen, glücklich,
wenn es nur so primitive Argumente sind, sehr schädlich, wenn es als
subtile Meinungsmache aufgezogen wird, zum fröhlichen Vergiften vieler
argloser Geister.

(1) Im Übrigen hat Allvater Odin seinen männlichen Männern nen prima magischen
Spruch verraten: NO HOMO. Soll bedeuten, das schützt vor spontaner
Schwulwerdung, stellt laufend klar, dass man NICHT schwul ist, und
bekräftigt die eigene Heterosexualität gegen alle möglichen subkutanen
Versuchungen! So kann man anderen muskelbepackten Schweißglanzmännern,
mit denen man ausnehmend gerne dauernd trainiert, auch mal liebevolle
Komplimente machen. NO HOMO!!! (puh, das ging grade noch gut.)

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Modern Slang!

Kommunikation kann so einfach sein. Warum langwierige Sätze machen, sich das
Gehirn verbiegen, wenns doch nachm Baukastenprinzip so easy gehen kann:

Man wähle unter: [Digga/Digger], [Ganz ehrlich], [Ohne Witz], [Weißte],
[Läuft bei Dir (rückwärts)], [Gönn Dir], [Krass], [Alta/Alter],
[weisch/weißte, was/wie ich mein/e], [ey] etc.

Man baue seine Minimalbotschaft, so es denn eine gibt, ein, und garniere
das wiederum aus obiger Liste. Im Machismo Gorilla-Bauchtrommeln junger
Menschoiden kann man so manches Mal jedwedige Botschaft ganz weglassen
und sich nur aus der Liste gegenseitig brüllig verbalisieren. Also wer
braucht denn da noch Schulbildung, Germanistik oder sonstigen überalterten
Nonsense?

Funktionales Beispiel: “[Digga], [ganz ehrlich], [läuft bei Dir], [Alta]!”

Je nach sozialem Niveau oder Kunstperson des öffentlich-virtuellen Lebens
kann das amerikanisiert werden: [Yo], [Bihatch/Bitch], [You aint],
[y’know what I’m sayin’] etc. und selbstverfreilich auf deutsch und englisch mit
genug Schimpfworten garniert daherstolpernd. Zudem finden beispielsweise
auch internationale Kurzbegriffe Eingang in den Kurzcode: [haram], [halal],
[habibi], [Chabo], [Babo] etc. aus dem arabischen Sprachraum beispielsweise.

Bedenklich ist, dass mittlerweile einige Schimpfworte oder Begriffe
Eintritt in den Wortgebrauch moderner Internet- sowie Realpräsenzen
finden, die vorher noch mit einer Art Tabu belegt waren.
Beispielsweise Begriffe nationalsozialistischen Ursprungs, wie etwa
“Jude” oder “Untermensch”. Dies allein signalisiert eine gefährliche
Verrohung der Sprache, die sich völlig loskoppelt von historischer
Verantwortlichkeit oder kritischer Hinterfragung etwaiger ethischer
Grenzübertretungen.

Schlagfertigkeit scheint ausgedient zu haben, Diskussionen ebenso, man
wappnet sich mit genug Kurzcodes, Schimpfworten und bequatscht sich
dann so lange, wie der eigene Gedächtnisspeicher hält oder die
begrenzte Originalität des Slangs noch fresh ist. Nennt man das
Verdummung, sprachliche Verrohung, die ähnlich der realen Einzug
in die Gesellschaft gehalten hat? Ist das Internet schuld, mit
unzähligen, nicht moderierten Sprachrohren der Jugendkultur, die
eigentlich gar nicht zensiert werden sollten? Ist das alles Spiegel
der modernen Leistungsgesellschaft, wo die oberen Zehntausend mit
Doktortitel schwadronieren, während der Plebs unten vorm Tor totally
mad
die Fackeln und Mistgabeln schwenkt?

Das Problem mit dem Internet

Das Problem mit dem Internet wird gewiss ganz klar, wenn man sich
verschiedene Streaming Dienste anschaut, auf denen jeder mit
Leichtigkeit nen Kanal erstellen kann und munter drauflos
broadcastet. Sofort stellt sich die Frage nach eventuellen
Überwachungsmechanismen, Regeln, der Durchsetzung derselben
und der Macht möglicherweise in genügend großer Stückzahl
vorhandener Moderatoren. Hängt am Ende alles doch an selbster-
nannten Sheriffs der jeweiligen Plattformen, normalen Usern,
die eifersüchtig wachend Recht und Gesetz auf eigene Faust
verteidigen?

Der Schaden an sich wird angerichtet, eventuelle Maßnahmen dagegen
kommen manchmal zu spät. Das Internet vergißt nicht, eventuell
unliebsame Videos wird schon einer abgespeichert haben, und prompt
wieder re-uploaden! Cybermobbing wird durch sogenannte “Nackt-
machungen”, also das Herausfinden und Veröffentlichen der
Klarnamen und Addressen vermeintlich anonymer Streaming-Stars,
ins Reale übertragen. Ob da die Polizei wirklich kompetent was
gegen machen kann?

Oh, Sex and the Internet – Ganz vergessen: man sieht/hört 25 Jahre alte
Männchen während eines Ballerspiel Letsplays aufs Widerlichste
über Frauen sprechen, das Ganze nur getoppt durch die Frequenz
niederster Schimpfworte, teils eindeutig rassistisch/volksverhetzender
Art. Man stelle sich nur im Ansatz vor, dass Kids und Jugendliche
derartig Schändliches konsumieren und möglicherweise als cool
imitieren. Erwachsene mögen sich drüber aufregen, mögen in Form
einer Anzeige oder Anklage an den Betreiber was dagegen unternehmen,
oder einfach schulterzuckend solcherlei Content boykottieren. Aber
welchen Einfluß das auf die beeinflussbare Jugend hat, das sei ganz
stark kritisch hinterfragt!

Sollte man verharmlosen, wenn man freizügige Streamerinnen sieht,
deren abgeschmackte Pseudoerotikshow auf Primitivniveau scheinbar
so dämlich ist, dass sie niemandem zu schaden scheint? Oder wird
da ein Bild einer oberflächlichen, falschen Sexualität vermittelt,
ein Frauenbild, bei dem jedem aufgeklärten Menschen sich der
Zorn göttlich regt, aber unkritisch jungem Publikum möglicherweise
Beifall? Abgesehen davon: sollte das aufgrund der Themen nicht
alles sowieso ab 18 sein, auch wenn, aus gut berechnetem Grund,
keine tatsächlichen nackten Tatsachen zu sehen sind?!

Noch problematischer wirds, da man manche Leute nicht vor sich
selber schützen kann, oder es niemanden gibt, der dies für jene
Leute täte. Manche veröffentlichen eben all ihr Reales im Netz,
denken, es wäre eine gute Idee, dazu noch sehr konfrontativ
aufzutreten, und haben wohl in der pseudoanonymen Atmosphäre
ihres Streams die einzige Möglichkeit, ihre psychischen Lasten
abzuladen, vor einer wolf-heulend hetzerischen Meute an Hatern,
jenen, denen es Spaß macht, andere sozusagen zu hassen, oder
sie zu demütigen.

Streamer, Influencer, Broadcaster!

Gelangweilt über das Internet stolpernd, widmete ich meinen Verstand wieder
einmal der youtouberischen Vlog-Blogger Szene und entdeckte recht eigenartige
Menschoiden, die sich eifrig am Influencing versuchen. Überraschung: es geht
nicht um Aktivismus, sondern um Geld verdienen. Product Placement; von reichen
Unternehmen als Influencer auserkoren sein; eigene Apps zum Geldscheffeln
promoten; astreiner Kapitalismus. Schade, dass es da keine Surprises mehr gibt.

Der tarnende Überbau solcher Streams oder künstlicher Internetpräsenzen wird von
den allermeisten Content Creator Kapitalisten recht breit angelegt. Bei Frauen
ist es in Mode, sich über streitbare oder vermeintlich allumfassend dauer-
interessante Themen zu definieren: da hättma Feminismus (all the rage now),
Sexismus (der Männerwelt), Sex (in allen Farben, Formen, Varianten), High or
Low Fashion, Shopping und mehr oder weniger verstecktes provokantes Hating.
Das scheint neu, ist es aber nicht: man plappert in die Kamera, wie assi diese
oder jene sind, wie dumm/blöd/primitiv der/die/das Wesen oder soziale Gruppe.
Eigentlich recht clever, durch Hating Hater anzuziehen, denn auch von denen
kommt willkommene Activity, Klicks, und Kommentare, die wiederum das eigene
Konstrukt befeuern, auf welch abgeschmackte Weise auch immer.

Die Männerwelt schließt sich in den allermeisten obig genannten Faktoren eifrig
an, und ist dankbar um sämtliche feministischen Männerhate Vorlagen, die dann
wiederum produktiv auf der eigenen Präsenz weiter verwurstet werden können.
Man profitiert von gegenseitiger Haterei, wobei man den Eindruck hat, die
panem et circenses Umgebung des Internets hätte alles Positive in die absolute
Langweiler-Ecke verbannt. Es scheint zudem recht mühsam, irgendwelchen
Geschlechter-Content, auf Angriff getrimmt und propagandistisch aufbereitet,
mit faktenbasierten Videos zu entmachten, aber hey, wer sich dank eines
wohl wirklich so uneigennützigen Weltbildes auf die Art profilieren möchte?

Hab mir lange überlegt, ob ich mal nen Best-of der Streamer zitiere, damit
der geneigte Leser selbst mal in den Schmutz abtauchen kann, mit nem guten
Taucheranzug, of course, und ner Bodencrew, die weiß, wie man im Morast
feststeckende Taucher rettet. Aber da verschaffe ich jenen Personen Klicks,
Umsatz, Besucherzahlen, und das möchte ich dann doch nicht auf diese Weise
supporten.

Gegen das Internet kämpfen selbst Götter vergebens?! Manch arme Seele, wohl
wirklich durch den Gedanken der Aufrichtigkeit beseelt, mag versuchen,
standzuhalten, dagegenzureden, Argumente anzubringen, womöglich ohne Denglisch
oder Beleidigung. Lost Cause! Das geht unter. Die dunkle Seite der Macht
scheint stärker! Kreativer find ich dann künstlerische Disses (1), gern
auch als musikalisches Stück (Rap etc.) vorgetragen, die ihre Kritik
pointiert, gestaltend und interessant servieren. Gerne mehr davon.

(1) Disses, Dissings, Dissae, Dissoi? Je ne comprends pas! Abgesehen davon ist
mir der Amount of Denglish in meinen Posts manchmal selbst nicht geheuer. Aber
ich hab halt eben auch nicht das Ansinnen, mich streng traditionell, mit
preußischer Pickelhaube, einer reinen Sprachlichkeit lokaler Verortung zu
widmen, die eh bedenklich nahe an irgendwelche suspekten nationalen
Bestrebungen liegt.

Boob Streamer!

Katholisch unschuldig und völlig unbedarft tummelte ich mich
in keusch frömmiger Freude im Netz und entdeckte … das
ABSOLUTE SCHMUDDLIGE SÜNDENPFUHL SKANDÄLCHEN 2016:

… die sogenannte Boob Streamer!

Naja, man richtet sich auf Menschinnen ein, die ein Interesse
am Computergaming besitzen. Diese, so wie ihre männlichen
Counterparts, streamen ihre spielerischen Erfolge ins Netz.
Soweit die absolut unbedenkliche Theorie.

Doch plötzlich gehts nicht mehr um Gaming, sondern um das
mehr oder weniger zarte Persönchen mit den Riesentitten,
die szenetechnisch gut mit mehr als maximal ausgeschnittenen
Tops präsentiert werden, eine Boob-Show par excellence. Das
an sich ist ja nix Schlimmes, denn: make love, not war.
Und für alle Gucker ists auch, wenns ästhetisch gemacht ist,
ne Supersache. Doch …

Im Medium Streaming, unter dem Titel des Computergaming, laufen
da linkisch lächerliche Pseudoerotikshows ab, die eigentlich nicht
mehr zeigen als eng/knapp bekleidete Weibchen, die auf
“Kundenwunsch” auch mal gerne hektische Gymnastikübungen vor
der Webcam machen, um zu zeigen, was Gravitatio und Motio mit
den geschätzten Big Boobs denn so anstellt. Komplette Nacktheit
gibts da natürlich nie, alles verläuft an einer vielleicht
genau kalkulierten Minimum-Schamgrenze, damit der Streaming
Anbieter sie auch ja nicht aus ihrem … und nu kommts:
lukrativen Geschäft wirft!

Wie bei allem im Leben: es steckt Kohle dahinter. Boob Streamer
lassen sich nämlich gerne, wie man wohl bei einigen Services
kann, Donations geben, also monetäre Geschenke, ein Schelm, wer
da ans professionelle Erotikgewerbe denkt. Die plakatieren
das wenigstens auch folgerichtig als Erotik/Sex-Show. Was wir
am Ende im Boob Streaming ham, sind unter anderem manga-
geschmickte Fake-Zockerweibchen, die ihre dicken Titten
routinemässig in die Webcam hängen. Also, können und dürfen
sie ja, aber bitte dann korrekt etikettiert, nicht mit dem
Medium Computergames verbunden, und auf irgendeinem Service,
wo dann auch die Kundschaft zum Geldverdienen paßt.